Die Hubble- Konstante

Die Hubble- Konstante H0 ist eine fundamentale Konstante der Kosmologie, welche die Expansionsgeschwindigkeit des Kosmos in [km s-1 Mpc-1] angibt (1 Mpc, Megaparsec = 106 Parsec = 3.2615·106 Lichtjahre). Sie wird aus den Rotverschiebungen der Spektren entfernter Galaxien abgeleitet und lag lange Zeit aufgrund der Unsicherheit solcher Entfernungsbestimmungen zwischen etwa 50 und 100 [km s-1 Mpc-1]. Der Kehrwert 1/H0 ergibt das Hubble- Alter t0 des Kosmos, bei 50 [km s-1 Mpc-1] ergaben sich daraus 19,6 Milliarden Jahre. Das tatsächliche Alter ist jedoch kleiner, wie wir heute wissen. Die Expansionsrate wird zudem durch Gravitationseinwirkungen gebremst. Je nachdem, in welche Himmelsrichtung man sieht, ist diese Abbremsung aufgrund unterschiedlicher Massekonzentrationen im All verschieden groß.


Nach den neuesten Messungen (März 2013) der Planck- Sonde, abgeleitet aus der Vermessung der kosmischen Hintergrundstrahlung, beträgt das Alter des Weltalls 13,813 ± 0,058 Milliarden Jahre, die Hubble- Konstante hat einen Wert von 67,4 ± 1,4 [km s-1 Mpc-1]. Der entfernteste beobachtete Quasar liegt in einer Distanz von 13 Milliarden Lichtjahren, damit wissen wir, dass sich Sterne und Galaxien recht schnell im abkühlenden jungen Kosmos gebildet haben. Wahrscheinlich erhellten die ersten Sterne bereits 1 Million Jahre nach dem Urknall das Universum.

Genaugenommen gelten die Aussagen zur Galaxienflucht nicht für einzelne Galaxien, sondern für Galaxienhaufen. Die einzelnen Galaxien sind gravitativ im Haufen aneinander gebunden und entfernen sich nicht voneinander (abgesehen von Eigenbewegungen innerhalb des Haufens). Die mit wachsender Entfernung zunehmende Fluchtgeschwindigkeit der Sternsysteme darf man sich nicht als ein Auseinanderdriften in einem irgendwie starren dreidimensionalen Raum vorstellen, vielmehr werden die Galaxienhaufen vom dynamischen, expandierenden Raum mitgerissen.