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Ode auf die hellsten Fixsterne

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von Diagnostiker » 10. Mär 2021, 19:12

ralfkannenberg hat geschrieben:
10. Mär 2021, 19:05
die Wortwahl "Leiche" in diesem Zusammenhang ist meines Erachtens wie ich nun auch (zu) ausführlich erläutert habe irreführend.
Keineswegs, denn ein Stern, der nicht mehr Kernfusion betreibt, ist "tot" bezüglich des dynamischen Gleichgewichtszustands, der über Strahlungsdruck versus Gravitation zeit seines "Lebens" aufrecht erhalten wurde. Die Wortwahl dient also der Veranschaulichung und ist Ausdruck einer Analogie zwischen dem dynamischen Gleichgewicht von Sternen und dem dynamischen Gleichgewicht von Lebewesen, welches sich über ein Fließgleichgewicht ergibt, das über Nahrungszufuhr und Reststoffabfuhr aufrecht erhalten wird.

Und so wie ein totes Lebewesen eine Leiche ist, ist ein toter Stern ebenfalls eine Leiche, die allmählich auskühlt, ohne dem noch etwas entgegensetzen zu können ...

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 10. Mär 2021, 19:29

Diagnostiker hat geschrieben:
10. Mär 2021, 19:12
Die Wortwahl dient also der Veranschaulichung und ist Ausdruck einer Analogie zwischen dem dynamischen Gleichgewicht von Sternen und dem dynamischen Gleichgewicht von Lebewesen, welches sich über ein Fließgleichgewicht ergibt, das über Nahrungszufuhr und Reststoffabfuhr aufrecht erhalten wird.
Hallo Diagnostiker,

ja, wie Du korrekt schreibst ist es eine Veranschaulichung und eine Analogie. Ich finde diese allerdingsg irreführend, denn Braune Zwerge werden als "verhinderte Sterne" bezeichnet, obgleich zumindest die schweren Exemplare physikalisch "Weisse Zwerge aus Wasserstoff sind" (die leichteren Exemplare sind "Super-Planeten") und auch zwischendurch Energie aus Kernfusion oder je nachdem, wie man das Lithium(ver)brennen bezeichnet, Kernspaltung beziehen können, in diesem Sinne also ebenfalls "lebendig" sind.

Ich würde hier auf der physikalischen Ebene verbleiben und von einer "Ära" schreiben, während der ein solcher Körper der Entartung dank der Erzeugung eines Strahlungsdruckes für einige Zeit entgehen kann, d.h. ich würde die Entartung als Normalzustand und die Nicht-Entartung als Spezialzustand bezeichnen. Dann kann man neben den leuchtenden Sternen auch die Weissen Zwerge und die hinreichend massereichen Braunen Zwerge in einem Atemzug beschreiben. Zumal es auch vorkommt, dass sich ein Weisser Zwerg zu Beginn wieder vorübergehend entarten kann.


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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von Diagnostiker » 10. Mär 2021, 19:33

ralfkannenberg hat geschrieben:
10. Mär 2021, 19:29
Ich würde hier auf der physikalischen Ebene verbleiben und von einer "Ära" schreiben, während der ein solcher Körper der Entartung dank der Erzeugung eines Strahlungsdruckes für einige Zeit entgehen kann, d.h. ich würde die Entartung als Normalzustand und die Nicht-Entartung als Spezialzustand bezeichnen. Dann kann man neben den leuchtenden Sternen auch die Weissen Zwerge und die hinreichend massereichen Braunen Zwerge in einem Atemzug beschreiben.
Ach, wie Du das privat handhabst, bleibt Deinem Privatvergnügen überlassen. Der Begriff "Leiche" in Bezug auf stellare Endzustände ist jedenfalls üblich und in der populärwissenschaftlichen Literatur etabliert, wie Du selbst sehr schnell herausfinden kannst, wenn Du den Begriff "Sternenleiche" mal in einer Suchmaschine Deiner Wahl als Suchbegriff eingibst.

EDIT: Es geht übrigens immer noch um den Polarstern, nur dass das nicht aus dem Blickfeld gerät, damit auch die stillen Mitleser wissen, worüber wir uns gerade unterhalten ...

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 10. Mär 2021, 19:52

Diagnostiker hat geschrieben:
10. Mär 2021, 19:33
Ach, wie Du das privat handhabst, bleibt Deinem Privatvergnügen überlassen. Der Begriff "Leiche" in Bezug auf stellare Endzustände ist jedenfalls üblich und in der populärwissenschaftlichen Literatur etabliert, wie Du selbst sehr schnell herausfinden kannst, wenn Du den Begriff "Sternenleiche" mal in einer Suchmaschine Deiner Wahl als Suchbegriff eingibst.
Hallo Diagnostiker,

das weiss ich, aber ich bevorzuge nach wie vor physikalische Zusammenhänge zu historisch gewachsenen Zusammenhängen; bis das in der Literatur angepasst wird wird sicherlich noch Zeit vergehen, wenn es überhaupt passiert. Während es für Neutronensterne sowohl einen astronomischen Namen ("Pulsar") als auch einen physikalischen Namen ("Neutronenstern") gibt, gibt es für Weisse Zwerge genau genommen nur einen astronomischen Namen, nämlich Zwergsterne von weissem statt wie eigentlich offensichtlich zu erwarten war rotem Spektraltyp; eine Wortwahl "Atomsterne ohne Strahlungsdruck" wäre vermutlich zu unhandlich.

Diagnostiker hat geschrieben:
10. Mär 2021, 19:33
EDIT: Es geht übrigens immer noch um den Polarstern, nur dass das nicht aus dem Blickfeld gerät, damit auch die stillen Mitleser wissen, worüber wir uns gerade unterhalten ...
Und wie lange noch ? Wenn der Polarstern so sehr von Interesse ist sollte man vielleicht einen eigenen Thread für ihn eröffnen.

Der Polarstern ist übrigens keineswegs der einzige Stern, der nach "Erlöschen" seines Strahlungsdruckes zu einem Weissen Zwerg wird - im Gegenteil, auch das ist der Normalfall.


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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von Diagnostiker » 10. Mär 2021, 19:55

ralfkannenberg hat geschrieben:
10. Mär 2021, 19:52
Und wie lange noch ?
So lange wie Du immer noch nachlegst, obwohl eigentlich alles Relevante zum Polarstern und seiner Zukunft als Sternenleiche "Weißer Zwerg" bereits gesagt worden ist. Danach ist von meiner Seite "Ruhe in Frieden" - passt irgendwie zum Ableben ... :devil:

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 10. Mär 2021, 20:14

Diagnostiker hat geschrieben:
10. Mär 2021, 19:55
So lange wie Du immer noch nachlegst, obwohl eigentlich alles Relevante zum Polarstern und seiner Zukunft als Sternenleiche "Weißer Zwerg" bereits gesagt worden ist. Danach ist von meiner Seite "Ruhe in Frieden" - passt irgendwie zum Ableben ... :devil:
Hallo Diagnostiker,

wie gesagt ziehe ich die Physik der Historie vor. Mehr ist dazu auch von meiner Seite nicht zu sagen. Da können wir auch endlos weiterstreiten, ich wäre aber überrascht, wenn mir die Argumente ausgehen würden. Allerdings sind wir in der Astronomie und nicht in der Physik, so gesehen kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass man die Physik nicht zu hoch gewichten sollte. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, darüber befinden zu müssen.


Ich möchte nun endlich auch einmal etwas zum Threadthema selber schreiben. Wie nun auch klargestellt sein dürfte ist es nicht der Polarstern, der der hellste Fixstern von der Erde aus gesehen ist, sondern der Sirius.

Im Übrigen wäre es ja auch ein gewaltiger Zufall, wenn ausgerechnet der hellste Fixstern am Himmelnordpol stehen würde. Man braucht aber keine Statistiken zu bemühen, es genügt völlig, in einer genügend klaren Nacht in der jetzigen Jahreszeit am Abend einen Blick zum Himmel zu werfen, da kann man beide Sterne sehen und ihre Helligkeiten vergleichen.

Typischerweise bezeichnet man die "Sterne 1.Grösse (oder heller)" als die hellsten Sterne und in der Vergangenheit haben diese auch eine hoch-prominente Rolle eingenommen, wie man alten Überlieferungen entnehmen kann.

In unseren Breiten gibt es je nach Zählweise 16 oder 17 solcher Sterne 1.Grösse oder heller, und wenn man als Laie einen Sternnamen hört, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es sich dabei um einen Stern 1.Grösse oder heller handelt. - Weltweit gibt es noch 6 weitere Sterne 1.Grösse oder heller.

Ich will Euch nun nicht gleich alle von ihnen vorstellen, sondern dies so nach und nach tun.


Fangen wir mit den vier hellsten an, denn in unseren Breiten gilt eine sehr einfache Faustregel: jede Jahreszeit hat ihren hellsten Stern. Natürlich ist die Zeit, während der ein Stern der hellste Fixstern am Himmel ist, nicht gleich lang, das wäre ja ein riesiger Zufall, wenn dem so wäre.

Wenn man einen Stern einer Jahreszeit zuordnet, so meint man seine Position am Himmel um 22 Uhr MEZ, bzw. 23 Uhr MESZ.

Fangen wir jetzt im Winter an: der hellste Stern im Winter ist der helle Sirius. Der Sirius ist ein Stern des Südhimmels und ist vor allem deswegen so hell, weil er das zweitnächste Sternsystem von der Erde bildet. Allerdings ist der Sirius in Sonnennähe, d.h. bis 5 Parsec Abstand (gut 16 Lichtjahre), tatsächlich auch absolut der hellste Fixstern; man muss dann weitergehen bis - ja, es ist sie tatsächlich, bis zur Wega, ehe man dann einen absolut helleren Fixstern antrifft. Die Wega ist der hellste Stern im Sommer und da sie in den Zenit gelangt, in unseren Breiten auch der hellste Fixstern der Nordhemisphäre. Die Wega wird aufgrund der Präzession der Erdachse in gut 14000 Jahren übrigens unser Polarstern sein.


Der hellste Frühlingsstern ist der hellste Stern der Nordhemisphäre, das ist der Stern Arktur; man findet ihn sehr einfach in der Verlängerung der Deichsel des Grossen Wagen. Geht man diese Verlängerung weiter, so gelangt man übrigens zur Spica in der Jungfrau, die ebenfalls ein Stern 1.Grösse ist.

Und der hellste Herbststern wird eigentlich als Winterstern bezeichnet, ist aber im Herbst vorübergehend hellster Fixstern, das ist die helle Capella im Fuhrmann. In Nordeuropa gibt es zusätzlich eine Zeit, während der die Capella nochmals kurzfristig im Frühling hellster Fixstern ist, weil dort Arktur noch nicht hoch genug am Himmel steht.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 10. Mär 2021, 22:18

Frank hat geschrieben:
10. Mär 2021, 18:15
Beteigeuze. Mein Lieblingsstern ;a
ralfkannenberg hat geschrieben:
10. Mär 2021, 20:14
In unseren Breiten gibt es je nach Zählweise 16 oder 17 solcher Sterne 1.Grösse oder heller, und wenn man als Laie einen Sternnamen hört, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es sich dabei um einen Stern 1.Grösse oder heller handelt. - Weltweit gibt es noch 6 weitere Sterne 1.Grösse oder heller.
ralfkannenberg hat geschrieben:
10. Mär 2021, 20:14
Fangen wir jetzt im Winter an: der hellste Stern im Winter ist der helle Sirius.
ralfkannenberg hat geschrieben:
10. Mär 2021, 20:14
Und der hellste Herbststern wird eigentlich als Winterstern bezeichnet, ist aber im Herbst vorübergehend hellster Fixstern, das ist die helle Capella im Fuhrmann.
Hallo zusammen,

ich denke, einen Beitrag könnt Ihr heute abend noch zu diesem Thema ertragen.

Da wir uns nun im Winter befinden möchte ich Euch also noch die Sterne 1.Grösse oder heller des Winters, die man in unseren Breiten sehen kann, vorstellen.

Drei von ihnen wurden ja schon angesprochen.

Das bekannteste Sternbild des Winters dürfte ja der Himmelsjäger Orion sein, mit seinen beiden Schultersternen, den drei nahe beisammen stehenden Gürtelsternen sowie den beiden Fußsternen. Und dem schönen Orionnebel, den man schon von blossem Auge unter dem Oriongürtel als Schwert des Orions erkennen kann.

An der rechten Schulter des Orion - von uns aus gesehen also auf der linken Seite - steht der berühmte Rote Riesenstern Beteigeuze, und diagonal auf der anderen Seite unten steht der hellste Orionstern, das ist der Fußstern Rigel, wobei Rigel ja auch passenderweise "Fuss" heisst. Rigel wird so hell wie Arktur, die Wega und die Capella, ist also ein Stern 0.Grösse. Den Namen des Sternes an der anderen Schulter als die Beteigeuze kann man sich ebenfalls gut merken, dieser Stern heisst Bellatrix und sie verfehlt die 1.Grösse nur sehr knapp. Vor einem Jahr während des Minimums der Beteigeuze konnte man fast schon mit Erschrecken sehen, wie sich die Helligkeit der Beteigeuze beinahe der Helligkeit der Bellatrix angenähert hat.

Im Übrigen erreichen auch der von uns aus gesehen linke und mittlere Stern des Oriongürtels beinahe die 1.Grösse.

Den Sirius kann man übrigens ganz einfach finden, indem man den Oriongürtel nach links unten verlängert. Auch der Grosse Hund, in welchem der Sirius steht, besteht aus hellen Sternen, was allerdings aufgrund seines tiefen Standes nahe des Horizontes dennoch nicht so auffällig ist, so dass einem in der Regel entgeht, dass die Adhara, die im Grossen Hund unten rechts steht, ebenfalls gerade noch ein Stern 1.Grösse ist.

Bilden wir nun ein fast gleichseitiges Dreieck mit dem Sirius in der unteren und der Beteigeuze in der rechten oberen Ecke, so befindet sich in der linken oberen Ecke ebenfalls ein heller Stern, der wie die Beteigeuze im Normalzustand ebenfalls gerade noch die 0.Grösse erreicht. Das ist Procyon, das bedeutet übersetzt "Vorhund", soll also heissen "der Stern, der vor dem Hund(sstern Sirius) aufgeht". Dieses grosse fast-gleichseitige Dreieck ist eine wertvolle Orientierungshilfe, da es aus sehr hellen Sternen besteht und man im Winter meistens zwei von ihnen einfach sehen kann und dann mit seiner Hilfe auch den dritten Stern einfach findet; dieses Dreieck wird auch "Winterdreieck" genannt. Auch Procyon gehört zu den sonnennahen Sternen, wie der Sirius wird auch Procyon von einem Weissen Zwerg umgeben. Insgesamt kennt man in Sonnennähe bis 5 Parsec (gut 16 Lichtjahre) übrigens fünf Weisse Zwerge und wären diese heute noch auf der Hauptreihe, so wären sie deutlich heller als ihre heutigen Hauptsterne. Auch Procyon ist Stern eines Hundes, und zwar des Kleinen Hundes. Diese beiden Hunde begleiten den Himmelsjäger Orion auf seiner Jagd.

Nun gehen wir den Oriongürtel entlang in die andere Richtung, also nach rechts oben; dort befindet sich ebenfalls ein Roter Riesenstern, ebenfalls recht bekannt, das ist der Stern Aldebaran im Stier. Aldebaran ist ein heller Stern 1.Grösse, der die 0.Grösse nur knapp verfehlt. - Sein Name kommt vom Vorläufer des heutigen Horoskopes; damals hat man nicht 12 Tierkreiszeichen zur Orientierung genutzt, sondern 28 sogenannte Mondstationen, das sind kleine Sterngruppen, durch die der Mond zieht, an jedem Tag durch eine andere. Die bekannteste Mondstation sind die Plejaden, also das Siebengestirn, und Aldebaran bedeutet, "der Nachfolgende", was bedeuten soll, dass er den Plejaden nachfolgt. Tatsächlich ist Aldebaren die den Plejaden nachfolgende Mondstation.

Zur Zeit sieht man an der Stelle zwei Sterne, beide zu allem Überfluss rötlich. Das kommt daher, dass der Planet Mars auch noch am Himmel steht und sich derzeit Aldebaran immer mehr annähert. Bei guten Sichtbedingungen kann man die beiden einfach dadurch unterscheiden, dass sich Aldebaran positionsmässig im Regengestirn, den Hyaden, befindet, wobei Aldebaran aber ein Vordergrundstern ist. Aufgrund der typischen Figur der Hyaden und Aldebaran kann man Aldebaran sehr einfach vom Mars unterscheiden.


Und nun haben wir alle Zutaten beisammen, um noch einmal das Wintersechseck zu geniessen:

die Capella hat gerade den Zenit durchschritten, dann Aldebaran als die den Plejaden nachfolgende Mondstation, dann Rigel im Orion an dessen von uns aus gesehen rechtem Fuss, dann der helle Sirius, dann der "Vorhund" Procyon und dann ... - ja dann sieht man in der noch ausstehenden Ecke, ehe man wieder zur Capella zurückkehrt, zwei fast gleichhelle Sterne, das sind die beiden Zwillingssterne Castor und Pollux. Genau genommen erreicht nur Pollux die 1.Grösse, während Castor sie um wenige Hundertstel verfehlt. Da aber Castor aufgrund seines günstigeren Himmelsstandes heller als die Adhara unten rechts im Grossen Hund erscheint, wird Castor oft ebenfalls den Sternen 1.Grösse zugerechnet.

Und in diesem Wintersechseck steht dann noch an der von uns aus gesehen linken Schulter des Orion der Stern Beteigeuze, den man auch im fast gleichseitigen Winterdreieck zusammen mit dem Sirius und Procyon findet.


In diesem Himmelsareal befindet sich also die Hälfte aller in unseren Breitengraden sichtbaren Sterne 1.Grösse ! - Und zählt man die nur wenig abseits stehende Adhara im Grossen Hund mit, so sind es sogar 9 der 17 Sterne erster Grösse. Zudem ist dieses Areal auch voll mit Sternen, welche die 1.Grösse nur knapp verfehlen; im Fuhrmann, Stier und den Zwillingen gibt es je einen von ihnen, im Grossen Hund derer zwei und im Orion sogar derer drei. Dass die Sterne im Winter heller erscheinen hängt also nicht nur mit der kältebedingt klareren Luft zusammen, sondern auch damit, dass im Winter die helleren Sterne am Himmel stehen.


Alle sieben Sterne des Orion erreichen mindestens die 2.Grösse, das ist einer mehr als im Grossen Wagen, in dem sechs der sieben Sterne mindestens die 2.Grösse erreichen. Der Grosse Wagen hat keinen Stern 1.Grösse oder heller, wohl aber drei, die die 1.Grösse nur knapp verfehlen; in einer klaren Nacht könnt Ihr ja mal schauen, welche das sind.


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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Mär 2021, 14:00

Diagnostiker hat geschrieben:
10. Mär 2021, 19:33
Ach, wie Du das privat handhabst, bleibt Deinem Privatvergnügen überlassen. Der Begriff "Leiche" in Bezug auf stellare Endzustände ist jedenfalls üblich und in der populärwissenschaftlichen Literatur etabliert, wie Du selbst sehr schnell herausfinden kannst, wenn Du den Begriff "Sternenleiche" mal in einer Suchmaschine Deiner Wahl als Suchbegriff eingibst.
Hallo Diagnostiker,

bevor wir mit hellen Sternen weitermachen möchte ich doch noch einmal auf diese "Sternleichen" eingehen. Da die Laien hier ja mit irreführenden Begriffen gefüttert werden und man wie Du sehr richtig schreibst in der populärwissenschaftlichen Literatur (leider) tonnenweise solcher Wortwahlen findet, wird es wohl zweckmässig sein, noch ein bisschen auszuholen, um auf mögliche Missverständnisse frühzeitig wenigstens hinweisen zu können.

So haben diese Sternleichen ein "Alter" - bei manchen nennt man es "Auskühlalter", bei anderen "charakteristisches Alter" (kann sogar negativ sein), was man vielleicht aber noch anschaulich begründen kann, gibt es doch an, wie lange die Sternleiche schon eine Sternleiche ist. Dass man einer verstorbenen Person auch so ein Alter zuweist wäre mir zwar neu, wird aber vielleicht mancherorts tatsächlich so gehandhabt. So hätte beispielsweise mein im Jahre 2013 verstorbener Vater nun also ein "Alter" von 7 Jahren …

Dann gibt es auch "erstgeborene" Sternleichen und "wiedergeborene" Sternleichen, was man u.a. hier auf Seite 103 finden kann. In der Wikipedia werden gewisse Sternleichen sogar wiederbelebt, woraus ich zumindest als Laie ohne Vorkenntnisse schliessen würde, dass sie nach einer solchen Wiederbelebung keine Sternleichen mehr sind. Allerdings wäre eine solche Schussfolgerung unzutreffend - ein solcher wiederbelebter Pulsar ist ja nach wie vor ein Neutronenstern, also nach wie vor entartet und macht auch nach wie vor keinerlei Nukleosynthese. Zudem kann man diesem Artikel entnehmen, dass es auch solche Sternleichen gibt, die noch "jung" sind. Diese kann man nicht wiederbeleben; sie sind gleichzeitig Sternleichen und erstgeboren.

Diese Verwirrung löst sich auf, wenn man weiss, dass diese Himmelskörper in dieser Art Literatur in ihrer Eigenschaft als Stern als "tot" bezeichnet werden und in ihrer Eigenschaft als Pulsar als "lebendig", ersteres primär in der populärwissenschaftlichen Literatur, zweiteres wohl eher in der Fachliteratur.


Ich persönlich - auch wenn man das als "meine Privatmeinung" geringschätzen mag, bevorzuge es, auf solche irreführenden Formulierungen zu verzichten, zumal es rein physikalisch eben auch ohne geht: oberhalb einer gewissen Masse bricht die von elektromagnetischen Kräften bestimmte atomare Struktur zusammen und die Materie entartet sich. Das ist alles. Dieser Übergang findet massemässig beim Übergang von leichten Braunen Zwergen ("Super-Planeten") zu schweren Braunen Zwergen ("ultraleichte Weisse Zwerge") statt.

Bei noch mehr Masse können im Inneren Kernfusionsprozesse starten und der Stern beginnt in der populärwissenschaftlichen Wortwahl zu "leben", so lange, bis der Kernbrennstoff aufgebraucht ist oder ein nahestehender genügend massereicher Begleitstern ihm so viel Masse abgesaugt hat, dass er nicht mehr genügend Masse zur Fortsetzung der Kernfusionen hat. Letztere sind die Ursache dafür, dass man auch leichte Weisse Zwerge aus Helium beobachten kann, obgleich das Alter des Universums nicht ausreicht, den Kernbrennstoff ihrer Vorläufersterne zu verbrauchen.

Sobald diese Kernfusion aufhört fällt der Strahlungsdruck weg und die Masse des Sternes entartet (wieder). Oder sagen wir es anders: ohne zusätzliche Prozesse befindet sich die Materie der genügend massereichen Körper in Entartung; soll die Entartung aufgehoben werden, so ist noch ein Zusatzprozess erforderlich, beispielsweise Kernbrennen. Natürlich kann man die Wirkung dieses Zusatzprozesses als "Leben" bezeichnen, aber eigentlich ist es nur eine Aufhebung der Entartung.

Bei genügend massearmen Körpern wird die Aufhebung der Entartung durch die von elektromagnetischen Kräften bestimmte atomare Struktur bewerkstelligt, meines Wissens ohne diesen Körpern deswegen irgendeine Art "Leben" zuzugestehen, und im Massebereich der leuchtenden Sterne ist die Entartung zumindest vorübergehend durch das Kernbrennen aufgehoben.


Wenn man also - wovon ich abrate - unbedingt das Bild der "Sternleiche" bemühen möchte, dann muss einem bewusst sein, dass es da "Leben" bezüglich verschiedener Aspekte gibt, so dass so ein Himmelskörper bezüglich eines Aspektes als "tot" und bezüglich eines anderen Aspektes als "lebendig" bezeichnet wird, da man ansonsten in dieser Veranschaulichung Himmelskörper hat, die gleichzeitig "tot" und "lebendig" sind.


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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von Diagnostiker » 11. Mär 2021, 14:10

ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:00
Ich persönlich - auch wenn man das als "meine Privatmeinung" geringschätzen mag, bevorzuge es, auf solche irreführenden Formulierungen zu verzichten, ...
So weit waren wir gestern bereits:
Diagnostiker hat geschrieben:
10. Mär 2021, 19:33
ralfkannenberg hat geschrieben:
10. Mär 2021, 19:29
Ich würde hier auf der physikalischen Ebene verbleiben und von einer "Ära" schreiben, während der ein solcher Körper der Entartung dank der Erzeugung eines Strahlungsdruckes für einige Zeit entgehen kann, d.h. ich würde die Entartung als Normalzustand und die Nicht-Entartung als Spezialzustand bezeichnen. Dann kann man neben den leuchtenden Sternen auch die Weissen Zwerge und die hinreichend massereichen Braunen Zwerge in einem Atemzug beschreiben.
Ach, wie Du das privat handhabst, bleibt Deinem Privatvergnügen überlassen. Der Begriff "Leiche" in Bezug auf stellare Endzustände ist jedenfalls üblich und in der populärwissenschaftlichen Literatur etabliert, wie Du selbst sehr schnell herausfinden kannst, wenn Du den Begriff "Sternenleiche" mal in einer Suchmaschine Deiner Wahl als Suchbegriff eingibst.

EDIT: Es geht übrigens immer noch um den Polarstern, nur dass das nicht aus dem Blickfeld gerät, damit auch die stillen Mitleser wissen, worüber wir uns gerade unterhalten ...
Fakt ist jedenfalls, dass der Polarstern dereinst sein "Leben" als Stern mit Kernfusion beenden wird, und als "Weißer Zwerg" eine Sternenleiche sein wird, da ihm in seinem Innern der "Ofen" ausgegangen sein wird. Was immer Du darum herum auch noch fabulieren magst, hat mit dem, worüber ich gestern bereits etwas geschrieben hatte, nichts mehr zu tun, sondern ist allein Ausfluss Deiner privaten Phantasien und Meinungen, die Du hier meinst, den Mitlesern mitteilen zu müssen, obwohl das niemand erwartet oder gar verlangt hat.

Aber nur zu, ich werde Dich davon nicht abhalten ... :D

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von Frank » 11. Mär 2021, 14:21

Ergänzend dazu, von unserer wunderbaren Hauptseite. (die kein Mensch hier benutzt)
Der Reststern, nun zu einem Weißen Zwerg in Erdgröße mit einer Oberflächentemperatur von bis zu 200 000 [K] geworden, strahlt fortan über einen Zeitraum von mehreren Milliarden Jahren seine gesamte ihm noch innewohnende Energie ab (wohlgemerkt: Wärmeenergie, keine Fusionen mehr!), bis er völlig ausgekühlt ist. Er wird dann für alle Zukunft als Schwarzer Zwerg durch den Kosmos irren. Die Abkühlphase dauert jedoch sehr lange - seit Bestehen unserer Galaxis ist noch kein einziger Weißer Zwerg unter 4000 [K] abgekühlt
https://abenteuer-universum.de/stersterne/weizw.html

Das ist das "langsame Ausglühen"eines ehemaligen Sternes, ergo eine Leiche. Da hilft es auch nichts, dass in Doppel,oder Mehrfachsystemen, das Zwergchen aufgrund seiner Masse, seinem Bruder/seiner Schwester immer wieder Masse absaugt und es dann immer mal wieder einen Rumms gibt. Das ist aber kein Aufleben, oder gar eine Wiedergeburt.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von Diagnostiker » 11. Mär 2021, 14:26

Frank hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:21
Das ist das "langsame Ausglühen"eines ehemaligen Sternes, ergo eine Leiche.
Genau. Und so wie eine Leiche allmählich bis zur Umgebungstemperatur auskühlt (sofern es kühler als 36 Grad Celsius ist), kühlt ein Weißer Zwerg bis auf knapp 3 Kelvin runter, sofern die Umgebungstemperatur infolge nahe gelegener Sterne nicht höher ist. Dem Auskühlungsprozess kann der tote Stern nichts mehr durch eigene Wärmeproduktion entgegensetzen, da die Kernfusion ja nun mal erloschen ist.

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Mär 2021, 14:38

Diagnostiker hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:10
Was immer Du darum herum auch noch fabulieren magst, hat mit dem, worüber ich gestern bereits etwas geschrieben hatte, nichts mehr zu tun, sondern ist allein Ausfluss Deiner privaten Phantasien und Meinungen, die Du hier meinst, den Mitlesern mitteilen zu müssen, obwohl das niemand erwartet oder gar verlangt hat.
Hallo Diagnostiker,

und was machst Du mit einem Neutronenstern ? Der ist gemäss dieser Notation, die Du explizit befürwortest, ebenfalls eine "Sternleiche" und wird erstgeboren, in manchen Fällen sogar wiedergeboren.

Und das hat nichts mit fabulieren zu tun, dazu wirst Du bei Interesse auch wissenschaftliche Publikationen finden.

Diagnostiker hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:10
Aber nur zu, ich werde Dich davon nicht abhalten ... :D
Da bin ich gerade dran und das werde ich auch unter Angabe von Fachreferenzen durchdiskutieren, es sei denn, Du bist einverstanden, dass es "Sternleichen" gibt, die gleichzeitig tot und lebendig sind - in diesem Fall sehe ich dann tatsächlich keinen weiteren Diskussionbedarf mehr.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Mär 2021, 14:42

Frank hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:21
Da hilft es auch nichts, dass in Doppel,oder Mehrfachsystemen, das Zwergchen aufgrund seiner Masse, seinem Bruder/seiner Schwester immer wieder Masse absaugt und es dann immer mal wieder einen Rumms gibt. Das ist aber kein Aufleben, oder gar eine Wiedergeburt.
Hallo Frank,

womit Du nur zeigst, dass Du weder meine Inhalte noch die verlinkten "offiziellen" Dokumente angeschaut hast.

Sorry wenn ich hier hart bleibe, aber ich habe mich lange genug damit beschäftigt und mag Halbwahrheiten in diesem Kontext nicht, und schon gar nicht in einem Astronomieforum.


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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von Diagnostiker » 11. Mär 2021, 14:45

ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:38
... und was machst Du mit einem Neutronenstern ? Der ist gemäss dieser Notation, die Du explizit befürwortest, ebenfalls eine "Sternleiche" und wird erstgeboren, in manchen Fällen sogar wiedergeboren.
Mit einem Neutronenstern mache ich gar nichts. Der ist tot und der bleibt tot, egal, ob da zwischenzeitlich etwas pulst. Das hat mit dem, was einen Stern als Stern auszeichnet nichts mehr zu tun, denn Sterne definieren sich über ablaufende Fusionsprozesse im Kernbereich, was bei einem Neutronenstern als Überrest eines ehemaligen Sterns nicht der Fall ist, so dass der Neutronenstern in der Tat eine Sternenleiche darstellt und kein Stern, wie man irrtümlicherweise schlussfolgern könnte, wenn man "Neutronen-Stern" liest.

EDIT:
Im Verlauf seiner Entwicklung bewegt sich der Stern im Hertzsprung-Russell-Diagramm. Die zugehörige Bahn eines Sternes in diesem Diagramm ist weitgehend durch eine einzige Größe festgelegt, nämlich seine anfängliche Masse. Dabei verharren die Sterne die meiste Zeit auf der Hauptreihe, entwickeln sich im Spätstadium zu Roten Riesen und enden teilweise als Weiße Zwerge. Diese Stadien werden im Abschnitt über die Sternentwicklung näher beschrieben.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Stern

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von Frank » 11. Mär 2021, 14:58

ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:42


womit Du nur zeigst, dass Du weder meine Inhalte noch die verlinkten "offiziellen" Dokumente angeschaut hast.

Sorry wenn ich hier hart bleibe, aber ich habe mich lange genug damit beschäftigt und mag Halbwahrheiten in diesem Kontext nicht, und schon gar nicht in einem Astronomieforum.
Zunächst waren wir mal bei weißen Zwergen, aber gut.
Ok, du spielst hier wohl auf diese Stelle an.
Beim Recycling alter Pulsare in Doppelsternsystemen wird über die Akkretion von Materie, die vom Begleiter auf den Neutronenstern fließt, Drehimpuls auf den erlöschenden Pulsar übertragen und damit die schnelle Rotation erreicht. Als unmittelbare Vorgänger der Millisekundenpulsare gelten die Röntgendoppelsterne geringer und mittlerer Masse. Da die Rotationsachse des Pulsars aufgrund der Akkretion senkrecht auf der Bahnebene steht, trifft die Strahlung den Begleiter und heizt ihn soweit auf, dass der Stern Masse verliert. Diese Millisekundenpulsare werden als Schwarze-Witwen-Pulsare bezeichnet, weil sie langfristig den Begleitstern vollständig auflösen.[9]
Ein direkter Kanal ist der akkretions-induzierte Kollaps eines ONeMg-Weißen Zwerges. Überschreitet der Weiße Zwerg durch das Aufsammeln von Materie die Chandrasekhar-Grenze von 1,4 M☉, so kommt es nicht zu einer Supernova vom Typ Ia, sondern es entsteht direkt ein schnell rotierender Neutronenstern.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pulsar

Zunächst mal ist der Rumms, den ich oben erwähnt habe, tatsächlich eine Supernova vom Typ 1a. So endet es meistens und beginnt das wieder von vorne, bis er wieder "rülpst"
Sollte die Chandrasekhar Grenze einmal überschritten sein, dann geht er in die nächste Stufe , nämlich in einen Neutronenstern über. Sollte dann immer noch genug Masse übrig sein, oder ihm ein anderer Pulsar mit der "richtigen" Größe über den Weg laufen, dass gibt es das "kleine Schwarze."
Ändert es aber irgend etwas daran, dass der Neutronenstern, oder das schwarze Loch genauso eine Sternenleiche ist?
Ok, vielleicht ist sind die beiden dann noch etwas "töter."
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Mär 2021, 15:00

Diagnostiker hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:45
ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:38
... und was machst Du mit einem Neutronenstern ? Der ist gemäss dieser Notation, die Du explizit befürwortest, ebenfalls eine "Sternleiche" und wird erstgeboren, in manchen Fällen sogar wiedergeboren.
Mit einem Neutronenstern mache ich gar nichts. Der ist tot und der bleibt tot, egal, ob da zwischenzeitlich etwas pulst.
Hallo Diagostiker,

Du weisst aber schon, dass solche "wiedergeborenen Pulsare" zu den sehr alten Objekten im Universum gehören, nicht wahr ? Das ist nicht nur "zwischenzeitlich".

Aber ok, wenn können uns auf gleichzeitig tot und lebendig einigen, dann gehen wir auch konform zur Wortwahl der deutschsprachigen Literatur.

Diagnostiker hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:45
Im Verlauf seiner Entwicklung bewegt sich der Stern im Hertzsprung-Russell-Diagramm. Die zugehörige Bahn eines Sternes in diesem Diagramm ist weitgehend durch eine einzige Größe festgelegt, nämlich seine anfängliche Masse. Dabei verharren die Sterne die meiste Zeit auf der Hauptreihe, entwickeln sich im Spätstadium zu Roten Riesen und enden teilweise als Weiße Zwerge. Diese Stadien werden im Abschnitt über die Sternentwicklung näher beschrieben.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Stern
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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von Diagnostiker » 11. Mär 2021, 15:03

ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Mär 2021, 15:00
Du brauchst keine Eulen nach Athen zu tragen.
Papageien tun es auch ... :D

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von seeker » 11. Mär 2021, 15:16

Streitet ihr euch hier über Definitionen? :)
Ist das sooo wichtig? Hilft es der Diskussion? Ist es nicht wichtiger, dass man sich versteht?
Wollt ihr nicht lieber über die Sterne selber reden?

Also ein "Stern", das ist aus meiner Sicht einfach alles, was da so im Weltall von alleine leuchtet und jetzt nicht ganz klein ist.
Und wenns nicht mehr leuchtet, dann ist es kein Stern mehr, von mir aus dann ein "erkalteter Stern" oder eine "Sternleiche" oder was man sonst noch zu solchen Himmelskörpern sagen will.
Und die "Sternleiche" kommt doch wohl daher, dass man damit meist das meint, was von einem explodierten Stern eben nach Nova oder Supernova noch übrig bleibt, so wie eben das Gerippe von einem Menschen übrig bleibt.

Aber ein Stern kann auch sein:
Daneben wird ein von der Sonne angestrahlter Planet unseres Sonnensystems gemeinsprachlich auch Stern genannt, etwa Abendstern, obgleich er kein Stern wie die Sonne ist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Stern

Das würde ich dann aber auch lieber "Planet" nennen. Man muss sich ja aber nur einigen, wenn das dann einer lieber "Wandelstern" nennen will, dann kann ich damit auch leben. Hauptsache man versteht sich.

Und "Fixstern" ist zur Unterscheidung halt auch nicht wasserdicht, weil, wenn nun ein solcher Fixstern durch unser Sonnensystem zöge, dann wäre der alles andere als "fix", ebenso, wenn wir in einem Binärsystem wohnen würden.

Aber wie gesagt: Man versteht sich dennoch, wenn man will... :wink:
Grüße
seeker


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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Mär 2021, 15:21

Frank hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:58
Zunächst waren wir mal bei weißen Zwergen, aber gut.
Ok, du spielst hier wohl auf diese Stelle an.
Hallo Frank,

nein. Wobei ich insofern einverstanden bin, dass mir die Begriffsbildung einer "Wiedergeburt" oder "Wiederbelebung" im Kontext von Weissen Zwergen zwar auch bekannt ist, aber "umgekehrt", d.h. der Rote Riese wird dann allerdings nur vorübergehend wiederbelebt.

Dass aber ein Weisser Zwerg "wiederbelebt" würde ist mir nicht bekannt, auch wenn solche Szenarien vielleicht - wohl eher abstrakt - denkbar wären, das müsste ich mir überlegen.

Wobei man meines Wissens immer noch nicht herausgefunden hat, ob diese Ia Supernovae durch Akkretion von Materie eines nahestehenden Partnersternes oder durch die Kollision zweier genüged massereicher Weisser Zwerge entsteht. Hatte man früher zu (1) tendiert so haben genauere Untersuchungen der vergangenen Jahre überraschenderweise eher (2) bevorzugt.

Frank hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:58
Ändert es aber irgend etwas daran, dass der Neutronenstern, oder das schwarze Loch genauso eine Sternenleiche ist?
Von "Erstgeburt", "Wiedergeburt" und "Wiederbelebung" wird bei Neutronensternen gesprochen, so dass gemäss dieser Wortwahl diese "weniger tot" sein sollten. Aber natürlich - auf der Hauptreihe sind die nicht und Kernfusion machen die auch nicht, d.h. diese Art "Lebendigkeit" bezieht sich auf etwas anderes.

Frank hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:58
Ok, vielleicht ist sind die beiden dann noch etwas "töter."
Ja, mit Anführungsstrichen gilt das zweifelsohne für Schwarze Löcher. Andererseits kann man sich umgangssprachlich auf den Standpunkt stellen, dass gefrässige "Sterne" nicht tot sind.


Die zugrundeliegenden physikalischen Prozesse beschreibst Du und auch Diagnostiker korrekt nach heutigem Wissensstand, aber darum geht es mir nicht: diese Wortwahl "Sternleiche", die vielleicht vor langer Zeit ihre Berechtigung gehabt haben mag, ist einfach heikel und sehr anfällig für Missverständnisse. Und zwar völlig ohne Not. Mag vielleicht sein, dass diese Wortwahl aus einer Zeit stammt, als man Millisekundenpulsare noch nicht verstanden hat. Aber mittlerweile sind sie recht gut verstanden.


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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Mär 2021, 15:27

Frank hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:21
Ergänzend dazu, von unserer wunderbaren Hauptseite. (die kein Mensch hier benutzt)
Der Reststern, nun zu einem Weißen Zwerg in Erdgröße mit einer Oberflächentemperatur von bis zu 200 000 [K] geworden, strahlt fortan über einen Zeitraum von mehreren Milliarden Jahren seine gesamte ihm noch innewohnende Energie ab (wohlgemerkt: Wärmeenergie, keine Fusionen mehr!), bis er völlig ausgekühlt ist. Er wird dann für alle Zukunft als Schwarzer Zwerg durch den Kosmos irren. Die Abkühlphase dauert jedoch sehr lange - seit Bestehen unserer Galaxis ist noch kein einziger Weißer Zwerg unter 4000 [K] abgekühlt
https://abenteuer-universum.de/stersterne/weizw.html
Hallo Frank,

hierzu ein kleines Detail - das ist veraltet. Vielleicht erinnerst Du Dich an die paradoxe Situation, dass man Weisse Zwerge gefunden hat, die älter als das Universum waren.

Korrekt formuliert: deren Auskühlalter grösser als das Alter des Universums waren.

Das sind diese "ultrakühlen Weissen Zwerge", die Temperaturen ~2500 K haben. Ich habe die Details dazu aber wieder vergessen; "irgendwie" hing das mit dem Wasserstoffgehalt von deren Atmosphäre, die das Abstrahlverhalten beeinflusst hat, zusammen, ich mag mich hierin nun aber auch irren.


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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Mär 2021, 15:48

Hallo Seeker,
seeker hat geschrieben:
11. Mär 2021, 15:16
Streitet ihr euch hier über Definitionen? :)
ja, eher über Konventionen und Veranschaulichungen.

seeker hat geschrieben:
11. Mär 2021, 15:16
Ist das sooo wichtig? Hilft es der Diskussion? Ist es nicht wichtiger, dass man sich versteht?
Genau darum geht es mir: den physikalischen Gehalt richtig einzuordnen und das Potential von Missverständnissen zu minimieren.

seeker hat geschrieben:
11. Mär 2021, 15:16
Wollt ihr nicht lieber über die Sterne selber reden?
Es ist sehr wichtig, dass man zuvor einig ist, worüber man sich unterhält.

seeker hat geschrieben:
11. Mär 2021, 15:16
Also ein "Stern", das ist aus meiner Sicht einfach alles, was da so im Weltall von alleine leuchtet und jetzt nicht ganz klein ist.
Wobei man die ersten erkannten Weissen Zwerge anfangs ebenfalls als Sterne bezeichnet hat, man wusste damals allerdings noch nicht, was für Sterne das sind, man wusste nur, dass sie sehr kompakt sind und hat sie auch zur Überprüfung der Einstein'schen Relatvitätstheorie genutzt.

seeker hat geschrieben:
11. Mär 2021, 15:16
Und wenns nicht mehr leuchtet, dann ist es kein Stern mehr, von mir aus dann ein "erkalteter Stern" oder eine "Sternleiche" oder was man sonst noch zu solchen Himmelskörpern sagen will.
Korrekt. Wobei man hier noch aufpassen muss, denn Rote Riesen sind eher kühl während die aus ihnen entstehenden Weissen Zwerge ausserordentlich heiss sind.

seeker hat geschrieben:
11. Mär 2021, 15:16
Und die "Sternleiche" kommt doch wohl daher, dass man damit meist das meint, was von einem explodierten Stern eben nach Nova oder Supernova noch übrig bleibt, so wie eben das Gerippe von einem Menschen übrig bleibt.
Vorsicht: Weisse Zwerge entstehen meines Wissens nicht durch Supernovae - da wird sehr viel Material abgeblasen und der Rest kollabiert dann sang- und klanglos zu einem Weissen Zwerg, wobei es da auch vorübergenend Pulsationen geben kann wie beim Sakurais Stern (V4334 Sgr), der zwischendurch wieder "zurückartet". Aber natürlich nur während astronomisch sehr kurzen Zeiträumen.

seeker hat geschrieben:
11. Mär 2021, 15:16
Und "Fixstern" ist zur Unterscheidung halt auch nicht wasserdicht, weil, wenn nun ein solcher Fixstern durch unser Sonnensystem zöge, dann wäre der alles andere als "fix", ebenso, wenn wir in einem Binärsystem wohnen würden.
Klar, das ist historisch bedingt, als man noch glaubte, dass die Erde im Mittelpunkt der Welt steht und viel grösser als die Sonne sei. Insbesondere war in diesem Weltbild unsere Sonne kein Fixstern, sondern ein Wandelstern, und unsere Erde war weder Fixstern noch Wandelstern.


Noch ein heikler Punkt sind die Braunen Zwerge und wie man die einordnen möchte. Physikalisch sind die leichteren von denen Super-Planeten und die schweren Exemplare entartete Gebilde aus Wasserstoff, also am ehesten noch als "Weisse Zwerge aus Wasserstoff" zu bezeichnen, aber astronomisch sind sie natürlich verhinderte Sterne.


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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von Frank » 11. Mär 2021, 15:52

ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Mär 2021, 14:00


bevor wir mit hellen Sternen weitermachen möchte ich doch noch einmal auf diese "Sternleichen" eingehen. Da die Laien hier ja mit irreführenden Begriffen gefüttert werden und man wie Du sehr richtig schreibst in der populärwissenschaftlichen Literatur (leider) tonnenweise solcher Wortwahlen findet, wird es wohl zweckmässig sein, noch ein bisschen auszuholen, um auf mögliche Missverständnisse frühzeitig wenigstens hinweisen zu können.

Ich wusste bis jetzt nicht das Harald Lesch ein Vertreter der Populärwissenschaft ist. :wn:

Ab 2.55 Min. nimmt der doch das Wort in den Mund .......

Übrigens: Ein Magnetar ist auch ein Neutronenstern.

https://www.youtube.com/watch?v=mWTNFCStU5w&t=419s
Mit freundlichen Grüßen

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von Diagnostiker » 11. Mär 2021, 16:02

ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Mär 2021, 15:48
Genau darum geht es mir: den physikalischen Gehalt richtig einzuordnen und das Potential von Missverständnissen zu minimieren.
Bis jetzt scheint jeder hier in der Runde zu verstehen, was mit einer Sternenleiche gemeint ist. Insofern ist überhaupt kein Diskussionsbedarf vorhanden. Da nun auch Harald Lesch diesen populären Begriff in seinen Erklärvideos verwendet, sehe ich nicht die Gefahr, dass hier irgendwelche Missverständnisse aufkommen könnten: Weiße Zwerge, Neutronensterne und Schwarze Löcher sind kompakte Überreste von ehemals selbst durch Kernfusion leuchtenden Sternen - mithin also körperliche Überreste einst dynamischer Gleichgewichtssysteme, Leichen eben ...

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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von seeker » 11. Mär 2021, 16:02

ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Mär 2021, 15:48
Genau darum geht es mir: den physikalischen Gehalt richtig einzuordnen und das Potential von Missverständnissen zu minimieren.
Das stimmt. Aber wenn wir z.B. "weißer Zwerg" sagen, dann weiß jeder was gemeint ist. Und wenn nicht wirds erklärt.
ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Mär 2021, 15:48
Wobei man die ersten erkannten Weissen Zwerge anfangs ebenfalls als Sterne bezeichnet hat, man wusste damals allerdings noch nicht, was für Sterne das sind, man wusste nur, dass sie sehr kompakt sind und hat sie auch zur Überprüfung der Einstein'schen Relatvitätstheorie genutzt.
Ein weißer Zwerg leuchtet von alleine, also ist er ein Stern. Es ist nicht unbedingt notwendig, dass die Selbstleuchtkraft aus Kernfusion herrührt, er erfüllt auch so die folgende Definition:
Unter einem Stern (altgriechisch ἀστήρ, ἄστρον astēr, astron und lateinisch aster, astrum, stella, sidus für ‘Stern, Gestirn’; ahd. sterno; astronomisches Symbol: ✱) versteht man in der Astronomie einen massereichen, selbstleuchtenden Himmelskörper aus sehr heißem Gas und Plasma, wie zum Beispiel die Sonne.
https://de.wikipedia.org/wiki/Stern
(mit Hervorhebung)
Ein Weißer Zwerg ist ein kleiner, sehr kompakter alter Stern. Er hat trotz seiner hohen Oberflächentemperatur nur eine sehr geringe Leuchtkraft, liegt also im Hertzsprung-Russell-Diagramm weit unterhalb der Hauptreihe. Der hohen Temperatur verdankt er seine weiße Farbe, der geringen Leuchtkraft – die auf eine entsprechend kleine Sternoberfläche hinweist – die Bezeichnung „Zwerg“. Während Hauptreihensterne wie die Sonne Radien in der Größenordnung von 106 km haben, beträgt der Radius eines Weißen Zwerges mit 7000 bis 14.000 km nur 1 bis 2 Erdradien. Dennoch haben Weiße Zwerge die Masse eines Sterns. Sie bestehen im Normalfall aus einem Kern aus heißer entarteter Materie von extrem hoher Dichte, umgeben von einer dünnen, leuchtenden Photosphäre.

Weiße Zwerge sind nach dem Ende jeglicher Kernfusion das Endstadium der Entwicklung der meisten Sterne, deren nuklearer Energievorrat versiegt ist. Sie sind die heißen Kerne Roter Riesen, die übrig bleiben, wenn jene ihre äußere Hülle abstoßen. Voraussetzung dafür ist, dass die Restmasse unterhalb eines Schwellenwertes von 1,44 Sonnenmassen (M☉) bleibt, der sogenannten Chandrasekhar-Grenze. Andernfalls entsteht nach einem Supernova-Ausbruch ein Neutronenstern oder (bei einer Kernmasse von mehr als 2½ M☉) gar ein Schwarzes Loch. Neutronensterne und Schwarze Löcher setzen relativ massive stellare Vorgänger voraus mit mindestens etwa 8 M☉, da die Sterne gegen Ende ihrer Existenz einen hohen Masseverlust erleiden. Daher erreicht die Kernmasse entsprechend selten die benötigten 1,44 M☉, um ein anderes Objekt als einen Weißen Zwerg entstehen zu lassen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fer_Zwerg

Wenn er nicht mehr leuchtet, ist er ein schwarzer Zwerg, aber das dauert sehr lange.
ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Mär 2021, 15:48
Vorsicht: Weisse Zwerge entstehen meines Wissens nicht durch Supernovae - da wird sehr viel Material abgeblasen und der Rest kollabiert dann sang- und klanglos zu einem Weissen Zwerg
Du hast Recht, ich habe nochmal nachgeschaut, siehe auch Zitat oben. Also nur Nova, nicht Supernova...
Grüße
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Registriert: 7. Nov 2020, 10:28

Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von Diagnostiker » 11. Mär 2021, 16:09

seeker hat geschrieben:
11. Mär 2021, 16:02
Unter einem Stern (altgriechisch ἀστήρ, ἄστρον astēr, astron und lateinisch aster, astrum, stella, sidus für ‘Stern, Gestirn’; ahd. sterno; astronomisches Symbol: ✱) versteht man in der Astronomie einen massereichen, selbstleuchtenden Himmelskörper aus sehr heißem Gas und Plasma, wie zum Beispiel die Sonne.
Weiße Zwerge bestehen aber nicht mehr aus Gas oder Plasma.

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