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Stephen Hawking ist von uns gegangen

Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaftstheorie bzw. -philosophie, Technik
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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von tomS » 26. Mär 2018, 21:47

Das Paper inhaltlich zu beurteilen erfordert enormen Einarbeitungsaufwand. Die Idee des Papers, dass die Inflation im Wesentlichen glatte Strukturen hervorbringt, wäre ein maßgeblicher Schritt.

Die - von euch zitierte - Kritik von Frau Hossenfelder ist unkonkret, pauschal abwertend und sollte so nicht ohne sachliche Begründung stehen bleiben.
Gruß
Tom

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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von ralfkannenberg » 27. Mär 2018, 09:17

tomS hat geschrieben:
26. Mär 2018, 21:47
Das Paper inhaltlich zu beurteilen erfordert enormen Einarbeitungsaufwand. Die Idee des Papers, dass die Inflation im Wesentlichen glatte Strukturen hervorbringt, wäre ein maßgeblicher Schritt.
Hallo Tom,

das bezweifelt vermutlich niemand.

tomS hat geschrieben:
26. Mär 2018, 21:47
Die - von euch zitierte - Kritik von Frau Hossenfelder ist unkonkret, pauschal abwertend und sollte so nicht ohne sachliche Begründung stehen bleiben.
Das überrascht mich; bislang dachte ich, dass Frau Hossenfelder über die benötigte Kompetenz verfügt.

Ich meine: wenn Du eine Aussage machst, dann rechne ich das auch nicht alles nach, sondern dann genügt mir Dein Wort.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von tomS » 27. Mär 2018, 09:29

ralfkannenberg hat geschrieben:
27. Mär 2018, 09:17
tomS hat geschrieben:
26. Mär 2018, 21:47
Die - von euch zitierte - Kritik von Frau Hossenfelder ist unkonkret, pauschal abwertend und sollte so nicht ohne sachliche Begründung stehen bleiben.
Das überrascht mich; bislang dachte ich, dass Frau Hossenfelder über die benötigte Kompetenz verfügt.

Ich meine: wenn Du eine Aussage machst, dann rechne ich das auch nicht alles nach, sondern dann genügt mir Dein Wort.
Und wieso gilt dies für Frau Hossenfelder, nicht aber für Herrn Hawking?
Gruß
Tom

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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von ralfkannenberg » 27. Mär 2018, 09:35

tomS hat geschrieben:
27. Mär 2018, 09:29
Und wieso gilt dies für Frau Hossenfelder, nicht aber für Herrn Hawking?
Hallo Tom,

wenn ich Frau Hossenfelder richtig verstanden habe, so hat sie weder Stephen Hawking die Kompetenz abgesprochen noch einen inhaltlichen Fehler in seinem Paper benannt. Sie hat seine Arbeit als "utterly unremarkable" bezeichnet.

Über die Motive, warum Stephen Hawking lange Zeit nach seinem akademischen Höhepunkt noch weiterhin papers verfasst hat möchte ich an dieser Stelle keine Mutmassungen anstellen, das stört nur und ist auch nicht nötig. Zudem kann Stephen Hawkings das so handhaben wie er das für richtig befindet.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von ralfkannenberg » 27. Mär 2018, 09:45

ralfkannenberg hat geschrieben:
27. Mär 2018, 09:17
Das überrascht mich; bislang dachte ich, dass Frau Hossenfelder über die benötigte Kompetenz verfügt.
Hallo Tom,

der Vollständigkeit halber begründe ich das wie folgt: Homepage Sabine Hossenfelder, Publications


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von tomS » 27. Mär 2018, 16:46

Theoretical physicist have proposed some thousand ideas for what might have happened in the early universe. There are big bangs and big bounces and brane collisions and string cosmologies and loop cosmologies and all kinds of weird fields that might or might not have done this or that. All of this is pure speculation, none of it is supported by evidence. The Hartle-Hawking proposal is one of these speculations.

A generally covariant version of Erik Verlinde's emergent gravity model is proposed. The Lagrangian constructed here allows an improved interpretation of the underlying mechanism. It suggests that de-Sitter space is filled with a vector-field that couples to baryonic matter and, by dragging on it, creates an effect similar to dark matter. We solve the covariant equation of motion in the background of a Schwarzschild space-time and obtain correction terms to the non-covariant expression. Furthermore, we demonstrate that the vector field can also mimic dark energy.

Beide Texte stammen von Sabine Hossenfelder. Ich kann jetzt nicht erkennen, wo genau der qualitative Unterschied zwischen some thousand ideas [which are] pure speculations und Frau Hossenfelders Ideen liegt.

Ich würde das Paper von Steven Hawking gerne selbst verstehen - oder zumindest eine fundierte Kritik lesen ... Leider befasst sich der Blog eher mit dem Umfeld, der Presse usw., weniger mit dem Gehalt des Artikels.
Gruß
Tom

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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von Herr5Senf » 4. Apr 2018, 21:27

Stephen Hawking schreibt immer noch:
Should China build the Great Collider? Stephen Hawking, Gordon Kane (Submitted on 2 Apr 2018)
We address the question of the title from the scientific, economic, and cultural points of view, and argue strongly for a positive answer.
We respond to various issues that have been raised.
Macht das Sinn (?) noch größer als LHC -Dip

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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von Dares » 5. Apr 2018, 01:26

Hallo Dip und an euch Forum,
was macht oder ist an Hawking so interessant? Er ist populär gewesen ohne Frage, er war ein grosser Denker, auch kein Thema.
Aber was hat er nun wirklich geleistet? Er hat philosophisch betrachtet Aussagen über das Weltall, den Kosmos über Aliens über
die Entwicklung der Menschheit und der Zukunft gemacht und auch über KI und der Weltraumfahrt und er hat versucht
das Mysterium der SL`s zu enthüllen. Was macht ihn dann eigentlich so populär und interessant?
Weil er Schlagworte zur Diskussion stellt ohne eine Lösung parat zu haben? Immerhin erscheint es so zu sein, dass er auf dieser
Welle förmlich geschwommen ist, alsoceher ein moderner Nostradamus der auch nichts wusste ohne zu philosophieren?

Wäre mal eine interessante Frage die ich hiermit stellen möchte.

Freundliche Grüsse

Dares

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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von ralfkannenberg » 5. Apr 2018, 09:26

Dares hat geschrieben:
5. Apr 2018, 01:26
Weil er Schlagworte zur Diskussion stellt ohne eine Lösung parat zu haben? Immerhin erscheint es so zu sein, dass er auf dieser
Welle förmlich geschwommen ist, alsoceher ein moderner Nostradamus der auch nichts wusste ohne zu philosophieren?
Hallo Dares,

auch wenn ich kein Fan von ihm bin, so war Stephen Hawking einer der ganz grossen Wissenschaftler der jüngeren Zeit. Dass er keinen Nobelpreis erhalten hat liegt im Wesentlichen darin begründet, dass er sich mit Inhalten beschäftigt hat, die mit den heutigen Möglichkeiten experimentell nicht nachweisbar sind. Sein Singularitätentheorem bzw. seine Singularitätentheoreme waren bahnbrechende Arbeiten und seine Ideen zur Hawkingstrahlung wohl auch. In den 1960iger und 1970iger Jahren hat er grosse Beiträge zur Wissenschaft geleistet und auch völlig zu Recht bedeutende Preise dafür erhalten.

Zweifelsohne bewundernswert, ja geradezu beispielhaft, ist die Art und Weise, wie er seine schlimme Krankheit getragen hat, aber das ist nur eine persönliche Meinung von mir, auch wenn diese meines Wissens von zahlreichen Menschen geteilt wird.

Und dann natürlich seine Idee, mit der "brief history of time" dieses doch eher exotische Forschungsgebiet einer Laienschaft nahe zu bringen, die sich sonst überhaupt nicht mit solchen Inhalten beschäftigt. Das ist in dem Sinne keine "akademische" Leistung, aber meines Erachtens eine wichtige Leistung. Ich persönlich glaubte einmal, das Internet und solche Foren wie diese hier seien eine geeignete Plattform, so etwas auch in kleinerem Rahmen tun zu können, also eher akademische Inhalte einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen, bin aber nach mittlerweile 13 Jahren, in denen ich das versucht habe, völlig desillusioniert: das klappt mangels Interesse nicht. Aber Hawking hat das in den 1990iger Jahren geschafft und das ist ein unschätzbarer Verdienst.


Warum nun bin ich kein Fan von ihm ? - An sich werfe ich ihm nur zwei Dinge vor:

Erstens sieht er seine Thesen zu sehr im Mittelpunkt und blendet in seinen Darstellungen sämtliche Alternativen aus, was mir gerade im Umgang mit Laien, die das nicht beurteilen können, sehr problematisch erscheint.

Und zweitens hätte ich mir - das gilt aber auch für zahlreiche andere älter werdende Forscher - gewünscht, dass er sich mit neuen Papers etwas mehr zurückhält, statt regelmässig in Erinnerung zu rufen, dass er auch noch da ist. Seine jüngeren Arbeiten haben ja - ganz im Gegensatz zu seinen brillianten Arbeiten aus seiner grossen akademischen Schaffenszeit - meist kontroverse Reaktionen ausgelöst, auch wenn die Presse sich meist beeilt hat, diesen Arbeiten auch eine öffentlichkeits-wirksame Plattform zu bieten. Ich bin hier vielleicht zu streng, denn Hawking ist da beileibe kein Einzelfall. Ich persönlich hätte mir eben mehr gewünscht, dass Stephen Hawking sein enormes Wissen im Alter primär dazu verwendet hätte, als Mentor von jungen Forschern zu wirken, statt sich selber in den Vordergrund zu drängen.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von tomS » 5. Apr 2018, 12:16

Hawking’s Popularität hat natürlich viele Aspekte, u.a. sicher seine ungebrochene und unglaubliche Intelligenz, trotz der schweren Krankheit.

Ich vergleiche seine Leistung gerne mit Schach-blind-simultan: er musste ja wesentliche Leistung isoliert vollbringen - immer ohne Papier, oft ohne Dialog und Diskussion etc. - Leistungen, die oft weit über die Fähigkeiten auch sehr guter Physiker hinausgehen.

Ich denke aber, man muss - um ihm gerecht zu werden - zunächst seine wesentlichen physikalischen Arbeiten verstehen. Dann versteht man nicht nur seine allgemeine Popularität, sondern auch die fachliche Relevanz.

Siehe dazu auch der weiter oben verlinkte Nachruf von Roger Penrose: https://www.theguardian.com/science/201 ... g-obituary

Nennen möchte ich insbs.:
- The large scale structure of spacetime: geometrische Eigenschaften der Raumzeit (Horizonte, ...), Singularitätentheoreme mit Penrose
- (semiklassische) Ansätze zur Quantengravitation, Hawking-Turok Instanton, no-boundary proposal
- Hawkingstrahlung
Gruß
Tom

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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von Dares » 5. Apr 2018, 18:13

ralfkannenberg hat geschrieben:
5. Apr 2018, 09:26
Dass er keinen Nobelpreis erhalten hat liegt im Wesentlichen darin begründet, dass er sich mit Inhalten beschäftigt hat, die mit den heutigen Möglichkeiten experimentell nicht nachweisbar sind. Sein Singularitätentheorem bzw. seine Singularitätentheoreme waren bahnbrechende Arbeiten und seine Ideen zur Hawkingstrahlung wohl auch.
Hallo Ralf,
danke für die ausführliche Antwort.
Das war ja auch der Ansatz meiner Frage. Ich kann in seinen Arbeiten nichts erkennen was bewiesen werden kann sondern ich sehe eher
einen Theoretiker der mit seinen Spekulationen und Rechenkünsten die Welt beeindruckt ohne dass ein Beweis dafür erbracht
werden kann. Ob das nun bahnbrechend ist einen rechnerischen Beweis zu erbringen der niemals bewiesen werden kann halte ich für
etwas von weit hergeholt. Vielleicht hat er deswegen nicht den Nobelpreis erhalten.
ralfkannenberg hat geschrieben:
5. Apr 2018, 09:26
Dass er keinen Nobelpreis erhalten hat liegt im Wesentlichen darin begründet, dass er sich mit Inhalten beschäftigt hat, die mit den heutigen Möglichkeiten experimentell nicht nachweisbar sind. Sein Singularitätentheorem bzw. seine Singularitätentheoreme waren bahnbrechende Arbeiten und seine Ideen zur Hawkingstrahlung wohl auch.
Wie Du selber auch schreibst.
ralfkannenberg hat geschrieben:
5. Apr 2018, 09:26
Erstens sieht er seine Thesen zu sehr im Mittelpunkt und blendet in seinen Darstellungen sämtliche Alternativen aus, was mir gerade im Umgang mit Laien, die das nicht beurteilen können, sehr problematisch erscheint.
Eben, dass sehe ich auch so.

ralfkannenberg hat geschrieben:
5. Apr 2018, 09:26
Ich persönlich hätte mir eben mehr gewünscht, dass Stephen Hawking sein enormes Wissen im Alter primär dazu verwendet hätte, als Mentor von jungen Forschern zu wirken, statt sich selber in den Vordergrund zu drängen.
In Form von Grundwissen schon, wäre eine Bereicherung gesesen. In Form seine Theorien zu lehren dann eher weniger weil wie gesagt
es führen viele Wege nach Rom und das ist nur eine davon die rechnerisch vlt. passt aber nicht dem Ganzen entspricht.

tomS hat geschrieben:
5. Apr 2018, 12:16
Ich vergleiche seine Leistung gerne mit Schach-blind-simultan: er musste ja wesentliche Leistung isoliert vollbringen - immer ohne Papier, oft ohne Dialog und Diskussion etc. - Leistungen, die oft weit über die Fähigkeiten auch sehr guter Physiker hinausgehen.
Ja, das ist unbesteitbar. Wenn ich mir vorstelle, das praktisch nur noch mein (das was obendrin ist) lebt ist es wohl sehr
frustrierend. Aber Einstein war da wohl auch nicht anders nur eben beweglicher mit vlt. einer Eigenschaft zum Autismus.
tomS hat geschrieben:
5. Apr 2018, 12:16
Ich denke aber, man muss - um ihm gerecht zu werden - zunächst seine wesentlichen physikalischen Arbeiten verstehen. Dann versteht man nicht nur seine allgemeine Popularität, sondern auch die fachliche Relevanz.
Sicherlich war er fachlich brilliant, aber seine wie o.g. müssen nicht der Wahrheit entsprechen. Ich denke sie geben uns Denkansätze
und sonst nichts. Und was Penrose sagt verstehe ich nicht ganz so gut, weil es auf englisch ist.

Ich habe mir eben nochmal die verlinkten Beiträge von Florian Freistetter angeschaut in denen er versucht zu erklären was denn
nun Hawking entdeckt hat. Ich komme da leider zu dem Schluss eher garnichts. Mir fiel nur auf, dass Hawking einige
Grundsätze rein rechnerisch in Einklang gebracht hat, nämlich Thermodynakik, Gravitation und LG. Und irgentwann trifft
man sein Ziel ob nun beabsichtigt oder unbeabsichtigt.

Das sind so erstmal meine Gedanken zu Hawking und je mehr ich mich mit ihm beschäftige desto ernüchterter bin ich.

Wäre schön wenn wir dass hier diskutieren könnten.

Freundliche Grüsse

Dares

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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von Dares » 5. Apr 2018, 19:24

ralfkannenberg hat geschrieben:
5. Apr 2018, 09:26
Ich persönlich glaubte einmal, das Internet und solche Foren wie diese hier seien eine geeignete Plattform, so etwas auch in kleinerem Rahmen tun zu können, also eher akademische Inhalte einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen, bin aber nach mittlerweile 13 Jahren, in denen ich das versucht habe, völlig desillusioniert: das klappt mangels Interesse nicht.
Nochmal hallo Ralf,
ich verstehe das Problem so einigermassen weil ich es aus meinem Umfeld oder Familie kenne. Sobald ich mit Universum/Welraum anfange
zu spekulieren oder in meinem Fall zu philosophieren, wird es schwierig. Die Leute verstehen noch was die Sonne ist welche von der Erde
in 365 Tagen umkreist wird und das ein Tag 24 Stunden dauert weil sich die Erde in diesem Zeitraum einmal um sich selber dreht. Aber wenn
man versucht zu erklären warum wir Jahreszeiten haben wird es schwieriger. Entweder es interessiert niemanden oder es ist
visuell unverständlich dass durch die Achsenneigung dieses Phänomen hervorgerufen wird.
Ich glaube bald, dass man es nicht versteht da es unwichtig zu sein scheint. Da gibt es andere Dinge wie Spielekonsolen oder
Handys die der Untergang der Gesellschaft sein werden. Ausser man selber hat ein gewissen Faible für das Universum und die
Zusammenhänge. Vlt. ist es ein guter aber auch dornenreicher Weg dem Leuten das Universum nahezubringen. Diejenigen die
es interessiert werden suchen und hier ins Forum finden, weil sonst die Akzeptanz nich allzu gross sein dürfte.

Freundliche Grüsse

Dares

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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von ralfkannenberg » 6. Apr 2018, 00:53

Dares hat geschrieben:
5. Apr 2018, 18:13
Ich habe mir eben nochmal die verlinkten Beiträge von Florian Freistetter angeschaut in denen er versucht zu erklären was denn
nun Hawking entdeckt hat. Ich komme da leider zu dem Schluss eher garnichts.
Hallo Dares,

ich denke, eher das gegenteil ist der Fall. Denn wie Du selber schreibst:
Dares hat geschrieben:
5. Apr 2018, 18:13
Mir fiel nur auf, dass Hawking einige Grundsätze rein rechnerisch in Einklang gebracht hat, nämlich Thermodynakik, Gravitation und LG.
Das ist doch brilliant und weit mehr als nur "rein rechnerisch": auch wenn der Nachweis mit den heutigen Möglichkeiten ausstehend ist bezweifelt meines Wissens niemand, dass dem so sein wird.

Dares hat geschrieben:
5. Apr 2018, 18:13
Und irgentwann trifft man sein Ziel ob nun beabsichtigt oder unbeabsichtigt.
Nein - die Wahrscheinlichkeit auf einen zufälligen "Treffer" ist minimal.

Dares hat geschrieben:
5. Apr 2018, 18:13
Das sind so erstmal meine Gedanken zu Hawking und je mehr ich mich mit ihm beschäftige desto ernüchterter bin ich.
Ich denke, je mehr man sich mit den Inhalten seiner paper beschäftigt, desto begeisterter dürfte man sein.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Stephen Hawking ist von uns gegangen

Beitrag von tomS » 6. Apr 2018, 07:47

Dares hat geschrieben:
5. Apr 2018, 18:13
Ich habe mir eben nochmal die verlinkten Beiträge von Florian Freistetter angeschaut in denen er versucht zu erklären was denn nun Hawking entdeckt hat. Ich komme da leider zu dem Schluss eher gar nichts.
Dann ist das entweder nicht vernünftig erklärt, oder du hast die Relevanz nicht verstanden.
Dares hat geschrieben:
5. Apr 2018, 18:13
Und irgentwann trifft man sein Ziel ob nun beabsichtigt oder unbeabsichtigt.
So ist das in der theoretischen Physik sicher nicht. Du musst erstens verstanden haben, was dein Ziel ist, zweitens musst du die Waffe beherrschen und präzise schießen.
Dares hat geschrieben:
5. Apr 2018, 18:13
Wäre schön wenn wir dass hier diskutieren könnten.
Ich nenne gerne nochmal drei wesentliche Schlagworte:
- the large scale structure of spacetime: geometrische Eigenschaften der Raumzeit (Horizonte, ...), Singularitätentheoreme mit Penrose
- (semiklassische) Ansätze zur Quantengravitation, Hawking-Turok Instanton, no-boundary proposal
- Hawkingstrahlung
Gruß
Tom

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