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Wie definiert man "Klugheit"?

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Stephen
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Wie definiert man "Klugheit"?

Beitrag von Stephen » 7. Feb 2016, 04:35

Das ist mir ein Rätsel...

Ich kenne eine Person, die gerade mal so das Abitur geschafft hat, durch seltsame Umstände trotzdem Medizin studieren durfte, erst beim letzten Anlauf die entscheidende Prüfung geschafft hat und jetzt "dicke" dasteht.
Ich kenne eine Person, die die 10. Klasse wiederholen musste und jetzt mit 25 Jahren Abteilungsleiterin ist.
Ich kenne eine Person, die einen 8-Klassen-Abschluss hat und heute ein erfolgreiches Taxi-Unternehmen führt.

Und ich kenne Leute, die alles mit "links" bewältigt haben und heute von Hartz IV leben müssen.

Ist "Bauernschläue" im Endeffekt wichtiger als "reine Intelligenz"?

Eine Möglichkeit: wenn einem alles "in den Schoß" gefallen ist, könnte man zu Hochnäsigkeit und Arroganz neigen und einem Sprichwort zufolge ist der Fall dann tief...

Zweite Möglichkeit: man ist ausschließlich ein Genie auf dem Gebiet der Theoretik, menschenscheu, nicht bereit zur Kommunikation, verschlossen etc.

Dritte Möglichkeit: man fühlt sich unverstanden, weil die eigenen Ansichten von der Mehrheit nicht akzeptiert werden. Also: Schotten dicht...

Gruß
Steffen
Die Demokratie beruht auf drei Grundpfeilern: Der Freiheit der Gedanken, der Freiheit der Rede und der Klugheit, beides nicht zu gebrauchen.
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Re: Wie definiert man "Klugheit"?

Beitrag von Skeltek » 7. Feb 2016, 07:34

Es gibt im wesentlichen drei Dinge, welche die Gesellschaft dazu bringt die Laufbahn von einigen Intelligenten Menschen als "nicht erfolgreich" zu beurteilen:
1. Man hat völlig andere persönliche und globale Ziele im Visier.
2. Die Qual der Wahl, statt nur die Möglichkeit zu haben einen Fuß vor den anderen zu setzen.
3. Empathie und Fähigkeit weitreichende Konsequenzen des eigenen Handelns zu erkennen.
(4. Man ist möglicherweise zunächstmal teamorietierter, was letztlich nach hinten los geht.)
(5. "Unverstanden und deshalb eher schüchtern" assoziieren meist andere mit tiefgründig oder intelligent, was so nicht stimmt. Oft ist es eher so, dass die anderen Kinder ihre intelligente Schulkameradin ausgrenzen.)

Übrigens sind gute Schulnoten nicht immer korreliert mit Intelligenz.
Gödel für Dummies:
  • Unentscheidbarkeit - Dieser Satz ist wahr.
  • Unvollständig - Aussage A: Es existiert nur ein Element A.
  • Widersprüchlich - Dieser Satz ist falsch.

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Re: Wie definiert man "Klugheit"?

Beitrag von Frank » 7. Feb 2016, 10:53

„Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern eher diejenige, die am ehesten bereit ist, sich zu verändern.“ (Charles Darwin)

Die sogenannte soziale Intelligenz ist der Schlüssel zu allem. Was nützt dir eine überlegene Intelligenz, wenn du es nicht verstehst , sie im richtigen Moment einzusetzen.
Leider ist es in den meisten Fällen so, wenn man einen super promovierten Menschen mit Abstand betrachtet, dass am Ende halt nur ein Fachidiot übrig bleibt, der zwar auf seinem Gebiet eine Genie ist,aber im Rest vom Leben untragbar.
Beispiele gab es sogar hier auf dem Board.
Leider sind solche Menschen auch in der Regel geistig sehr unbeweglich was sie, wenn sich ihre Lebenssituation ändert,oder es nicht so läuft, wie sie sich ihre Lebensgeschichte vorgestellt haben ,manchmal sogar in der Gosse enden.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Wie definiert man "Klugheit"?

Beitrag von Stephen » 7. Feb 2016, 12:29

Eine andere Geschichte wäre der Fleiß: wenn sich jemand alles sehr hart erarbeiten musste, dann verfügt er natürlich über enorm viel Ehrgeiz und verteidigt das Erreichte mit Händen und Füßen.
Kommt man zur schriftlichen Abi-Prüfung noch halb betrunken und schreibt trotzdem zwei Einser, dann tritt Realitätsverlust ein im Sinne von "das Leben ist ja sooo leicht! Was kann mir denn schon passieren..."
Die Demokratie beruht auf drei Grundpfeilern: Der Freiheit der Gedanken, der Freiheit der Rede und der Klugheit, beides nicht zu gebrauchen.
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Re: Wie definiert man "Klugheit"?

Beitrag von Frank » 7. Feb 2016, 12:49

Stephen hat geschrieben:Eine andere Geschichte wäre der Fleiß: wenn sich jemand alles sehr hart erarbeiten musste, dann verfügt er natürlich über enorm viel Ehrgeiz und verteidigt das Erreichte mit Händen und Füßen.
Kommt man zur schriftlichen Abi-Prüfung noch halb betrunken und schreibt trotzdem zwei Einser, dann tritt Realitätsverlust ein im Sinne von "das Leben ist ja sooo leicht! Was kann mir denn schon passieren..."
Bitte,was sagt denn ein Abi schon aus? In 20 Jahren interessiert es keinen mehr.
Wer aus einer bestandenen Prüfung einen Zusammenhang mit dem Leben herstellt, dem fehlt es aber dann wieder an Intelligenz und der Kreis schliesst sich . :wink:

Wenn der Wille da ist, dann kann man beinahe alles erlernen.
Es ist aber heute Mode zu seiner Faulheit und Bequemlichkeit zu stehen.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Wie definiert man "Klugheit"?

Beitrag von Stephen » 7. Feb 2016, 13:45

Frank hat geschrieben:Bitte,was sagt denn ein Abi schon aus? In 20 Jahren interessiert es keinen mehr.
Das ist schon richtig, doch ich meinte es anders.
Beim Ablegen des Abiturs ist man 18 oder 19 Jahre jung, man feilt noch an seiner Persönlichkeit. Und da kann mein oben geäußerter Gedanke die Entwicklung eines Menschen meiner Meinung nach schon extrem beeinflussen und zu Überheblichkeit, Ignoranz, Sarkasmus, Ironie, Selbstüberschätzung etc. führen. So etwas eignet man sich in jungen Jahren leicht an. Es dann wieder loszuwerden, ist fast unmöglich.

Aber das war nur ein Beispiel, Skeltek hatte schon einige andere angesprochen.
Und es ist auch richtig, dass eine gute Zensur auf dem Zeugnis nicht unbedingt etwas mit Intelligenz zu tun haben muss, wobei man Intelligenz ansich nicht messen kann und auch der beliebte IQ-Test nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Noch ein lustiges Beispiel dazu: ein Maurer und ein Wissenschaftler spielen Schach. Sagt der Wissenschaftler: "Ich habe den Nobelpreis in Physik gewonnen!"
Der Bauarbeiter grinst und macht einen Zug: "Und ich diese Partie: Schach matt!"

Gruß
Steffen
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