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Verständnisfrage zum SL

Schwarze Löcher, wohl die mysteriösesten Objekte im All: Entstehung, Geometrie, Dynamik, Quantenaspekte
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Verständnisfrage zum SL

Beitrag von Pippen » 2. Dez 2012, 18:03

Es gilt ja wohl, dass jeder Körper zu einem SL werden kann, wenn man ihn nur stark genug verdichtet. Die Erde könnte zB zu einem SL werden, wenn man sie auf unter 1cm zusammenpresst. Und das verstehe ich nicht.

1. Die Masse der Erde bliebe ja gleich...hat denn die Dichte eines Körpers etwas mit der Gravitation zu tun? Ich dachte immer, dass nur die Menge der Masse und der Abstand des zu untersuchenden Punktes P davon entscheidet wie stark die Gravitation an P anliegt. Dann aber könnte die Erde nie zu einem SL werden, weil ihr einfach die Masse fehlt, damit selbst wenn P direkt auf ihr läge, die Gravitationskraft so stark wäre, dass selbst Photonen nicht mehr wegkönnten.

2. Nehmen wir an, wir würden die Erde auf 1mm zusammenpressen und es wäre ein SL. Wo wäre denn dann die Grenze ab wann ein Photon nicht mehr zurückkäme? Mir scheint, manche bezeichnen das als Schwarzschildradius. Ist das richtig? Ich dachte immer, der Schwarzschildradius sage, wie sehr man einen Körper zusammenpressen muss, damit er zum SL wird.

3. Könnte man auch Newton's Gravitationsgesetz für SL anwenden? Wie groß müsste denn die Gravitationskraft sein, damit nichts mehr davon weggkommt und wie groß dann die Massen (SL und gedachte Rakete) und der Radius?

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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von positronium » 2. Dez 2012, 19:06

Pippen hat geschrieben:1. Die Masse der Erde bliebe ja gleich...hat denn die Dichte eines Körpers etwas mit der Gravitation zu tun?
Die Masse bleibt natürlich gleich; die Massendichte hat nichts mit der Gravitationswirkung zu tun. Die Wirkung hängt von der Entfernung ab. Wenn ein Photon von der Erdoberfläche startet, ist die meiste Masse der Erde weit vom Photon entfernt und hat dadurch geringen Einfluss - die Erde hat ja einen mächtigen Durchmesser. Und so kann das Photon leicht "starten". Das Potential ist also nur ein leichtes "Schlagloch". Wenn die Erde stark verdichtet ist, befindet sich viel Masse nahe am startenden Photon, und entsprechend steil ist der Weg aus dem "Potentialtrichter".
Pippen hat geschrieben:2. Nehmen wir an, wir würden die Erde auf 1mm zusammenpressen und es wäre ein SL. Wo wäre denn dann die Grenze ab wann ein Photon nicht mehr zurückkäme? Mir scheint, manche bezeichnen das als Schwarzschildradius. Ist das richtig? Ich dachte immer, der Schwarzschildradius sage, wie sehr man einen Körper zusammenpressen muss, damit er zum SL wird.
Das ist doch das gleiche, oder? Ein Schwarzes Loch ist ein solches, wenn Photonen es nicht mehr verlassen können. Und das ist dann der Fall, wenn die Fluchtgeschwindigkeit nicht mehr zum Verlassen ausreicht.
Pippen hat geschrieben:3. Könnte man auch Newton's Gravitationsgesetz für SL anwenden? Wie groß müsste denn die Gravitationskraft sein, damit nichts mehr davon weggkommt und wie groß dann die Massen (SL und gedachte Rakete) und der Radius?
Dann müsste man Photonen als ruhemassebehaftet betrachten. Nach Newton ist das aber nicht der Fall. In der QFT wird sowas als theoretischer Grenzfall untersucht, und es gibt wohl auch nicht so gängige Ansätze, die das für die Realität in Betracht ziehen. Aber nach Newton ist EM-Strahlung nicht gravitativ beeinflussbar. Photonen kämen demnach nach Newton immer davon.

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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von gravi » 2. Dez 2012, 19:46

Pippen hat geschrieben:2. Nehmen wir an, wir würden die Erde auf 1mm zusammenpressen und es wäre ein SL. Wo wäre denn dann die Grenze ab wann ein Photon nicht mehr zurückkäme? Mir scheint, manche bezeichnen das als Schwarzschildradius. Ist das richtig? Ich dachte immer, der Schwarzschildradius sage, wie sehr man einen Körper zusammenpressen muss, damit er zum SL wird.
Einige Deiner Fragen wurden ja schon beantwortet.
Ja, das ist richtig, der Schwarzschildradius ist die Distanz zum SL, bei der die Fluchtgeschwindigkeit gleich der Lichtgeschwindigkeit wird. D.h., selbst Photonen können hier der Gravitation nicht mehr entkommen. Wenn Du mal "rechnen" willst, kannst Du das hier machen:

http://abenteuer-universum.de/stersterne/bl3.html#rs

Um einen Körper zu einem SL zusammen zu pressen, muss man ihn derart stark komprimieren, dass die Dichte noch weit über die eines Neutronensterns steigt. Selbst bei diesem ist sie schon so hoch, dass Elektronen in die Protonen gepresst werden. Vorstellen kann man sich das eigentlich nicht mehr.

Gruß
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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von Skeltek » 2. Dez 2012, 22:24

Die Erde übt eine Anziehungskraft von 1g auf deinen Körper aus.
Dabei ist der größte Teil der Erde im Durchschnitt 6.378 km weit von dir entfernt. Wäre die gesammte Masse der Erde 1 Meter unter deinen Füßen angesammelt, würde sie dich mit 1g * (6378000/1)^2= 40.678.884.000.000 mal stärker anziehen.
Jetzt stell dir vor, die Erde sein eine Kugel auf deiner Handfläche von 2cm Durchmesser, dann zieht sie dich 406.788.840.000.000.000 mal stärker an als wenn du auf ihr stehst.
Man kann sich sicher leicht vorstellen, daß ab einem gewissen Radius die Anziehung an der Oberfläche unermesslich wird.
Glaube der EH unserer Erde wäre 8mm im Durchmesser, also fehlt da nicht mehr viel...
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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von Pippen » 3. Dez 2012, 03:38

Skeltek hat geschrieben:Die Erde übt eine Anziehungskraft von 1g auf deinen Körper aus.
Dabei ist der größte Teil der Erde im Durchschnitt 6.378 km weit von dir entfernt. Wäre die gesammte Masse der Erde 1 Meter unter deinen Füßen angesammelt, würde sie dich mit 1g * (6378000/1)^2= 40.678.884.000.000 mal stärker anziehen.
Jetzt stell dir vor, die Erde sein eine Kugel auf deiner Handfläche von 2cm Durchmesser, dann zieht sie dich 406.788.840.000.000.000 mal stärker an als wenn du auf ihr stehst.
Man kann sich sicher leicht vorstellen, daß ab einem gewissen Radius die Anziehung an der Oberfläche unermesslich wird.
Glaube der EH unserer Erde wäre 8mm im Durchmesser, also fehlt da nicht mehr viel...
Ich gehe von Newton's Gravitationskraft F aus. F = Gravitationskonstante * Masse der Erde * meine Masse / Abstand beider Massen voneinander. Die Gravitationskonstante kenne ich, die Masse der Erde und meine Masse auch, aber wie/wo knüpft man an den Abstand beider Massen an? In meiner bisherigen Naivität hätte ich den Abstand auf 0 geschätzt, weil ich ja "auf der Erde stehe". Dann wäre freilich die Gravitationskraft unendlich groß (wenn man es infinitisemal betrachtet) bzw. gar nicht mehr definiert (Division durch Null). Wie also findet man den Radius zwischen der Masse der Erde und mir - wo knüpft man da an? Das stelle ich mir praktisch schwierig vor, denn die Erde und ich sind ja keine Punkte, sondern Volumina.

Ich gehe des Weiteren davon aus, dass Newton's Gravitationsgesetz auch für SL gilt. In einem SL dürfte F gegen unendlich gehen. Wie groß muss aber F sein, damit nichts mehr, auch nicht Licht, entweichen kann, oder anders: welches F muss im Schwarzschildradius gelten? Vielleicht mal zur Veranschaulichung und Prüfung, ob ich es verstanden habe und als Gedankenexperiment: Wenn die Masse der Sonne dergestalt komprimiert/geformt wäre, dass ich in meinem Raumschiff (zur gesamten Masse der Sonne und eben nicht nur einem Teil davon) 2,5 km davon entfernt wäre, dann könnte ich da nie wieder raus und würde unabänderlich zur Masse der Sonne hingezogen, weil ich im Schwarzschildradius wäre. Welches F wirkt nun in diesen 2,5km Entfernung von der Sonnenmasse aus auf mein Raumschiff? Wenn ich dagegen mit meinem Raumschiff 2,5km von der normalen Sonne entfernt wäre, wäre ich rein gravitationstechnisch nicht 2,5km von der Sonnenmasse, sondern viel weiter davon entfernt, ja?

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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von Skeltek » 3. Dez 2012, 04:42

Laut Wikipedia: "Für die Masse der Sonne beträgt der Schwarzschild-Radius 2952 m und für die Erde nur noch 9 mm"

Du hast das quadrieren des Abstands glaube ich vergessen.
Die Sache ist die, daß Gravitation keine Kraft im herkömmlichen Sinne ausübt.
Die Gravitation beschleunigt dich in eine Richtung. Daß man damit eine gewisse Kraft assoziiert liegt daran, daß du eine gewisse Kraft in Gegenrichtung aufwenden musst, um dies zu kompensieren.

Möglicherweise völlig falsch formuliert aber relativ anschaulich:
Durch die Beschleunigung in Richtung der Gravitationsquelle verlierst du Impuls in radialer Richtung.
Du kannst einen Luftdruck oder Druck mit einem festen Körper von unten ausüben(z.B. Raketentriebwerk oder du stehst auf einem Turm), der dich mit radial gerichtetem Impuls bombardiert bzw ihn dir gibt und dich sozusagen von der Gravitationsquelle weg drückt oder zumindest den Impulsverlust in radialer Richtung aufhebt.

Innerhalb des EHs ist das aber anders, da jede Impulsquelle, die dich mit Impuls "von unten" versorgen könnte selbst bereits keinerlei Impuls in radialer Richtung besitzt, da selbst die Elementarteilchen und elektromagnetischen Wellen aus denen Materie besteht, nach unten gerichtet sind.
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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von seeker » 3. Dez 2012, 09:52

Pippen hat geschrieben:Die Gravitationskonstante kenne ich, die Masse der Erde und meine Masse auch, aber wie/wo knüpft man an den Abstand beider Massen an? In meiner bisherigen Naivität hätte ich den Abstand auf 0 geschätzt, weil ich ja "auf der Erde stehe".
Newton verwendet in seinem Gravitationsgesetz eine Idealisierung, indem er punktförmige Massen annimmt.

Daher gilt...



...bei augedehnten Körpern (die nicht punktförmig sind) nur näherungsweise.

Insbesondere muss gelten r(Körper1) + r(Körper2) <= r (der obigen Formel, Abstand zwischen den beiden Masseschwerpunkten), d.h. in Worten: Die beiden Körper dürfen nicht ineinander eintauchen.
Die Näherung ist umso besser, je größer r ist. D.h. bei weit entfernten Massen kann man i.d.R. getrost auf die ART verzichten und mit Newtons Näherung rechnen.

Wenn du auf der Erdoberfläche stehst ist das r (der Newtonschen Gleichung) gleich dem Erdradius: r = ca. 6378 km.
Wäre die Erde dichter, hätte also einen kleineren Radius, so würde die Gravitationskraft, die du auf ihrer Oberfläche spüren würdest, auch entsprechend größer sein, weil ja r kleiner wäre.
Auf zwei punktförmige Massen mit dem Abstand r = 0 wirkt nach Newton eine unendlich große Kraft.

Das Konzept der "dunklen Sonnen" ist viel älter als Einsteins RT.
Nach Newton muss man ausrechnen ab welcher Sonnenmasse die Fluchtgeschwindigkeit größer als c wird.
Diese Vorstellung ist nach unserem heutigen Wissen zwar zu einfach, aber sie zeigte schon damals in die richtige Richtung:
18. Jahrhundert: Begriffsbildung

Schon 1783 spekulierte der britische Naturforscher John Michell über Dunkle Sterne, deren Gravitation ausreicht, um Licht gefangen zu halten. In einem Brief, der von der Royal Society publiziert wurde, schrieb er:

„If the semi-diameter of a sphere of the same density as the Sun were to exceed that of the Sun in the proportion of 500 to 1, a body falling from an infinite height towards it would have acquired at its surface greater velocity than that of light, and consequently supposing light to be attracted by the same force in proportion to its vis inertiae [mass], with other bodies, all light emitted from such a body would be made to return towards it by its own proper gravity. This assumes that light is influenced by gravity in the same way as massive objects.“

„Wenn der Radius einer Kugel der gleichen Dichte wie der Sonne den der Sonne in einem Verhältnis von 500 zu 1 überstiege, würde ein Körper, der aus unendlicher Höhe auf sie fiele, an ihrer Oberfläche eine höhere Geschwindigkeit als die des Lichts erreichen. Folglich, vorausgesetzt, dass Licht von anderen Körpern von der gleichen Kraft im Verhältnis zu seiner Masse angezogen wird, würde alles von einem solchen Körper abgegebene Licht infolge seiner eigenen Gravitation zu ihm zurückkehren. Dies gilt unter der Annahme, dass Licht von der Gravitation in der gleichen Weise beeinflusst wird wie massive Objekte.“

– John Michell[2]

Die Idee schwerer Sterne, von denen korpuskulares Licht nicht entkommen könne, wurde im Jahr 1796 auch von Pierre Simon Laplace in seiner Exposition du Système du Monde beschrieben. Er schuf dafür den Begriff „Dunkler Körper“ (corps obscur). Diese Ideen bewegten sich innerhalb der newtonschen Physik.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Loch


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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von tomS » 3. Dez 2012, 11:55

ich halte nichts von dieser Betrachtung, da sie eine Lösung suggeriert, wo keine ist; die Newtonsche Gravitationstheorie ist im Falle von schwarzen Löchern und im Falle von Licht nicht anwendbar; dass dabei zufälligerweise nicht nur Blödsinn rauskommt, ist eher Zufall.

Warum kommt z.B. der Schwarzschildradius korrekt raus? Weil man aus G, M und c nur eine Größe mit Dimension Länge berechnen kann!
Gruß
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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von Pippen » 3. Dez 2012, 15:18

1. Sehe ich es denn prinzipiell richtig, wenn ich schreibe: Wenn die Masse der Sonne dergestalt komprimiert/geformt wäre, dass ich in meinem Raumschiff (zur gesamten Masse der Sonne und eben nicht nur einem Teil davon) 2,5 km davon entfernt wäre, dann könnte ich da nie wieder raus und würde unabänderlich zur Masse der Sonne hingezogen, weil ich im Schwarzschildradius wäre. Wenn ich dagegen mit meinem Raumschiff 2,5km von der normalen Sonne entfernt wäre, wäre ich rein gravitationstechnisch nicht 2,5km von der Sonnenmasse, sondern viel weiter davon entfernt, ja?

2. Wie ergibt sich denn, dass wenn ich auf der Erde stehe, der Abstandsradius zur Erdenmasse ca. 6800km ist? Masse ist doch auch am Rand der Erde, also da wo ich grad stehe.

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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von seeker » 3. Dez 2012, 17:00

1.: Entfernt wovon? Du musst genau angeben, ob du jeweils den Masseschwerpunkt oder die Oberfläche meinst. Aber im Prinzip: Ja!

2.: Es ist halt ne Näherung.
Um das richtig auszurechnen musst du die Erde in infinitesimal kleine Volumina unterteilen (die ja alle unterschiedlich weit von dir entfernt sind), deren Dichte kennen und die Gesamtanziehung über diese Volumen integrieren.
Wenn du das tust, dann kommt (so weit ich mich erinnere) eben im Prinzip heraus, dass diese Gesamtanziehung dieselbe ist, wie wenn du 6800 km von einem Massepunkt mit derselben Masse der Erde entfernt wärst.
Im Masseschwerpunkt der Erde herrscht deshalb übrigens Schwerelosigkeit...

Grüße
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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von Skeltek » 4. Dez 2012, 02:18

Pippen hat geschrieben:1. Sehe ich es denn prinzipiell richtig, wenn ich schreibe: Wenn die Masse der Sonne dergestalt komprimiert/geformt wäre, dass ich in meinem Raumschiff (zur gesamten Masse der Sonne und eben nicht nur einem Teil davon) 2,5 km davon entfernt wäre, dann könnte ich da nie wieder raus und würde unabänderlich zur Masse der Sonne hingezogen, weil ich im Schwarzschildradius wäre. Wenn ich dagegen mit meinem Raumschiff 2,5km von der normalen Sonne entfernt wäre, wäre ich rein gravitationstechnisch nicht 2,5km von der Sonnenmasse, sondern viel weiter davon entfernt, ja?

2. Wie ergibt sich denn, dass wenn ich auf der Erde stehe, der Abstandsradius zur Erdenmasse ca. 6800km ist? Masse ist doch auch am Rand der Erde, also da wo ich grad stehe.
Es ist ja klar, dass ein Berg in China dich weniger stark anzieht, als wenn er direkt unter deinen Füßen wäre. Im Durchschnitt sind die kg der Erde recht weit von dir entfernt.
In deiner unmittelbaren Entfernung befinden sich höchstens ein paar Kubikmeter Masse. Wenn du 2,5km überhalb der Sonne bist, ist der größte Teil von dem Wasserbällchen etliche zig tausende km weit von dir entfernt.
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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von seeker » 4. Dez 2012, 09:34

Noch zu den dunklen Sonnen des 19. Jahrhunderts:
tomS hat geschrieben:ich halte nichts von dieser Betrachtung, da sie eine Lösung suggeriert, wo keine ist; die Newtonsche Gravitationstheorie ist im Falle von schwarzen Löchern und im Falle von Licht nicht anwendbar; dass dabei zufälligerweise nicht nur Blödsinn rauskommt, ist eher Zufall.
Ja, das ist schon klar. Heute kann man so nicht mehr rechnen; schon deshalb, weil Photonen keine Masse haben.
Es hat aber historische Relevanz. Man kann daran sehen wie sich manche alte Ideen (hier: "dunkle Sonnen") in der Physik weiterentwickeln bzw. in einem neuen Kleid (SL der ART) auftauchen.

Grüße
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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von gravi » 4. Dez 2012, 19:05

Pippen hat geschrieben: Vielleicht mal zur Veranschaulichung und Prüfung, ob ich es verstanden habe und als Gedankenexperiment: Wenn die Masse der Sonne dergestalt komprimiert/geformt wäre, dass ich in meinem Raumschiff (zur gesamten Masse der Sonne und eben nicht nur einem Teil davon) 2,5 km davon entfernt wäre, dann könnte ich da nie wieder raus und würde unabänderlich zur Masse der Sonne hingezogen, weil ich im Schwarzschildradius wäre. Welches F wirkt nun in diesen 2,5km Entfernung von der Sonnenmasse aus auf mein Raumschiff? Wenn ich dagegen mit meinem Raumschiff 2,5km von der normalen Sonne entfernt wäre, wäre ich rein gravitationstechnisch nicht 2,5km von der Sonnenmasse, sondern viel weiter davon entfernt, ja?
Ja, wenn du zur Sonne fliegst und sie im Abstand von 2,5 km umkreist, bist du vom Sonnenmittelpunkt 700 000 +2,5 km entfernt. Bei Betrachtungen zur Gravitation denkt man sich die Masse eines Körpers einfach als im Zentrum vereinigt vor.

Das bedeutet, wenn wir die Sonne zu einem SL komprimieren, also zu einer Singularität im Zentrum, und du weiterhin auf der Distanz 700 000 +2,5 km im Orbit bleibst, merkst du keine Veränderung der Gravitationswirkung. Wenn du aber nun meinst, dich der Singularität bis auf nur noch 2,5 km nähern zu müssen, hast du verspielt.

Die Kraft, mit der du dort "angezogen" wirst, kannst du einfach mit dem Newtonschen Gravitationsgesetz berechnen:

K = g · m[down]1[/down] · m[down]2[/down] / r[up]2[/up]

wobei g die Gravitationskonstante ist, m die Massen der beiden Körper und r der Abstand.
Das ist natürlich nur pi mal Daumen, korrekt müsste man das wohl mit der ART lösen.

Gruß
gravi
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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von Skeltek » 4. Dez 2012, 21:56

seeker hat geschrieben:Noch zu den dunklen Sonnen des 19. Jahrhunderts:
tomS hat geschrieben:ich halte nichts von dieser Betrachtung, da sie eine Lösung suggeriert, wo keine ist; die Newtonsche Gravitationstheorie ist im Falle von schwarzen Löchern und im Falle von Licht nicht anwendbar; dass dabei zufälligerweise nicht nur Blödsinn rauskommt, ist eher Zufall.
Ja, das ist schon klar. Heute kann man so nicht mehr rechnen; schon deshalb, weil Photonen keine Masse haben.
Es hat aber historische Relevanz. Man kann daran sehen wie sich manche alte Ideen (hier: "dunkle Sonnen") in der Physik weiterentwickeln bzw. in einem neuen Kleid (SL der ART) auftauchen.

Grüße
seeker
Das ist nicht ganz richtig. Wenn man es aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet, fasst man Wirkungsweise von Gravitation auf Licht und Masse exakt gleich auf. Die BS in den sich das Photon momentan befindet und die es in der verbleibenden Zeit auf dem Weg zum Ziel noch durchqueren muss sind zur G-Quelle hin beschleunigt.
Das Licht benötigt von knapp über dem EH zu einem weit entfernten Objekt länger(die optische Wegstrecke in radialer Richtung vergrößert sich).
Derweiteren kann man die Beschleunigungen der momentanen durchquerten BS nach dt integrieren und so einen ganz normalen Dopplereffekt ausrechnen.
Vereinfacht ausgedrückt fasst man das fliegende Photon selbst als Lichtquelle auf, die sich in jedem Moment seiner Existenz auf die Singularität zu beschleunigt und integriert die nach Zeit abgeleiteten Dopplereffekte nach der zurückgelegten optischen Wegstrecke wieder auf.
Beugung an Lichtquellen kann man meiner Meinung daher sehr wohl als Beschleunigung des aktuellen BS des Photons radial auf die G-Quelle zu auffassen.

Bei massebehafteten Körpern ist das nicht anders. Es wirkt keine Kraft, sondern eine Beschleunigung des momentan bewohnten Bezugssystems.
Beschleunigungs ist nicht gleich einer Kraft, sondern entspricht einer Kraft.
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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von tomS » 5. Dez 2012, 01:08

Das Problem ist, dass die Newtonsche Theorie manchmal falsche Resultate liefert (Lichtablenkung um den Faktor zwei falsch) und manchmal nicht. Man darf sie also nur deswegen verwenden, weil jemand anders mittel der (korrekten) ART einem schon sagen wird, wann man sie verwenden darf ... das ist keine Wissenschaft!
Gruß
Tom

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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von Pippen » 19. Sep 2013, 23:05

Weitere Frage: In einem SL wird die Materie unendlich dicht zusammengedrückt, d.h. wir wissen nicht, ob da ein "Klumpen" (kleiner als ein Neutronenstern) übrigbleibt oder ob da quasi nur noch ein Punkt übrigbleibt oder ob gar mit "SL" nur der Prozess des unendlichen gravitativen Zusammenfalls von Materie bis zu ihrem völligen Verschwinden gemeint ist.

Ist es nicht sehr unwahrscheinlich, dass lokale Gravitation unendlich stark wirken kann? Sind SL nicht ein Beweis gg. die Hauptsätze der Thermodynamik, denn die (potentielle) Energie der betreffenden Materie verschwindet ja im Endeffekt aus dem System, oder?

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Re: Verständnisfrage zum SL

Beitrag von Skeltek » 20. Sep 2013, 10:32

Die Materie wird in ihre Grundbestandteile zerquetscht, vielleicht ist es ein fast unendlich kleiner Ring, in dessen Mitte eine Quarksorte/Stringsorte als Faden einen Ring bildet und die anderen Sorten, Neutrinos oder kleineres drumherum als "Mantel" angeornet sind, vielleicht bildet sich auch eine Art olymische Ringe verschiedener Teilchensorten aus, die ineinandergreifen und sich umkreisen. Genau weiss das keiner, da keiner weiss woraus die kleinsten Bausteine eigentlich noch bestehen und wie die Komponenten sich ungebunden verhalten.
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