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Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Entstehung und Entwicklung von Leben, Wahrscheinlichkeit für extraterrestrisches Leben
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Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von Frank » 19. Dez 2017, 20:51

Es geht dabei vor allem um extreme Ultraviolettstrahlung. Wenn die auf eine planetare Atmosphäre trifft, kann sie deren Moleküle anregen, beschleunigen und dafür sorgen, dass die Lufthülle quasi evaporiert. Oder anders gesagt: Die Strahlung aktiver schwarzer Löcher kann einem Planeten seine Atmosphäre wegnehmen oder sie zumindest massiv reduzieren. Eine dünnere Atmosphäre führt dazu, dass mehr Strahlung aus dem All auf die Oberfläche des Planeten trifft, wo sie eventuell vorhandenes Leben schädigt. Diese kosmische Strahlung kann zu Zellschäden führen und das ist langfristig gar nicht gut. So ein aktives schwarzes Loch ist aber typischerweise recht lange aktiv; einige hundert Millionen bis zu einer Milliarde Jahre lang.

Balbi & Tombesi haben nun berechnet, wie viel Atmosphäre Planeten damals verloren haben könnten. Die Ergebnisse sind überraschend: Nimmt man die gesamte Masse der Erdatmosphäre als Maßstab, dann reicht es, sich dem zentralen schwarzen Loch auf knapp 3200 Lichtjahre zu nähern, damit diese gesamte Atmosphärenmasse verschwindet. Planeten die noch näher dran sind, verlieren noch mehr Atmosphäre; weiter weg ist es weniger.

Die beiden Astronomen haben außerdem berechnet, wie stark dann der Einfluss auf eventuell vorhandene Lebewesen wäre und “kritische” Distanzen für Ein- und Mehrzeller gefunden. Komplexes, mehrzelliges Leben müsste sich 2600 bis 42.000 Lichtjahre vom schwarzen Loch entfernen, um sicher zu sein (die Variation entsteht durch verschiedene Modelle, und hängt zum Beispiel davon ab, ob der Planet sich in der Ebene der Milchstraße befindet oder darüber). Einzeller haben es ein wenig besser; sie können sich dem schwarzen Loch bis zu 260 bzw. 4200 Lichtjahre nähern.
http://scienceblogs.de/astrodicticum-si ... en-kaputt/

Das lässt mich mal wieder zu einer Theorie hinreissen(ob gewagt, dass sollen andere entscheiden)

In jeder Galaxie hat Leben im Grunde erst eine Chance , wenn sich das massive SL im Zentrum "beruhigt " hat. Natürlich hängt es auch auch von der Masse des selbigen und von der Größe der Galaxie ab. Komplexes mehrzelliges Leben müsste sich also bis zu 42000 Lj. vom SL entfernen, um eine Chance zu haben. Wir sind meines Wissen ca. 26.000 Lj. vom galaktischen Zentrum entfernt. (Also mitten in dieser Zone) Ungestört konnte sich Leben also erst 1 Miliarde Jahre(oder noch länger?) in unserer Galaxie entwickeln, nachdem sie enstanden ist.
84000 Lj. Durchmesser, da ist nicht mehr viel Platz in den äußeren Spiralarmen. Wenn man nun davon ausgeht das der innere Bereich des Zentrum vom zentralen SL im Grunde komplett "sterilisiert" worden ist , dann werden sich diese Planeten wohl auch nicht mehr davon erholt haben und werden(komplett zerstörte Atmosphären). ZUr Folge hat das auch, dass uralte Zivilisationen nur weit draussen enstanden sein konnten, oder es gibt sie schlichtweg nicht. Somit wären wir wirklich unter Umständen "die Alten" in unserer Milchstraße.
Zumal ich aber zugeben muss, dass mir gerade entfallen ist, in welchem Gebiet das Sonnensystemenstanden ist, von wo wir also kommen.
Nach neuesten Messungen brauchen wir ca. 200-215 Mio. Jahre für ein galaktisches Jahr undsomit ist es auch obsolet, wo wir entstanden sind, denn die Umlaufbahn des Sonnensystems wird sich mit der mittleren Entfernung von 26000 LJ. wohl kaum verändert haben.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von ralfkannenberg » 20. Dez 2017, 00:28

Frank hat geschrieben:
19. Dez 2017, 20:51
Komplexes mehrzelliges Leben müsste sich also bis zu 42000 Lj. vom SL entfernen, um eine Chance zu haben. Wir sind meines Wissen ca. 26.000 Lj. vom galaktischen Zentrum entfernt.
Das ist gut zu wissen. Also sind wir schon lange tot und alles was wir sehen ist nur eine Illusion.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von ralfkannenberg » 20. Dez 2017, 00:34

ralfkannenberg hat geschrieben:
20. Dez 2017, 00:28
Das ist gut zu wissen. Also sind wir schon lange tot und alles was wir sehen ist nur eine Illusion.
Hallo Frank,

da hast Du uns aber ein Zauberwort unterschlagen: AGN ! Von so einem würde ich noch viel mehr ale 30000 Lichtjahre Abstand halten. Allerdings war das zentrale SL unserer Milchstrasse nur bis vor etwa 8 Milliarden Jahren ein AGN, und das ist doppelt so alt wie das Alter unserer Erde.


Hier das Zitat aus dem Artikel:
Solche Objekte nennt man Quasar oder “AGN” (Aktiver Galaktischer Nukleus).

Quasare findet man allerdings nur in jungen Galaxien. Nur dort ist zwischen den Sternen noch genug Staub und anderes Zeug vorhanden um dem schwarzen Loch ausreichend Futter zu bieten. Das supermassereiche schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße ist nicht mehr aktiv (oder nur sehr, sehr selten). Früher, vor ungefähr 8 Milliarden Jahren, war das anders.

Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von Frank » 20. Dez 2017, 09:24

ralfkannenberg hat geschrieben:
20. Dez 2017, 00:34

da hast Du uns aber ein Zauberwort unterschlagen: AGN ! Von so einem würde ich noch viel mehr ale 30000 Lichtjahre Abstand halten. Allerdings war das zentrale SL unserer Milchstrasse nur bis vor etwa 8 Milliarden Jahren ein AGN, und das ist doppelt so alt wie das Alter unserer Erde.
Irgendwie hast du mich falsch verstanden.
Wie lange unser zentrales SL ein AGN war, kann man so genau nicht bestimmen. Darum geht es mir aber gar nicht.
Viele Menschen die sich mit extraterrestrischem Leben beschäftigen sind der Meinung, dass es aufgrund des Alters , des Universum, (13,6 Milliarden Jahre) es irgendwo uralte Kulturen geben könnte/müsste , die schon seit Milliarden Jahre existieren. Der obige Bericht zeigt aber, solange ein SL sehr aktiv ist(ob nun als AGN, oder nicht)vernichtet es im Umkreis von zig tausenden Lj, sämtliche Atmosphären von Planeten. Diese Planeten werden aber keine Neue mehr bilden können ;i
Ergo kann sich Leben nur auf Planeten bilden, die nach der "Sturm und Drang Phase" des zentralen schwarzen Lochs entstanden sind.
Wenn ich nun die Entstehung von intelligentem Leben auf unserem Referenzplaneten mir anschaue und wieviel Miliarden Jahre und mit viel Glück es hier gedauert hat, dann kann ich eigentlich uralte Zivilisationen fast ausschließen.
Das bei einer jungen Galaxie am Anfang sehr viel Material vorhanden ist, die dem Teenie SL erlauben sehr lange Party zu feiern und das lt dem Bericht wohl jeder jungen Galaxie so geht, schließe ich wie gesagt uralte, allwissende das komplette Universum bereisende Völker nahezu aus. (weil ihnen einfach die Zeit dazu gefehlt hat, sich über sehr lange Zeiträume zu entwickeln)
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von ralfkannenberg » 20. Dez 2017, 10:03

Frank hat geschrieben:
20. Dez 2017, 09:24
Ergo kann sich Leben nur auf Planeten bilden, die nach der "Sturm und Drang Phase" des zentralen schwarzen Lochs entstanden sind.
Hallo Frank,

dem ist teilweise zuzustimmen, da diese Überlegungen genau genommen nur für Sterne gilt, die sich in der Galaxieebene aufhalten. Auch unsere Sonne befindet sich dort nicht. - Kommt hinzu, dass diese Sturm und Drang-Phase nur etwa 1 Milliarde Jahre dauert; im Artikel wird das zwar als "langer Zeitraum" gewertet, ich persönlich würde aber eher von einem sehr kurzen Zeitraum sprechen.

Schätzen wir das ganze grosszügig ab, so formierten sich die ertsen Galaxien nach 1 Milliarde Jahre (ich weiss, das passierte schon viel früher) und nochmals eine Milliarde Jahre später liess die Aktivität des AGN nach.

Somit sind bei einem Weltalter von 13.8 Milliarden Jahren komplexe Lebensformen ab 11.8 Milliarden Jahren möglich.


Zudem gewinnt man noch viel Zeit: so ist die Erde rund 4.5 Milliarden Jahren alt; die ältesten Lebensformen fand man bereits vor 4.28 Milliarden Jahren, doch von diesem Zeitpunkt vergingen nochmals über zwei Milliarden Jahre, ehe die ersten komplexeren Mehrzeller vor 2.1 Milliarden Jahren auf der Erde auftraten.


Da war also genügend Zeit vorhanden, dass sich das AGN beruhigen konnte.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von Dgoe » 20. Dez 2017, 14:20

ralfkannenberg hat geschrieben:
20. Dez 2017, 10:03
... die ältesten Lebensformen fand man bereits vor 4.28 Milliarden Jahren, ...
Hallo Ralf,

nur kurz offtopic, hast Du eine Quelle? Von 3,7 Milliarden Jahren, welche evtl. auch über 4 sein könnten habe ich gelesen, aber genauer betrachtet liegen alle unter 4, siehe relativ aktuelle Quellen, meine Sammlung:

04.03.2017 https://www.mdr.de/wissen/umwelt/fruehe ... n-100.html (3,7 (4,2))

01.03.2017 http://www.sciencemag.org/news/2017/03/ ... dence-life (3,77)

18.12.2017 https://qz.com/1159798/the-oldest-fossi ... ur-planet/ (3,5)

28.09.2017 http://www.cbc.ca/beta/news/technology/ ... -1.2503953 (3,95)

Gruß,
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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von ralfkannenberg » 20. Dez 2017, 15:56

Dgoe hat geschrieben:
20. Dez 2017, 14:20
ralfkannenberg hat geschrieben:
20. Dez 2017, 10:03
... die ältesten Lebensformen fand man bereits vor 4.28 Milliarden Jahren, ...
Hallo Ralf,

nur kurz offtopic, hast Du eine Quelle? Von 3,7 Milliarden Jahren, welche evtl. auch über 4 sein könnten habe ich gelesen, aber genauer betrachtet liegen alle unter 4, siehe relativ aktuelle Quellen, meine Sammlung:
Hallo Dgoe,

bitte sehr: Evidence for early life in Earth’s oldest hydrothermal vent precipitates (M.S.Dodd, D.Papineau, T.Grenne et al.)
Although it is not known when or where life on Earth began, some of the earliest habitable environments may have been submarine-hydrothermal vents. Here we describe putative fossilized microorganisms that are at least 3,770 million and possibly 4,280 million years old in ferruginous sedimentary rocks, interpreted as seafloor-hydrothermal vent-related precipitates, from the Nuvvuagittuq belt in Quebec, Canada.

Freundliche Grüsse, Ralf


P.S. "geklaut" vom englischen Wikipedia-Artikel über das Leben

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von Dgoe » 20. Dez 2017, 16:29

Ah, ok, merci. Da ist in dem Download des eigentlichten Papers sogar von 4,29 Milliarden Jahren die Rede, nicht 4,28, wie im Abstract, selsamerweise. Aber das ist ja eben sowieso hochumstritten, sie sagen selbst auch:
Furthermore, 146Sm-142Nd systematics suggest an age of 4,290 Myr for the metabasaltic unit of the NSB14,15. The exact age of the NSB is debated (see Supplementary Information)
Ok, anderes Thema, nochmals Danke Ralf, ist schwer die Übersicht zu diesem Punkt zu bewahren ;)

Gruß,
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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von ralfkannenberg » 20. Dez 2017, 16:40

Dgoe hat geschrieben:
20. Dez 2017, 16:29
Aber das ist ja eben sowieso hochumstritten
Hallo Dgoe,

das macht aber nichts, denn selbst vom konservativen Wert vergehen noch über 1 Milliarde Jahre, ehe sich komplexe Mehrzeller entwickelt haben. Und dieser Zeitraum genügt, dass sich das AGN beruhigt.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von FKM » 20. Dez 2017, 23:27

So richtig überzeugt bin ich weder von dem BLOG-Artikel http://scienceblogs.de/astrodicticum-si ... en-kaputt/ noch dem Originalartikel.

In der Frühphase einer Galaxie, wenn das zentrale SL (Quasar) genug Futter hatte um aktiv zu sein, dann müsste doch auch viel mehr Gas und sonstiges Material wie Wasser in der Galaxie und insbesondere um das SL vorhanden gewesen sein, um die Strahlung abzuschirmen. Wurde das mit berücksichtigt?

Ich konnte mich noch an einen Spiegel-Artikel erinnern, der über ein Wasserreservoir in einer 12 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie berichtet, dass das 140 Milliarden-fache des Wassers auf der Erde umfassen soll: http://www.spiegel.de/wissenschaft/welt ... 76129.html *
Oder auf englisch: http://www.science20.com/news_articles/ ... _far-81124

_____________________________
*) Die deutschen Artikel zum Wasserreservoir enthalten offenbar den üblichen Übersetzungsfehler 140 billion -> 140 Billionen

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von Dgoe » 20. Dez 2017, 23:39

Hallo FKM,

im engl. Artikel steht:
...enough water to fill Earth's oceans more than 100 trillion times.
Also 100 Billionen Mal, was zwar nicht 140 sind, aber da ist kein Übersetzungsfehler.

Jo, den Bericht hatte ich auch gelesen und schon mal angeführt, um deutlich zu machen, dass Wasser sicherlich keine Mangelware ist, phänomenal. Deine Frage kann ich nur nicht beantworten.

Gruß,
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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von FKM » 21. Dez 2017, 08:53

Dgoe hat geschrieben:
20. Dez 2017, 23:39
Hallo FKM,

im engl. Artikel steht:
...enough water to fill Earth's oceans more than 100 trillion times.
Also 100 Billionen Mal, was zwar nicht 140 sind, aber da ist kein Übersetzungsfehler.

Jo, den Bericht hatte ich auch gelesen und schon mal angeführt, um deutlich zu machen, dass Wasser sicherlich keine Mangelware ist, phänomenal. Deine Frage kann ich nur nicht beantworten.

Gruß,
Dgoe
Ich konnte das mit den 100 Billionen nicht so recht glauben und daher einen Übersetzungsfehler vermutet. Dabei fand ich folgende Passage, aber hier wird mit der Gesamtmasse der Erde verglichen (was ich auf die Schnelle überlesen hatte):
The amount of water estimated to be in the quasar is at least 100,000 times the mass of the sun, equivalent to 34 billion times the mass of the Earth.
Aber damit wird mein Einwand bezüglich der SL-Strahlungswirkung auf Planeten noch schwer wiegender.

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von ralfkannenberg » 21. Dez 2017, 09:19

FKM hat geschrieben:
21. Dez 2017, 08:53
Ich konnte das mit den 100 Billionen nicht so recht glauben
Hallo zusammen,

könnt Ihr bitte mit Zehnerpotenzen arbeiten ? Diese riesigen Zahlen, die z.T. auch noch unterschiedlich übersetzt werden, sind doch nur eine unnötige Fehlerquelle.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von ralfkannenberg » 21. Dez 2017, 09:24

FKM hat geschrieben:
20. Dez 2017, 23:27
So richtig überzeugt bin ich weder von dem BLOG-Artikel http://scienceblogs.de/astrodicticum-si ... en-kaputt/ noch dem Originalartikel.

In der Frühphase einer Galaxie, wenn das zentrale SL (Quasar) genug Futter hatte um aktiv zu sein, dann müsste doch auch viel mehr Gas und sonstiges Material wie Wasser in der Galaxie und insbesondere um das SL vorhanden gewesen sein, um die Strahlung abzuschirmen. Wurde das mit berücksichtigt?
Hallo FKM,

mir ist nicht ganz klar, warum Du hier besonders auf das Wasser bzw. den Wasserdampf verweist. Wasser ist ein einfaches Molekül und es wäre sehr überraschend, wenn sich bei solchen Energiemengen dieses nicht bilden würde.

Zielt Deine Frage auf das Wasser ab oder darauf, dass um den AGN viel Material vorhanden sein muss, damit er aktiv sein kann ?


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von Frank » 21. Dez 2017, 09:36

FKM hat geschrieben:
20. Dez 2017, 23:27
In der Frühphase einer Galaxie, wenn das zentrale SL (Quasar) genug Futter hatte um aktiv zu sein, dann müsste doch auch viel mehr Gas und sonstiges Material wie Wasser in der Galaxie und insbesondere um das SL vorhanden gewesen sein, um die Strahlung abzuschirmen. Wurde das mit berücksichtigt?
Was soll z.B. Wasser denn im Bezug auf Gamma und Röntgenstrahlung abschirmen?

https://de.wikipedia.org/wiki/Abschirmung_(Strahlung)

FKM hat geschrieben:
20. Dez 2017, 23:27
Ich konnte mich noch an einen Spiegel-Artikel erinnern, der über ein Wasserreservoir in einer 12 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie berichtet, dass das 140 Milliarden-fache des Wassers auf der Erde umfassen soll: http://www.spiegel.de/wissenschaft/welt ... 76129.html *
Oder auf englisch: http://www.science20.com/news_articles/ ... _far-81124
Das mit einem "gigantischen" Wasserreservoir ist immer so eine Sache und hängt stark vom Blickwinkel ab. Die Erde ist da meines Erachtens eine ganz schlechte Referenz, da auf ihr nun nicht gerade viel Wasser ist. Wenn sich der Ozean unter dem Jupitermond Europa bestätigen sollte, dann sind unsere Weltmeere dagegen eine Pfütze( Bezogen auf die Masse)
Ergo ist diese Wassermenge die du beschreibst, auch wenn sie 100 Milliarden mal so viel ist als auf der Erde(von mir auch 500 Milliarden mal) in dieser Größenordnung um einen Quasar vernachlässigbar. Wir sprechen hier nämlich von einem Radius von 2600-42000 Lj . Sorry, aber in diesem Volumen ist deine Wassermenge nicht mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein.

wissen-bdw-erdkern.jpg
wissen-bdw-erdkern.jpg (39.17 KiB) 1163 mal betrachtet
Mit freundlichen Grüßen

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von Dgoe » 21. Dez 2017, 09:59

Frank hat geschrieben:
21. Dez 2017, 09:36
... auch wenn sie 100 Milliarden mal so viel ist als auf der Erde(von mir auch 500 Milliarden mal) ...
Die Rede ist dennoch von

140 Billionen mal = 140 000 Milliarden mal...

Gruß,
Dgoe
Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller möglichen Welten leben. Der Pessimist befürchtet, dass der Optimist damit Recht hat.

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von Frank » 21. Dez 2017, 11:22

Dgoe hat geschrieben:
21. Dez 2017, 09:59
Frank hat geschrieben:
21. Dez 2017, 09:36
... auch wenn sie 100 Milliarden mal so viel ist als auf der Erde(von mir auch 500 Milliarden mal) ...
Die Rede ist dennoch von

140 Billionen mal = 140 000 Milliarden mal...

Gruß,
Dgoe
Selbst das ist bei diesen Entfernungen meiner Meinung nach vernachlässigbar.(Wobei man es wahrscheinlich erstmal ausrechnen müsste und dann auch den Raum, denn dieses Wasser einnimmt. )
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von ralfkannenberg » 21. Dez 2017, 11:43

FKM hat geschrieben:
20. Dez 2017, 23:27
In der Frühphase einer Galaxie, wenn das zentrale SL (Quasar) genug Futter hatte um aktiv zu sein, dann müsste doch auch viel mehr Gas und sonstiges Material wie Wasser in der Galaxie und insbesondere um das SL vorhanden gewesen sein, um die Strahlung abzuschirmen. Wurde das mit berücksichtigt?
Hallo FKM,

in der Originalarbeit steht auf Seite 1f:
The flux received by a planet at distance D from the galactic center also depends on the attenuation of XUV radiation by the torus of material surrounding the supermassive black hole, parameterized by an optical depth τ (see
Methods).
Weitere Details findest Du bei den Methods im Abschnitt "Attenuation of XUV radiation by the AGN torus and the insterstellar medium." auf Seite 4f.


Freundliche Grüsse, Ralf


Übersetzung: attenuation = Verminderung, Schwächung, Dämpfung; im LEO zusätzlich auch noch: Abschwächung. Das kommt vom lateinischen attenuare, attenuo = dünn machen, schwächen, vermindern, mildern

Für die Pedanten: attenuo ist die 1.Person Präsenz Indikativ aktiv, d.h. ich mache dünn, ich schwäche, ich vermindere, ich mildere

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von FKM » 22. Dez 2017, 22:41

ralfkannenberg hat geschrieben:
21. Dez 2017, 09:24
Zielt Deine Frage auf das Wasser ab oder darauf, dass um den AGN viel Material vorhanden sein muss, damit er aktiv sein kann ?
Letzteres. Ich hatte mich an den Bericht über die riesigen Mengen von Wasser (also doch das 140 Billionen fache = 140 * 1012 fache der Wassermenge auf der Erde) in der Nähe eines Quasars erinnert, aber es war für mich ein Beispiel des Materials um einen Quasar.



Die auf Planeten wirksame Strahlungsintensität hängt ja sehr stark vom Winkel ab. Im Bereich der Jets, also in der nach oben oder unten verlängerten Drehachse des SL dürfte wohl jede Atmosphäre verblasen werden und jedes Leben ausgelöscht werden. Einem Beobachter in der galaktischen Scheibe dürfte die Akkretionsscheibe die Sicht auf den Quasar versperren und die UV-Strahlung abschirmen (siehe Bild unten). Darauf geht der BLOG-Artikel kaum ein, der Originalartikel schon: das muss ich zugeben, ich habe den nur kurz überflogen. Trotzdem erscheint mir das Modell etwas zu vereinfachend zu sein.

Bild

Also wäre die Frage: wenn sich ein Beobachter in der galaktsichen Scheibe, aber außerhalb der Akkretionsscheibe um den AGN befindet, so wie die Erde heute, wäre die UV-Strahlung noch ein Problem, wenn ja bis zu welcher Entfernung? Der BLOG-Artikel nennt als kritische Schwelle für komplexes Leben eine Spanne von 2600 bis 42.000 Lichtjahre, wobei die Erde heute ca. 26.000 Lj vom galaktischen Zetnrum entfernt ist.

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von ralfkannenberg » 23. Dez 2017, 00:49

FKM hat geschrieben:
22. Dez 2017, 22:41
Also wäre die Frage: wenn sich ein Beobachter in der galaktsichen Scheibe, aber außerhalb der Akkretionsscheibe um den AGN befindet, so wie die Erde heute, wäre die UV-Strahlung noch ein Problem, wenn ja bis zu welcher Entfernung? Der BLOG-Artikel nennt als kritische Schwelle für komplexes Leben eine Spanne von 2600 bis 42.000 Lichtjahre, wobei die Erde heute ca. 26.000 Lj vom galaktischen Zetnrum entfernt ist.
Hallo FKM,

bis sich aus den Einzellern komplexes Leben gebildet hat hat sich das AGN längst beruhigt.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von Frank » 23. Dez 2017, 06:42

ralfkannenberg hat geschrieben:
23. Dez 2017, 00:49



Hallo FKM,

bis sich aus den Einzellern komplexes Leben gebildet hat hat sich das AGN längst beruhigt.


Freundliche Grüsse, Ralf
Hallo Ralf

Was für Einzeller sollen sich denn bilden, nachdem die Atmosphäre verdampft wurde, ergo keine mehr vorhanden ist?
Mit freundlichen Grüßen

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Re: Ein aktives schwarzes Loch macht Planeten kaputt

Beitrag von ralfkannenberg » 23. Dez 2017, 16:24

Frank hat geschrieben:
23. Dez 2017, 06:42
Was für Einzeller sollen sich denn bilden, nachdem die Atmosphäre verdampft wurde, ergo keine mehr vorhanden ist?
Hallo Frank,

darauf bezog ich mich nicht, ich bezog mich darauf, dass der "gefährliche" Abstand für Einzeller deutlich geringer ist.


Freundliche Grüsse, Ralf

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