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Entstehung des Lebens auf der Erde

Entstehung und Entwicklung von Leben, Wahrscheinlichkeit für extraterrestrisches Leben
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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von Struktron » 22. Nov 2017, 00:21

Hallo Dgoe,
von diesem Thema habe ich zwar keine Ahnung, aber im ganz Kleinen, mit dem ich etwas experimentiere (kleine Kugeln simuliere), müsste die Rückkopplung einen entscheidenden Einfluss haben.
Dgoe hat geschrieben:
21. Nov 2017, 21:17
...
Zitate (2) aus https://de.wikipedia.org/wiki/Positive_Rückkopplung
(Begrenzte) positive Rückkoppelung bildete in vielen Systemen die Basis für Selbstorganisationsprozesse bzw. Emergenz.
Hab ich mal vorwegestellt als Zitat, denn jetzt folgt ein Zitat, das darüber, also weiter oben zu finden ist im Artikel, um welches es mir eigentlich geht:
In der Biologie existieren Mitkopplungen [synonym zu 'positive Rückkopplung'; Anmerkung von mir] nur kurzzeitig, in der Regel bricht ein mitgekoppeltes ungedämpftes System schnell zusammen.
Aha, ok. Aber wenn es gedämpft ist??? Dämpfung Letzteres (Dämpfung) habe ich nur noch nicht richtig weitergelesen bisher, nur Ansatzweise. Ufert ja schnell (enorm) aus alles.
In Quanten.de wurde gerade das Thema geschlossen, wo dies der entscheidende Faktor ist. Stochastische Prozesse oder gar Pfadintegrale, wo die Rückkopplung für ganz "einfache" Systeme in der Physik angewendet wird, sind aber immer noch zu kompliziert, um in Onlineforen diskutiert werden zu können.
Verlindes neuere Ideen zu emergenter Gravitation und dunklem Universum liefern vielleicht Ansatzpunkte, auch das ganz Kleine zu verstehen. Da müsste eigentlich die Evolution beginnen.
MfG
Lothar W.
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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von Dgoe » 22. Nov 2017, 00:42

Ah, Hallo Lothar,

"das ganz Kleine zu verstehen" hilft hier wahrscheinlich nicht wirklich weiter. Nimm ein Gas mit Temperatur und Druck. Und daraus ein Atom, was weder Temperatur noch Druck verspürt. Das Atom kannst Du drehen und wenden, wie Du willst, auf den übergeordneten Zusammenhang kommst Du so sicher nie, von diesem Einzel"stück" ausgehend.

Morgen mehr...

Gruß,
Dgoe
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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von Frank » 22. Nov 2017, 06:34

Interstellarer Staub könnte bereits außerirdische Lebensformen zur Erde gebracht haben.

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.d ... n20171121/
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von ATGC » 22. Nov 2017, 09:00

Hier stand mal etwas anderes.
Zuletzt geändert von ATGC am 2. Jul 2019, 13:57, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von ATGC » 22. Nov 2017, 09:06

Hier stand mal etwas anderes.
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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von seeker » 22. Nov 2017, 09:38

ATGC hat geschrieben:
21. Nov 2017, 11:51
Wenn es sich um einen zyklischen Prozess handelt, ja, aber damit Peptidketten funktional rückkoppeln können, müssen sie spezifisch geformt sein - und damit einen Kernbestand an spezifischen Aminosäuren in den Positionen aufweisen, wo es auf bestimmte Faltungsmuster ankommt. Das Problem entsteht in der Reproduktion von Peptidketten, die ähnlich gefaltet sind wie ihre inzwischen zerfallenen Vorläufer. Ohne eine hinreichend genaue Reproduktion kollabieren die Reaktionszyklen bzw. es konstituieren sich andere, die mit den Vorläuferzyklen nichts zu tun haben. Oszillation zeichnet sich aber durch eine Rückkopplungsschleife aus, so dass sich ein bestimmter Ausgangszustand nach einiger Zeit wieder herstellt. Ich denke nicht, dass man das 1 zu 1 auf den unspezifischen Aufbau und Zerfall von Zufallspolymeren wie Polypeptiden übertragen kann.
1 zu 1 sicher nicht, es könnte aber Beginne, Graustufen davon geben.
ATGC hat geschrieben:
21. Nov 2017, 11:51
Na ja, von der Vorstellung, die ersten Organismen hätten sich in einer Ursuppe gebildet, sollten wir uns verabschieden. Plausibler sind Stoffwechselsysteme auf mineralischen Oberflächen, bei denen Membranstrukturen für eine Teilkompartimentierung gesorgt haben, so dass sich separate Bereiche entwickeln konnten, ohne das alles ins chemische Gleichgewicht kollabierte. Die "Ursuppe" war nützlich für den Stoffaustausch zwischen den Teilsystemen, aber die entscheidenden Prozesse liefen eher in der Gel-Phase ab - vielleicht analog zu den Oparinschen Koazervaten - die sich auf den mineralischen Unterlagen erstreckte. Dort war einfach mehr Stabilität gegeben.
Das hört sich für mich nach einer Weiterentwicklung des Ursuppenansatzes aus. Interessant und plausibel, na gut, dann infiltrierte die Ursuppe wahrscheinlich eben poröses Gestein.
ATGC hat geschrieben:
21. Nov 2017, 11:51
wenn sie zuerst noch nicht ganz direkt nach dem "Schlüssel-Schloss-Prinzip" miteinander interagieren
Die Passformen waren zuerst über die Struktur des mineralischen Untergrundes vorhanden - einschließlich der katalytisch wirksamen Metall-Ionen. Peptide, die sich später zu Proteinen entwickelten, imitierten diesen Untergrund zum einen durch die Form (aktive Zentren der Proteine als charakteristische Einstülpungen und Ausbuchtungen auf der Moleküloberfläche) und zum anderen durch die mineralischen Komponenten, die als prosthetische Gruppe die Funktionalität des Proteins gewährleisten (siehe dazu z.B. die Fe-S-Cluster in den Ferredoxinen). Das heißt, dass von Anfang an das Schlüssel-Schloss-Prinzip für enzymatische Aktivitäten gültig war. Es dauerte nur seine Zeit, bis geeignete Proteine heranwachsen konnten, die dieses Prinzip in eine transportable und reproduzierbare Form brachten. Und dann natürlich die Kopplung an die RNA-Chemie, die zur Entstehung der Translation führte ...
Das mag alles sein. Worum es mir bei dieser "Standardfolklore" geht, ist dass diese Perpektive strikt auf ein von "unten nach oben" gerichtet scheint. Ich denke darüber nach, ob und wie sich das durch einen Blick von "oben nach unten" ergänzen lässt.

Klar ist, dass wir für Leben mindestens drei Zutaten brauchen: Einen Replikationsträger (z.B. RNA), "Replikationsmaschinen" (z.B. Proteine) und eine Teilabgrenzung zur Umwelt (z.B. Membran).
Das ist der Blick von unten nach oben.
Von oben nach unten gesehen, brauchen wir ein dynamisches System, dass sich von der Umwelt teilabgrenzt, globale Bedingungen schafft, die auf seine Elemente rückwirken und in der Lage ist seine Komplexität zu steigern, also zur Evolution fähig ist.
Um das tun zu können muss es strukturbildende Attraktoren herausbilden. Solche Attraktoren wirken auf das Verhalten seiner Elemente ähnlich wie Naturgesetze ein.
ATGC hat geschrieben:
21. Nov 2017, 11:51
Ja, das ist sehr interessant, aber ein System produziert in erster Linie sich selbst, indem es sich permanent reproduziert.
Ich möchte die Idee in dem Zitat etwas anders ausdrücken:

Die Systeme produzieren die Elemente aus denen sie bestehen werden, durch die Elemente aus denen sie bestanden.

Dazu ist ganz am Anfang noch keine vollständige Reproduktion notwendig, es reicht, wenn sich im System geringste "Vorlieben" einstellen, die dann mit der Zeit in machen Fällen dominat werden können, ähnlich wie teilweise bei der biologischen Evolution. Bifurkationen...

Einfaches Beispiel, wahrscheinlich nicht ganz stimmig, da aus dem Stehgreif, aber hoffentlich inspirierend:

Nehmen wir an, wir hätten ein teilisoliertes System, in dem kurze Peptidketten drin sind und kurze RNA-Ketten (und viele weitere Zutaten).
Dann ist die Frage: Können und werden die auf dieser Stufe aufeinander einwirken und wie?

Als Idee: Nun könnte es sein, dass manche Peptidketten zufällig eine Struktur aufweisen, die bei passenden RNA-Ketten bei Stößen ein klein wenig bevorzugt ein bestimmtes Atom anregen, was dazu führt, dass, wenn sich die RNA-Kette zufällig durch den Anbau eines weiteren Nucleotids verlängert, dass durch die Anregung des bestimmten Atoms bestimmte Nucleotide ein klein wenig bevorzugter angebaut werden als andere.
Diese bestimmten verlängerten RNA-Ketten könnten durch Stöße wiederum zufällig so auf Aminosäureketten einwirken, dass sie wiederum bevorzugt ein bestimmtes Atom im Peptid so anregen, dass umgekehrt gerade die Bidung der Peptide, die unser bestimmtes RNA-Molekül etwas mehr zur Bildung anregen, sich auch bevorzugt bilden.
Schon hätten wir den Anfang eines Kreislaufs, wo unter bestimmten Systembedingungen sich mit der Zeit bestimmte Aminosäureketten und bestimmte RNA-Ketten anreichern, die in einer bestimmten Weise zueinander "passen", ohne sich schon wirklich exakt reproduzieren zu können.
Und so ein Anfang könnte sich mit der Zeit immer weiter ausdifferenzieren, bis man am Ende tatsächlich Leben hat.
In Wirklichkeit wird alles natürlich viel komplizierter sein, aber ich hoffe ich kann den Gedanken damit klarmachen.
ATGC hat geschrieben:
21. Nov 2017, 11:51
Ja, das ist sehr interessant, aber ein System produziert in erster Linie sich selbst, indem es sich permanent reproduziert.
Jep, jedoch auf längere Sicht: indem es evolviert!
ATGC hat geschrieben:
21. Nov 2017, 11:51
Hier ist es also nicht so einfach, Elemente des Systems voneinander abzugrenzen.
Man sollte den Blick daher nicht nur auf die Elemente lenken und sich das System allein als "aus Elementen zusammengebaut" denken.
Man sollte den Blick zusätzlich auch darauf lenken, wie das System als Gesamtheit auf seine Teile einwirkt.

The whole is to some degree constrained by the parts (upward causation), but at the same time the parts are to some degree constrained by the whole (downward causation).

Wenn ich sterbe, dann werden nach und nach auch alle meine Körperzellen sterben; zuletzt -soweit ich weiß- die Zellen, die den Horn meiner Nägel bilden.
Die Ursache für das Sterben dieser Zellen ist der Tod des Gesamtsystems "Mensch", also steckt da eine Abwärtsverursachung drin.
Grüße
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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von Struktron » 22. Nov 2017, 09:42

Hallo Dgoe,
Dgoe hat geschrieben:
22. Nov 2017, 00:42
"das ganz Kleine zu verstehen" hilft hier wahrscheinlich nicht wirklich weiter. Nimm ein Gas mit Temperatur und Druck. Und daraus ein Atom, was weder Temperatur noch Druck verspürt. Das Atom kannst Du drehen und wenden, wie Du willst, auf den übergeordneten Zusammenhang kommst Du so sicher nie, von diesem Einzel"stück" ausgehend.
Das Verständnis des ganz Kleinen hilft bei der Erklärung, wie Naturgesetze und Konstanten entstehen. Neben den Erhaltungssätzen kann man damit auch an die Frage herangehen, wie Strukturbildung gegen den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik möglich ist? Wenn das bei der Elementarteilchenbildung funktioniert, sollte es auch bei den Molekülen,... funktionieren. Es ist dann eine zwangsweise Entwicklung, wie sie in dem Film, welchen Du verlinkt hast, dargestellt wird.
MfG
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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von ATGC » 22. Nov 2017, 10:06

Hier stand mal etwas anderes.
Zuletzt geändert von ATGC am 2. Jul 2019, 13:57, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von ATGC » 23. Nov 2017, 15:08

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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von Dgoe » 23. Nov 2017, 15:31

Hallo
:cool1: :schoen

Die ganze Zeit gibt es noch einen kompletten Wikipedia-Artikel haargenau zum Thema, randvoll gefüllt mit Links und Referenzen, gerade entdeckt:

Chemische_Evolution
https://de.wikipedia.org/wiki/Chemische_Evolution

(wer findet, der findet)


Edit:
Und nochmal doppelt so umfangreich (wie so oft), der Gleiche auf Englisch:
https://en.wikipedia.org/wiki/Abiogenesis
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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von Dgoe » 23. Nov 2017, 16:26

Hallo ATGC,

interessante Rechnung. Beihnah hätte ich den Beitrag übersehen, das war oben zufällig zur ungefähr gleichen Zeit.
Apropos zufällig, es könnte zufällig auch nur 1 Minute gedauert haben, bis die gangbare Kombination gefunden wurde, richtig?

Gruß,
Dgoe
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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von ATGC » 23. Nov 2017, 16:36

Hier stand mal etwas anderes.
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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von ATGC » 23. Nov 2017, 16:39

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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von seeker » 24. Nov 2017, 08:34

ATGC hat geschrieben:
22. Nov 2017, 10:06
Um das tun zu können muss es strukturbildende Attraktoren herausbilden.
Das läuft über chemische Gleichgewichte entlang von Dichte- und Konzentrationsgradienten sowie Temperaturgradienten. Da sich der finale chemische Gleichgewichtszustand nicht einstellt, bleibt alles im Fluss, so dass sich weitere Strukturen entfalten können (dissipative Strukturen). Von der Art und Weise des Durchflusses hängt es ab, wie stark und wie umfassend das Gesamtsystem fluktuiert, so dass sich andere oder neue Strukturen herausbilden bzw. labile Strukturen kollabieren und durch andere, robustere ersetzt oder verdrängt werden. Eine Entwicklungsfähigkeit ist hier auf chemischer Ebene bereits gegeben, die sich dann in Gestalt von dissipativen Strukturen manifestiert.

Allerdings ist diese Entwicklungsfähigkeit nicht gleichbedeutend mit evolvierbar, weil hier noch nichts tradiert wird. Tradierbarkeit geht mit der Reproduktion von Sequenzen einher, die wiederum eines Apparates bedarf, der über die Sequenzen mit tradiert wird. Kurz: Evolution erfordert einen Genotyp, der einen Phänotyp repräsentiert, indem das Stoffwechselsystem sich der Sequenzen des Genotyps bedient, um den Phänotyp im Kontext zur Umgebung hervorzubringen und im Bestand zu erhalten. So etwas ist auf der präbiotischen Entwicklungsstufe aber noch nicht gegeben.
Ja, ich verstehe. Weil die aus der Bewegung heraus langsam entstehenden Strukturen so noch nicht in Materie "gemeißelt" sind.
Dennoch.... wir haben auch vorher schon prozesshafte Strukturbeziehungen die sich manchmal langsam hoch und runterentwickeln, kontinuierlich fluktuieren, manchmal Sprünge machen.
ATGC hat geschrieben:
22. Nov 2017, 10:06
Dazu gibt es ein paar interessante Überlegungen:
Danke! Ja, solche Dinge stelle ich mir vor.
ATGC hat geschrieben:
22. Nov 2017, 10:06
aber es ist dennoch unklar, was am Ende dabei herauskommt.
Das liegt in der Natur komplexer Systeme: sie sind in großenTeilen unvorhersehbar. Man kann allerdings Wahrscheinlichkeitsaussagen generieren und Plausibilitäten angeben.
ATGC hat geschrieben:
23. Nov 2017, 15:08
So weit erst einmal ein Ansatz, um die Wahrscheinlichkeit der Voraussetzungen abzuschätzen.
Interessant. In deiner Rechnung gehst du soweit ich das sehe nur hauptsächlich vom Zufall als Motor aus und musst viele Unabwägbarkeiten irgendwie einpflegen und auch stark vereinfachen. Ja, du kommst so schon zu dem Schluss, dass ein gangbarer Weg allein so schon nicht unmöglich sein könnte, vielleicht...
Es braucht jedoch extrem wenig Zutaten um chaotische Systeme zu erhalten, das finden wir schon z.T. bei ganz, ganz einfachen Systemen.
Und um einfache komplexe Systeme zu erhalten, die sich weiterentwickeln können, braucht es auch überraschend wenig, eigentlich erschreckend wenig.
D.h. ich vermute an der Stelle einen Beschleuniger, eigentlich bin ich sicher, dass das eine Rolle gespielt hat.
Grüße
seeker


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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von ATGC » 24. Nov 2017, 09:25

Hier stand mal etwas anderes.
Zuletzt geändert von ATGC am 2. Jul 2019, 14:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von seeker » 25. Nov 2017, 11:39

ATGC hat geschrieben:
24. Nov 2017, 09:25
Man kann allerdings Wahrscheinlichkeitsaussagen generieren und Plausibilitäten angeben.
Leider kann man das in diesem Falle nicht. Chemische Reaktionsnetzwerke müssen nicht in evolvierbare Systeme münden, sondern können sich ebensogut langfristig totlaufen. Wir können da nichts vorab numerisch abschätzen, um eine Wahrscheinlichkeit anzugeben, wie oft pro Systemansatz eine Translation rauskommt, deren Produkte systemstabilisierend rückkoppeln. Im Gegenteil: Wir haben eine Fülle von Hypothesen, die jede für sich durchaus plausibel ist, aber wir haben kein Kriterium zur Hand, um zu entscheiden, welche der Hypothesen die zutreffende ist. Weiterhin haben wir keinen Ansatz, der sich als Wahrscheinlichkeit für das Entstehen von Leben interpretieren ließe: Jede Hypothese befindet sich in einer Grauzone, wo sich keine Wahrscheinlichkeit des Eintreffens angeben ließe. In Bezug auf diese Unbestimmtheit sind somit alle Hypothesen gleichermaßen wahrscheinlich bzw. unwahrscheinlich. Aber das bringt uns erkenntnismäßig natürlich nicht weiter.
Das heißt m. E. nur, dass unsere Wahrscheinlichkeitsaussagen im Moment noch recht ungenau und z.T. widersprüchlich sind, weil wir noch zu wenig wissen und unsere Herangehensweise noch nicht weit genug entwickelt ist.
Wahrscheinlichkeitsaussagen, Abschätzungen und Vermutungen treffen wir aber trotzdem schon, das ist normal, das tust du ja auch.
Im Diskurs werden dann die Varianten/Wege ausgewählt, die für die Mehrheit der Wissenschaftler am Erfolgversprechendsten ausschauen und die werden dann vermehrt weiter verfolgt/untersucht. Das ist normal.
ATGC hat geschrieben:
24. Nov 2017, 09:25
nur hauptsächlich vom Zufall als Motor aus
Mir ging es in erster Linie darum, herauszufinden, ob das Sequenzenspektrum hinsichtlich der verfügbaren Mengen, Zeiten und Orte auf der Erde irgendwelchen Einschränkungen unterlegen sein muss oder nicht. Und wie sich zeigt, gab es von den allgemeinen Rahmenbedingungen her keine Einschränkungen. Die Sequenzen waren also prinzipiell frei kombinierbar und die Kapazität der Erde war hinreichend, dass frei kombiniert werden konnte.
Ja. Deshalb sind solche Betrachtungen interessant.
ATGC hat geschrieben:
24. Nov 2017, 09:25
Das heutige System ist zwar komplexer als das ursprüngliche, aber die Grundproblematik dürfte erkennbar sein: Es geht um eine andere Qualität und nicht um eine sukzessive Vermehrung von bereits bestehenden Qualitätsniveaus, indem sich z.B. nur das Reaktionsspektrum erweitert, die Moleküle schrittweise länger und komplexer werden usw. Leben überschreitet den Rahmen der zugrundeliegenden Chemie und bewirkt eine neue Ebene von Wechselwirkungen, die sich nicht mehr hinreichend durch Chemie beschreiben lässt. Nötig ist also ein Qualitätssprung, und dieser Qualitätssprung lässt sich nicht aus der Vermehrung der Quantität der chemischen Reaktionen ableiten. Hier entsteht etwas Neues.
Quantität schlägt irgendwann in Qualität um.
Ja, hier entsteht etwas Neues.
Mein Punkt ist, dass man sich dabei nicht nur auf die qualitativen Unterschiede konzentrieren sollte und die allein streng getrennt untersuchen sollte, sondern auch das Gemeinsame der beiden Qualitäten suchen und untersuchen sollte.
Und solche Gemeinsamkeiten gibt es.
ATGC hat geschrieben:
24. Nov 2017, 09:25
ich vermute an der Stelle einen Beschleuniger, eigentlich bin ich sicher, dass das eine Rolle gespielt hat.

Wie und an welcher Stelle willst Du da etwas beschleunigen? Entweder die Dinge finden sich glücklicherweise passend zusammen oder sie finden sich nicht zusammen.
Indem ich den Blick auf das Gemeinsame aus beiden Welten lege.
Das Zufallselement ist sicher immer wichtig, jedoch können Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Ereignisse durch den prozesshaften Gesamtzustand von Systemen beeinflusst werden - gleich auf welcher Ebene.
Der Weg zum Leben kann m. E. unmöglich allein aus dem reinen Zufall heraus erklärt werden.
Hier stellt sich die Frage unter welchen Systembedingungen, bei welchen komplexen Prozessen sich die Dinge mit welcher Wahrscheinlichkeit passend zusammenfinden?
Wenn ein System diese Wahrscheinlichkeit erhöht, dann wirkt es als Beschleuniger, gleich auf welcher Ebene (Physik, Chemie, Bilologie, etc.).
Komplexe Systeme fernab vom thermodynamischen Gleichgewicht haben die Tendenz ihre Komplexität zu erhöhen.
Grüße
seeker


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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von ATGC » 25. Nov 2017, 15:32

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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von Dgoe » 25. Nov 2017, 20:00

@ATGC:
Danke für die Links, hab den Rauchfuß bestellt, allerdings als Paperpack für 22,99 von 2012, statt Hardcover für 27,- von 2005.
https://www.amazon.de/gp/aw/d/364232403 ... +rauchfuss

Über http://b-ok.org/s/?q=Horst+Rauchfuss&ye ... nsion=&t=0
findet sich dazu auch etwas, auf Englisch. Überhaupt viele Dinge zu finden dort (Nachfolger von bookzz, thanks to @Struktron for the hint elsewhere)

So far,

Gruß,
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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von Dgoe » 25. Nov 2017, 20:38

Ich versuche einmal einen Ansatz, abstrakt festzuhalten, was die Translation ausmacht, indem nur von (Makro)molekülen zu sprechen sein soll, ohne Differenzierung:

Im Endeffekt ein Makromolekül, das die Information enthält, wie es sich mit Hilfe von anderen Makromolekülen kopieren kann (reproduzieren) und gleichzeitig die Information enthält, wie diese anderen Makromoleküle zu generieren sind, wofür ebensolche schon passend vorhanden sein sollten, beim ersten Mal.

Ein bzw. das Henne-Ei-Problem in Reinstform, zu Beginn halt.

Und ich befürchte, dass der Ansatz zu vereinfacht ist noch und vielleicht einfach falsch auch...

Gruß,
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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von ATGC » 25. Nov 2017, 21:24

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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von Dgoe » 26. Nov 2017, 04:16

Vergiss Tor, Unsinn. Hier. (Tor ist sehr rechtschaffend) Der ansonsten Tor- Link ist Quatsch dort. Die großen Buttons auch.
Nur wie das geht, das dort vieles steht, in Debatte zum Urheberrecht, kann ich nicht erklären. Ist halt so.

Ich persönlich habe aufgrund dessen hier einen Einblick gewonnen und rund 23,- Euro definitiv bezahlt, einkaufenderweise.

So what.
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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von Dgoe » 26. Nov 2017, 04:46

Okay, ATGC, angenommen, man dürfte alle diese von Dir oben genannten Makromoleküle nicht mehr beim Namen nennen, sondern nur MAKROMOLEKÜLE nennen. Wie sieht dann das Bild aus.

Wenn Dir mein Ansatz nicht passt, dann kannst Du den vielleicht verbessern, ohne differenzierter zu werden.


Also ohne das:
Translation ist zunächst mal nur der Prozess, mit Hilfe von Basensequenzen (mRNA und tRNA's) eine Aminosäuresequenz zu erzeugen. Dass die erzeugten Aminosäuresequenzen in Gestalt von Polypeptiden als Enzyme wirken, die sowohl für den Stoffwechsel wie auch für die Regulation der Translation geeignet sind, hat mit der Translation zunächst nichts zu tun. Diese abgeleiteten Funktionen ergeben sich über den biochemischen Kontext des Zellstoffwechsels, in den die Translation als Schlüsselprozess eingebettet is
Wie kann man das ohne das Geblubber darstellen?
Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller möglichen Welten leben. Der Pessimist befürchtet, dass der Optimist damit Recht hat.

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Dgoe
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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von Dgoe » 26. Nov 2017, 04:49

Bitte nicht anmaßend oder beleidigend zu verstehen. Ich möchte das sozusagen jemand erklären, der außer Makromoleküle keinen Plan hat. Wie?
Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller möglichen Welten leben. Der Pessimist befürchtet, dass der Optimist damit Recht hat.

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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von Dgoe » 26. Nov 2017, 04:58

Dummerweise habe ich mittlerweile mehr Einblicke, aber wäre ansonsten genau jener selbst.

Ist vielleicht zuviel verlangt, aber wie wäre es, wenn man nur von Makromolekülen sprechen dürfte?
Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller möglichen Welten leben. Der Pessimist befürchtet, dass der Optimist damit Recht hat.

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Re: Entstehung des Lebens auf der Erde

Beitrag von ATGC » 26. Nov 2017, 08:45

Hier stand mal etwas anderes.
Zuletzt geändert von ATGC am 2. Jul 2019, 14:03, insgesamt 1-mal geändert.

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