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Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

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Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Dares » 3. Jul 2017, 17:38

Hallo liebes Forum,

wie wir alle wissen ist die LG eine Naturkonstante auf die wir uns berufen und unsrere Berechnungen aufbauen können. Warum
ist die LG eine Konstante?

Wäre es nicht möglich dass Lichtteilchen auch mit weniger als LG den Raum durchqueren?
Analog dazu nochmal wäre wenn sich Teilchen mit ÜberLG bewegen, würden wir diese dann überhaupt messen oder wahrnehmen können?

Da wäre mal so spontan gedacht meine Frage.

Vielen Dank schonmal für Eure Antworten.

Viele Grüsse

Dares

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von tomS » 3. Jul 2017, 18:53

Wir können einen mathematischen Rahmen formulieren, der eine universelle Grenzgeschwindigkeit als Konstruktionsprinzip enthält (ART bzw. SRT mit Symmetriestruktur SO(3,1)). Wir können diesen Rahmen jedoch nicht weiter begründen; bzw. wir können für jede Begründung sofort wieder nach einem weiteren "warum" für diese Begründung fragen.
Gruß
Tom

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Gepakulix » 3. Jul 2017, 21:48

Es gibt völlig unabhängig 2 Gründe, weshalb die Lichtgeschwindigkeit zwingend konstant sein muss:

1) via Definition der Zeit: Eine Sekunde ist so definiert, dass die Messung der Lichtgeschwindigkeit die Konstante c ergeben muss.
Wenn also das Licht irgendwo langsamer unterwegs wäre, dann würde dort die Sekunde auch länger dauern (wegen der Definition) und die
Messung der Lichtgeschwindigkeit ergäbe wieder die Konstante c.

2) Weil sich alle Messgeräte (welche man fuer die Messung der Lichtgeschwindigkeit benoetigt) an der Lichtgeschwindigkeit selber aufkalibrieren.
Wenn also in einem bestimmten Gebiet im Universum das Licht langsamer unterwegs wäre, dann wuerde dies die quantitative Funktionsweise die Messgeräte (Distanz, Zeit, ...)
beeinflussen, und das Resultat wäre wieder c.

Wegen dieser beiden Punkte gilt: Immer, wenn das Messgerät im gleichen Raumgebiet wie das zu messende Objekt liegt, dann spricht man von einer lokalen Messung und
es ergibt sich eine Konstante c.

Nur die 'lokal' gemessene Lichtgeschwindigkeit muss konstant c sein.

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von seeker » 3. Jul 2017, 23:01

Ich würde zusätzlich noch so argumentieren:

Unter der Vorraussetzung, dass die Relativitätstheorie Gültigkeit hat, die Verhältnisse richtig beschreibt, ergeben sich lokal, aus Sicht eines sich schnell bewegenden Objektes die bekannten Zeitdilatationen und Längenkontraktionen der SRT.

Die führen aber dazu, dass es aus Sicht des bewegten Objektes gar keine Grenzgeschwindigkeit gibt, diese kann prinzipiell bis in den unendlichen Grenzfall gesteigert werden: Je schneller das Objekt wird, desto kürzer wird der Abstand zum Zielort und desto langsamer bewegt es sich durch die Zeit (Eigenzeit) im Verhältnis zu umliegenden, ruhenden Beobachtern (und deren andere Eigenzeit). Auf diese Weise könnte also z.B. ein schnelles Raumschiff in einem Tag Eigenzeit von hier bis zur Andromedagalaxie kommen. Wenn das bewegte Objekt (aus seiner eigenen Sicht) tatsächlich unendlich schnell wäre (= der Grenzfall), dann würde es das gesamte Universum in Nullzeit (Eigenzeit) durchqueren können - und schneller als unendlich schnell geht ja schlecht. Und genau diese Geschwindigkeit würden die umliegenden ruhenden Beobachter als V = c beobachten. Deshalb geht V>c nicht.

Salopp: Je schneller sich ein Objekt durch den Raum bewegt, desto langsamer bewegt es sich durch die Zeit (und umgekehrt), wenn es sich unendlich schnell durch den Raum bewegt, bewegt es sich überhaupt nicht mehr durch die Zeit. Dieser Zustand ist für außenliegende ruhende Beobachter die Lichtgeschwindigkeit c. Deshalb altern Lichtteilchen (und alle Teilchen ohne Ruhemasse) auch nicht.

Außerdem kann man auch noch mit den Maxwellschen Wellengleichungen argumentieren, hab aber leider vergessen, wie das genau ging.
Grüße
seeker


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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Dares » 4. Jul 2017, 07:29

Ok, c bleibt also immer c und abstrakte Denkvorgänge wie Zeit und Raum lasse ich mal aussen vor.

Ich gehe erstmal davon aus, dass es sich hierbei um die Geschwindigkeit im Universum handelt also im Vakuum sprich im luftleeren Raum.

Wie verhält sich c wenn das Licht auf einen Widerstand stösst? z.B. ein Prisma um es in seine Bestandteile zu zerlegen oder noch einfacher
wenn Licht auf Wasser trifft. Beim Auftreffen auf Wasser wird der ansonsten gradlinige Verlauf ja etwas "abgeknickt". Bewegt sich Licht
auch im Wasser mit c ?

Grüsse

Dares

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Frank » 4. Jul 2017, 09:16

Dares hat geschrieben:
4. Jul 2017, 07:29
Ok, c bleibt also immer c und abstrakte Denkvorgänge wie Zeit und Raum lasse ich mal aussen vor.

Ich gehe erstmal davon aus, dass es sich hierbei um die Geschwindigkeit im Universum handelt also im Vakuum sprich im luftleeren Raum.

Wie verhält sich c wenn das Licht auf einen Widerstand stösst? z.B. ein Prisma um es in seine Bestandteile zu zerlegen oder noch einfacher
wenn Licht auf Wasser trifft. Beim Auftreffen auf Wasser wird der ansonsten gradlinige Verlauf ja etwas "abgeknickt". Bewegt sich Licht
auch im Wasser mit c ?

Grüsse

Dares
Lichtgeschwindigkeit in Materie


In Materie ist Licht langsamer als im Vakuum, und zwar gilt dort, wie oben hergeleitet wurde, c M e d i u m = c / n {\displaystyle c_{\,\mathrm {Medium} }={c}/{n}} {\displaystyle c_{\,\mathrm {Medium} }={c}/{n}} mit einem Brechungsindex n, der größer als 1 ist.[5]

In bodennaher Luft ist die Lichtgeschwindigkeit etwa 0,28 ‰ geringer als im Vakuum (also ca. 299.710 km/s), in Wasser beträgt sie etwa 225.000 km/s (−25 %) und in Gläsern mit hohem Brechungsindex bis hinab zu 160.000 km/s (−47 %).



Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtgeschwindigkeit
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Dares » 4. Jul 2017, 10:30

Frank hat geschrieben:
4. Jul 2017, 09:16
Lichtgeschwindigkeit in Materie
danke für den Link. Hatte ich noch nicht gelesen. Wiki scheint auch immer besser und ausführlicher zu werden.

Gut aber was bedeutet es? Gibt es im Universum Bereiche wo die LG/c einfach praktisch ausgebremst wird durch Wechselwirkung
mit einer höheren Raumdichte?

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von ralfkannenberg » 4. Jul 2017, 10:39

Dares hat geschrieben:
4. Jul 2017, 10:30
Gut aber was bedeutet es? Gibt es im Universum Bereiche wo die LG/c einfach praktisch ausgebremst wird durch Wechselwirkung
mit einer höheren Raumdichte?
Hallo Dares,

der Physikerin Lene Hau ist es gelungen, das Licht auf 60 km/h "abzubremsen". Zudem ist es ihr gelungen, das Licht für 1 ms völlig anzuhalten.

Etwas detaillierter findest Du es hier.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von deltaxp » 4. Jul 2017, 11:50

wenn ein lichtteilchen im vacuum mit <c fliegen würde, müsste es eine masse haben und longitudinale polarisationsfreieheitsgrade. das hat es aber nicht.
photonen im Supraleiter kriegen eine masse durch einem dem higgseffekt analogen process durch ww mit den cooperpaaren-kondensat

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von seeker » 4. Jul 2017, 13:01

Wobei die Grenzgeschwindigkeit c (lokal) überall dieselbe ist, nämlich eben 299.792.458 m/s (deshalb wär es sprachlich evtl. auch besser von "Grenzgeschwindigkeit" zu reden als von "Lichtgeschwindigkeit").
Es ist nur so, dass Licht diese Geschwindigkeit nur im Vakum erreicht und in Medien langsamer als c ist.
Das gibt z.T schöne Effekte, wie z.B. in den wassergefüllten Abklingbecken von Kernkraftwerken, es gibt dort es ein blaues Leuchten zu sehen: die Tscherenkow-Strahlung

Die kommt daher, weil sich dort durch radioaktive Zerfälle erzeugte schnelle Elektronen (Betastrahlung) schneller im Wasser bewegen als das Licht, das ist sozusagen ein "Überlichtknalleffekt".
Grüße
seeker


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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von gravi » 4. Jul 2017, 13:27

@Frank: Ich denke, due meintest mit deiner Formel den Brechungsindex n = c/c1 ? Wobei c eben c ist und c1 die Ausbreitungsgeschwindigkeit im Medium.

Zur Verlangsamung der LG möchte ich noch was anmerken: Auch in Glas, Wasser oder anderen Medien bewegen sich die Photonen mit exakt c, nicht langsamer! Solch ein Photon stößt aber manchmal mit einem Atom zusammen. Dabei wird es von einem der äußeren Elektronen absorbiert. Das Elektron gewinnt dadurch etwas mehr an Energie, begibt sich damit auf ein höheres Energieniveau. Aber da kann es sich nicht ewig halten, sondern springt zurück in seinen vorigen Zustand. Das geht aber nur, weil es jetzt wieder ein Photon emittiert, welches wieder mit c weiter fliegt bis zur nächsten Kollision. So ergibt sich nach und nach eine zeitliche Verzögerung, weshalb uns die LG in Medien langsamer erscheint. Je dichter das Medium, umso höher sit die Anzahl der Kollisionen und umso langsamer wird das Licht.

Weil das Elektron einen kleinen Teil der Energie des Photons verbraucht, ist am Ende die aus dem Medium austretende Strahlung energieärmer als die eintretende.

Gruß
gravi
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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Herr5Senf » 4. Jul 2017, 13:53

Die obige Erklärung ist zwar "populär", weil schön einfach, aber nicht zutreffend.
ZB wäre Glas nicht durchsichtig, weil bei einer Wiederemission die Richtung verloren geht.
Es liegt an der Polarisation des Materials, die Elektronenwolke ums Atom schwingt erzwungen mit der Lichtfrequenz mit.
Bei Röntgenstrahlung kehrt sich das sogar um, die Phasengeschwindigkeit wird höher als im Vakuum.
Hier gibt es die Info komplett https://scilogs.spektrum.de/quantenwelt ... ell-licht/

Grüße Dip

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Dares » 5. Jul 2017, 08:35

Danke für Eure Antworten.

Wenn ich versuche jetzt mal "Weiterzudenken" könnte man dann sagen dass man "Licht" sieht, weil es sich bewegt? Oder ist das falsch?

Wenn Licht z.B. auf eine Blume trifft wird ja ein Teil des Lichtspektrums herausgefiltert bzw. absorbiert und sie erscheint uns rot
oder blau oder wie auch immer da das Licht nicht vollständig absorbiert wird und sich immer noch bewegt bzw. reflektiert also zurückgeworfen wird.
Was wäre wenn das Licht vollständig absorbiert wird. Würde es sich dann immer noch bewegen? Und könnte man es messen?

Viele Grüsse

Dares

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von seeker » 5. Jul 2017, 13:02

Alles was gegenständlich-real existiert bewegt oder wandelt sich.
Man kann nur das Licht sehen, das auf die Netzhaut trifft und nur das Licht messen, das auf einen Sensor trifft.
Damit das geschen kann, muss es sich dort hinbewegt haben. Wen du eine Blume siehst, sieht du nicht die Blume selbst, sondern denjenigen kleinen Teil des Lichts, der von der Blume abgestrahlt/reflektiert wurde und dein Auge traf. Insofern siehst du Licht deshalb, weil es sich bewegt hat, ja.

Wenn ein Körper Licht vollständig absorbiert, dann verschwindet das Licht, aber nicht ins Nichts. Es wird umgewandelt, die Bewegung bleibt erhalten, der Körper erwärmt sich dabei, Wärme ist (ungerichtete) Bewegung (die Atome/Moleküle eines Körpers zittern/schwingen, je stärker sie das tun, desto wärmer ist der Körper, das Zittern IST Wärme): Die Bewegung des Lichts wird in der Absorption zu Bewegung von Atomen/Molekülen. Dabei entsteht gewöhnlich neues Licht mit anderer Frequenz, das abgestrahlt wird, nämlich Infrarotstrahlung, je wärmer ein Körper ist, desto mehr und desto kurzwelliger strahlt/leuchtet er, ist er heiß genug auch im sichtbaren Bereich (= "glühen") oder sogar im UV-Bereich und darüber hinaus.
Grüße
seeker


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Dares
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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Dares » 5. Jul 2017, 16:21

Danke Seeker,

das war mir so garnicht richtig bewusst, vlt. auch weil es einfach zu alltäglich ist und als selbstverständlich hingenommen wird.

Grüsse

Dares

Skeltek
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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Skeltek » 6. Jul 2017, 10:23

Lichtgeschwindigkeit ist nicht konstant. Weder zurückzulegende Strecke noch Mindestbedarf an Zeit für die Strecke sind begrenzt.
Die Lichtgeschwindigkeit ist lediglich eine lokale Konstante und beträgt wenn man den ganzen erdgeschichtlichen Quatsch wie Coulomb oder Einheitsmeter= (1/10.000.000)*Erdumfang ziemlich genau 1.
Sie sagt vereinfacht ausgedrückt aus, dass der Durchmesser einer infinitesimalen Sphäre immer ein konstantes Verhältnis zu ihrem Umfang hat.
Das ist jedoch nur lokal gültig.

Entfernung ist jedoch kein lokales Konzept. Eine Entfernung gibt mehr oder weniger an, das wieviel-fache eines Teilchendurchmessers(repräsentiert Zeitdauer über intra-atomare Prozessgeschwindigkeiten) sich zwischen ihm und seinem Ziel befindet.
Da sich das Verhältniss der Wellenlängen des Teilchens radial und transversal zur Bewegungsrichtung durch Beschleunigung ändern lässt, mündet das in z.B. einer Längenkontraktion der bevorstehenden Strecke in Bewegungsrichtung. Dadurch wird es möglich, beliebig lange Strecken in beliebig kleiner aber positiver 'Eigen'-Zeit zurückzulegen.

Das "Limit" der Lichtgeschwindigkeit welches du meinst ist eher auf den Mangel an eines bestimmten Typs Singularitäten zurückzuführen(welcher die Realität widersprüchlich machen würde), indem die ganze Realität widerspruchsfrei in einem 4-dimensionalen Koordinatennetz widerspruchsfrei kausal verdrahtet wird.
Langer Rede kurzer Sinn kann die Geschwindigkeit beliebig groß werden, allerdings bleibt die 'von externen Beobachtern' beobachtbare maximale Geschwindigkeit maximal '1', da das beschleunigte Teilchen kausal mit dem Universum verwoben ist.


Beispiel:
Zwei Teilchen A und B starten gleichzeitig bei Startposition S bewegen sich auf der 1 Lichtjahr langen Strecke SQ in richtung Q.
A hat 0,99 der Lichtgeschwindigkeit.
B ist doppelt(!) so schnell mit einer Geschwindigkeit von ca 0,9999c.

A sieht nun, wie S und B gleich schnell mit 0,99c von ihm weg bewegen - wenn es bei der Hälfte der Strecke angekommen ist, hat aus seiner Sicht B sein Ziel bereits erreicht (für A sind die Längen vor ihm kontrahiert und die Längen hinter ihm gedehnt, was durch Frequenzverschiebung der eigenen Wellenpacket-Gleichung im Zuge der Beschleunigung herrührt).
Der Beobachter an der Startposition S sieht, wie B und A ca 1 Jahr brauchen um bei Q anzukommen, wobei B geringfügig früher ankommt.
A hat nach seiner eigenen Uhr 1 Sekunde für die Strecke gebraucht, B hat nach seiner eigenen Uhr 0,5 Sekunden für die Strecke gebraucht.

Das interessante: A hat auf der Flugstrecke doppelt so viel erlebt wie B!
und: Für die 1 Lichtjahr lange Strecke haben beide 1 Sekunde oder weniger benötigt!
Nur der zurückbleibende Beobachter nimmt die Strecke als 1 Jahr Reisedauer für Licht wahr.
Die plausibelste Erklaerung jedes hinreichend komplizierten Systems ist falsch

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von deltaxp » 6. Jul 2017, 12:24

ein körper der licht vollständig absorbiert ist einfacfh schwarz (für uns). wie seeker aber berteits erklärte wird die lichtenergie dann vollständig Wärmeenergie umgesetzt, also schwingen der Atome/Moleküle, die dann ihrerseits wieder photonen mit planckspektrum abgeben. das ist dann ein absolut schwarzer körper. es ist eine irrige annahme, dass der nicht strahlt. nur normalerweise (d.h. bei usneren lichtenergiedichten) im infrarotbereich hauptsächlich, was unsere Rezeptoren im auge nicht in elektrische Impulse umwandeln können. wenn man lichtenergie konzentriert mit spiegeln oder lupe wird strahlt der irgendwann auch im sichrbaren licht. dass passiert so irgendwo bei 600-800 grad glaub ich (rot glühendes eisen z.b. Beispiel).

ein photon was das auge trifft wird ebenfalls umgewandelt. dort gibt es 3 verschiedenen eiweisse in den lichtempfindlichen Sinneszellen für blau grün und rot, die entsprechende photonene absorbieren, in elektrische Energie umfandeln, also Elektronen fluß, die letlich über Sehnerv, unser gehrirn erreichen. ganz am ende wird aber daraus auch wärme

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Skeltek » 6. Jul 2017, 19:10

Licht wird glaube ich niemals vollständig absorbiert... bei jeder Interaktion wird ein Teil absorbiert und ein Teil wieder abgestrahlt - bis irgenwann die Residuen Teil der Hintergrundstrahlung werden.
Mit Wärme ist eigentlich auch "ursprünglich" die Strahlungskomponente gemeint gewesen bzw die Impulsstromdichte und Energieübertrag pro Fläche pro Zeit.
Wenn ich vor dem Lagerfeuer sitze ist es heiß, was eher an der Strahlung liegt als dass ich mich im glühenden Holz suhle.
Die Übertragung von 'Wärme'-energie durch Teilchenkollision ist eher kinetischer Natur und die Relativbewegungen der Teilchen eher nur Bewegung.
Was bei der Teilchenkollision zählt ist der Energieübertag pro Fläche, welcher dann einem absorbierten Energie-Äquivalent entspricht.

Bei überlichtschnellen Teilchen würde ich ja schließlich auch die Energieabstrahlung des Ultra-C-Kegels pro Sekunde als Temperaturindikator nehmen als die tatsächliche Geschwindigkeit des Teilchens.
Überlichtschnelle Teilchen geben übrigens ein wirklich schönes Licht wieder.
Die plausibelste Erklaerung jedes hinreichend komplizierten Systems ist falsch

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von tomS » 6. Jul 2017, 23:59

Bei der Absorption eines Photons durch ein Atom wird das Photon vollständig absorbiert
Gruß
Tom

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Skeltek » 7. Jul 2017, 00:31

Das wäre mir neu, was passiert mit der Restenergie, wenn das Photon mehr Energie hatte als an Quantum absorbiert oder in der Zeitspanne als kinetische energie aufgenommen werden konnte?
Dachte ein Minimales Residuum verbleibt in der Realität immer?
Die Absorbtion ist doch nur deshalb so besonders, weil es die einzige Interaktions-Form ist, bei der das Teilchen oder Molekül hinterher mehr atomar oder chemisch gebundene Energie hat als vorher?

Für vollständige Absorbtion ist folgendes notwendig:
EPhoton= hcf
diese muss exakt der absorbierbaren Energiemenge bzw der Energiedifferenz der beiden Zustände E2-E1 entsprechen.
Hat das Photon exakt die Frequenz, würde ohne Hintergrundstrahlung und ohne Quantenfluktuationen die Absorbtionswahrscheinlichkeit bei dem unbewegten Teilchen/Molekü gegen 0 gehen.
Wenn sie höher ist, muss die überschüssige Energie ja irgendwohin abgestrahlt werden; zumindest bewegt sich das Teilchen dadurch, wodurch auch Strahlung induziert wird.

Kannst du zumindest versuchen zu erläutern, weshalb die Absorbtion vollständig sein soll?
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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von tomS » 7. Jul 2017, 00:49

Skeltek hat geschrieben:
7. Jul 2017, 00:31
... was passiert mit der Restenergie, wenn das Photon mehr Energie hatte als an Quantum absorbiert ... werden konnte
Das Photon wird nicht absorbiert.
Skeltek hat geschrieben:
7. Jul 2017, 00:31
Dachte ein Minimales Residuum verbleibt in der Realität immer?
Nein, nie - zu unterscheiden von z.B. der Compton-Streuung.
Skeltek hat geschrieben:
7. Jul 2017, 00:31
Die Absorbtion ist doch nur deshalb so besonders, weil es die einzige Interaktions-Form ist, bei der das Teilchen oder Molekül hinterher mehr atomar oder chemisch gebundene Energie hat als vorher?
Nein, sondern weil es sich eben um eine vollständige Absorption handelt.
Skeltek hat geschrieben:
7. Jul 2017, 00:31
Wenn sie höher ist, muss die überschüssige Energie ja irgendwohin abgestrahlt werden; zumindest bewegt sich das Teilchen dadurch, wodurch auch Strahlung induziert wird.
Wenn die Energie nicht passt, dann wird das Photon wird nicht absorbiert; dabei muss man den Rückstoß natürlich mit betrachten.
Gruß
Tom

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Skeltek » 7. Jul 2017, 03:10

Halte es für zu unwahrscheinlich, dass die Energie, Frequenzverschiebung usw alles EXAKT so sein sollen, dass es perfekt aufgeht. In der Realität stimmt kein Energiepacket exakt.
Das wäre als würde ich blind reele Zahlen picken und jede zurücklegen, welche keine ganze Zahl ist...
Hälst du es nicht für zumindest möglich, dass durch die Beschleunigungsbewegung des Rezeptors ein so ultraniedrigfrequentes Photon abgestrahlt wird, daß man es nicht einmal messen kann?
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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von tomS » 7. Jul 2017, 07:38

Nein, das halte ich nicht für möglich.

Was du hier in Frage stellst ist seit fast 100 Jahren etabliert: Spektrallinien, Quantenmechanik, Auswahlregeln, ...
Gruß
Tom

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Frank » 7. Jul 2017, 12:50

Ab einer gewissen Entfernung expandiert das Universum doch angeblich Überlichtschnell?(kann man vielleicht auch anders ausdrücken....)
Ist das dann der geometrische Effekt im Raum, von dem ihr zuvor gesprochen habt, oder wie kann das dann möglich sein?

Hier mal einigermassen verständlich(nunja, aufpassen muss man schon) H.Lesch zum Thema Überlichtgeschwindkeit. Über die Ausdehnung des Universum sagt er aber leider nichts...

https://www.youtube.com/watch?v=OZtIRZuWHnI
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Lichtgeschwindigkeit/Überlichtgeschwindigkeit

Beitrag von Skeltek » 7. Jul 2017, 14:40

Okay, da werden wir uns so schnell nicht einig Tom, also verschieben wir die Diskussion irgendwann in den nächsten Monaten auf einen Extra-Thread.
Ich versuche leider neueste Ansichten die ich aufgeschnappt habe zu vertreten, welche erst seit wenigen Jahren/Jahrzehnten kursieren und Sachverhalte behandeln, welche durch die veralteten sich bewährten lange sich gehalten habenden Modelle nicht abgedeckt, unterschlagen oder durch Modelvereinfachung 'unproblematisch' gemacht wurden.
Versuch doch mal mit deinen Modellen, z.B. die Strahlungskegel überlichtschneller Teilchen zu erklären...
Nur als Beispiel sind Quantenfluktuationen auch so ein Müll, das wird als gegeben und völlig zufällig ablaufend postuliert und ein riesiger Haufen Müll den man nicht erklären kann dahin ausgelagert werden.

Leider bin ich nicht in der Physik tätig, und für mich ist die Umsetzung der logischen Gedankenkonstrukte in die notwendigen Formeln um gegenargumentieren zu können ohne einen für mich unangemessen großen Zeitbedarf nicht zu bewerkstelligen. Daher kann ich momentan deine Argumente nicht stichfest widerlegen und verschiebe die Diskussion erstmal auf unbestimmte Zeit.
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