Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von seeker » 14. Feb 2011, 09:34

Danke für die Antworten! :D

Die Heizplatte heizt mit konstanter Leistung.

Ich gebe euch mal ein Bild von so einem Eierkocher:
http://picture.yatego.com/images/4976fb ... teller.jpg
(Man beachte die Skala auf dem abgebildeten Messbecher: Wenig Eier = viel Wasser)

Wichtig dabei ist, dass die Eier nicht in das Wasser eintauchen.

Was zur Lösung beitragen kann ist folgende Frage:

Warum werden die Eier heiß?
Was ist der dominante Effekt des Wärmeeintrags?

Hinweis: Aus dem gleichen Grund kann man sich in einer angenehm temperierten, 100°C heißen Sauna verbrennen, wenn man einen Aufguss macht und es dabei übertreibt - obwohl nach wie vor praktisch dieselbe Temperatur in der Sauna herrscht (100°).

Dann muss man sich nur noch überlegen, was mit dem Wasser in dem Eierkocher passiert.
@gravi: Denk mal an chemische Apparaturen...

@detaxp: Ja, da hast du wohl recht, mit deinen genaueren Erklärungen zur Kerzenflamme.

Beste Grüße
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von gravi » 14. Feb 2011, 19:10

@seeker:
Könnte das so sein, dass bei vielen Eiern auch eine große Oberfläche im Kocher ist? Die müsste relativ zum Wasserdampf kühler sein, weshalb viel Wasserdampf wieder kurzzeitig kondensieren könnte und wieder auf die Heizung tropft.

Ist nur ein Ei drin, ist der Oberfläche klein und der meiste Wasserdampf verschwindet durchs Loch.

Sonst fällt mir nichts Besseres ein...

Gruß
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von seeker » 14. Feb 2011, 20:14

gravi, das stimmt! :well:

Jetzt fehlen mir nur noch ein paar Worte dazu, welcher Mechanismus die Eier denn primär aufheizt... dann haben wir's auch schon gelöst und wissen, wie ein Eierkocher funktioniert. :D


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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von gravi » 15. Feb 2011, 18:49

Cool...

Ich schätze, die Haupt- Wärme wird durch den Wasserdampf übertragen, der ja ständig die Eier komplett umgibt, oder besser gesagt durch das 100° heiße, auf dem Ei kondensierende Wasser...denke ich mir so.

Gruß
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von Zausel » 15. Feb 2011, 21:29

Hallo,

dann bestreiche ich das ganze nochmal mit meinem Senf.

Kann es sein, dass das ein ähnlicher Effekt ist, wie der, der einen gut gefüllten Kühlschrank im Inneren länger kühl hält als einen nur wenig gefüllten?
Ich meine, dass die Oberfläche der gekühlten Gegenstände größer ist, wenn mehr Dinge darin liegen und die Gegenstände dann auch länger kühl halten, weil sie sich gegenseitig kühlen.

Ich habe das als Kind mal getestet, ohne zu wissen was dabei herauskommen soll, ausser Ärger mit der Mutter. Ist jedenfalls tatsächlich so :D (Auch der Ärger)

Vor kurzem war das in Galileo und irgendwie fand ich es klasse, dass ich auf so ein Experiment selbst kam.


Gruß

zausel

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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von seeker » 15. Feb 2011, 21:29

Ja, richtig!
Hmm, Kondensation also...
Wie heißt diese Enthalpie nochmal? Ist das viel (im Vergleich dazu, dass der Dampf 100°C heiß ist)?

Warum kann man sich also in der Sauna beim Aufguss machen leicht verbrennen?

Oder anders gefragt:
Zwei kleine identische Metallkugeln werden in einem großen (nach außen perfekt isolierten) Rohr frei aufgehängt und unter denselben Bedingungen mit derselben (Teilchen-)Menge Wasserdampf (pro Zeiteinheit) umströmt.

Körper A hat eine Start-Temperatur von 120°C und wird von 250°C heißem Wasserdampf umströmt.
Körper B hat eine Start-Temperatur von 20°C und wird von 100°C heißem Wasserdampf umströmt.

Frage: Welcher Körper wird schneller um 30 Kelvin heißer? (Wird also A 150° C erreichen, bevor B 50° C erreicht - oder umgekehrt?) Warum?


Aber ansonsten passt das natürlich:
Wenn viele Eier im Behälter sind, dann kondensiert viel mehr Wasser auf der Eioberfläche und tropft wieder herunter, was wiederum dazu führt, dass nur wenig Wasserdampf über das kleine Loch oben entweichen kann. Man erhält einen teilweisen Kreisprozess. Summen tut der Eierkocher erst dann, wenn alles Wasser entwichen ist und die Herdplatte deshalb erst dann >100° C erreicht. Man braucht zwar mehr Energie um viele Eier zu erwärmen, das spielt aber nur eine untergeordnete Rolle, weil die Prozesszeit durch die Entweichgeschwindigkeit des Dampfes bestimmt wird.

Grüße
seeker

P.S.: Das mit dem Kühlschrank ist richtig, ist aber ein anderer Effekt und hängt einfach damit zusammen, dass eine große Masse in einem (auch nur teilweise geschlossenen/isolierten) Behälter einfach länger kühl bleibt, als eine kleine Masse, weil die Umgebung nicht beliebig viel Wärme durch Konvektion und IR-Strahlung nachliefert. Man könnte also salopp sagen, dass sich nahe beieinander stehende kalte Gegenstände gegenseitig "kühlen". Na ja, aber nur so ungefähr...
Grüße
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von gravi » 16. Feb 2011, 18:38

Prima,, damit haben wir der Natur wieder eines der unergründlichen Rätsel entrissen :lolol:

Warmen Gruß
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von gravi » 17. Feb 2011, 18:49

Dann hätte ich auch noch etwas, ist allerdings eher chemisch als physikalisch, doch auch interessant:

Wenn ein Apfel reif ist, fällt er vom Baum (das wusste schon Newton :wink: ).

Wieso aber liegen meist unter dem Apfelbaum völlig unreife Früchte, die allerdings stolz auf einen "Untermieter" verweisen können. Auch die von Vögeln oder anderem Getier angeknabberten Früchte mag der Baum wohl nicht und wirft sie fort.

Wie macht der Apfelbaum das, obwohl er "weiß", dass seine Früchte noch nicht reif sind?

Gruß
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von positronium » 17. Feb 2011, 19:02

Gestern oder vorgestern sah ich den Rest einer Fernsehreportage, in der es darum ging, dass Pflanzen ein primitives Nervensystem haben sollen. So konnte mit Hilfe eines - man höre und staune - Frassroboters, der Raupenfrass simuliert, eine Pflanze so stimuliert werden, dass in entfernten Teilen der Pflanze dadurch ausgelöste elektrische Signale aufgezeichnet werden konnten.
Vielleicht schicken auch befallene Äpfel e-mails an ihren Ast...

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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von seeker » 18. Feb 2011, 00:20

Ich muss erst noch was zur Sauna und dem Wasserdampf sagen:

In der Sauna verbrüht man sich durch einen Wasser-Aufguss nicht primär deshalb leicht, weil Wasserdampf eine höhere Wärmekapazität als Luft hat, sondern weil der Dampf an der kühlen Haut kondensiert.

Hintergrund: Die Verdampfungsenthalpie

Für den Phasenübergang einer Flüssigkeit zu einem Gas muss (auch am Siedepunkt) Energie zugeführt werden, da die Anziehungskräfte der Flüssigkeitsteilchen überwunden werden müssen. Hinzu kommt noch die aufzuwendende Volumen-Verschiebearbeit, da das entstehende Gas im isobaren Fall ein viel größeres Volumen einnimmt als das ursprüngliche Wasser. Diese macht allerdings weniger als 10% der aufzuwendenden Gesamtarbeit aus.

Um Wasser bei 100 °C und 1013 mbar zu verdampfen, ist die Energie

ΔH = 40,7 kJ/mol = 2260 kJ/kg !!!

aufzuwenden.

Genau diese Energie wird aber (wegen der Energieerhaltung) wieder frei, wenn sich 100° C heißer Dampf in 100° C heißes Wasser verwandelt, indem er auf der Haut kondensiert.


Zum Vergleich, was 2,26 MJ/kg Verdampfungsenthalpie bei Wasser bedeuten:

Die spezifische Wärmekapazität von Wasser beträgt 4,2 kJ/(K * kg).
Die Temperaturdifferenz zwischen der Hautoberfläche (mit 37° C angenommen) und 100 ° heißem Wasser beträgt 63 Kelvin.
Daraus ergibt sich die energetische "Potentialdifferenz" zwischen der Haut und 100°C heißem Wasser so:

ΔU = 63 K * 4,2 kJ/(K*kg)

ΔU = 265 kJ/kg = 0,265 MJ/kg

Das ist sehr wenig im Vergleich zur freiwerdenden Verdampfungsenthalpie (2,26 MJ/kg).

Oder anders ausgedrückt:

Es braucht viel mehr Energie um 100° C heißes Wasser in 100° C heißen Dampf zu verwandeln (2,26 MJ/kg), als Wasser von 0°C auf 100° C zu erwärmen (0,42 MJ/kg)!

Im Falle einer dampfumspülten Oberfläche, die bei Normaldruck schon deutlich mehr als 100°C hat, kann kein Wasser kondensieren. Deshalb ist der Energieeintrag hier geringer, als bei einer Oberfläche mit weniger als 100° C - und deshalb heizt sich Körper B (zunächst) schneller auf als Körper A.
Im Falle des Eierkochers findet der Energietransport primär über die Kondensationswärme statt und nur zu einem kleineren Teil über normale Wärmeübertragung durch Konvektion.

Was lernen wir daraus?
Heißer Dampf kann u.U. mehr "Aua! :cry: " machen als heißes Wasser!

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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von seeker » 18. Feb 2011, 00:31

Das mit den Bäumen weiß ich nicht.
Ich vermute aber stark, dass der Baum merkt, wenn einige Früchte faul sind und die deshalb verfrüht abwirft um Energie bzw. Nährstoffe zu sparen.
Ich vermute, dass ein primär chemischer Mechanismus mittels Botenstoffen dahinter steht.

Bäume haben erstaunliche Fähigkeiten:
So gibt es eine Baumart (Akazien?), die -wenn von Fressfeinden angenagt- Botenstoffe in die Luft entlässt (ich glaube Ethen), die andere Bäume in der Nähe warnen, sodass diese rechtzeitig Gift in ihre Blätter pumpen können und sich so schützen.

Faszinierend! Das sag mal noch einer Bäume wären völlig dumpf!

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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von Skeltek » 18. Feb 2011, 08:32

Von den Wuzeln in die Äste, bis hinein in die Früchte und zur Oberfläche der Früchte bestehen Konzentrationsgefälle an Mineralstoffen, Wasser, Kappilarkräfte usw.
Bei normalem Wachstum verdunsten leichte Mengen Wasser aus den Blättern, die durch den Sog und Osmose nachgesaugt werden.
Ich nehme einfach stark an, daß ein beschädigter Apfel in relativ kurzer Zeit mehr Wasser und Mineralstoffe nachsaugt, als der Ast an den Apfelstiel nachliefern kann. Der Stiel, der sich nicht schnell genug anpassen kann, trocknet aus, wird spröde und die Frucht fällt durch ihr Gewicht vom Baum.

Das ist wie eine Kondensator-Widerstand-Kette, deren Komponenten in Abhängigkeit von der Stromstärke wachsen. Nimmt man den letzten Widerstand(der is ja der größte) schlagartig raus, dann schmort der Widerstand davor durch, bevor er auf eine entsprechende Größe anwachsen kann.

Denke mal bei nem Apfelbaum kann man das austrocknen(?) des Stiels, an dem der Apfel hängt, durch einen schlagartigen Verlust an Wasser erklären, der durch die plötzlich zerstörte Kette an Kapilarwirkungen entsteht.
Die plausibelste Erklaerung jedes hinreichend komplizierten Systems ist falsch

Unentscheidbarkeit für Dummies: Dieser Satz ist wahr
oder
Diese Menge hat zwei Elemente: A und B

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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von seeker » 18. Feb 2011, 09:52

So etwas könnte sein...
Da es sich um Biologie handelt ist es aber wahrscheinlich etwas komplexer.
Vielleicht merkt der Baum auch den Wasserverlust und schnürt dann die Wasserzufuhr (durch zuwachsen der Kapillaren) im Stiel ab?

Warum fallen Blätter und (reife) Äpfel im Spätjahr überhaupt von Bäumen? Wie macht der Baum das?

Bei den Blättern weiß ich noch, dass der Baum vor dem Abwerfen noch Nährstoffe aus den Blättern zieht/recycelt und evtl. noch Abfallstoffe hinein pumpt. Manche Bäume schaffen so durch die Laubbedeckung des umgebenden Bodens und durch dessen Anreicherung mit gewissen Stoffen eine lebensfeindliche Zone für unerwünschte Konkurrenzpflanzen, jedoch einen lebensfreundlichen Boden für sich selbst.

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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von gravi » 18. Feb 2011, 19:05

Okay, das Stichwort ist ja schon gefallen: Ethen (früher Äthylen).

Unreife Äpfel produzieren nur wenig dieses Gases. Reife dagegen viel. Auch wenn unreife Äpfel angefressen werden entsteht in Verbindung mit dem Luftsauerstoff dieses Ethen.

Das gelangt dann durch den Stengel in den Ast, an dem der Apfel hängt und wirkt quasi als Botenstoff. Der nämlich veranlasst den Baum, jetzt ein Hormon auszuschütten, das in das Astenede gelangt. Dort bewirkt es eine Art Versprödung, der Stengel mit Apfel wird nicht mehr mit den Säften des Baumes versorgt. Die Stelle wird mürbe, stirbt ab und der Apfel fällt.

Ich habe das vör längerer Zeit mal in einer Fernsehsendung mitbekommen und musste wieder einmal staunen, wie trickreich doch unsere Natur ist.

Schönen Gruß
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von seeker » 4. Jul 2011, 23:16

Wenn wir schon wieder mal beim Quizzen sind:

Es ist ja jetzt wieder Grillsaison. Manchmal kommt es nun vor, dass man wo grillt, wo man keinen Strom hat.
Für den Durst ist das nun natürlich ein sehr ernstes Problem, denn es stellt sich die existenzielle Frage: Wo bekommt man ein kühles Bier hier? :cry:

Nun, seit nicht allzu langer Zeit gibt es dafür eine Lösung: ;i

Es ist ein unscheinbares Blech-Bierfässchen, das man ungekühlt auf den Acker schleppen kann.
Dann muss man irgendwo ziehen oder drücken oder so... und dann geschieht das Unerhörte: Das Fässchen wird nach einiger Zeit nicht kalt, sondern außen sehr heiß!
"So ein Schmarrn!" mag sich da mancher denken... doch wenn man den Zapfhahn öffnet zeigt sich das Wunder: Es kommt herrlich kalter Gerstensaft herausgeströmt! Lecker! :D

Frage: Wie funktioniert das? Zauberei? Quantenfluktuationen? Verletzung des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik? Dunkle Energie? Wie?

:beer:
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von gravi » 5. Jul 2011, 20:00

Peltier- Element oder doch eher Chemie???

Gruß
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von seeker » 5. Jul 2011, 20:04

Ein Peltier-Element braucht Strom. Den haben wir nicht...
Leider Nein.

Chemie? Jein! eher..., wie heißt dieser Thread doch gleich?

Grüße
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von gravi » 6. Jul 2011, 20:11

Dann bleibt mir nur die Überlegung, dass irgend etwas in der Umgebung des Bieres (von diesem sicher getrennt) verdampfen müsste. Die Verdampfungswärme entzieht der Umgebung (dem Bier) Wärme, das also kühl wird. Nur wie jetzt das verdampfte heiße Zeugs vom Bier abgetrennt wird und es nicht gleich wieder aufwärmt - keine Ahnung. Bin ich Erfinder? :devil:

Was anderes würde mir jetzt nicht einfallen. Ausgenommen chemische Kühlung, aber die will ja hier niemand :cry:

Gruß
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von seeker » 6. Jul 2011, 23:21

gravi hat geschrieben:Bin ich Erfinder?
Ja, fast! :well:
Es fehlen jetzt nur noch ein, zwei (wichtige) Details...

Wenn du Lust hast, dann denk noch drüber nach, warum das Fass an seiner Außenseite dabei heiß wird?
Was macht man mit dem Wasserdampf? Es gibt doch gewisse Stoffe (mit einer bestimmten Eigenschaft, die du kennst), die man da einsetzen könnte...
Ob das nun Physik oder Chemie ist? Keine Ahnung, ich denke irgendwo beides... Deshalb mein ursprüngliches "Jein".
Das Tolle dabei ist, dass man die Fässer regenerieren kann, sie sind also wiederverwendbar.
Kannst du uns so ein Fass nun im Prinzip bauen?
Ich bin gespannt!

Grüße
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von gravi » 7. Jul 2011, 18:50

Och, klär uns doch auf...

Ich schätze das verdampfte Zeugs könnte durch so eine Art Diaphragma, 'ne semipermeable Membran gehen, was also eine Art "Einbahnstraße" für den Dampf darstellt. Da geht er dann gerne durch und bleibt dann wohl in einer separaten Kammer gefangen. Die muss dann ja außen liegen, da es dort heiß wird. Wenn sich das verdampfte Medium (Wasser ist es wohl nicht?) abgekühlt hat, also auskondensiert ist, kann man es irgendwie wieder zurückführen.
Letzteres ist aber völlig sinnlos, denn das Bier ist ja längst weg geschlabbert :beer:
Und wer kühlt schon freiwillig warme Luft im Fass...

Gruß
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von seeker » 8. Jul 2011, 08:42

Ich habe das vor ein Jahren zum ersten Mal im Einsatz gesehen (beim Grillen) und war fasziniert und wollte unbedingt wissen, wie das funktioniert...
Das selbstkühlende Bierfass funktioniert so:

Ganz innen ist das Bier. Um das Bier herum ist eine Schicht, wo mit Wasser getränkte Watte ist.
Ganz außen ist eine Schicht mit Zeolith bzw. mit einem Molekularsieb. (Trockener) Zeolith ist hygroskopisch (wie z.B. auch konz. H2SO4, Silica Gel, etc.) und hat eine riesige Adsorptionsfähigkeit (wg. der enormen inneren Oberfläche von ca. 1000 m²/g).
Sowohl die Zeolithschicht als auch die Wasser-Watte-Schicht sind evakuiert (=Niederdruck). Beide sind durch eine Zwischenwand getrennt. Dazwischen ist ein Ventil.
Wg. dem Dampfdruck von Wasser hat die Wasser-Watte-Schicht noch einen Restdruck von schätzungsweise 30 mbar (bei Raumtemperatur), die Zeolithschicht ist stärker evakuiert.
Öffnet man das Ventil zwischen den beiden Schichten strömt Wasserdampf zum Zeolith und wird dort adsorbiert, sodass weiterer Dampf nachströmen (und in der Watte-Schicht auch verdampfen) kann.

Ergo: Das Wasser verdampft und kühlt dabei das Bier. Der Zeolith erwärmt sich durch das Wasserbinden stark.

Durch dieses Verfahren ist es möglich ein ungekühltes 20 l Fass (ohne Strom) in ca. 30min auf Trinktemperatur zu bekommen!
Das ist deutlich schneller als jeder Kühlschrank! Genial! :beer:

Regeneriert wird das Fass, indem man es ausheizt und so den Wasserdampf wieder aus dem Zeolith austreibt.

Ich habe jetzt noch fertige Beschreibungen (mit Bildern) im Netz gefunden, wo man das noch genauer nachlesen kann:
http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstk%C3 ... s_Bierfass
http://www.ki-portal.de/ai/resources/3476357eba0.pdf

Die Sache mit dem Zeolith ist interessant:
Zeolithe sind kristalline Alumosilikate, die in zahlreichen Modifikationen in der Natur vorkommen, aber auch synthetisch hergestellt werden können.
...
Zeolithe bestehen aus einer mikroporösen Gerüststruktur aus AlO4−− und SiO4−Tetraedern. Dabei sind die Aluminium- und Silicium-Atome untereinander durch Sauerstoffatome verbunden. Je nach Strukturtyp ergibt sich dadurch eine Struktur aus gleichförmigen Poren und/oder Kanälen, in denen Stoffe adsorbiert werden können. In der Natur ist dort in der Regel Wasser adsorbiert, das durch Erhitzen aus den Poren entfernt werden kann, ohne dass sich die Zeolithstruktur ändert. Zeolithe können damit gleichsam als Siebe verwendet werden, da nur Moleküle in den Poren adsorbieren, welche einen kleineren kinetischen Durchmesser besitzen als die Porenöffnungen der Zeolithstruktur. Zeolithe fallen daher auch in die Gruppe der Molekularsiebe.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zeolithe_%28Stoffgruppe%29

Er kann durch Wasseraufnahme ca. 200°C erreichen. Die freiwerdende Wärmeenergie entspricht nach einer kurzen Überschlagsrechnung einem Energie/Masse-Verhältnis, das dem einer Blei-Säure-Starterbatterie gleichkommt! Kein schlechter Energiespeicher...

Ich habe mir auch schon überlegt, ob man das Prinzip nicht umdrehen könnte: Man könnte damit eine (billige) Auto-Standheizung zu bauen, mit der man das Auto im Winter (per Zeitschaltuhr) für ca. 1/2 h vorwärmen (und enteisen) könnte, bevor man morgens einsteigt...
Mal sehen, vielleicht gehe ich das mal noch an...
Mir kam dann auch zu Ohren, dass Volvo ein ganz ähnliches System nutzt um in kalten Ländern den Motor vorzuwärmen.

Grüße
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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von gravi » 9. Jul 2011, 19:48

Na, das ist ja eine Super Erklärung: Danke!

Klingt alles so einfach - aber da steckt schon einiges an Hirnschmalz dahinter. Ja, Molekularsieb ist der Knackpunkt. Hätte ich eigentlich auch drauf kommen können. Aber jetzt hol ich mein Bier aus dem kalten Keller - Gartenparty ist angesagt, der Grill raucht auch schon :P

Danke nochmals!

Gruß
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gerald

Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von gerald » 15. Okt 2011, 03:09

hallo ihr, tolles, faszinierendes, auch lustiges forum macht ihr hier, ...das auch kiebitzer (wie mich) zum mitmachen verführte. gratuliere.

die heiße wurst hat mich eingeladen, weil unwiderstehlich wurde, nach dem das mit dem kühlen bier „funktionierte“: „verdunstungskälte“, wie beim „guten alten“ absorberkühlschrank (und wer kannte den noch, im zeitalter adiabatischer kompressionsmaschinen?), genial einfach... und man mit einer erweiterten „vorrichtung“ gleich das brühwasser für ne tasse kaffee oder fürs würstchen „heizen“ könnte???

wie aber heißt nun dieses „einfache“ (= auf was reduzierbare) stichwort für die „längs aufgeplatzte“ wurstpelle? geometrie? ja, sicher, sehr allgemein,... aber primär ist doch die „oberflächenspannung“ ursächlich, die dann diese ideal-geometrie formt oder warum hier nicht formen kann... und dann platzt, oder? – bei mir ist das so angekommen:

hätte die wurstpelle eine hinreichende elastizität, dann würde die aufgeheizte wurtmasse daraus sicher einen ballon (die kugel) formen,... spannt also dort am meisten, wo´s am engsten ist, oder? vielleicht muss man die wurst vor dem nachdenken drüber erst essen, um selbst zu erleben, wo der schlanke „mantel“ spannt… oder wie wo welche kräfte (und ein maximum) entwickelt,… woraus dann (als „theoretische“ physik) „formale abstraktionen entstehen“. – entstehen die erst danach? - was ist jetzt ursache und was wirkung?

für den eierkocher fehlt mir noch die „selbstreflektierende“ antwort-rhetorik des „auf dann welches stichwort reduzierbare“ fragen. vielleicht brauchen wir auch zwei stichworte? wie so oft (und die lösung eine „verschmelzende symbiose“, äh,… ein selbstorganisiertes optimum zwischen a und b wäre?) - die frage war ja „warum“ mehr oder weniger verdunstungs-wasser „gebraucht“ wird,... in welch ungleichem verhältnis da was geschieht,… also, warum in besserem recycling als mehrbedarf von wasserdampf endet. (die offenbarten mechanismen sind faszinierend und ich danke euch oder diesem forum für die vielschichtigen „perspektiven“.)

für mich entsteht die eigentliche faszination in der frage-antwort-rhetorik, dem „wahrheit finden“ (im sinne gödels?), hier „das entstehen von wissen“ (in einem system, seine doktorarbeit): woher „weiß die wurst genau“, wo sie aufplatzen muss (weil keinen „bauch“ bilden kann / in ihrem system explizite weil „selbsterfüllende wahrheiten induziert??? /// die „offenbar“ vorher nicht da aber durch was konditioniert waren) – und uns mit einsichten in „mechanismen“ sogar „explizite postulate“ über das weitere geschehen erlauben: „wo kann sich die pelle noch dehnen oder muss schon platzen,… am inneren oder äusseren bogen ihrer krümmung,… auf heiz- oder dampfseite zuerst…“ …wäre die palette der schlussfolgerungen (aber wissen tu ich es nicht), was mich mit „neugieriger erwartung“ auf den nächsten sommer mit seinen vielen grillfesten erfüllt. schaun mer mal, dann, genauer hin.

vorher, in den langen winternächten, könnte uns die „prinzipielle“ frage beschäftigen: steht formale mathematik mit ihren variablen und (natur-) konstanten hinter der physik (oder umgekehrt: davor)? wäre ein „naturgesetz“ demnach statische ursache oder (dynamisch „resultierende“) wirkung des geschehens... und „alles abstrakte“ vielleicht nur nachgereichtes menschenwerk wäre! (und das vorausgehende welches werk wäre? / übertragen auf den pendel: folgt der einer mathematik oder produziert dieser für menschen etwas mathematisch abstrahierbares???)

indiz solchen erwägens: auch unsere beispiele zeigen hier, wie physikalische mechanismen abstrakt formale mathematisierbarkeit „selbst“ erzeugen – also, keiner folgen (eher dorthin streben???). ich sollte diese these vielleicht im mehr philosophischen teil dieses forums stellen – möchte aber hier die inspiration dafür kund getan haben...


- lgg


…und als dankbares postscriptum der quizzsammlung hier, auch eine ernste und eine humorige frage schenken:

warum ist es nachts dunkel?

und woher weiß der spiegel, wo rechts und links ist, oder – warum der nie oben mit unten vertauscht?

und noch eine: was ist jetzt die ernste und was die humorige frage?

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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von gravi » 15. Okt 2011, 19:32

Hallo Gerald,

herzlich willkommen hier in der munteren Runde!

Also, der Spiegel "weiß" gar nix, er gehorcht einfach den optischen Gesetzen.
Nachts ist es vermutlich deshalb dunkel, weil niemand daran dachte das Licht anzumachen....:wink:

Weitere Antworten überlasse ich mal dem Forum :mrgreen:
Netten Gruß
gravi
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Sir Isaac Newton

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Re: Einsteiger-Quiz#3: Allgemeine Physik

Beitrag von seeker » 16. Okt 2011, 02:02

Auch von mir ein herzliches Willkommen!

Zu deinen Fragen:

Warum ist es nachts dunkel?
Das wird deine ernst gemeinte Frage sein.
Diese Frage haben wir hier kürzlich diskutiert. Schau mal in den Thread rein, wenn du Lust hast:
http://abenteuer-universum.de/bb/viewto ... =79&t=1842
http://abenteuer-universum.de/bb/viewto ... 3&start=15, u.a.
Ich denke, du spielst auf das Olberssche Paradoxon an.
Meine Antwort: Es ist Nachts dunkel, weil Sterne nicht unendlich lange existieren, weil auch das Universum nicht unendlich alt ist und weil es nicht statisch ist.

Woher weiß der Spiegel, wo rechts und links ist, oder – warum der nie oben mit unten vertauscht?
Das ist nach meiner Ansicht die humorige Frage.
Ich habe mich mit dieser Frage im Laufe der Jahre bestimmt schon 5x beschäftigt, habe die Lösung jedesmal verstanden - nur um sie dann wieder zu verlieren.
Irgendwie wollen die tieferen Details nicht in meinen Kopf, wollen auch nicht freiwillig einleuchten und ich komme daher jedes mal erneut ins Schleudern...

Meine Antwort lautet aber:
Der Spiegel vertauscht gar nicht links und rechts, noch oben und unten!
Er vertauscht stattdessen gewissermaßen vorne und hinten!
Wenn ich z.B. eine gespiegelte Person vor mir in einem Spiegel sehe, die real vor mir hergeht (also sich von mir entfernt), dann müsste ich ja eigentlich ihren Rücken sehen, wenn ich sie wirklich und direkt sehen würde. Stattdessen sehe ich aber vielmehr ihre Vorderseite im Spiegel. In diesem Sinne vertauscht der Spiegel vorne und hinten.
Der Rest hängt mit unserer Wahrnehmung zusammen, genauer mit der Bewertung dessen, was wir wahrnehmen. Denn wenn die Person ihre rechte Hand hebt, dann sehe ich sie ihre linke Hand heben, was aber nur mein (falscher) Eindruck ist, da ich diese Hand (fälschlich) ja von vorne anstatt (richtigerweise) von hinten sehe. Daher erscheint (nur in meiner bewertenden Wahrnehmung) die rechte Hand als linke Hand, obwohl der Kopf immer noch oben ist und die Füße unten.

Grüße
seeker
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
Denn tut man das, so verliert man zumindest ein Stück weit seine Unvoreingenommenheit, Objektivität.

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