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Ode auf die hellsten Fixsterne

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ralfkannenberg
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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 5. Jul 2021, 17:58

ralfkannenberg hat geschrieben:
5. Jul 2021, 00:07
und das ist Ras Alhague, der Hauptstern des Schlangenträgers, auf den die Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist.
Hallo zusammen,

auch hier kann man noch einfach zwei Sterne "mitnehmen", nämlich den Hauptstern des Herkules und den hellsten Stern des Herkules.

Der Hauptstern eines Sternbildes ist der Stern, der den Namen "alpha" trägt; meistens ist das auch der hellste Stern. Aber eben nicht immer und auch beim Herkules ist der Hauptstern nicht der hellste Stern, sondern im Maximum dessen dritthellster Stern.

Wir gehen nun also entlang der Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel zu Ras Alhague; zwischen der Gemma und Ras Alhague sieht man bei guten Sichtbedingungen einen Stern beinahe 2.Grösse, das ist der hellste Herkulesstern Kornephoros.

Und kurz ehe man Ras Alhague erreicht steht geringfügig abseits ein Stern 3.Grösse, das ist Ras Algethi; ganz witzig, dass die beide Hauptsterne der Sternbilder des Schlangenträgers und des Herkules so nahe beieinander stehen.

Zwar sind beide Sterne sehr einfach auffindbar, helfen aber nicht wirklich, das Sternbild des Herkules als solches zu erkennen, da sie beide abseits stehen, ebenso wie auf der anderen Herkulesseite der Stern iota Herculi in der Drachenkopf-Raute. Der Herkules liegt da also irgendwo dazwischen, doch wollen wir uns zunächst mit promienteren Sternen beschäftigen als mit den etwas unübersichtlichen Sternen ohnehin nur 3.Grösse des Herkules, auch wenn diese den berühmten Kugelsternhaufen M13 beinhalten.


Das soll uns aber nicht daran hindern, bei dieser guten Gelegenheit diese beiden Sterne kennenzulernen und auf unseren künftigen Sternwanderungen auch immer wieder anzuschauen.


Freundliche Grüsse, Ralf

ralfkannenberg
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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 7. Jul 2021, 23:50

Hallo zusammen,

und nun machen wir den nächsten Schritt, dieser wird uns in die Sternbilder Waage, Skorpion und Schütze bringen.

Ok, den Skorpion findet man problemlos auch ohne das und die Waage lassen wir ohnehin links liegen (genauer: die Waage lassen wir rechts liegen). Aber für den Schützen, der ab dem nächsten Monat ein Thema wird, ist das eigentlich ideal.

Der erste Schritt wird nun sein, eine Sternenansammlung in den Sternbildern Schlange und Schlangenträger kennenzulernen, die wie auf einer unten etwas abgeknickten Linie liegen, der ich den Namen "Himmelslineal" gegeben habe.

Dieser Eintrag dient nun dazu, den Einstieg in dieses Himmelslineal, das man bei guten Sichtbedingungen sofort sieht, sicher zu finden und ihn mit 3 Sternen abzusichern.


Ihr alle kennt einen Drachen, den man als Kinder an einer Schnur bei Wind in die Luft steigen lässt. Ein Drachen ist auch eine mathematische Figur, und zwar ein Viereck, bei dem zwei gegenüberliegende Seiten gleich lang sind. Oft wird ein Drache in der Mathematik so dargestellt, dass die kürzeren Seiten oben und die längeren Seiten unten sind; die längere Diagonale verläuft dann von oben nach unten.

Nun nehmen wir die Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel und nehmen an, sie sei der kürzere Teil eines solchen Drachen, mit Mirak in der oberen kürzeren Spitze. Vervollständigen wir sie nun nach unten Süden, so finden wir in der unteren, längeren Spitze ebenfalls einen Stern, der die 2.Grösse nur um 3 Hundertstel Grössenklassen verfehlt. Dieser Stern heisst Unuk und ist der hellste Stern des Sternbildes Schlange.

Aufgrund der Bedeutung des Himmelslineals ist es sehr wichtig, Unuk sicher zu finden.

Mirak und Unuk bilden die längere Diagonale, Arktur und die Gemma die kürzere Diagonale. Natürlich hat diese mathematische Figur nichts mit dem Sternbild des Drachen zu tun, sondern soll nur darstellen, wie Arktur, Mirak und die Gemma sowie unten Unuk in einem solchen drachenförmigen Viereck stehen.

Gehen wir nun in der langen Diagonale von Mirak zu Unuk und noch ein bisschen weiter, so sehen wir einen Stern beinahe 3.Grösse, das ist epsilon Serpentis, der sechsthellste Stern des Sternbildes Schlange.

Nun gehen wir in der längeren Diagonale von Mirak zu Unuk fast gleich viel weiter, so sehen wir dort einen Stern sogar beinahe 2.Grösse, fast so hell wie Unuk, das ist der Stern Yed Prior im Sternbild Schlangenträger, er ist der vierthellste Stern des Sternbildes Schlangenträger, auf dessen hellsten Stern Ras Alhague ja die Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist. Auch hier gehen wir ein bisschen weiter und sehen einen weiteren Stern, das ist Yed Posterior, ein Stern 3.Grösse, der geringfügig heller ist als der schwächste Stern des Grossen Wagen.

Nun haben wir Unuk mit epsilon Serpenti und Yed Prior abgesichert und zudem Yed Prior mit dem Stern Yed Posterior abgesichert.


Im nächsten Beitrag werden wir dann das gesamte Himmelslineal kennenlernen, es fehlen nur noch ein Stern am Anfang sowie die beiden Sterne am unteren Ende, von denen der untere ein bisschen nach oben abgeknickt ist, und wenn Ihr mal hinausgeht und diese Sterne schon jetzt am Himmel seht, dann ist das auch nicht weiter schlimm. Ihr werdet dann auch einen rötlichen Stern 1.Grösse rechts unterhalb sehen, das ist Antares, der Hauptstern des Skorpion, und diagonal rechts über ihm die Dschubba, seit ihrem Helligkeitsausbruch vor gut 15 Jahren einem Stern beinahe 1.Grösse im vorderen Skorpionteil, sowie links diagonal von ihr einen Stern 2.Grösse, das ist Akrab ebenfalls im Skorpion. - Allerdings kann ich hier von der Schweiz aus grosse Töne spucken, denn in Deutschland steht der Skorpion tief am Südhimmel und kann dort nur bei guten Sichtbedingungen gesehen werden. Seine volle Pracht entfaltet der Skorpion von Südeuropa aus und wer ihn mal in voller Schönheit samt einem eindrucksvollen Schwanz gesehen hat wird nicht nur wie ich zur Erkenntnis kommen, dass der Skorpion das schönste und figürlichste aller Sternbilder ist.


Ich fasse zusammen:
1. Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel
2. diese vervollständigen wir nach Süden zu einem drachenförmigen Viereck mit Unuk an der unteren längeren Spitze des Drachen
3. Unuk sichern wir mit epsilon Serpentis ab, den man einfach sieht wenn man die grosse Diagonal dieses Drachens von Mirak zu Unuk noch ein bisschen weitergeht
4. Verlängern wir die grosse Diagonale des Drachens von Mirak zu Unuk fast gleichviel weiter, so gelangen wir zu Yed Prior
5. und noch ein bisschen weitergehend zu Yed Posterior


Viel Spass !


Freundliche Grüsse, Ralf

ralfkannenberg
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Re: Ode auf die hellsten Fixsterne

Beitrag von ralfkannenberg » 17. Jul 2021, 22:53

ralfkannenberg hat geschrieben:
7. Jul 2021, 23:50
Ihr alle kennt einen Drachen, den man als Kinder an einer Schnur bei Wind in die Luft steigen lässt. Ein Drachen ist auch eine mathematische Figur, und zwar ein Viereck, bei dem zwei gegenüberliegende Seiten gleich lang sind. Oft wird ein Drache in der Mathematik so dargestellt, dass die kürzeren Seiten oben und die längeren Seiten unten sind; die längere Diagonale verläuft dann von oben nach unten.

Nun nehmen wir die Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel und nehmen an, sie sei der kürzere Teil eines solchen Drachen, mit Mirak in der oberen kürzeren Spitze. Vervollständigen wir sie nun nach unten Süden, so finden wir in der unteren, längeren Spitze ebenfalls einen Stern, der die 2.Grösse nur um 3 Hundertstel Grössenklassen verfehlt. Dieser Stern heisst Unuk und ist der hellste Stern des Sternbildes Schlange.
Hallo zusammen,

auch wenn derzeit kein Beobachtungswetter vorliegt so möchte ich hier dennoch weiterfahren.

Wir haben es schon vorbereitet und bekommen es nun auf dem goldenen Tablett serviert: das "Himmelslineal". Als ich diese Sternenkette zum ersten Male sah - damals war ich 16 Jahre alt, habe ich ihr spontan diesen Namen gegeben.

Das Himmelslineal ist eine nahezu gerade Linie von 7 Sternen, bei der der unterste Stern geringfügig abgeknickt ist, so dass ich manchmal auch von einem "geraden Teil des Himmelslineals" spreche.

Das Himmelslineal besteht aus einer Dreiergruppe von Sternen, einer Zweiergruppe sowie einem unteren Stern und einem "abgeknickten" Stern, wobei diese vier Teile des Himmelslineals ungefähr gleichweit auseinander liegen. Es ist übrigens viel umständlicher, diese Figürlichkeit aufzuschreiben als sie sich einfach am Himmel anzuschauen.

Der im vorherigen Beitrag ausführlich beschriebene Stern Unuk, er ist ja der Hauptstern der Schlange, steht in der Mitte der oberen Dreiergruppe und somit an der zweiten Stelle im Himmelslineal. Mit dem unteren Stern der oberen Dreiergruppe, dem sechsthellsten Schlangenstern epsilon Serpentis, der beinahe die 3.Grösse erreicht, hatte wir Unuk ja abgesichert; er steht somit an der dritten Stelle des Himmelslineals. Der ersten Stern des Himmelslineals heisst delta Serpentis und ist etwas weniger hell; er steht auf der anderen Seite von Unuk als epsilon Serpentis, etwas weiter entfernt. Er erreicht die 4.Grösse.

Die beiden Sterne der Zweiergruppe haben wir auch schon kennengelernt; mit dem oberen und helleren von ihnen hatten wir ebenfalls Unuk abgesichert, das ist der Stern Yed Prior, der von blossem Auge gleichhell wie Unuk ist, aber fast 10° südlich steht, und mit dem unteren von ihnen, das ist Yed Posterior, hatten wir Yed Prior abgesichert. Ersterer ist der vierthellste Stern des Schlangenträgers, zweiterer dessen siebthellster Stern, geringfügg heller als der schwächste Stern des Grossen Wagen. Yed Prior findet man auch, indem man vom mittleren Stern der Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel, also von Mirak, zu Unuk und dann etwa halb soviel weitergeht.

Von der Dreiergruppe über die Zweiergruppe nochmals gleichviel weitergehend gelangen wir zum unteren Stern des geraden Teiles des Himmelslineals, das ist der dritthellste Schlangenträgerstern zeta Ophiuchi, der gerade noch die 2.Grösse erreicht. Er ist geringfügig heller als Unuk und Yed Prior.

Nochmals ungefähr gleichviel weitergehend gelangen wir zum zweithellsten Stern des Schlangenträgers, das ist der Stern Sabik (eta Ophiuchi). Der Schlangenträger ist ziemlich ausgedehnt und wir erinnern uns, dass man mit Hilfe der Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel zum hellsten Schlangenträgerstern Ras Alhague gelangt; dem Himmelslineal entlanggehend gehend gelangt man also zum zweithellsten Schlangenträgerstern Sabik. Auch wenn heute der Name Sabik auf diesen Stern übergegangen ist, so bezeichnete Sabik früher eine Sternengruppe, die aus dem zweit- und dem dritthellsten Schlangenträgerstern eta und zeta Ophiuchi besteht, also den beiden unteren Sternen des Himmelslineals.


Das Himmelslineal bietet vorzügliche Möglichkeiten, um in die Sternbilder Waage, Skorpion und Schütze zu gelangen, aber das schauen wir uns ein anderes Mal an, zumal man den prominenten und sehr schönen Skorpion aufgrund seiner Figürlichkeit oder bei schlechten Sichtbedingungen aufgrund der Helligkeit seines Hauptsternes Antares (1.Grösse) auch ohne das Himmelslineal problemlos finden kann.

Heute aber gehört unsere Aufmerksamkeit dieser Sternenkette aus 7 Sternen, die sich durch die beiden Sternbilder Schlange und Schlangenträger zieht.


Freundliche Grüsse, Ralf

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