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Wurmloch

Schwarze Löcher, wohl die mysteriösesten Objekte im All: Entstehung, Geometrie, Dynamik, Quantenaspekte
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Wurmloch

Beitrag von msueper » 25. Dez 2005, 09:45

Hallo,
so rein bildlich kann man sich ein Wurmloch ja noch vorstellen:

min. 2 schwarze Löcher (SL) und ein stark gekrümmter Raum dazwischen. Die wie Trichter dargestellten lokalen Krümmungen des Raumes, bedingt durch die SL, treffen mit ihrem Trichterschlund aufeinander. Dies wäre denkbar, wenn der Raum zwischen den SL ebenfalls so stark gekrümmt wäre, das die SL sich quasi gegenüberliegen.

Einige SciFi Serien und Bücher basieren nun auf der Idee, in das eine Loch reinzufahren und aus dem anderen rauszukommen.

Frage: ist schon ausserhalb des Ergeinishorizontes eine so starke Krümmung realistisch, dass sowas überhaupt denkbar ist? Muß das Raumschiff in den Ereignishorizot eintauchen, schätze ich mal liegt der "Versicherungsfall" vor.
Grüße, Martin

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Beitrag von gravi » 25. Dez 2005, 12:38

Wurmlöcher sind nach meiner Ansicht schon allein deshalb zweifelhaft, insofern sie ja eine "Abkürzung" in einer gekrümmten Raumzeit darstellen sollen.

Leider ist unser Kosmos jedoch "flach", genügt damit der euklidischen Geometrie und weist deshalb (großskalig gesehen) kaum nennenswerte Krümmungen auf.
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Beitrag von msueper » 26. Dez 2005, 11:44

gravi hat geschrieben: Leider ist unser Kosmos jedoch "flach", genügt damit der euklidischen Geometrie und weist deshalb (großskalig gesehen) kaum nennenswerte Krümmungen auf.
Wenn der Raum stark gekrümmt (gefaltet) wäre, würden wir das doch gar nicht direkt bemerken. Geradeaus ist so, wie das Licht "fliegt".
Wenn die Krümmung durch erkennbare Massen verursacht sein muß, ok, dann könnte man was rechnen. Wenn es aber eine Eigenschaft des Raumes wäre...
Und wenn man dann noch solch obskure Dinge wie dunkle Energie/Materie bedenkt.

Im Prinzip halte ich Wurmlöcher auch für Blödsinn. Der Begriff "schwarzes Loch" ist halt sehr gut gewählt, fast magisch, ein echter Marketing-Begriff. Dadurch wurden die eigentlich "unspektakulären" Gebilde zu dem Objekt der SciFi Fantasie.
Martin

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Beitrag von SchrödingersCAT » 26. Dez 2005, 12:53

msueper hat geschrieben: . Der Begriff "schwarzes Loch" ist halt sehr gut gewählt, fast magisch, ein echter Marketing-Begriff. Dadurch wurden die eigentlich "unspektakulären" Gebilde zu dem Objekt der SciFi Fantasie.

Das liegt daran, daß der Begriff "Schwarzer Stern" 1966 erstmalig in TOS (Startrek Originial Series) mit Captain Kirk in der TV-Welt auftauchte . :-) Der Begriff "schwarzes Loch" wurde später daraus.
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Beitrag von gravi » 26. Dez 2005, 18:18

Der Begriff "Schwarzes Loch" geht auf John Wheeler zurück. In einem Vortrag am Goddard Institute for Space Studies 1967 maulte er darüber, ständig über gravitativ vollständig kollabierte Objekte sprechen zu müssen.
Ein Zuhörer rief ihm zu "Wie wäre es mit Schwarzem Loch?".

Schon ein paar Wochen später hat Wheeler sich den Begriff in einem anderen Vortrag zu eigen gemacht, der dann sofort allgemein übernommen wurde.
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Beitrag von Stephen » 27. Dez 2005, 21:39

Hallo,

so ein Wurmloch ist natürlich ein Gebilde, welches der Fantasie Tür und Tor öffnet. Wenn es denn tatsächlich möglich wäre, so ein Objekt unbeschadet zu durchfliegen, würde man sich erstens für immer aus dem uns bekannten Universum verabschieden und zweitens in eine völlig unbekannte - weil nicht beobachtbare - Welt eintauchen....

Abgesehen davon, ob der Vorschub des Raumschiffs in dieser neuen Welt überhaupt noch funktionieren würde finde ich es spannend, solche Szenarien im Kopf durchzuspielen...

Gruß
Steffen
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Beitrag von AlTheKingBundy » 28. Dez 2005, 11:35

Ich gebe da Tensor völlig Recht, man muss immer die Wahrscheinlichkeit solcher Objekte in Betracht ziehen. Natürliche Wurmlöcher dürften absolut selten sein, künstlich vom Menschen erzeugte komplett unmöglich. Die erforderlichen Energiemengen würden das Labor/Raumschiff umgehend zerstören.

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Beitrag von gravi » 28. Dez 2005, 13:01

Ich meine auch, dass diese Einstein-Rosen- Brücken in der Natur kaum vorkommen werden, und eine künstliche Erzeugung ist aus unserer heutigen Sicht nahezu vollkommen unmöglich und wäre sicher auch sinnlos.

Aber wer weiß, wozu menschliche Technik in 1000 oder 10.000 Jahren fähig sein wird? Noch vor 50 Jahren hieß es, die menschliche Stimme sein niemals künstlich zu erzeugen. Heute quatscht uns jede Kaffeemaschine an...

Vielleicht findet ja auch morgen jemand das Stargate... :lol:
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Beitrag von Scampolo » 29. Dez 2005, 13:36

könnte sein, das es sowas gibt, womit ich nur theoretisch nicht klar komme ist, dass man auf einer seite rein und auf der anderen raus kommen soll.
für mich ist ein schwarzes loch eine einbahnstrasse. man kommt nur rein und nicht mehr raus. wie soll ich also auf der anderen seite rauskommen, wenn die anziehung viel zu groß ist?
das sind dinge die mich beschäftigen. es kann also meiner meinung nach auf der anderen seite kein zweites schwarzes loch sein, es muß was anderes sein.
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Beitrag von gravi » 29. Dez 2005, 17:18

Die Existenz Weißer Löcher ist sehr zweifelhaft. Schon allein aus dem Grund, dass sie von einem Horizont umgeben sind, in den nichts eindringen kann. Sie hätten eine negative Masse (Aha! Diesen Begriff hatten wir schon bei der negativen Materie...) und müssten ständig Materie und Energie in Form von Elefanten, Fischgräten, Blumentöpfen oder Sternen ausspeien, eben alles, was zuvor in ein Schwarzes Loch viel (die zuvor verloren gegangene Information muss wieder hergestellt werden!).

Außerdem müsste dann das Schwarze Loch am anderen Ende ständig an Masse verlieren, und das sehr schnell. Ich glaube, dass ich mal bei Luminet gelesen haben, dass ein Weißes Loch von ~ 10 Sonnenmassen innerhalb einer tausendstel Sekunde "erlöschen" würde. Und durch die viele umgebende Materie würde das Weiße zu einem Schwarzen Loch werden, der Horizont sich umkehren.

Klingt alles ein wenig verwirrend, gel? :roll:
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Beitrag von msueper » 31. Dez 2005, 14:23

Hallo,
bildlich könnte man sich ein Wurmloch so vorstellen:

Code: Alles auswählen

--Raumzeit------.                  .----
                   .            .        . Krümmung irgendwo                   
                     .        .          |
                      .     .            |
                       .   .             |
                        . .              |
                        .X.              |
                        . .              |    X= Schwarzes Loch mit 
                       .   .             |       Ereignis Horizont der
                      .     .            |       so groß wie X ist
                     .       .           |
                   .            .        |
-----------------.                  .----.
Leider sind meine vi-Bilder nicht gerade der Hit. Aber das Wesentliche ist doch ersichtlich:
-1- zwei schwarze Löcher liegen in Raumzeit-Trichtern, die sich durch die Krümmung des Raumes bedingt, gegenüberliegen (bildlich).
-2- die Trichter berühren/streifen sich, noch bevor der Ereignis Horizont beginnt

Ein Raumschiff fliegt damit auf ein solches schwarzes Loch zu und kann, kurz bevor es im Ereignis Horizont verschwindet "abbiegen" und kommt dicht oberhalb des 2. schwarzen Loches raus. "Weisse" Löcher braucht man dazu nicht.

Grüße, Martin

und allen einen guten Rutsch und ein frohes 2006

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Beitrag von gravi » 31. Dez 2005, 16:37

Das hast Du Dir ja raffiniert ausgedacht! :wink:

Allerdings glaube ich nicht, dass es so funkioniert. Die Trichter werden nämlich böserweise immer im Innern eines Lochs liegen, man hat also keine Chance, mit einem "blauen Auge" davon zu kommen.

Um kurz vor dem Ereignishorizont in ein Wurmloch zu tauchen, müsste es schon eine Art "Weiche" haben, so etwas wie einen Nebeneingang. Aber selbst wenn das gelänge, hat man noch immer das Problem, dass man unweigerlich in einem anderen Schwarzen Loch "heraus" kommt, man endet also wieder in der Singularität.
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Beitrag von Scampolo » 1. Jan 2006, 10:38

@ tensor

tschuldigung, hab ich übersehen.
Wir leben alle unter dem selben Himmel,
doch nicht jeder hat den selben Horizont.

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