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Hawking-Strahlung

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Hawking-Strahlung

Beitrag von Higgs » 15. Okt 2012, 10:48

Hallo.
Soweit ich informiert bin, "verdampfen" Schwarze Löcher irgendwann im Laufe ihres Lebens.
Das hat etwas mit der Hawking-Strahlung zu tun.
Aber was passiert da genau? Und wie entsteht die Hawking-Strahlung?
(Mit der Wikipedia Erklärung komme ich nicht so ganz klar).

Vielen Dank für alle Antworten.

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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von seeker » 15. Okt 2012, 13:40

Hallo Higgs,

lies dir mal noch das hier durch:
http://abenteuer-universum.de/stersterne/bl8.html

Grüße
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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von tomS » 15. Okt 2012, 16:57

Hm, willst die anschauliche Erklärung (die auch Hawking teilweise verwendet) oder die richtige?

Die korrekte Erklärung ist kompliziert. Man betrachtet dazu die Quantisierung eines freien (nicht wechselwirkenden) masselosen Feldes. Dabei muss man sogenannte positive und negative Frequenzen (also letztlich Teilchen und Antiteilchen) definieren. Diese Definition hängt dabei von der unterlagerten Raumzeit ab und man kann letztlich lokal nur festlegen, was man mit Teilchen bzw. Antiteilchen meint; eine globale Definition ist aufgrund der gekrümmten Raumzeit nicht möglich.

Nun definiert man einen Vakuumzustand als „leeren“ Zustand bei dem Teilchen und Antiteilchen abwesend sind. Anschließend führt man eine Transformation aus, wie dieser Zustand von einem (unendlich) weit entfernten Beobachter wahrgenommen wird. Und dabei zeigt sich, dass dieser eben kein Vakuum ohne Teilchen sieht, sondern einen Zustand mit thermischer Strahlung.

Es ist also nicht so (wie das häufig erzählt wird) dass die thermische Strahlung durch Tunneln der Teilchen durch den Ereignishorizont entsteht. Die Hawkingstrahlung ist kein lokaler Effekt, der „am Ereignishorizont“ stattfindet.
Gruß
Tom

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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von Higgs » 16. Okt 2012, 10:28

Hallo Tom.

Es tut mir sehr leid, aber irgendwie habe ich deine Erklärung nicht verstanden.

Ich dachte, die Hawking-Strahlung hätte etwas mit Teilchen-Antiteilchen-Paaren zu tun, die in den Ereignishorizont gezogen werden.
Dabei verliert das SL dann Masse.

Ist diese Vorstellung falsch?

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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von tomS » 16. Okt 2012, 12:54

Tja, ich sagte ja, diese Erklärung klingt einfach, ist aber eher irreführend. Es ist Hawkings misslungener Versuch, seine komplizierten Formeln in einfache Worte zu kleiden. Das Problem dabei ist folgendes: Nimm mal an, du sitzt am Ereignishorizont und misst die Hawkingstrahlung. Nach der Erklärung des Durchtunnels des Erteignishorizontes müsstest du knapp außerhalb sopwie knapp innerhalb des Horizontes etwas bemerken, weil die Teilchenpaare genau dort enstehen. Das ist falsch! Die Hawkingstrahlung ist ein nicht-lokaler Effekt.
Gruß
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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von Higgs » 16. Okt 2012, 13:39

Hallo Tom,

wahrscheinlich benötigt man ausreichend Mathematik- und Physikkenntnisse, um die Hakwingstrahlung (wirklich) zu verstehen.

Du sagtest, dass man den Vakuumzustand als leeren Zustand definiert. Und anschließend führt man eine Transformation aus und dadurch nimmt ein Beobachter thermische Strahlung war.

Was ist diese Transformation und warum nimmt ein Beobachter danach thermische Strahlung war?

Gruß

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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von tomS » 16. Okt 2012, 19:48

weil es nicht mehr einen Vakuumzustand gibt; das was am EH als solcher erscheint, ist für den entfernten Beobachter eben keiner mehr
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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von tomS » 16. Okt 2012, 23:24

Interesse, die Orginalarbeit zu diskutieren???

http://srv2.fis.puc.cl/~mbanados/Cursos ... awking.pdf
Gruß
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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von Higgs » 17. Okt 2012, 07:47

Guten Morgen Tom,

ich habe mir die Originalarbeit mal angesehen, verstehe aber ehrlich gesagt nicht sehr viel ;-)
Ich habe wahrscheinlich einfach nicht genug Hintergrundwissen und fachliche Kompetenz.

Denkst du es gibt trotzdem einen Weg, dass ich die Hakingstrahlung (richtige Erklärung) besser verstehe?
Kann ich das irgendwo nochmal nachlesen?
Ich finde überall nur die "anschauliche Interpretation", aber diese ist ja nicht korrekt.

Gruß

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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von tomS » 17. Okt 2012, 08:33

wir sollten einfach mal durch das Paper durchgehen und diskutieren, was die Gleichungen bedeuten; dazu muss man nicht zwingend jede Rechnung verstehen
Gruß
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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von seeker » 17. Okt 2012, 12:46

Interessant wäre es schon...
Kann man das wirklich so runterbrechen, dass man das als "Normalo" versteht?

Grüße
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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von tomS » 17. Okt 2012, 13:55

Ich denke, es ist nicht so schwer.

Die wesentlichen Gleichungen beginnen ab (2.2). Dabei werden Lösungen der Wellengleichung verallgemeinert für eine Metrik g definiert. In (2.3) führt Hawking eine (verallgemeinerte) Fouriertransformation ein (keine ebenen Wellen, da die Raumzeit nicht flach ist) und schreibt das Feld als (verallgemeinertes) Fourierintegral. Die Fourierkoeffizienten a und a* stehen dabei für Vernichtungs- und Erzeugungsoperatoren (Bedeutung kommt später).

Nun kommt der erste Trick: Hawking macht das zweimal, und zwar einmal bezogen auf Randbedingungen im bei I[up]-[/up] in (2.3) sowie einmal für Randbedingungen bei I[up]+[/up] und am EH in (2.4). Er erhält damit einen neuen Satz Operatoren b und b*. Ab (2.6) argumentiert er, dass sich die beiden Ansätze ineinander transformiert lassen.

Nun kommt der zweite Trick. In (2.9) führt er eine Definition eines Vakuumzustandes |0> ein, und zwar so, dass er bei I[up]-[/up] keine 'einlaufenden' Teilchen enthält. D.h. er legt die Randbedingungen so fest, dass keine Teilchen nach I[up]-[/up] - also in die Vergangenheitsrichtung - einlaufen (vernünftig). Vorher hat er bei (2.4) festgelegt, dass am Ereignishorizont ebenfalls keine einlaufenden Teilchen existieren (die ja aus dess vergangenheit kommen müssten - aber da soll "nichts" sein).

In (2.10) argumentiert er dann, dass aufgrund des komplizierten Zusammenhangs zwischen den Erzeugungs- und Vernichtungsoperatoren a* und a sowie b* und b diese Definition des Vakuums |0> bei I[up]-[/up] i.A. nicht für I[up]+[/up] gelten kann. Der bilineare Term b*b in (2.10) ist der sogenannte Teilchenzahloperator, d.h. er 'zählt' die Anzahl der Teilchen je Index i. In (2.10) tut Hawking dies für I[up]+[/up], also für einen Beobachter im lichartig-Unendlichen, d.h. in der Zukunft des EHs.

Zusammenfassend: Hawking führt formal zwei beobachterabhängige Teilchenkonzeote ein, einmal a* und a für I[up]-[/up], einmal b* und b für I[up]+[/up] und zeigt zunächst, dass es eine Transformation gibt, d.h. dass man das, was ein Beobachter bei I[up]-[/up] als Teilchenensemble interpretiert, übersetzen kann in ein anderes Teilchenensemble das ein Beobachter bei I[up]+[/up] interpretiert. Hawking konstruiert einen Vakuumzustand für einen Beobachter bei I[up]-[/up], d.h. einen Zustand, der für diesen Beobachter 'leer' ist. Konkret gilt dafür a*a|0> = 0 für alle i. Dann argumentiert er, dass es einen anderen Zustand |0_> bei I[up]+[/up] geben wird, der für diesen anderen Beobachter auf Basis dessen Teilchenkonzeptes ausgedrückt durch b* und b kein Vakuumzustand ist. D.h. die entsprechende Gleichung b*b|0_> = 0 ist nicht erfüllt!

Schlussfolgerungen:
1) In Anwesendheit von Horizonten werden Teilchenkonzepte sowie Vakuumzustände Beobachterabhängig.
2) Ausgehend von einem Vakuumzustand |0> in der lichtartig-unendlichen Vergangenheit resultiert ein nicht-Vakuumzustand |0_> in der lichartig-unendlichen Zukunft

Der Rest ist zunächst mal Formelkram, wobei aber u.a. das thermischen Spektrum exakt hergeleitet wird!

Nach Gleichung (4.1) kommen noch ein paar wichtige Aussagen, insbs. die Warnung, dass man das bitte nicht als lokalisierten Prozess der Teilchenerzeugung verstehen sollte. Wenn die Teilchenentstehung am Horizont stattfinden würde und im Unendlichen eine von Null verschiedene Energie gemessen wird (was laut der vorstehenden Rechnung der Fall ist), dann müssten die Teilchen am Horizont mit unendlicher Energue entstehen. Hawking argumentiert, dass ein einfallender Beobachter genau dies nicht sieht.
Gruß
Tom

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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von Hawkwind » 17. Okt 2012, 14:38

tomS hat geschrieben:
Es ist also nicht so (wie das häufig erzählt wird) dass die thermische Strahlung durch Tunneln der Teilchen durch den Ereignishorizont entsteht. Die Hawkingstrahlung ist kein lokaler Effekt, der „am Ereignishorizont“ stattfindet.
Hmm, und wie passt der Ansatz von keinem Geringeren als Frank Wilczek und Co-Autor Parikh dazu?

Hawking Radiation As Tunneling
I. Introduction.—Several derivations of Hawking radiation exist in the literature [1,2]. None of them, however, correspond very directly to one of the heuristic pictures most commonly proposed to visualize the source of the radiation, as tunneling. According to this picture, the radiation arises by a process similar to electron-positron pair creation in a constant electric field. The idea is that the energy of a particle changes sign as it crosses the horizon, so that a pair created just inside or just outside the horizon can materialize with zero total energy, after one member of the pair has tunneled to the opposite side.
Here we shall show that this schematic can be used to provide a short, direct semiclassical derivation of black hole radiance.
...
IV. Conclusion.—We have derived Hawking radiation from the heuristically familiar perspective of tunneling. Our derivation is in consonance with intuitive notions of black hole radiance but, by taking into account global conservation laws, we are led to a modification of the emission spectrum away from thermality. The resulting corrected formula has physically reasonable limitingcases and, by virtue of nonthermality, suggests the possibility of information-carrying correlations in the radiation.
Wenn ich das Papier recht verstehe (allzu viel verstehe ich aber nicht), berechnen die Autoren tatsächlich so etwas wie die Amplitude für das Tunneln durch den Ereignishorizont.

Oder auch Parikhs preisgekröntes Papier

A Secret Tunnel Through The Horizon
Hawking radiation is often intuitively visualized as particles that have tunneled across the horizon. Yet, at first sight, it is not apparent where the barrier is. Here I show that the barrier depends on the tunneling particle itself. The key is to implement energy conservation, so that the black hole contracts during the process of radiation. A direct consequence is that the radiation spectrum cannot be strictly thermal. The correction to the thermal spectrum is of precisely the form that one would expect from an underlying unitary quantum theory. This may have profound implications for the black hole information puzzle.
Könntest du diese - offenbar alternativen - Ansätze kommentieren, Tom?


Gruss,
Hawkwind

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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von tomS » 18. Okt 2012, 12:35

Das ist ja interessant! Ich kannte beide Arbeiten noch nicht. Sie legen ja wirklich nahe, dass der Tunneleffekt als Erklärung dienen kann und darf. Ich schau's mir an
Gruß
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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von deltaxp » 19. Okt 2012, 10:01

das ist ja interessant.

die hawking strahlung durch hawking rechnung selbst ist wohl nicht viel anders als der unruh-effekt. das gute ist, dass die die arbeiten, die auf tunnel beruhen eine abweichung vom thermischen spektrum sehen.

sollte man also jemals eine sollche genauigkeit mit messinstrumenten erreichen oder kleine sls mit stärkerer strahlung finden hätte man evtl sogar ein unterscheidungsmerkmal.

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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von tomS » 19. Okt 2012, 14:20

deltaxp hat geschrieben:die hawking strahlung durch hawking rechnung selbst ist wohl nicht viel anders als der unruh-effekt.
Grundlage für beide Phänomene ist ein Horizont. Wobei er Unruheffekt deutlich schwieriger zu interpretieren ist, denn bei ihn es ind am selben Ort zu gleicher Zeit einmal Teilchen und einmal nicht. Man benötigt also zur Interpretation auch noch eine Theorie des Detektors.
Gruß
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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von seeker » 22. Okt 2012, 22:12

OK. Dann gibt es halt mehrere alternative Ansätze. Das macht ja nichts - im Gegenteil.

Zu Hawking:
Wenn ich das recht verstehe, dann gibt es zwei Beobachter.
Beobachter A befindet sich am EH und sieht ein Vakuum (also keine Teilchen), Beobachter B befindet sich unendlich weit entfernt und sieht kein Vakuum (also Teilchen).

Fragen:
1. Bedeutet das, dass für A das SL nicht "verdampft"?
2. Was ist dazwischen? Gehe ich recht in der Annahme, dass jeder Beobachter dazwischen Teilchen sieht?
3. Welche Bedeutung ist dem zuzumessen? Wie bleibt die Einheit der Natur gewahrt, wenn Teilchen je nach Beobachter einmal existieren und ein andermal nicht existieren?

Was mir nicht recht schmeckt ist diese Beobachterabhängigkeit in der ganzen Geschichte. Ich denke aber auch, dass die gesamte Argumentation/Rechnung nicht ohne Beobachter auskommen kann.
Die Frage "Was geschieht "wirklich"?" ist nicht ihr Gegenstand.

Beste Grüße
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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von tomS » 23. Okt 2012, 07:29

seeker hat geschrieben:Wenn ich das recht verstehe, dann gibt es zwei Beobachter.
Beobachter A befindet sich am EH und sieht ein Vakuum (also keine Teilchen), Beobachter B befindet sich unendlich weit entfernt und sieht kein Vakuum (also Teilchen).
Beobachter A siehet keine aus I[up]-[/up] einlaufenden Teilchen! Das ist ein Unterschied, denn damit wird das feldfreie Vakuum nicht am EH sondern bei I[up]-[/up] definiert.
seeker hat geschrieben:Was mir nicht recht schmeckt ist diese Beobachterabhängigkeit in der ganzen Geschichte. Ich denke aber auch, dass die gesamte Argumentation/Rechnung nicht ohne Beobachter auskommen kann.
Nun, es ist so vieles relativ, warum nicht auch der Quantenzustand?
seeker hat geschrieben:Welche Bedeutung ist dem zuzumessen? Wie bleibt die Einheit der Natur gewahrt, wenn Teilchen je nach Beobachter einmal existieren und ein andermal nicht existieren?
Gute Frage.
Gruß
Tom

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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von seeker » 24. Okt 2012, 10:28

tomS hat geschrieben:Beobachter A siehet keine aus I- einlaufenden Teilchen! Das ist ein Unterschied, denn damit wird das feldfreie Vakuum nicht am EH sondern bei I- definiert.
Das verstehe ich noch nicht. Was bedeutet "bei I[up]-[/up]"?

Das auch noch nicht:
tomS hat geschrieben:Nun kommt der zweite Trick. In (2.9) führt er eine Definition eines Vakuumzustandes |0> ein, und zwar so, dass er bei I- keine 'einlaufenden' Teilchen enthält. D.h. er legt die Randbedingungen so fest, dass keine Teilchen nach I- - also in die Vergangenheitsrichtung - einlaufen (vernünftig).
Warum ist das vernünftig?
Kann man nicht Teilchen, die sich rückwärts in der Zeit bewegen, auch als Antiteilchen ausdrücken, die sich vorwärts in der Zeit bewegen?

Beste Grüße
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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von tomS » 24. Okt 2012, 11:47

I- ist die lichartig-unendliche Vergangenheit. Man geht also unendlich weit in die Vergangenheit (entlang lichtartiger Geodäten) und legt fest, dass "zu dieser Zeit" keine Teilchen vorhanden sein sollen. Damit ist sichergestellt, dass Teilchen, die zu einem späteren Zeitpunkt in den Lösungen der Theorie auftauchen, auch erst später erzeugt wurden (in unserem Fall sozusagen durch das SL) und nicht schon zu Beginn da waren. Es geht nur darum, exakte Bedingungen für die Rechnung festzulegen.
Gruß
Tom

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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von seeker » 29. Okt 2012, 01:27

Na ja, wie in diesem Thread schon erwähnt worden ist, gibt es ja inzwischen auch alternantive Rechnungen, die auf virtuellen Teilchen basieren.
Der Unterschied ist aber m. E. gar nicht so relevant. Das eigentliche (weltanschauliche) Problem ist bei beiden Versionen genau genommen dasselbe.
seeker hat geschrieben:Was mir nicht recht schmeckt ist diese Beobachterabhängigkeit in der ganzen Geschichte.
tomS hat geschrieben:Nun, es ist so vieles relativ, warum nicht auch der Quantenzustand?
Das wäre ja noch akzeptabel.
Nur: Es muss dann aber zwangsläufig auch etwas geben, das nicht relativ ist, das absolut ist. Es kann ja nicht alles relativ sein.
Bei der ART ist das die Beschleunigung bzw. die Gravitation und natürlich die Lichtgeschwindigkeit.
(Einstein wollte seine Theorie meines Wissens nach deshalb auch gar nicht "Relativitätstheorie" nennen.)

Was ist dieses Absolute in unserem Fall hier? Was erhält die Einheit der Natur?

"Reale" Teilchen können es nicht sein, denn sie sind einmal da und einmal nicht.
Was aber ist an beiden Orten "da" und verbindet sie so?
Ich komme zum Schluss, dass das nur die sog. "virtuellen" Teilchen bzw. die Quantenfluktuationen des Vakuums sein können (je nach Ansicht).

Demzufolge hätte das, was wir "virtuell" nennen, eine grundlegendere Realität als das, was wir "real" nennen.
Ich denke darüber nach, ob ich damit nicht doch bei Zeh und der Viele Welten Interpretation der QM lande...
seeker hat geschrieben:2. Was ist dazwischen? Gehe ich recht in der Annahme, dass jeder Beobachter dazwischen Teilchen sieht?
Ich versuche selbst eine Antwort zu geben:
Die Rechnung von Hawking enthält Idealisierungen, z.B. den unendlich entfernten Beobachter.
Einen solchen Beobachter gibt es in der wirklichen Welt nicht, es gibt nur weit entfernte Beobachter.
Daher komme ich zu dem Schluss, dass jeder reale, endlich entfernte Beobachter mehr oder weniger viel an Hawking-Strahlung feststellen würde.
seeker hat geschrieben:1. Bedeutet das, dass für A das SL nicht "verdampft"?
Hier vermute ich, dass das so sein muss. Die Unendlichkeiten und Idealisierungen, die auftauchen, ermöglichen solche Dinge.
(Nur theoretisch, denn es kann bei A keinen realen stationären Beobachter geben.)

Beste Grüße
seeker
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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von tomS » 29. Okt 2012, 07:15

positive hat geschrieben:Naja der Ansatz von Hawking ist zwar vernünftig, ...
Es war überhaupt der erste
positive hat geschrieben:... vor allem verstehe ich nicht warum das Tunneln am EH keine Lösung sein soll ...
In Hawkings Ansatz hat das einfach nichts mit Tunneln zu tun; aber die weiter oben verlinkten Artikel deuten darauf hin, dass diese Interpretation evtl. doch eine Alternative darstellt; ich muss das nochmal im Detail nachlesen.
positive hat geschrieben:... die mich irgendwie an die String-Theoretiker erinnert ...
Damit hat das nichts zu tun. Ist halt Quantenfeldtheorie auf gekrümmten Mannigfaltigkein; nicht gerade das was man im ersten Semester an der Uni lernt, aber an sich nichts spekulatives
positive hat geschrieben:... welche bis jetzt noch gar nichts vernünftiges ... abgeliefert haben.
Gerade zu den SLs ist das "fuzzball proposal" recht vernünftig, wenn auch noch nicht weit genug entwickelt
Gruß
Tom

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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von tomS » 29. Okt 2012, 12:52

positive hat geschrieben:Man kann nicht unendlich weit in die Vergangenheit gehen, alleine schon wegen dem Urknall.
Muss man auch nicht. Hawking betrachtet einen Gravitationskollaps mit einer asymptisch statischen Schwarzschildlösung. Wichtig ist nur, dass man "genügend weit" vor den Gravitationskollaps zurückgeht und dort eine Vakuumlösung fixiert. Andere Lösungen wären möglich, allerdings wohl wesentlich komplizierter. Es geht ja eben gerade nicht darum, zu betrachten, welchen Einfluss der Urknall o.ä. hat, sondern welchen Einfluss ein isoliertes SL hat.
positive hat geschrieben:Spekulativ sind seine Annahmen.
Welche?
Gruß
Tom

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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von tomS » 29. Okt 2012, 23:07

positive hat geschrieben:
tomS hat geschrieben: Welche?
Genau das ist das Problem mit Hawking, er spekuliert darauf, dass das Universum unendlich ist ...
Da spekuliert er nicht, er mach nur idealisierte Annahmen; das ist Standard in der theoretischen Physik
positive hat geschrieben:oder weil die Schwerkraft da ist irgendwie aus sich selbst einen Anfang findet.
Wo sagt er das?
positive hat geschrieben:Seine Erklärungen sind langweilig,
Und wenn es so wäre - darauf kommt es nicht an.
positive hat geschrieben:woher z.B. die Schwerkraft kommt, beantwortet auch er nicht zu genüge.
Das erklärt niemand - nicht Hawking, nicht Einstein, ...
positive hat geschrieben:Darauf baut er dann seine mathematischen Konstrukte auf. Das ist natürlich viel zu wenig, um Theorien für richtig im Sinne von "wirklich" zu erklären.
Ich glaube, du hast eine falsche Vorstellung von physikalischen Theorien und "Erklärungen".
positive hat geschrieben:Warum erklärst du dann weiter oben, dass man unendlich weit in die licht-artige Vergangenheit gehen müsse, um weitere Bedingungen festzulegen, wenn man ja nur ein "bißchen" weiter vom "isolierten" SL gehen muss, dann verstehe ich das nicht.
Es handelt sich um eine Standardvorgehensweise in der Quantenfeldtheorie; jedes Streuexperiment am LHC wird mit genau dieser Annahme berechnet - und das funktioniert.
positive hat geschrieben:Man kann eben nicht unendlich weit in die Vergangenheit gehen und dann sagen "dort" gäbe es keine Teilchen.
Wie gesagt; das ist genau das, was man in der QFT tut, um einen zeitlich isolierten Effekt zu berechen; das mag vielleicht seltsam erscheinen, wenn mnan den Formalismus nicht kennt, aber es ist wirklich Standard.
positive hat geschrieben:Einstein hat ja auch nicht zuerst die Formeln hingeschrieben und sich dann gesagt, so jetzt schau ma mal ob das Ganze auch richtig ist.
Doch, hat er! Es gab natürlich prinzipielle physikalsiche Überlegungen, aber das Grundprinzip war immer, aus einigen wenigen theoretischen Annahmen sowie einigen experimentellen Befunden auf ein umfassenderes Theoriegebäude zu schließen, aus dem dann neue Vorhersagen abgeleitet werdne können.



Ich habe ganz generell den Eindruck, dass du eine negative Meinung aufgrund Hawking's populärwissenschaftlicher Bücher hat. Das kann ich dir nicht mal verübeln, da kann man durchaus geteilter Meinung sein. Aber seine fachliche Qualifikation (und teilweise Genialität) kannst du ihm deswegen nicht absprechen. Wenn an der Herleitung der Hawkingstrahlung etwas unklar ist, dann weil du es nicht verstehst oder weil meien Erklärungen unzureichend sind, aber nicht aufgrund der Arbeit von Hawking.
Gruß
Tom

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seeker
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Re: Hawking-Strahlung

Beitrag von seeker » 30. Okt 2012, 09:27

Natürlich ist die Hawkin'sche Beschreibung nicht vollständig, nur innerhalb gewisser Grenzen gültig.
Eine vollständige Beschreibung würde eine Quantengravitation vorraussetzen, die wir noch nicht haben.
So erwartet man, dass sich Mikro-SLs anders verhalten als in Hawkings Ansatz vorhergesagt.

Mit der Idealisierung "unendliche Vergangenheit" habe ich keine Probleme - das ist Standardvorgehen und völlig in Ordnung.
Mit der Idealisierung "unendlich entfernter Beobachter" aber z.T. schon, denn das ist nicht alles, was uns interessiert.
Interessant ist doch auch die Frage, ob wir z.B. in einigem Abstand von einem halbwegs kleinen SL in einem Vakuum eine Strahlung feststellen würden - und wenn ja: Wie stark strahlt es wenn wir wie weit entfernt sind und wenn es wie groß ist und wenn der umgebende Raum wie leer ist?

Deshalb steht meine Frage "Was ist dazwischen?" leider immer noch im Raum.

Noch interessanter ist die Frage ob Mikro-SLs für einen eingermaßen entfernten Beobachter verdampfen?

Grüße
seeker
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
Denn tut man das, so verliert man zumindest ein Stück weit seine Unvoreingenommenheit, Objektivität.

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