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Gebildete Menschen glauben, sie wüssten gut über den allgemeinen Zustand der Welt Bescheid.

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Gebildete Menschen glauben, sie wüssten gut über den allgemeinen Zustand der Welt Bescheid.

Beitrag von Frank » 22. Mär 2021, 09:58

Vince.png
Vince.png (102.44 KiB) 465 mal betrachtet
https://inews.co.uk/news/long-reads/han ... q6UoE6Kytg

Ich schließe mich dem Fazit an und News sind bei mir schon lange von sämtlichen Rechnern, Smartphones und sonstigen Quellen verbannt.
Nur so ist es gewährleistet, dass man nicht von einer Blase in die nächste stolpert.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Gebildete Menschen glauben, sie wüssten gut über den allgemeinen Zustand der Welt Bescheid.

Beitrag von seeker » 23. Mär 2021, 09:31

Ein Kaberettist ist nun nicht unbedingt die erste Quelle, der man folgt.

Hans Rosling ist ein anderes Kaliber, interessant...
Ich habe einmal etwas nach ihm und seinen Büchern geschaut, überlege einmal eines von ihm zu lesen: "Factfulness"
Allerdings waren die Rezensionen über dieses Buch dann doch recht geteilt. Ich empfehle die Rezension von Frank Baldus ganz zu lesen.
Ein Auszug daraus:
Darüberhinaus bezweifle ich, dass die Hoffnungslosigkeit eine Konsequenz des "Instinkts der Negativität" ist: Dieser Instinkt ist – wie bereits erwähnt – überlebenswichtig und es ist offensichtlich, dass negative Entwicklungen viele eher unsere Kreativität wecken als positive – sofern wir grundsätzlich einen Einfluss auf die Entwicklungen haben.

- Dass wir einen Einfluss auf die meisten Entwicklungen dieser Welt haben, erkennen wir dann, wenn wir ganzheitlich denken lernen! ... Rosling hingegen verteidigt standhaft das reduktionistische Denken und fördert damit das höchst bedenkliche "Weiter so!". An dieser Stelle habe ich eine ganze Reihe unseriöser Praktiken Roslings entdeckt, die ich kurz skizzieren möchte:

- Rosling kritisiert die manipulativen Darstellungsweisen von Trendkurven durch die Wahl der beiden Achsen (Ausmaße und ausgewählte Grenzwerte) und die "gedachte" Fortführung als Gerade ... Allerdings baut sein ganzes Buch auf eben solchen Darstellungen auf, denn es ist ebenso manipulativ, nur positive Entwicklungen abzubilden, dabei völlig nebensächliche Dinge (Neue Kinofilme, Olympiamannschaften, Gitarren pro Kopf usw.) neben existentielle Dinge (Naturschutzgebiete, Ernten, Überleben bei Kinderkrebs usw.) zu stellen und geschickt zu umschiffen, dass der Verlauf von Trends zum Besseren natürlich auch wieder in die Gegenrichtung kippen können. Es ist pseudowissenschaftlich, einzelne Entwicklungen aus dem Zusammenhang zu reißen und anhand einfacher Kurven für willkürlich festgelegte Zeiträume in ein positives Licht zu rücken!
...
...
Roslings einseitige, reduzierte und unseriös begründete "factfulness" mag uns in Sicherheit wiegen, aber sie verhindert leider, die ganze Wahrheit zu erkennen und aus dieser Erkenntnis eine begründete Hoffnung zu schöpfen. Zudem behindert sie die zweite wesentliche Voraussetzung für Hoffnung: die Bildung einer Zukunftsvision! Nach Roslings "Beweisführung" ist unsere derzeitige Lebensweise geeignet, die globalen Probleme zu lösen. Wir brauchen daher nichts anderes zu tun, als uns im Fernsehsessel gemütlich zurückzulehnen und der Entwicklung passiv zuzusehen ... während wir aktiv weiterhin so leben, als ob wir eine Ersatzerde hätten.
https://www.amazon.de/Factfulness-lerne ... ll_reviews
(Frank Baldus)

Dies ist nicht die einzige Rezension, die in diese Richtung geht.

Ich glaube daher, man muss ein wenig bei Rosling aufpassen: Die Dinge gerade rücken? Absolut ja! Aber nicht, dass man daraus den falschen Schluss zieht, ein "Weiter so! Alles gut!" wäre das Richtige für die Welt, weil alle Mahner nachweislich Panikmacher seien. Dass vieles übertrieben wird und der Fokus allzusehr und allzuoft in verzerrter Weise auf dem Negativen liegt, ist allerdings auch aus meiner Sicht völlig richtig, aber eben nicht immer. Es gibt ebenso Fälle, wo allzusehr untertrieben oder ignoriert oder wegdiskutiert wird. Jedenfalls muss man bei Rosling wahrscheinlich doch auch auf die ideologische Brille achten, die bekanntermaßen die größten Verzerrungen verursacht.
Grüße
seeker


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Re: Gebildete Menschen glauben, sie wüssten gut über den allgemeinen Zustand der Welt Bescheid.

Beitrag von Frank » 23. Mär 2021, 11:11

seeker hat geschrieben:
23. Mär 2021, 09:31
Ein Kaberettist ist nun nicht unbedingt die erste Quelle, der man folgt.
Zumindest studierte er von 1988 bis 1994 Physik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit einem Schwerpunkt in experimenteller Festkörperphysik und mit Astronomie als Nebenfach und schloss sein Studium mit einem Diplom ab.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vince_Ebert

Somit ist er schon mehr qualifiziert, als 95 % seiner restlichen Kollegen und er kennt den Ablauf von wissenschaftlicher Arbeit und Vorgehensweise.
seeker hat geschrieben:
23. Mär 2021, 09:31
Ich glaube daher, man muss ein wenig bei Rosling aufpassen: Die Dinge gerade rücken? Absolut ja! Aber nicht, dass man daraus den falschen Schluss zieht, ein "Weiter so! Alles gut!" wäre das Richtige für die Welt, weil alle Mahner nachweislich Panikmacher seien. Dass vieles übertrieben wird und der Fokus allzusehr und allzuoft in verzerrter Weise auf dem Negativen liegt, ist allerdings auch aus meiner Sicht völlig richtig, aber eben nicht immer.
Ich glaube das weiß auch jeder, der sich mit diesen Dingen ernsthaft beschäftigt. Aber wer tut das denn? Die meisten Menschen lauschen den vornehmlich ach so informierten Menschen in der Presse, dem Funk und Fernsehen.
Es gibt immer die Extreme, aber im Grunde ist die Welt doch inzwischen ein riesengroßes Clickbaiting geworden. :wink:
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Gebildete Menschen glauben, sie wüssten gut über den allgemeinen Zustand der Welt Bescheid.

Beitrag von seeker » 23. Mär 2021, 13:27

Frank hat geschrieben:Zumindest studierte er von 1988 bis 1994 Physik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit einem Schwerpunkt in experimenteller Festkörperphysik und mit Astronomie als Nebenfach und schloss sein Studium mit einem Diplom ab.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vince_Ebert

Somit ist er schon mehr qualifiziert, als 95 % seiner restlichen Kollegen und er kennt den Ablauf von wissenschaftlicher Arbeit und Vorgehensweise.
Jedoch qualifiziert ein Physikstudium allein noch nicht für alle Fragen der Welt, also Obacht.

Eberts Rat "Hören sie auf News zu konsumieren!" ist jedenfalls einigermaßen gefährlich, wenn er falsch verstanden wird - was m.E. bei vielen der Fall sein wird.
Man muss hier dazusagen, dass die Betonung auf "konsumieren" im Sinne von "berieseln lassen", "unreflektiert in den Kopf lassen" liegen muss.
Und dann nur dazuzuzusagen "lesen Sie stattdessen Rosling" ist ebenso gefährlich wie falsch. Hätte er gesagt "auch einmal", dann wäre das i.O., aber er sagt "stattdessen"...

Auf gut Deutsch besagt das nämlich:
"Vertrauen sie nicht weiter den althergebrachten Medien, vertrauen sie stattdessen xxx!!"

Anders gesagt bedeutet es:
"Lassen sie sich nicht weiter von Ideologie X die Weltsicht verzerren, kommen sie zu meiner (viel besseren) Seite (Ideologie) Y (und lassen sie sich dann davon die Weltsicht verzerren)!"

Das in den Klammern wird natürlich nicht gesagt, aber es gehört dazu.
So geht es nicht, man muss sich vieles anschauen, wenn man halbwegs Klarheit über etwas erlangen möchte.
Grüße
seeker


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Re: Gebildete Menschen glauben, sie wüssten gut über den allgemeinen Zustand der Welt Bescheid.

Beitrag von Frank » 23. Mär 2021, 14:00

seeker hat geschrieben:
23. Mär 2021, 13:27


Somit ist er schon mehr qualifiziert, als 95 % seiner restlichen Kollegen und er kennt den Ablauf von wissenschaftlicher Arbeit und Vorgehensweise.
Jedoch qualifiziert ein Physikstudium allein noch nicht für alle Fragen der Welt, also Obacht.
Du hast es auf sein Schaffen, als Kabarettist bezogen und dem wollte ich nur etwas entgegen stellen.

seeker hat geschrieben:
23. Mär 2021, 13:27
Eberts Rat "Hören sie auf News zu konsumieren!" ist jedenfalls einigermaßen gefährlich, wenn er falsch verstanden wird - was m.E. bei vielen der Fall sein wird.
Er kann sich nicht um alle kümmern, die etwas falsch verstehen, oder gar falsch verstehen wollen.
seeker hat geschrieben:
23. Mär 2021, 13:27
Man muss hier dazusagen, dass die Betonung auf "konsumieren" im Sinne von "berieseln lassen", "unreflektiert in den Kopf lassen" liegen muss.
Und dann nur dazuzuzusagen "lesen Sie stattdessen Rosling" ist ebenso gefährlich wie falsch. Hätte er gesagt "auch einmal", dann wäre das i.O., aber er sagt "stattdessen"...

Auf gut Deutsch besagt das nämlich:
"Vertrauen sie nicht weiter den althergebrachten Medien, vertrauen sie stattdessen xxx!!"

Anders gesagt bedeutet es:
"Lassen sie sich nicht weiter von Ideologie X die Weltsicht verzerren, kommen sie zu meiner (viel besseren) Seite (Ideologie) Y (und lassen sie sich dann davon die Weltsicht verzerren)!"

Das in den Klammern wird natürlich nicht gesagt, aber es gehört dazu.
So geht es nicht, man muss sich vieles anschauen, wenn man halbwegs Klarheit über etwas erlangen möchte.
Na ja, so kann man nur argumentieren, wenn man sein Schaffen seit vielen Jahren nicht kennt und was hinter seinen Aussagen steckt.
Vince Ebert hat ,ebenso wie der Redner in deinem verlinkten Video, schon sehr lange auf die fatalen Risikobewertungen hingewiesen, die auf Algorithmen fußen und deren Schwächen. (Überhaupt nicht nur über Risikobewertungen sondern über ganze Lebensbewertungen.)
Er würde nie sagen , geht weg von der Ideologie x , rüber zur Ideologie Y(und nein das sagt er auch nicht) Er zeigt nur wie verwundert Rosling von Menschen ist, die einerseits die Welt verändern, umbauen, oder grundsätzlich eine neue Welt wollen, wie wenig (faktenbasierender)Ahnung sie überhaupt von dieser haben.
Deswegen Finger weg von 100.000 Newslettern ala Neo in Matrix, weil diese Meldungen zum größten Teil falsch sein können und in den meisten Fällen auch sind, weil die Fakten gar nicht interessiert haben, bevor sie erstellt wurden.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Gebildete Menschen glauben, sie wüssten gut über den allgemeinen Zustand der Welt Bescheid.

Beitrag von ralfkannenberg » 23. Mär 2021, 15:06

Hallo zusammen,

hier ein Interview mit Vince Ebert, welches ich persönlich fachlich sehr überzeugend finde.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Gebildete Menschen glauben, sie wüssten gut über den allgemeinen Zustand der Welt Bescheid.

Beitrag von seeker » 23. Mär 2021, 15:19

OK, mir fehlt tatsächlich der Kontext bei Ebert. Dennoch würde ich mir wünschen, dass er sich unmissverständlicher ausdrückt.

Lasst uns einmal auf des Eigentliche noch etwas eingehen, weil das etwas ist, was ich kürzlich auch einem Freund versucht habe zu erklären:
Die Verzerrung in den Medien und der damit verbundene Vertrauensverlust an vielen Stellen.
(Das hätte eigentlich auch gut in den Risikothread gepasst.)

Die Sache ist ja die, dass in den Medien Negativberichte viel häufiger vorkommen als Berichte über positive Dinge.
Das liegt einfach in der Natur der Sache, weil das erstere interessanter ist und sich besser verkäuft.

So wird z.B. auch wenig darüber berichtet, wenn unsere Politiker einmal etwas gut gemacht haben, man hört auch wenig von denen mit reiner Weste, die einen ehrlichen, bemühten, guten Job machen.
Und so kann der Eindruck entstehen, dass die ganze Politikerkaste völlig korrupt und ignorant und inkompetent sei und nur auf den eigenen Vorteil aus. Das ist nur ein Beispiel.
Derselbe übermäßig negative, also realitätsferne Eindruck kann bezüglich vielen anderen Stellen auch entstehen: Medizin, Gesundheitswesen, Nahrung, Kriminalität/innere Sicherheit, auch Presse, Weltlage, usw.
Insgesamt kann so eine völlig verzerrte Wahrnehmung der Verhältnisse entstehen, was m.E. als eine der Hauptursachen für die sich ergebende Vertrauenskrise gelten kann, mit allen Folgen, nicht zuletzt politischen.

Ich habe mich schon ein wenig mit solchen Sachen beschäftigt, hier nur zwei Beispiele (das erste wird dir wahrscheinlich gefallen :)):

Der wahre Preis für Energie
https://de.statista.com/infografik/1418 ... giequelle/

Mit welchen Risiken leben wir?
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7262727/

Polizeiliche Kriminalstatistik (Deutschland)
https://de.wikipedia.org/wiki/Polizeili ... utschland)

bzw.

Kriminalitätsrückgang
https://de.wikipedia.org/wiki/Kriminali ... 3%BCckgang

Ich denke, ich bin mir also wenigstens einiger Verzerrungen schon durchaus bewusst.
Grüße
seeker


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Re: Gebildete Menschen glauben, sie wüssten gut über den allgemeinen Zustand der Welt Bescheid.

Beitrag von Frank » 24. Mär 2021, 10:11

seeker hat geschrieben:
23. Mär 2021, 15:19
OK, mir fehlt tatsächlich der Kontext bei Ebert. Dennoch würde ich mir wünschen, dass er sich unmissverständlicher ausdrückt.
Natürlich ist er am Ende auch Kabarettist und er muss schon ein Stück weit provozieren. Allerdings muss er auch fachliche Themen so aufbereiten , dass sein Publikum auch folgen kann.
Was nützt eine humoristische Einlage über "Bedeckungsveränderliche", was bei Jauch immerhin mal die 1 Million € Frage war, wenn kein Mensch weiß, was das ist?
seeker hat geschrieben:
23. Mär 2021, 15:19

(Das hätte eigentlich auch gut in den Risikothread gepasst.)
Du wirst lachen, aber das habe ich mir auch schon gedacht. Sollte man vielleicht zusammenführen.
seeker hat geschrieben:
23. Mär 2021, 15:19
Die Sache ist ja die, dass in den Medien Negativberichte viel häufiger vorkommen als Berichte über positive Dinge.
Das liegt einfach in der Natur der Sache, weil das erstere interessanter ist und sich besser verkäuft.
Das ist wohl evolutionsbedingt. Negative Nachrichten wahren in der Vergangenheit immer die "wichtigeren", weil es meist um das direkte Überleben ging.
seeker hat geschrieben:
23. Mär 2021, 15:19
So wird z.B. auch wenig darüber berichtet, wenn unsere Politiker einmal etwas gut gemacht haben, man hört auch wenig von denen mit reiner Weste, die einen ehrlichen, bemühten, guten Job machen.
Und so kann der Eindruck entstehen, dass die ganze Politikerkaste völlig korrupt und ignorant und inkompetent sei und nur auf den eigenen Vorteil aus. Das ist nur ein Beispiel.

Derselbe übermäßig negative, also realitätsferne Eindruck kann bezüglich vielen anderen Stellen auch entstehen: Medizin, Gesundheitswesen, Nahrung, Kriminalität/innere Sicherheit, auch Presse, Weltlage, usw.
Insgesamt kann so eine völlig verzerrte Wahrnehmung der Verhältnisse entstehen, was m.E. als eine der Hauptursachen für die sich ergebende Vertrauenskrise gelten kann, mit allen Folgen, nicht zuletzt politischen.
Das liegt an der Natur der Sache. Wenn ich zu einem Arzt gehe und er seinen Job macht, dann sehe ich das als selbstverständlich an, dafür wird er in der Regel nicht schlecht entlohnt und ich muss jetzt nicht jeden Mal in Freudentänzen verfallen, wenn ein Notarzt seine Arbeit macht und Leben rettet....... Halt, so asozial wie eben darf man doch damit nicht umgehen, oder?!
Leider ist aber das die Realität. Ein Verkehrsminister z.B., der seine Arbeit gut macht? Davon gehe ich aus und dafür wird er gewählt. Der Schwabe hat da einen Satz der typisch ist: " Ned gschimpft, ist globt gnua"

"Wenn wir Gutes tun, will es niemand wissen.Wenn wir Schlechtes tun, will es keiner vergessen!" ( Auf viellen Patches von Rockern zu finden.

Was ist aber die Ursache für den Vertrauensverlust? An aller erster Stelle das Internet. Glaubt einer wirklich das früher alles besser? Das Politiker weniger korrupt, es weniger Pfuscher bei den Ärzten gab, oder der Bänker ehrlicher war? In der Prä-Internetära, kamen Sachen nur sehr spärlich ans Licht.
Es gab einfach nur weniger Nachrichten. Heute kann sich Liesschen Müller über alles und jeden informieren. 90% sind erstunken und erlogen, aber Frau Müller hat gar nich den Backround, um eine Lüge als solche zu erkenne.

seeker hat geschrieben:
23. Mär 2021, 15:19
Ich habe mich schon ein wenig mit solchen Sachen beschäftigt, hier nur zwei Beispiele (das erste wird dir wahrscheinlich gefallen :)):
Ja, hast den Nagel auf den Kopf getroffen :lol:

Man kann aus allem eine "Story" machen.

Der wahre Preis der Arbeit!

https://www.arbeit-und-arbeitsrecht.de/ ... 2015/04/28
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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