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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von AlTheKingBundy » 6. Dez 2020, 18:32

Ähm, Du folgerst also z.B., dass die menschliche Arbeitskraft so erhalten bleibt, und nicht etliche Berufszweige - bis auf wenige - obsolet werden?
Gruß Al

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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von Diagnostiker » 6. Dez 2020, 18:40

Ich kritisiere die fehlende Fundierung Deiner Behauptungen. Sich ausdenken kann man ja viel, aber ohne Fundierung verliert man sich schnell in Beliebigkeiten, die als Narrative zwar einen gewissen Unterhaltungswert haben können, aber eben keine validierte Prognose darstellen.

Was die Berufevielfalt künftiger Gesellschaften darstellt, kann man sich ebenfalls in beliebige Narrative verlieren, da uns die Struktur künftiger Gesellschaften nicht gegenwärtig ist. Das Problem des Arbeitsplatzabbaus infolge von Automatisierung wurde schon vor 40 Jahren diskutiert. Die prognostizierte Massenarbeitslosigkeit ist bislang ausgeblieben.

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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von AlTheKingBundy » 6. Dez 2020, 18:49

Ich habe dir Entwicklungen aufgezeigt, die Du bestätigt hast. Daraus Prognosen zu entwickeln, ist nur folgerichtig. Dem scheinst Du Dich zu verweigern. Gehst Du einem bald obsoleten Beruf nach? :-)

Zur Arbeitslosigkeit: schau Dir mal die Zahlen in Deutschland an. Hier wird ganz hervorragend schön gerechnet, wir haben ein Heer an Arbeitslosen bzw. Menschen, die auf Transferleistungen angewiesen sind. Die Massenarbeitslosigkeit ist längst da und nimmt zu.
Gruß Al

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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von Diagnostiker » 6. Dez 2020, 19:04

@ AITheKingBundy
Daraus Prognosen zu entwickeln, ist nur folgerichtig.
Ich kann nach wie vor nicht die Folgerichtigkeit bei Deinen Prognosen erkennen.
Dem scheinst Du Dich zu verweigern.
Ich hatte ja auch nur nachgefragt, wo die Fundierung für Deine "Prognosen" sind, die bis jetzt nur fabulierte Behauptungen sind. Bis jetzt sieht es für mich so aus, als wolltest Du Dich beim Aufzeigen der Fundierungen verweigern. Die Feststellung, dass es technologischen Fortschritt gibt, ist für sich allein nicht hinreichend, um daraus so schwerwiegende Folgerungen abzuleiten wie die, welche Du vorgebracht hattest.
Hier wird ganz hervorragend schön gerechnet, wir haben ein Heer an Arbeitslosen bzw. Menschen, die auf Transferleistungen angewiesen sind.
Bezogen auf das noch größere Heer der Menschen, die eine Arbeitsstelle haben, ist das Heer der Menschen, die keine Arbeitsstelle haben, nicht mal ansatzweise mit dem Szenario vergleichbar, was vor 40 Jahren bereits befürchtet wurde. Das Berufespektrum hat sich verändert, aber die befürchtete Massenarbeitslosigkeit infolge durch Automatisierung freiwerdender Arbeitskräfte ist ausgeblieben.

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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von AlTheKingBundy » 6. Dez 2020, 19:11

Diagnostiker hat geschrieben:
6. Dez 2020, 19:04
@ AITheKingBundy
Daraus Prognosen zu entwickeln, ist nur folgerichtig.
Ich kann nach wie vor nicht die Folgerichtigkeit bei Deinen Prognosen erkennen.
Dann kann ich Dir anscheinend dabei nicht helfen.
Diagnostiker hat geschrieben:
6. Dez 2020, 19:04
Dem scheinst Du Dich zu verweigern.
Ich hatte ja auch nur nachgefragt, wo die Fundierung für Deine "Prognosen" sind, die bis jetzt nur fabulierte Behauptungen sind. Bis jetzt sieht es für mich so aus, als wolltest Du Dich beim Aufzeigen der Fundierungen verweigern. Die Feststellung, dass es technologischen Fortschritt gibt, ist für sich allein nicht hinreichend, um daraus so schwerwiegende Folgerungen abzuleiten wie die, welche Du vorgebracht hattest.
Unfug, vielleicht solltest Du Dir die Beiträge noch einmal ordentlich durchlesen.
Diagnostiker hat geschrieben:
6. Dez 2020, 19:04
Hier wird ganz hervorragend schön gerechnet, wir haben ein Heer an Arbeitslosen bzw. Menschen, die auf Transferleistungen angewiesen sind.
Bezogen auf das noch größere Heer der Menschen, die eine Arbeitsstelle haben, ist das Heer der Menschen, die keine Arbeitsstelle haben nicht mal ansatzweise mit dem Szenario vergleichbar, was vor 40 Jahren bereits befürchtet wurde.
Auch hier scheinst Du nicht richtig zu verstehen. Sagt Dir der Begriff Transferleistungen etwas? Das ist nicht nur H4 in Reinstform. Aufstockung, Niedriglöhne... Etwas weiter denken hilft.
Gruß Al

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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von Diagnostiker » 6. Dez 2020, 19:18

@ AITheKingBundy
Dann kann ich Dir anscheinend dabei nicht helfen.
Oder Du willst es nicht tun. Oder beides, was dann sehr vielsagend wäre, wenn es zuträfe.
Unfug
In der Tat, bis jetzt ist es Unfug, aus dem technologischen Fortschritt solche weitreichenden Schlussfolgerungen zu ziehen.
Aufstockung, Niedriglöhne...
Ist keine Arbeitslosigkeit, sondern Arbeitsplatzsicherung durch staatliche Unterstützung.
Etwas weiter denken hilft.
Ein wenig mehr Tiefe hilft vielleicht noch mehr ...

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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von AlTheKingBundy » 6. Dez 2020, 19:30

Diagnostiker hat geschrieben:
6. Dez 2020, 19:18
@ AITheKingBundy
Dann kann ich Dir anscheinend dabei nicht helfen.
Oder Du willst es nicht tun. Oder beides, was dann sehr vielsagend wäre, wenn es zuträfe.
Oder Du willst oder kannst nicht verstehen, was ich schreibe.
Diagnostiker hat geschrieben:
6. Dez 2020, 19:18
In der Tat, bis jetzt ist es Unfug, aus dem technologischen Fortschritt solche weitreichenden Schlussfolgerungen zu ziehen.
Und ich sage, es ist Unfug diese Entwicklungen nicht sehen zu können/wollen. Es gibt zahlreiche Studien, die das untermauern, was ich geschrieben habe. Aber mach mal weiter so: Kopf in den Sand.
Diagnostiker hat geschrieben:
6. Dez 2020, 19:18
In der Tat, bis jetzt ist es Unfug, aus dem technologischen Fortschritt solche weitreichenden Schlussfolgerungen zu ziehen.
Aufstockung, Niedriglöhne...
Ist keine Arbeitslosigkeit, sondern Arbeitsplatzsicherung durch staatliche Unterstützung.
Etwas weiter denken hilft.
Ein wenig mehr Tiefe hilft vielleicht noch mehr ...
Na dann mal los, Du scheinst einfachste Zusammenhänge nicht verstehen zu können, wie man an deiner "Perpetuum mobile-Argumentation" sieht "staatliche Unterstützung". Echt witzig, wenn der Staat alle Bürger finanziert, ohne, dass sie arbeiten gehen müssen, haben wir auch keine Arbeitslosigkeit :D
Gruß Al

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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von seeker » 7. Dez 2020, 07:55

Leute... ihr sprecht beide wichtige Punkte an.
Und wenn es gelänge ein wenig anders miteinander umzugehen, dann könnte dabei sehr viel mehr herauskommen...
Und Al fordert doch aus meiner Sicht auch zurecht einen etwas konstruktiveren Umgang. Wobei... wo ist der Spiegel...? :)

Ich würde sagen: Entspannt euch, sucht die Sachlichkeit! Müssen Gespräche denn ins Emotionale und in Angriffe/Verteidigungen/Gegenangriffe abgleiten?

Diagnostikers Punkt ist:
Sind die Punkte deines Szenarios plausibel, Al? Und wie wahrscheinlich ist es, dass sie eintreffen? Durch welche Erkenntnisse wird das gestützt?
Was davon ist evident, was ist womöglich durch einen Bias verfälscht? Wo ist der Bias? Sollen wir das nicht genauer anschauen und diskutieren?

Ich denke sie sind es durchaus - teilweise.
Es ist dabei natürlich immer so: "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen." :)

Zur künftigen Arbeitswelt, als einen der Punkte:
Es gibt soweit ich weiß tatsächlich gute Gründe für die Annahme, dass es diesmal nicht wie bisher so sein wird, dass alte, wegfallende Berufe einfach durch neue, hinzukommende Berufe ausgeglichen werden (u.A. weil das auch hochqualifizierte Berufe treffen wird, was neu ist, und Bidung wird dagegen auch nur noch unzureichend helfen) und dass das daher disruptiv für die Gesellschaften werden wird. Richard David Precht ist ein Vertreter dieser Position, er begründet das auch. Imwieweit er Recht haben mag...? Das kann man heute versuchen genauer zu diskutieren und morgen wird man es sehen.

Meine vorläufige Position dazu: Vermutlich wird es nicht ganz so schlimm kommen, aber es wird auch nicht wie bisher in der Geschichte sein, sprich: die Arbeitswelt, "as we know it", wird sich stark verändern und es wird auch sehr viel mehr Leute ohne Lohnarbeit geben. So viele, dass unsere derzeitigen Systeme (insbesondere Sozialsysteme/Sicherungen) dazu nicht mehr passend sein werden.
Grüße
seeker


Kritisches Denken bedeutet nicht, sich einseitig nur aus kritischen Quellen zu versorgen und die dortigen Darstellungen unkritisch zu übernehmen. Viele überschätzen ihre eigene Medienkompetenz massiv. Dies wird von Verführern ausgenutzt.

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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von AlTheKingBundy » 7. Dez 2020, 08:14

seeker hat geschrieben:
7. Dez 2020, 07:55
Diagnostikers Punkt ist:
Sind die Punkte deines Szenarios plausibel, Al? Und wie wahrscheinlich ist es, dass sie eintreffen? Durch welche Erkenntnisse wird das gestützt?
Was davon ist evident, was ist womöglich durch einen Bias verfälscht? Wo ist der Bias? Sollen wir das nicht genauer anschauen und diskutieren?
Die Geschichte, die ich über die mächtige KI erzählt habe, war sicher (vorerst und lange) nur eine Geschichte. Ich wollte damit nur verdeutlichen, dass man sich darüber Gedanken machen muss, dass man KI auf multiplen Ebenen neu denken muss, man muss Direktiven festlegen, Handlungsnormen aber auch die Gesellschaft neu denken. Dass die Schere sich zwischen reich und arm immer weiter auseinanderbewegt, und das zunehmend, muss ich nicht belegen. KI ist ein weiterer technologischer Quantensprung. Man muss über bedingungsloses Grundeinkommen nachdenken, Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb der klassischen Arbeitswelt, über die Besteuerung von intelligenten Maschinen usw. Ansonsten ist es so wie jetzt zu Coronazeiten, man verpennt Entwicklungen und wurschtelt dann, wenn es zu spät ist, hektisch nach. Nur ein konkretes Beispiel mit Blick auf die Arbeitswelt: autonomes Fahren ist schon erkennbar, nur noch nicht massentauglich. Bezweifelt das jemand, dass in Zukunft autonomes, KI-gesteuertes Fahren kommen wird? Die Folge: LKW- oder Taxifahrer werden obsolet. Kundenservice und Bankschalterjobs? Wird jetzt schon schrittweise abgebaut.
seeker hat geschrieben:
7. Dez 2020, 07:55
Ich denke sie sind es durchaus - teilweise.
Es ist dabei natürlich immer so: "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen." :)
Richtig, ich habe auch nicht gesagt, morgen ist es so weit. Aber Entwicklungen sind schon jetzt deutlich erkennbar und es ist grob fahrlässig, sich damit nicht schon jetzt auseinanderzusetzen.
seeker hat geschrieben:
7. Dez 2020, 07:55
Meine vorläufige Position dazu: Vermutlich wird es nicht ganz so schlimm kommen, aber es wird auch nicht wie bisher in der Geschichte sein, sprich: die Arbeitswelt, "as we know it", wird sich stark verändern und es wird auch sehr viel mehr Leute ohne Lohnarbeit geben. So viele, dass unsere derzeitigen Systeme (insbesondere Sozialsysteme/Sicherungen) dazu nicht mehr passend sein werden.
Es ist eine Tatsache, dass technologische Quantensprünge immer gravierende Auswirkungen auf die Gesellschaft hatten. Du sprichst wichtige Punkte an.
Gruß Al

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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von seeker » 8. Dez 2020, 08:39

AlTheKingBundy hat geschrieben:
7. Dez 2020, 08:14
Ich wollte damit nur verdeutlichen, dass man sich darüber Gedanken machen muss, dass man KI auf multiplen Ebenen neu denken muss, man muss Direktiven festlegen, Handlungsnormen aber auch die Gesellschaft neu denken. Dass die Schere sich zwischen reich und arm immer weiter auseinanderbewegt, und das zunehmend, muss ich nicht belegen.
Ja. Ich denke auch darüber nach, was wäre, wenn diese KI Geschichte vornehmlich nur in den Händen von wenigen Superreichen, Großkonzernen und Regierungen läge, denn das wäre eine weitere Machtkonzentration, die wir nicht wollen können.
Interessanterweise zielt auch das Konzept von GPT-3 auf diesen Punkt:
Das als Non-Profit-Organisation gestartete KI-Unternehmen OpenAI hat ein übergeordnetes Ziel, an dem es nach der Kommerzialisierung weiter festhält: Es will sicherstellen, dass Künstliche Intelligenz dem Wohle der Menschheit und nicht einiger weniger dient. Initiiert wurde OpenAI von einigen einflussreichen KI-Entwicklern, finanziert von Spendern wie Google, Microsoft oder Elon Musk.
https://mixed.de/gpt-3-openai-gibt-prei ... e-bekannt/

Immerhin...

Noch wichtig: Dieses System kann nicht nur Sprache, es kann mehr, u.a. auch Programmcode generieren... spooky.
Wobei dieses Software nichts von alleine tut, aber sie erleichert etwas zu tun, als mächtiges Werkzeug, man braucht dann auch weniger Leute dafür.

Hier noch informative Videos:

GPT-3 ersetzt Softwareentwickler/Designer komplett?!
https://www.youtube.com/watch?v=q1F0uQ5v2ME

Was ist GPT-3? Wird es wirklich die Welt verändern?
https://www.youtube.com/watch?v=bIriCgQF9Nw
AlTheKingBundy hat geschrieben:
7. Dez 2020, 08:14
Man muss über bedingungsloses Grundeinkommen nachdenken, Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb der klassischen Arbeitswelt, über die Besteuerung von intelligenten Maschinen usw. Ansonsten ist es so wie jetzt zu Coronazeiten, man verpennt Entwicklungen und wurschtelt dann, wenn es zu spät ist, hektisch nach.
Ja. Und das tut man auch schon, wenigstens in Anfängen wird das diskutiert. Sowas braucht halt alles auch Zeit und will gut überlegt sein.
Ich denke sowieso, dass dieses Reagieren statt zu agieren, das du ansprichst, leider auch daran liegt, dass die Welt inzwischen in einem dermaßen schnellen Wandel ist, dass wir nicht mehr wirklich hinterherkommen, wir werden da oft quasi überrollt. Der Wandel geht einfach zu schnell, es ist wie wenn du in einem Formel 1 Rennauto sitzt und auf einer unbekannten, nebeligen Straße fährst, nur auf kurze Sicht fahren kannst und dabei aber stets richtig und weitsichtig handeln sollst, das ist einfach problematisch. Vielleicht würde es helfen einmal etwas vom Gas zu gehen? Es ist dabei leider nur unklar, wie das gehen soll, das Gaspedal scheint festzusitzen.
AlTheKingBundy hat geschrieben:
7. Dez 2020, 08:14
Aber Entwicklungen sind schon jetzt deutlich erkennbar und es ist grob fahrlässig, sich damit nicht schon jetzt auseinanderzusetzen.
Ja. Und auch das tut man ja. Die Frage kann daher nur sein: Tut man es ausreichend?
Und wie gesagt: Man kann dabei ja gar nicht alles voraussehen, was dabei herauskommen kann bzw. wird, d.h. gegen alles kann man sich gar nicht schützen.
Und das heißt wiederum, dass wir auch hier keine volle Kontrolle haben können. DASS wir ganz allgemein keine volle Kontrolle über die Entwicklung der Welt haben, dass das eine Illusion ist... ich glaube, es wäre gut, wenn uns das allen deutlicher bewusst würde.

Ich sehe aber auch enorme Möglichkeiten. Mustererkenner, Modellbauer... was wird man da alles in der Wissenschaft mit tun können? Enorm, was da möglich ist/sein wird... und immer bitte auch einmal 10, 20 Jahre in die Zukunft denken...
Grüße
seeker


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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von Skeltek » 8. Dez 2020, 13:17

seeker hat geschrieben:
6. Dez 2020, 06:39
Man kann es nicht! Wir sollten einmal langsam versuchen von unserer Hybris wegkommen, zu glauben, wir könnten alles kontrollieren und vorhersehen.
'Unsere' Hybris? Kommt gar nicht in die Tüte. Ich mag meine Hybris, die wird mir niemand weg nehmen.

Übrigens kann man dieselben blöden Gedankengänge auch mit Menschen und Bevölkerungsgruppen machen. XY vermehrt sich zu sehr, Z wird irgendwann allen Wohnraum aufkaufen, Gamma könnte einwandern und Krankheiten mitbringen. Ich finde diese hypotetischen Szenarien nicht so pralle. Vor allem weil das halt auch ständig Leute mitreden, die nur eine Halbahnung oder überhaupt keine Ahnung haben (z.B. Zuckerberg). Und dann wird halt ständig auf Aussagen herumgeritten, die völlig aufgebauscht sind, weil von denen die Ahnung haben nur relativ wenig kommt, außer die wollen damit öffentliche Aufmerksamkeit lenken. Und so quatscht der Halbwissenschaftler den Zeitschriftenredakteur voll, der Redakteur die Leser, die Wissenschaftler die Konzernschefs und die Top-Manager die Geldgeber. Aber keiner kennt die wenigen Individuen, die sich ihr Urteil gebildet haben, kaum eine dieser 'propagierten' Gefahren sehen und still schweigend weiter ihre normale Arbeit machen.
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von Frank » 8. Dez 2020, 13:36

seeker hat geschrieben:
6. Dez 2020, 06:39
Man kann es nicht! Wir sollten einmal langsam versuchen von unserer Hybris wegkommen, zu glauben, wir könnten alles kontrollieren und vorhersehen.
Da kann ich jetzt nur sagen Chapeau!!! :well:
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Mit freundlichen Grüßen

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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von seeker » 8. Dez 2020, 15:01

Skeltek hat geschrieben:
8. Dez 2020, 13:17
'Unsere' Hybris? Kommt gar nicht in die Tüte. Ich mag meine Hybris, die wird mir niemand weg nehmen.
:) Da ist man frei, aber man muss dann eben auch mit den Konsequenzen leben.
Wie sagt man so schön? "Hochmut kommt vor dem Fall!" Und wie das mit dem Turmbau zu Babel ausging ist auch bekannt...
Skeltek hat geschrieben:
8. Dez 2020, 13:17
Vor allem weil das halt auch ständig Leute mitreden, die nur eine Halbahnung oder überhaupt keine Ahnung haben (z.B. Zuckerberg). Und dann wird halt ständig auf Aussagen herumgeritten, die völlig aufgebauscht sind, weil von denen die Ahnung haben nur relativ wenig kommt, außer die wollen damit öffentliche Aufmerksamkeit lenken. Und so quatscht der Halbwissenschaftler den Zeitschriftenredakteur voll, der Redakteur die Leser, die Wissenschaftler die Konzernschefs und die Top-Manager die Geldgeber. Aber keiner kennt die wenigen Individuen, die sich ihr Urteil gebildet haben, kaum eine dieser 'propagierten' Gefahren sehen und still schweigend weiter ihre normale Arbeit machen.
Da ist auch wieder etwas dran. Kommunikation ist halt ne schwierige Sache. Und das öffentliche Bild ist etwas anderes als das, was hinter den Kulissen geschieht und diskutiert wird. Auch die Personen sind dort oft andere.
Frank hat geschrieben:
8. Dez 2020, 13:36
Wir sollten einmal langsam versuchen von unserer Hybris wegkommen, zu glauben, wir könnten alles kontrollieren und vorhersehen.

Da kann ich jetzt nur sagen Chapeau!!!
Danke!
Ich möchte dem aber hinzufügen, dass uns das nicht der Verantwortung enthebt wenigstens das zu tun bzw. zu versuchen, was wir vermögen und überschauen. Wir sollten dabei einfach nur ein besseres Bewusstsein anstreben, was da was ist.
Grüße
seeker


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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von Frank » 8. Dez 2020, 15:07

seeker hat geschrieben:
8. Dez 2020, 15:01

Ich möchte dem aber hinzufügen, dass uns das nicht der Verantwortung enthebt wenigstens das zu tun bzw. zu versuchen, was wir vermögen und überschauen. Wir sollten dabei einfach nur ein besseres Bewusstsein anstreben, was da was ist.
Natürlich müssen wir das Menschenmögliche tun, aber dem Menschen ist eben auch nicht alles möglich!
Bei manchen Zeitgenossen steigert sich das Ganze aber zur fixen Allmachtsfantasie.... :wink:
Mit freundlichen Grüßen

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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von seeker » 9. Dez 2020, 13:20

Hier noch ein Bericht:

Lernende Maschinen
Google greift nach dem Leben selbst
https://www.spiegel.de/wissenschaft/ler ... 06cd4647c0

Auszüge:
Einige Stimmen zu einer diese Woche bekannt gewordenen wissenschaftlichen Sensation:

»Es ist fantastisch, es wird die Zukunft der Strukturbiologie und der Proteinforschung verändern.«

»Das hier wird die Medizin verändern. Es wird die Forschung verändern. Es wird Bioengineering verändern. Es wird alles verändern.«

»Ich hätte nicht gedacht, dass ich das noch miterleben würde.«

Die drei Zitate stammen, in dieser Reihenfolge, von der Bioinformatikerin Janet Thornton (fast 50 Jahre Erfahrung, emeritierte Direktorin des Europäischen Instituts für Bioinformatik), von Andrei Lupas, Direktor am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen und von John Moult, einem der Gründer des sogenannten CASP-Wettbewerbs. Es gibt noch jede Menge weitere Kommentare von dieser Sorte, alle von ausgewiesenen Fachleuten.
...
Das Grundprinzip funktioniert auch anderswo

Das kann extrem nützlich sein: Schon 2020 wurde erstmals ein Antibiotikum, das gegen multiresistente Krankenhauskeime hilft, mithilfe einer lernenden Maschine entdeckt. Ich persönlich halte die Wechselwirkung der rasanten Entwicklungen in der Biotechnologie und denen im maschinellen Lernen für so wichtig, dass ich dem Thema zwei ganze Buchkapitel gewidmet habe. Es vollzieht sich gerade eine Revolution, aber das ist vielen noch nicht klar. Und nein, das ist kein »Hype«.
...
Die Entwicklung wird aber nicht beim Thema Proteinfaltung enden. Das Grundprinzip von AlphaFold lässt sich ebenso auf eine Vielzahl anderer Probleme anwenden. Maschinen werden in den kommenden Jahren in wachsendem Tempo wissenschaftliche Probleme lösen, an denen sich Fachleute seit Jahrzehnten die Zähne ausbeißen. Forscherinnen und Forscher werden die Erkenntnisse der lernenden Maschinen im Nachhinein erklären müssen. Früher brauchte man ein ausformuliertes Modell, um daraus Vorhersagen ableiten zu können. Jetzt generieren Maschinen funktionierende Vorhersagen, und die Menschheit muss im Rückblick verstehen, wie das ultrakomplexe Modell aussehen könnte, auf dem sie basieren. Wer aber wird die mächtigsten dieser Maschinen bauen?

Googles Macht wächst weiter

Das Jahr 2020 wird nicht nur als das Jahr der Corona-Pandemie in die Geschichte eingehen und als das Jahr, in dem Donald Trump die Wahl verlor. Es wird künftigen Generationen auch als das Jahr bekannt sein, in dem die Maschinen begannen, uns beim Forschen den Rang abzulaufen.

Und das Jahr, in dem Google, der erste Konzern, dessen Reichtum schon jetzt auf lernenden Maschinen basiert, seine Macht auf ein völlig neues Feld ausweitete.
https://www.spiegel.de/wissenschaft/ler ... 06cd4647c0
mit Hervorhebung (dieser Aspekt erschien mir gerade auch noch wichtig)
Grüße
seeker


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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von Skeltek » 10. Dez 2020, 18:07

Vergesst nicht, daß der Vorwurf der Hybris selbst bereits überheblich ist. Er ruft zur Moderarität auf nach etablierten Durschnittsnormen und Vorurteilen. 'Lieber gar nicht entscheiden als falsch entscheiden', 'sich auf keine definitive Meinung festlegen' oder 'vertraue lieber dem Urteil von Leuten, die vorgeben mehr Ahnung zu haben' sind nur wenige der möglichen Folgeverhalten, zu denen man unterschwellig aufgefordert wird.
Ich denke es ist okay, seiner Selbstsicherheit durch Vehemenz der Aussage Ausdruck zu verleihen, wenn man sich wirklich seiner Rückschlüsse sicher ist - auch wenn da viele dabei falsch liegen sollten. Es sollte halt auch nicht so sein, daß die Leute mit dem bescheidensten und vorsichtigsten Urteilsvermögen am Ende schweigen und die rücksichtsloseren Senfbeistreuer das lauteste Urteil haben.
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitrag von seeker » 10. Dez 2020, 22:32

Skeltek hat geschrieben:
10. Dez 2020, 18:07
Vergesst nicht, daß der Vorwurf der Hybris selbst bereits überheblich ist.
Man muss aber auch aufpassen, dass man nicht alles zerredet, relativiert oder kritisiert, bis gar nichts mehr übrig bleibt.
Skeltek hat geschrieben:
10. Dez 2020, 18:07
Er ruft zur Moderarität auf nach etablierten Durschnittsnormen und Vorurteilen. 'Lieber gar nicht entscheiden als falsch entscheiden', 'sich auf keine definitive Meinung festlegen' oder 'vertraue lieber dem Urteil von Leuten, die vorgeben mehr Ahnung zu haben' sind nur wenige der möglichen Folgeverhalten, zu denen man unterschwellig aufgefordert wird.
Ich denke es ist okay, seiner Selbstsicherheit durch Vehemenz der Aussage Ausdruck zu verleihen, wenn man sich wirklich seiner Rückschlüsse sicher ist - auch wenn da viele dabei falsch liegen sollten. Es sollte halt auch nicht so sein, daß die Leute mit dem bescheidensten und vorsichtigsten Urteilsvermögen am Ende schweigen und die rücksichtsloseren Senfbeistreuer das lauteste Urteil haben.
Mit "Hybris" ist etwas anderes gemeint.
Die Hybris [ˈhyːbʀɪs] (altgriechisch ὕβρις hýbris ‚Übermut‘, ‚Anmaßung‘) bezeichnet eine extreme Form der Selbstüberschätzung oder auch des Hochmuts. Man verbindet mit Hybris häufig den Realitätsverlust einer Person und die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten, Leistungen oder Kompetenzen, vor allem von Personen in Machtpositionen.

In antiken griechischen Tragödien wurde Hybris als Auslöser für das Scheitern vieler Protagonisten verwendet, die in ihrer Überheblichkeit die von Göttern gegebenen Befehle und Gesetze ignorierten. Auf die menschliche Hybris folgt häufig die göttliche Bestrafung durch Nemesis, was schließlich oft zum Fall und Tod des Protagonisten führt.

Nach Auffassung von Walter Arnold Kaufmann ist Hybris weder als Stolz auf eigene Leistung oder eigenen Wert noch als ein Herausstreichen des eigenen Verdiensts (Selbstbeweihräucherung) zu verstehen. Hybris ist nicht wie Stolz etwas, das man fühlt. Sie ist vielmehr immer mit einer Handlung verbunden. Das griechische Verb ὑβρίζειν (hybrízein) bedeutet bei Homer ‚zügellos werden‘ oder ‚sich austoben‘ und wird auch auf Flüsse, wuchernde Pflanzen und überfütterte Esel angewandt, die schreien und aufstampfen. Hybris bedeutet demnach ‚mutwillige Gewalt‘ und ‚Frechheit‘ (etwa in der Odyssee gebraucht für Penelopes Freier). Sie bedeutet auch ‚Gier‘ und ‚Lüsternheit‘. Hybrisma bedeutet Frevel, Vergewaltigung, Raub, und fasst im Recht alles zusammen, was einer Gottheit oder einem Menschen an schwerer Unbill zugefügt wird.[1]

In der Wissenschaft wird Hybris auch in der Psychologie, Medizin sowie in der Organisations- und Managementforschung untersucht und thematisiert.[2] Im heutigen Sprachgebrauch wird Hybris als ein bildungssprachlicher Ausdruck für Vermessenheit und Selbstüberhebung verwendet, die zu einem schlimmen Ende führen werden. Beispiel: „Die Hybris, die uns versuchen läßt, das Himmelreich auf Erden zu verwirklichen, verführt uns dazu, unsere gute Erde in eine Hölle zu verwandeln.“ (Karl Popper[3])
https://de.wikipedia.org/wiki/Hybris

Die Betonung liegt hier auf "extrem". Und sie kann Einzelpersonen genauso wie Gemeinschaften befallen, es geht um Maßlosigkeit, Entgrenzung, in welcher Form auch immer. Und Narzissmus ist mit dem Phänomen verknüpft.
Turmbau zu Babel und so...
Grüße
seeker


Kritisches Denken bedeutet nicht, sich einseitig nur aus kritischen Quellen zu versorgen und die dortigen Darstellungen unkritisch zu übernehmen. Viele überschätzen ihre eigene Medienkompetenz massiv. Dies wird von Verführern ausgenutzt.

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