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Alterungsprozess

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Stephen
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Alterungsprozess

Beitrag von Stephen » 15. Feb 2015, 07:10

Alterungsprozess
http://de.wikipedia.org/wiki/Altern

Wenn man 10 Jahre alt ist, möchte man gerne 20 sein, ist man 50, wünscht man sich, noch einmal 18 zu sein.
Abgesehen von einigen medizinischen Möglichkeiten gibt es prinzipiell nichts, was den Alterungsprozess effizient stoppen kann; gesunde Ernährung und Lebensweise können unser Leben vielleicht um ein paar Jahre verlängern, Rauchen, Alkohol und Drogen zum Teil drastisch verkürzen.
Peter Frankenfeld hat zwar einmal behauptet, dass er mehr alte Säufer als alte Ärzte kennt, aber diese Ansage darf ein Komiker machen :mrgreen:

Grob geschätzt liegt die Lebenserwartung in der BRD bei fast 80 Jahren, in vielen Ländern Afrikas ist es aber schon oft mit 40 (oder noch eher) vorbei.

So richtig einig ist man sich in dieser Wissenschaft (Gerontologie) aber nicht.

Was meint ihr?

Gruß
Steffen
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Siggi

Re: Alterungsprozess

Beitrag von Siggi » 15. Feb 2015, 10:19

Hallo Steffen,

das Topic oder Thema ist doch wieder Philosophie, prima im Grunde genommen sprichst Du etwas an, was ich auch so empfinde.
Als 14 Jahre alt war, habe habe ich mir über das Alter keine Gedanke4n gemacht, ich wollte erwachsen werden ach und wenn ich mal ... Jahre werde, ist ja noch einige Zeit bis dahin hin. Dummerweise befinde ich mich jetzt in einem Alter worüber ich früher nie nachgedacht habe weil es ja noch in weiter Ferne liegt. Aber die Zeit hat mich eingeholt, innerlich will ich noch immer 14 oder 18 sein und in der Blüte des Lebens stehen, aber dem ist nicht so. Manchmal fällt es schwer(ich weiss es)und es tauchen Fragen auf, ob ich mein Leben so gestallten würde mit dem Wissen oder Erkenntnis um neu anzufangen oder es anders zu gestalten.
Das Universum altert auch und wir selber dummerweise auch, ich muss es ertragen bzw. hinehen, dass dieses so ist und auch der Herbst kann noch schöne Tage hervorbringen.

lg

Siggi und :wink: :wink:

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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Marcel » 15. Feb 2015, 11:53

Guten morgen,
ich bin ja gerade erst 18. Daher bin ich nicht so stark davon betroffen. Dennoch stelle auch ich mir die Frage häufiger, wie es hatte sein können wenn es anders wäre. Ich denke nicht, dass diese Frage ein "Privileg des alters" ist. Natürlich ist für mich die Frage was mache ich in nächster Zukunft noch viel wichtiger. Doch wenn man mal so seinen Gedanken hinterher hängen will kommen andere Fragen auf. Und m.E. als sogenannter "Jungspunnt" glaube, dass man auch im höheren Alter die Frage nach der Zukunft stellen sollte.
Was ich persönlich jedoch noch interessanter finde ist die Frage nach dem Tod. Was passiert danach? Wie fühlt es sich an? Kann man es hinauszögern oder gar ganz verhindern? All dieses ist rational bisher nicht erklärbar (vielleicht irgendwann).
Eins ist für mich auf jedenfall klar: Ich schaue mit einem lächeln auf mein zukünftiges Leben. Auch wenn ich nicht nur mit einem lächeln zurückschauen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Marcel

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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Stephen » 15. Feb 2015, 12:59

Siggi hat geschrieben:das Topic oder Thema ist doch wieder Philosophie,
Ich wollte eigentlich eher wissenschaftlich an dieses Thema herangehen (Stichwort: umstrittene Biomorphose), es darf natürlich auch gerne philosophiert werden ;)
Marcel hat geschrieben:Eins ist für mich auf jedenfall klar: Ich schaue mit einem lächeln auf mein zukünftiges Leben. Auch wenn ich nicht nur mit einem lächeln zurückschauen kann.
Das wird jeder Mensch anders beurteilen. Ich kann mit einem breiten Grinsen auf meine Vergangenheit zurück schauen :mrgreen: Das einzige, wovor ich angst habe, ist ein langes Dahinsiechen bis zum Tod bzw. meinen Kindern zur Last zu fallen. Erlebt habe ich schon fast alles, nur DAS will ich wirklich nicht erleben...

Und um noch einmal die Philosophie zu bemühen: wann denkt man ans Sterben? Wenn die ersten ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden auftreten (Schlaganfall, Nervenzusammenbruch, Operationen, Gliederschmerzen, Schlafprobleme, aufkommende Demenz, Krebs uvam.). Man sieht die Zukunft nicht mehr in Jahrzehnten, sondern in Monaten, Wochen oder sogar nur noch Tagen. Es ist eine ganz einschneidende Erfahrung, akzeptieren zu müssen: Junge (oder besser: Alter :) ), du bist bald fällig. Natürlich weiß jedes Schulkind, dass das Leben einmal endet, aber in dem Alter macht man sich darüber keine Gedanken.

Aber was haben Brunner&Brunner gesungen? Wir sind alle über 40, haben im Leben viel erreicht ... die nächsten 100 Jahre, die liegen noch vor uns... (oder so ähnlich ;) )

Gruß
Steffen
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von gravi » 15. Feb 2015, 19:13

Boooh, das ist ein Thema!
Ich definiere es mal wie ich es nur als Rheinländer kann: da steckste nicht drin...

Ein wenig fortgeschritten bin ich ja nun auch und muss sagen, es ist schon ein ganz schöner Käse, wenn immer mehr Leichen den eigenen Lebensweg pflastern. Bruder, Vater, Mutter und viele Bekannte, Freunde und Arbeitskollegen habe ich inzwischen auf dem letzen Weg begleitet. Den Alterungsprozess kann leider nichts aufhalten. Einzig versuche ich, einigermaßen gesund zu leben. Wozu eine gute Ernährung ohne Fertigfraß zählt, ich bewege mich viel, rauche nicht (mehr) und lerne ständig irgendetwas Neues. Vor einem ordentlichen Bier oder Rotwein mache ich aber auch nicht halt. Versuche einfach, dem Leben etwas für mich abzugewinnen. Wie ich aber nicht leben wollte ist wie der, der gerade vom Arzt befragt wird:

Rauchen Sie? - Nein!
Trinken Sie Alkohol? Nein!
Haben Sie Sex? Nein!

Ja, weshalb wollen Sie dann überhaupt alt werden...?

Gruß
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Skeltek » 15. Feb 2015, 22:23

Man kann die Lebenserwartung erhöhen indem man ungesünder lebt.
Man muss sprich den Zellstoffwechsel und den Metabolismus als ganzes verlangsamen. Dauerhaft ca 8° unterhalb optimaler Wohlfühltemperatur können die Lebenserwartung durch Senken des Stoffwechsels um sicherlich ca 10 Jahre verlängern.
Optimaler wäre eine Temperatur bei welcher der Körper nicht zusätzlich selbst heizen muss, allerdings ist dann die Kerntemperatur etwas höher, wodurch der Stoffwechsel wiederum höher ist.
Eine optimale Mischung mit sehr wenig Bewegung, Muskelabbau, geringem Energieverbrauch und Unterversorgung für die zur Zellteilung wichtigen Nährstoffe ist wichtig(Energiebedarf trotzdem genau decken mit konstanter Nahrungszufuhr).
Möglichst wenig Kontakt zu Viren und keine Verletzungen, da durch die verringerte Zellteilung Wunden viel schlechter abheilen.

Im Grunde genommen ist ein Körper wie ein Motor, welcher um seine optimale Betriebstemperatur zu halten eben arbeiten muss und dadurch verschleißt. Ausserdem muss er noch seinen eigenen Wartungsroboter mit Energie versorgen, damit dieser ihn wartet, möglichen Befall durch Marder abwehr usw.
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Stephen » 16. Feb 2015, 06:43

Skeltek hat geschrieben:Man kann die Lebenserwartung erhöhen indem man ungesünder lebt.
Da müsste ich ja steinalt werden :sp:
gravi hat geschrieben: Bruder, Vater, Mutter und viele Bekannte, Freunde und Arbeitskollegen habe ich inzwischen auf dem letzen Weg begleitet
Der erste für mich wirklich wichtige Mensch - meine Mutter - ist im Mai 2014 gestorben. Eigentlich war es eine "Erlösung" für sie, aber wenn man mit so einem Schicksalsschlag konfrontiert wird, dann ist es wohl eine der bittersten Erfahrungen, die man in seinem Leben sammeln muss. Ich habe das bis heute noch nicht akzeptiert und verarbeitet...

Aber zurück zum Thema Biomorphose....
Warum altern wir, was nutzt sich ab und warum?

Sehr unwissenschaftlich jetzt, sorry: Ich habe mal gelesen, dass sich irgend etwas in uns "abschnippelt". Chromosomen, Zellen? Vielleicht nur ein Ammenmärchen. Aber vielleicht ein Ansatzpunkt.

Gruß
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Skeltek » 16. Feb 2015, 10:08

Stephen hat geschrieben:
Skeltek hat geschrieben: Man kann die Lebenserwartung erhöhen indem man ungesünder lebt.
Da müsste ich ja steinalt werden :sp:
Was ich sagen wollte ist: Ein Körper ist wie ein Volk.
Ein kriegsgebeuteltes Volk ist erfahren und kann Angriffe leichter verkraften, eindämmen und abwehren.
Ein Volk, das nie Krieg erlebt hat und nicht einmal die Grundlagen des Stockkampfes beherrscht, kann größere Schäden erleiden.
Ein "trainierter" Körper verbraucht durch das Training natürlich auch an Substanz und verschleißt.
Für "gesund" hält man in der westlichen Kultur einen Körper, der relativ viel Training, Muskelaufbau und einen gefestigten Stoffwechsel hat; dadurch wird er unempfindlicher gegen Krankheiten. Die fettarmere Ernährung ist ein gesunder Nebeneffekt, aber auch ohne Sport erreichbar.
Das wäre also ein "gesundes Maß an Verschleiß" wenn man den Verschleiss auf ein moderates Maß legt; damit man einfach robuster bleibt.
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Stephen » 16. Feb 2015, 10:18

Das kann ich nur bestätigen! Kinder, die im Dreck spielen (umgangssprachlich ausgedrückt und nicht abwertend gemeint) sind sehr viel gesünder und vor allem robuster als die, die von ihrer Mutter mit Samthandschuhen angefasst werden.
Steril leben kann man sowieso nicht - auch wenn das "sauber" klingt"....
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Frank » 16. Feb 2015, 10:35

Stephen hat geschrieben:Das kann ich nur bestätigen! Kinder, die im Dreck spielen (umgangssprachlich ausgedrückt und nicht abwertend gemeint) sind sehr viel gesünder und vor allem robuster als die, die von ihrer Mutter mit Samthandschuhen angefasst werden.
Steril leben kann man sowieso nicht - auch wenn das "sauber" klingt"....
Es gilt ja inzwischen auch die Meinung, dass gesünder sterben anders ist........
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von positronium » 16. Feb 2015, 10:53

Stephen hat geschrieben:Sehr unwissenschaftlich jetzt, sorry: Ich habe mal gelesen, dass sich irgend etwas in uns "abschnippelt". Chromosomen, Zellen? Vielleicht nur ein Ammenmärchen. Aber vielleicht ein Ansatzpunkt.
Vermutlich meinst Du Telomere. http://de.wikipedia.org/wiki/Telomer
Eine grosse Rolle soll bei der Alterung auch Oxidation spielen - Sauerstoff ist eigentlich giftig.

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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Stephen » 16. Feb 2015, 11:02

Genau das meinte ich :sup:

Das mit dem Sauerstoff ist wirklich so eine Sache, ohne ihn geht es nicht und mit ihm wirst du krank; also im Prinzip das gleiche, wie mit einer Frau zusammen zu leben :mrgreen:
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Ralph » 16. Feb 2015, 16:51

Hallo zusammen

Wie alt man wird, ist vor allem genetisch bedingt. Das zeigen die enormen Unterschiede zwischen Menschen und Tieren und auch die Menschen selber werden ja unterschiedlich alt. Sicher "nutzt" sich der Körper ab, aber die Zellen werden wieder erneuert. Diese Zellerneuerung hat aber Grenzen, denn bei jeder Zellteilung werden die Chromosomenenden kürzer und das Erbgut unleserlicher, bis sich die Zellen nicht mehr teilen können. Der Mensch wird alt und anfällig für Krankheiten.

Wissenschaftler sehen aber bereits heute Möglichkeiten, die Fehler im Erbgut durch Enzyme wieder zu reparieren und die Chromosomenenden wieder zu verlängern. Doch sollte der Mensch eines Tages wirklich mehrere hundert Jahre alt werden, was von Genetikern als möglich erachtet wird, würde die Welt rasch mal zu klein. Schon heute haben wir ja die Probleme auf unserem Planeten nicht mehr im Griff...

Gruss Ralph

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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Stephen » 16. Feb 2015, 17:14

Ralph hat geschrieben:Wie alt man wird, ist vor allem genetisch bedingt.
Da melde ich Zweifel an. Warum sollen gerade in Afrika - angeblich die Wiege der Menschheit - die Leute schlechtere Gene haben als wir in Europa?
Wahrscheinlicher sind die schlechtere medizinische Betreuung, AIDS und die Armut.
Ralph hat geschrieben:Diese Zellerneuerung hat aber Grenzen, denn bei jeder Zellteilung werden die Chromosomenenden kürzer und das Erbgut unleserlicher
Genau darauf wollte ich hinaus, hatte mir positronium aber bereits vermittelt...
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Ralph » 16. Feb 2015, 18:34

Hallo Stephen

Mit "genetisch bedingt" setzte ich natürlich voraus, dass der Rest passt. Wenn jemand verhungert oder verdurstet, nützen die besten Anlagen nichts.

Gruss Ralph

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Re: Alterungsprozess

Beitrag von gravi » 16. Feb 2015, 18:52

Ich hatte in den letzten Tagen ein interessantes Gespräch mit unserer Betriebsärztin über dieses Thema.
Sie vertrat die Auffassung, dass Menschen früher doch bessere Gene hatten als es heute der Fall ist. Bei manchen Menschen scheint das sogar extrem ausgeprägt zu sein, siehe z.B. Helmut Schmidt. Ob Rauchen doch konserviert?

Ob man das verallgemeinern kann, da bin ich mir nicht sicher. Es gibt hier sicher viele Pro und Kontra abzuwiegen. Früher war die Ernährung karger, kaum jemand war übergewichtig. Dafür können wir heute auf ein unwahrscheinliches Nahrungsangebot zurückgreifen (niemand muss mehr an Vitaminmangel leiden). Leider werden wir aber durch Fastfood zu ungesunder Nahrung verführt. Früher hatten die Menschen durch mehr körperliche Arbeit mehr Bewegung. Gut, heute können wir das durch Sport ausgleichen - sofern man den inneren Schweinehund überwindet.
Die medizinische Versorgung ist heute unser größter Vorteil, doch wenn man es mal nüchtern betrachtet, so fehlt es langsam an natürlicher Auslese. Genau das könnte die künftige Entwicklung der Menschheit negativ beeinflussen, aber das gehört dann auch in einen anderen thread.

Gruß
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Skeltek » 17. Feb 2015, 07:16

Stephen hat geschrieben: Kinder, die im Dreck spielen sind sehr viel gesünder und vor allem robuster als die, die von ihrer Mutter mit Samthandschuhen angefasst werden.
Gesünder hast du eben dazugedichtet. Was du meinst ist "an ein ungesundes Niveau gewöhnt" und dadurch viel geringerer Schock falls doch mal Krankheit kommt.
Desübrigen wird das Immunsystem bereits im Mutterleib an diverse Spurenelemente, Stoffe und Grifte gewöhnt. Daher kommt vermutlich auch der stark beeinträchtigte Geschmackssinn schwangerer Frauen.

Zum Rest muss ich sagen, dass ich gerade auf das Hayflick limit hinaus wollte:
Henrietta Lacks
alt
F11

Was ich selbst extrem erstaunlich finde ist, dass ich schon als kleines Kind die unbegrenzte Zellteilung bzw das unendliche Kopieren eines Systems von sich selbst (z.B. Binärcodes) aus mathematisch-logischer Sicht für nicht möglich erachtet hatte; leider weiss ich bis heute nicht mehr wie ich darauf kam.
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Stephen » 17. Feb 2015, 08:18

gravi hat geschrieben:Ob Rauchen doch konserviert?
Helmut Schmidt muss eine Ausnahmeerscheinung sein. Ich persönlich stecke mir eine Zigarette mit einem extrem schlechten Gewissen an (zumal mir das Rauchen nach einer Bypass-OP strikt verboten wurde). Ich schiebe mein extremes Husten, Würgen und manchmal sogar Übergeben zu 100% auf die blöde Raucherei. Im Krankenhaus habe ich 14 Tage nicht geraucht, da ging es mir blendend - allerdings habe ich durch den gesteigerten Appetit auch ein paar Kilo zugenommen. Aber was habe ich Dummkopf nach der Entlassung als erstes gemacht? Genau, den nächstbesten Tabakladen aufgesucht....
Skeltek hat geschrieben:Was du meinst ist "an ein ungesundes Niveau gewöhnt" und dadurch viel geringerer Schock falls doch mal Krankheit kommt.
Nicht ganz. Eine Bekannte von mir - daher das Beispiel - wurde von ihrer Mutter von allem abgeschottet. Ich glaube, die durfte noch nicht mal auf den Spielplatz. Die hat so ziemlich alles "am Hals", was man sich an Krankheiten ausdenken kann (Asthma, Haut- und Nervenkrankheiten, Allergien usw.), musste jährlich 2x zur Kur.Ob alle diese Krankheiten darauf zurückzuführen sind, dass sie ihre Kindheit "steril" verbringen musste, kann man heute nur vermuten aber nicht beweisen.
Ralph hat geschrieben:'Mit "genetisch bedingt" setzte ich natürlich voraus, dass der Rest passt. Wenn jemand verhungert oder verdurstet, nützen die besten Anlagen nichts.
Dann sind wir einer Meinung....
Mit jeder Zellteilung werden die Telomere verkürzt, da die DNA-Polymerase am Folgestrang nicht mehr ansetzen kann.
Diesen Zusammenhang habe ich leider noch nicht kapiert.

Gruß
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von deltaxp » 18. Feb 2015, 12:35

das Thema hatten wir so ähnlich (Unsterblichkeit)
altern ist in unseren Genen eingebaut. rein thermodynamisch besteht dazu kein grund. als offenes System kann man seine Entropie gering halten in einem staibilen zustand absetis des thermodynamischen gleichgewichts. die Endlichkeit des lebens bietet nunmal einen wesentlichen evolutionären Vorteil, da a) mehr Energie für Wechselwirkung mit der Umgebung übrigbleibt als für die eigenen reparaturmechanismen b) sterbliches leben sich einfacher und schneller Veränderungen der Umwelt anpassen, c) mit der Endlichkeit der resourcen besser klarkommt.

im Prinzip werden alle Lebewesen gleich alt, wenn man die verstoffwechselte menge pro gramm Körpergewicht betrachtet. also zumindest grössenordnungsmässig. dass das Durchschnittsalter in armen ländern niedriger ist liegt zum einen an der typischerweise mit einberechneten hohen Kindersterblichkeit und natürlich an den oft härteren Lebensbedingungen. der mensch zählt dennoch zu den langlebigeren Spezies, also wohl etwas überm durchschnitt. normalerweise sterben die meisten Tiere kurz nach ihrer fruchtbaren Phase, der mensch lebt da deutlich länger drüber hinaus. evolutionstechnisch bot das ein Vorteil, da sich grosselten um den nachwuchs kümmern konnten und somit beide Elternteile an der nahrungsbeschaffung tätig sein konnten.

i.a. gilt auch die regel, vor allem bei Warmblütern: je größer man ist, desto länger lebt man, wie der Stoffwechsel geringer ist (grössere Warmblüter haben deutlich kleiner Oberfläche im Verhältnis zu ihrem Volumen, benötigen daher proportional weniger Energie zum aufrechterhalten ihreer Temperatur -> kleiner Stoffwechsel. zudem erhöht sich der Reibungswiderstand mit größer werdenden Gefäßsystem, weshalb der stofftransport pro gramm Körpergewicht bei grossen Tieren i.a. kleiner ist als bei kleinen, was durch durch Reduktion des Stoffwechsels kompensiert wird.

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Re: Alterungsprozess

Beitrag von seeker » 18. Feb 2015, 13:00

gravi hat geschrieben:Die medizinische Versorgung ist heute unser größter Vorteil, doch wenn man es mal nüchtern betrachtet, so fehlt es langsam an natürlicher Auslese. Genau das könnte die künftige Entwicklung der Menschheit negativ beeinflussen, aber das gehört dann auch in einen anderen thread.
Dazu ganz kurz: Schau dir zu dem Thema unbedingt einmal den Spielfilm "Idiocracy" an, falls du ihn nicht schon kennst. Sehr geil!
http://de.wikipedia.org/wiki/Idiocracy

Grüße
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von seeker » 18. Feb 2015, 13:21

deltaxp hat geschrieben:die Endlichkeit des lebens bietet nunmal einen wesentlichen evolutionären Vorteil, da a) mehr Energie für Wechselwirkung mit der Umgebung übrigbleibt als für die eigenen reparaturmechanismen b) sterbliches leben sich einfacher und schneller Veränderungen der Umwelt anpassen, c) mit der Endlichkeit der resourcen besser klarkommt.
Um es kurz zu machen: Das Altern und Sterben kam mit dem Sex in die Welt!

Es gibt potentiell unsterbliche Lebewesen, z.B. Bakterien, Einzeller, auch Krebszellen.

Beim Menschen ist es so, dass er alt genug wird um seine Nachkommen aufzuziehen und sich noch um seine Enkel kümmern zu können.
Das sind dann von der Natur vorgesehenerweise ca. 60 jahre. Danach lässt ihn die Natur recht schnell alleine und er altert dann auch sehr schnell.

Zusätzlich zu den genetisch bedingten Grenzen gibt es aufgrund unserer Komplexität Probleme bei der Selbstreparatur, die einfachere Lebewesen nicht haben.
Es gibt auch einige Zellarten die sich ab dem Erwachsenenalter nicht mehr oder fast nicht mehr teilen, also erneuern können, z.B. Muskelzellen, Sinneszellen und Nervenzellen. Irreversible Gehirnabbauprozesse und solche Dinge wie Adernverkalkung, Karies, Narbenbildungen, Gelenkverschleiß, Ablagerungen in der Lunge, usw. setzten und setzen dem möglichen Lebensalter auch natürliche Grenzen.
Hinzu kommen Unfälle, Verletzungen, Krankheiten, usw., die irgendwann natürlicherweise im Laufe eines jeden Lebens stattfinden und oftmals bleibende bzw. nicht-vollständig reversible Schäden hinterlassen - wenn sie in machen Fällen nicht gleich zum Tod führen.

Grüße
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Stephen » 18. Feb 2015, 13:30

Sorry, jetzt muss ich mich mal auf Grundschule-Niveau begeben - nicht wegen euch sondern wegen mir...
seeker hat gesagt, dass sich nach 10 Jahren unsere Atome zu 90% austauschen ... ok.
Ralph hat gesagt, dass sich bei der Zellerneuerung die Chromosomen verkürzen und das Erbgut immer unleserlicher wird ... ok
Woran - zum Teufel - liegt es denn, dass ausgerechnet die wichtigsten Teile in unserem Körper nicht ausgewechselt, regeneriert oder erneuert werden?

http://de.wikipedia.org/wiki/Chromosom
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von seeker » 18. Feb 2015, 15:39

Stephen hat geschrieben:Woran - zum Teufel - liegt es denn, dass ausgerechnet die wichtigsten Teile in unserem Körper nicht ausgewechselt, regeneriert oder erneuert werden?
Das liegt daran, dass das nicht so ist, wie du meinst. :)
Unser Genom wird ständig repariert; da ist ein sehr komplexer Selbsreparaturmechanismus in der Zelle am Werk. Wäre dem nicht so, würden wir viel früher sterben oder Krebs kriegen.

Schau auch hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/DNA-Reparatur

Grüße
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Stephen » 18. Feb 2015, 16:41

Bringen die komplexen Reparaturmechanismen der Zelle keinen Erfolg, so sammeln sich in wachsenden und ruhenden somatischen Zellen so viele Fehler an, dass die normalen Zellfunktionen gestört sind. In einer Keimzelle wären die Tochterzellen nicht mehr lebensfähig, was zu einer Inaktivierung der Zelllinie führt: die Zelle bzw. die zweite bis dritte nachfolgende Generation verliert ihre Teilungsfähigkeit und stirbt...
Ok, jetzt habe ich es kapiert ;)

Man könnte das mit dem Gehirn eines Menschen vergleichen, der an Alzheimer erkrankt ist. Sorry, ein besseres Beispiel ist mir nicht eingefallen. Aber als meine Mutter mich im späten Stadium ihrer Demenz nicht mehr erkannt hat wurde mir auch klar: in uns stirbt irgend etwas ab mit der Zeit (manchmal auch schneller als angenommen), wird nicht regeneriert und führt zum Tod.
Die Demokratie beruht auf drei Grundpfeilern: Der Freiheit der Gedanken, der Freiheit der Rede und der Klugheit, beides nicht zu gebrauchen.
Mark Twain

Pippen
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Re: Alterungsprozess

Beitrag von Pippen » 19. Feb 2015, 02:41

seeker hat geschrieben:Das sind dann von der Natur vorgesehenerweise ca. 60 jahre. Danach lässt ihn die Natur recht schnell alleine und er altert dann auch sehr schnell.
Das scheint wirklich so zu sein, zumindest beim Mann. Man sieht das an Schauspielern. Wenn sie ordentlich leben, dann sehen die meisten mit Mitte/Ende 50 noch aus wie "Männer", aber schon mit Mitte 60 sehen sie "alt" aus.

Ich glaube, ein Mensch besteht aus

1. dem vorgegebenen Hirnsetup und
2. dem durch die Raumzeit modifizierten Hirnsetup.

Ich glaube, es gibt nicht so viele Typen von 1. sondern vllt. nur 1000-10.000, die sich merklich unterscheiden, genaus wie es wohl auch nur einige tausend Gesichtertypen gibt, die sich merklich unterscheiden. Das Problem ist 2. Deshalb ist jeder Mensch so einzigartig. Es kann durchaus sein, es gab 1425 schonmal einen seeker mit ziemlich exakt dem Gehirn und der Persönlichkeit des heutigen seeker. Und trotzdem wären es völlig verschiedene Menschen, weil sie in völlig verschiedenen Zeiten lebten, welche die eigentlich gleichen Hirne völlig verschieden prägten. Deshalb leben wir auch nicht in Form unserer Atome oder sonstwas weiter, sondern unsere Existenz stoppt einfach und mit ihr die Welt (denn was war die Welt vor unserer Geburt?)

Unser Problem vom Altern und Sterben ist mE ein Dekadenzproblem. Alter und Tod sind kein Problem, wenn man beschäftigt ist und wenn man "nah dran ist" an der Natur. Deshalb hatten unsere Vorfahren auch bis vor 50.000 Jahren keine großen Probleme damit. Die mussten unentwegt ihr Leben sichern und in der Natur war und ist Vergänglichkeit so allgegenwärtig, dass sie sich einem fast beruhigend präsentiert. Der moderne Mensch dagegen hat Zeit und lebt isoliert von der Natur, tut so, als ob er darüber stünde...mit vielen Vergünstigungen (wir kommen unserem eigenen Gottesbild immer näher), aber dem Preis der Altersmelancholie.

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