Hinweis auf die DSGVO: Auf unserer Seite werden keine Dritt-Anbieter-Cookies verwendet und nur Daten erfasst, welche für das Minimum an Board-Funktionalität notwendig sind.
Bevor Sie sich registrieren oder das Board verwenden, lesen Sie bitte zusätzlich die DSGVO-Erklärung, welche in der Navigationsleiste verlinkt ist.

Kurzfassung der unserer Meinung nach wichtigsten DSGVO-Punkte:
Es kann vorkommen, dass Benutzer eigenverantwortlich Videos oder sonstige Medien in ihren Beiträgen verlinken, welche beim Aufruf der Forenseite als Teil der Seite samt zugehörigem Material mitgeladen werden. Sollten Sie dies nicht wünschen, verwenden Sie beim Benutzen des Forums einen Blocker wie z.B. uMatrix, welcher das Laden von Inhaltsblöcken von Fremd-URLs effektiv unterbinden kann.
Wir blenden keine Werbung ein und schränken die Inhalte in keinster Weise bei Benutzung von Addblockern ein. Dadurch ist die Grundfunktionalität des Forums auch bei vollständigem Blockieren von Drittanbieter-Inhalten stets gegeben.

Cookies werden unsererseits nur verwendet um das Einloggen des Benutzers für die Dauer der Forenbenutzung zu speichern. Es steht dem Benutzer frei die Option 'Angemeldet bleiben' zu verwenden, damit der Cookie dauerhaft gespeichert bleibt und beim nächsten Besuch kein erneutes Einloggen mehr notwendig ist.
EMail-Adressen werden für Kontakt bei wichtigen Mitteilungen und zur Widerherstellung des Passwortes verwendet. Die verwendeten IPs können von uns ohne externe Hilfsmittel mit keiner realen Person in Verbindung gebracht werden und werden nach spätestens 7 Tagen gelöscht. Diese IPs werden höchstens verwendet um Neuanmeldungen unerwünschter oder gesperrter Nutzer zu identfizieren und zu unterbinden. Wir behalten uns daher vor bei Verdacht, die Frist für die IP-Löschung auf maximal 14 Tage zu verlängern.
Unsere Webseite läuft auf einem virtuellen Linux-Server, welcher von einem externen Anbieter gehostet wird. Etwaige Verstöße der DSGVO-Auflagen seitens dieses deutschen Hosters können wir nicht feststellen und somit auch nicht verfolgen.
Wir halten Backups unserer Datenbanken, welche in regelmäßigen Abständen als Schutz vor Katastrophen, Hackerangriffen und sonstigen Ausfällen erstellt werden. Sollte ein Nutzer die Löschung seiner Daten wünschen, betrachten wir es als Unzumutbar die Backups auch von den Daten zu befreien, da es sich hierbei um eine mehrtägiges Unterfangen handelt - dies ist für eine Einzelperson beim Betrieb eines privaten Forums nicht zumutbar möglich ohne das Backup komplett zu löschen.
Sollten Sie etwas gegen die dauerhafte anonyme Speicherung ihrer EMail-Adresse, ihres Pseudonyms und ihrer Beiträge in einem Backup haben, sehen Sie von der Registrierung in diesem Forum ab. Für Mitglieder, welche vor dem 25.05.2018 registriert waren steht jedoch das Recht im Raum, eine Löschung der Datenbank-Backups zu beantragen.



Wenn dies Ihr erster Besuch hier ist, lesen Sie bitte zunächst die FAQs sowie die wesentlichen Regeln zur Benutzung des Forums.
Um an den Diskussionen teilnehmen zu können, müssen Sie sich zunächst registrieren.

Wie lange kann man Daten speichern?

Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaftstheorie bzw. -philosophie, Technik
Benutzeravatar
Stephen
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 3012
Registriert: 14. Dez 2005, 17:09
Wohnort: Halle (Saale)

Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von Stephen » 21. Nov 2012, 17:47

Hallo zusammen,

diese Frage kam mir beim Lesen eines anderes threades und ich habe mich mal im Internet informiert.

Nur mal schnell die Fakten:

Die Ausfallquote von Festplatten beträgt 1,8% pro Jahr, nach 3 Jahren liegt sie bereits bei 8%.
CDs und DVDs halten unter den günstigsten Umständen (also optimalster Lagerung und bester Qualität der Scheiben) zwischen 50 Jahren (selbst gebrannt) und 80 Jahren (gepresst). Das ist natürlich nur eine Hochrechnung, so lange gibt es diese Technologie noch nicht ;)
Eine radikale Änderung tritt bei unsachgemäßer Lagerung und Billig-Rohlingen (zu erkennen an einer bläulichen Färbung auf der Unterseite) auf. Bei unsachgemäßer Lagerung können die Daten dann auch schon mal nach 6 Monaten (!!!) unlesbar sein.

Die Lebensdauer von Disketten und Magnetbändern befindet sich weit unter denen von CD/DVD.

Mir ist klar, dass wir in der heutigen Zeit nichts mehr in Stein meißeln oder auf Papyros schreiben können. Aber wird es mal eine Art der Speicherung geben, die Jahrhunderte überdauern kann?

Gruß
Steffen
Die Demokratie beruht auf drei Grundpfeilern: Der Freiheit der Gedanken, der Freiheit der Rede und der Klugheit, beides nicht zu gebrauchen.
Mark Twain

Skeltek
Site Admin
Beiträge: 3247
Registriert: 25. Mär 2008, 23:51

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von Skeltek » 21. Nov 2012, 18:17

Selbst Diamandatome lösen sich aus dem Verbund, wenn ein Atom zerfällt oder einer ungünstigen Interferrenz mehrerer Wellenlängn von Hintergrundstrahlung oder ähnlichem zum Opfer fällt.
Je nach Witterung können Materialien sich auch langsamer oder schneller auflösen(feuchtes Klima, Korrosion durch Schmutz, Sandstürme, Druckschwankungen der Atmosphäre(z.B. Flugzeug bei Start und Landung innerhalb der Jupiteratmosphäre), Plasmastürme in Sonnenähe, Beschuss durch einen Pulsarstrahl).
Die plausibelste Erklaerung jedes hinreichend komplizierten Systems ist falsch

Unentscheidbarkeit für Dummies: Dieser Satz ist wahr
oder
Diese Menge hat zwei Elemente: A und B

Benutzeravatar
Stephen
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 3012
Registriert: 14. Dez 2005, 17:09
Wohnort: Halle (Saale)

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von Stephen » 21. Nov 2012, 18:35

Tja. da hatte Dirk Michaelis (Ostrockgruppe Karussell) in seinem Song "Als ich fortging..." wohl doch recht: "Nichts ist unendlich, nun sieh das doch ein..." Obwohl der natürlich was anderes gemeint hatte ... ;)
Die Demokratie beruht auf drei Grundpfeilern: Der Freiheit der Gedanken, der Freiheit der Rede und der Klugheit, beides nicht zu gebrauchen.
Mark Twain

Benutzeravatar
seeker
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 5438
Registriert: 26. Dez 2009, 10:29

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von seeker » 21. Nov 2012, 18:49

Der haltbarste Datenspeicher ist meines Wissens nach immer noch Schrift in Stein gemeißelt (überprüft, hält mehrere tausend Jahre).
Ich habe auch von Datenspeichern gehört, wo man per Laser in Glas schreibt bzw. graviert (evtl. auch Hologramme). Ich schau mal, ob ich dazu noch was finde.
Ansonsten hilft wohl nur stetiges Umkopieren.

Grüße
seeker
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
Denn tut man das, so verliert man zumindest ein Stück weit seine Unvoreingenommenheit, Objektivität.

Benutzeravatar
gravi
Site Admin
Beiträge: 6070
Registriert: 26. Nov 2005, 18:55
Wohnort: Münchhausen

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von gravi » 21. Nov 2012, 19:17

Vielleicht sollte man zum guten alten Lochstreifen zurück kehren? Als Material würde ich Gold oder Platin wählen, das sollte dann schon viele Jahrtausende überdauern.

Allerdings ist in der Tat nichts für die Ewigkeit - selbst Gold und Platin verdunsten unaufhörlich, wenn auch nur sehr langsam. Glas ist vielleicht etwas unglücklich, da nur eine unterkühlte Schmelze. Das fließt...

Gruß
gravi
Unser Wissen ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen, ist ein Ozean.
Sir Isaac Newton

Benutzeravatar
tomS
Administrator
Administrator
Beiträge: 9739
Registriert: 19. Nov 2007, 20:29
Wohnort: Nürnberg

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von tomS » 21. Nov 2012, 23:06

In der IT verwendet man ja eine fortgesetzte Replikation, z.B. über Backup-Medien oder RAID
Gruß
Tom

«Hier konnte niemand sonst Einlaß erhalten, denn dieser Eingang war nur für dich bestimmt. Ich gehe jetzt und schließe ihn.»

Benutzeravatar
seeker
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 5438
Registriert: 26. Dez 2009, 10:29

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von seeker » 22. Nov 2012, 00:58

Ja, aber das kostet nicht wenig Geld und eine wirkliche Katastrophensicherung ist auch praktisch nicht machbar.
Man kann sich da Szenarien ausdenken, wie z.B. einen lange andauernden weltweiten Zusammenbruch. 100 Jahre später wollen die Menschen Wiederaufbau betreiben und auf das alte Wissen zurückgreifen. Finden sie noch etwas?

Das Problem ist bekannt... und interessant!
Es betrifft übrigens nicht nur die Speichermedien sondern auch die Abspielgeräte + Peripherie und die nötige Software, denn was nützt mir z.B. eine 100 Jahre alte CD, wenn ich keinen CD-Spieler mehr auftreiben kann?

Ich habe folgendes gefunden:

http://de.wikipedia.org/wiki/Langzeitarchivierung
Schaut euch die Tabelle an. Das moderne Zeugs hält alles nicht lange...

Hier noch ein lesenswerter Bericht:

"1000 Jahre Datenspeicherung wird Realität"
http://www.boljour.de/2011/10/1000-jahr ... -realitat/
Hier finde ich die Angaben zwar z.T. sehr optimistisch; sie sind sicher nur erreichbar, wenn der Datenträger entsprechend isoliert und geschützt aufbewahrt wird, aber das sieht schon recht gut aus.

Zum PC (im Bericht):
Also ich sag mal so: Ich kenne Polycarbonat schon ein wenig... und ich kann euch da definitiv sagen, dass PC keine 1000 Jahre hält, wenn es nicht extrem geschützt aufbewahrt wird.
PC ist UV-empfindlich (schon ab knapp unter 400nm) und vergilbt, Beschichtungen erleiden Haftversagen, UV-Absorber-Additive sind organisch und bauen sich mit der Zeit ab. Auch Feuchtigkeit, Temperaturwechsel und Sauerstoff würde ich während den angestrebten 1000 Jahren vom PC fernhalten wollen.

Zum Glas:
gravi hat geschrieben:Glas ist vielleicht etwas unglücklich, da nur eine unterkühlte Schmelze. Das fließt...
Unterkühlte Schmelze? Ja... Amorpher Stoff? Definitiv! Aber fließen? Das ist eine moderne Legende an die ich auch jahrelang glaubte.
Man hat vor ein paar Jahren festgestellt, dass Kirchenfenster über die Jahrhunderte gar nicht nach unten fließen. Dass diese Scheiben unten dicker sind liegt am damaligen Herstellungsprozess.

Dennoch kann auch Glas korrodieren. Wie stark und unter welchen Bedingungen hängt stark von der Glassorte ab.
Bei gewöhnlichem Kalk-Natron-Glas lösen sich z.B. gerne die Natriumionen raus. Glaskorrosion ist tatsächlich ein Problem, mit dem sich die Hersteller z.B. von Fensterglas herumplagen müssen.
Es gibt aber auch sehr haltbare Gläser, z.B. das teure Quarzglas.
Dass ein solcher Datenträger 1000 Jahre übersteht wenn er nicht gerade Flusssäure sieht oder zerbricht kann ich mir schon vorstellen.
gravi hat geschrieben:Vielleicht sollte man zum guten alten Lochstreifen zurück kehren? Als Material würde ich Gold oder Platin wählen, das sollte dann schon viele Jahrtausende überdauern.
Auch keine schlechte Idee. Ich glaube auch, dass das funktionieren würde. Es dürfte jedoch eine recht kostspielige Lösung sein.

Grüße
seeker
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
Denn tut man das, so verliert man zumindest ein Stück weit seine Unvoreingenommenheit, Objektivität.

Benutzeravatar
Stephen
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 3012
Registriert: 14. Dez 2005, 17:09
Wohnort: Halle (Saale)

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von Stephen » 22. Nov 2012, 13:20

Hallo zusammen,

ich habe spaßeshalber mal eine total sinnlose Rechnung aufgemacht (Voraussetzung: Ein Steinmetz arbeitet 10 Stunden am Tag und kann pro Sekunde ein Bit in Stein meißeln - also einen waagerechten Strich für eine Null, einen senkrechten für eine Eins). Dann käme er am Ende seines 60jährigen Arbeitslebens auf ca. 80 Megabytes. Nach 10 Steinmetz-Generationen wäre also eine CD abgeschrieben, nach 60 Generationen eine DVD. Leider wären dann schon über 70% der Steintafel nicht mehr zu lesen, weil diese Bereiche schon weit über 1000 Jahre Lebensdauer auf dem Buckel hätten. So gehts also auch nicht. Außerdem wäre diese Platte mit einem Ausmaß von knapp 2 x 2 Kilometern (bei Schriftgröße eines Bits von knapp 1 Zentimeter Höhe x Breite, Rest zum Zentimeter für Abstand einberechnet) etwas unhandlig :mrgreen:

Aber Spaß beiseite, das Problem der Datenspeicherung scheint mir ein ziemlich ernstes zu sein und kann zurzeit wohl wirklich nur durch laufendes Umkopieren gelöst werden...

Gruß
Steffen
Die Demokratie beruht auf drei Grundpfeilern: Der Freiheit der Gedanken, der Freiheit der Rede und der Klugheit, beides nicht zu gebrauchen.
Mark Twain

Benutzeravatar
gravi
Site Admin
Beiträge: 6070
Registriert: 26. Nov 2005, 18:55
Wohnort: Münchhausen

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von gravi » 22. Nov 2012, 19:06

Den ultimativen Datenspeicher wird man wohl vergeblich suchen, mit keinem bekannten Material bzw. Verfahren ist eine dauerhafte Konservierung zu gewährleisten.

Eine Frage stellt sich dabei allerdings auch, ob sich in 10 000 Jahren noch jemand für unsere "primitiven" Informationen interessieren wird. Höchstens vielleicht aus archäologischen Gründen...doch über unser heutiges Wissen wird man dann vermutlich nur noch schmunzeln.

Gruß
gravi
Unser Wissen ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen, ist ein Ozean.
Sir Isaac Newton

rick
übernimmt bald das Forum
übernimmt bald das Forum
Beiträge: 279
Registriert: 19. Mai 2011, 22:06

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von rick » 22. Nov 2012, 20:22

seeker hat geschrieben: http://de.wikipedia.org/wiki/Langzeitarchivierung
Schaut euch die Tabelle an. Das moderne Zeugs hält alles nicht lange...
Ich würde diesen Artikel nicht zu genau nehmen. Das der Flashspeicher nur 30 Jahre funktioniert zb. Dort wird als Quelle eine Online Zeitung genannt, welche nur die Garantie von Flashspeichern auf bis zu 30 Jahre angeben und das nur, weil das die höchstmögliche Garantiespanne in Deutschland sein kann (laut Artikel). Außerdem wird dann sicherlich von ständiger Benutzung ausgegangen, was zu defekten im Controller führen kann (siehe auch wieder Artikel). Somit könnte bei einfacher Lagerung, die Lebenspanne weitaus größer sein.

Benutzeravatar
seeker
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 5438
Registriert: 26. Dez 2009, 10:29

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von seeker » 23. Nov 2012, 09:31

Ja, das ist wohl so. Wie lange Speicher hält kann man auch nur bedingt durch künstliche Alterung simulieren. Eigentlich muss man warten und dann sehen; soll heißen, man müsste eigenlich 100 Jahre warten um sicher sagen zu können, wie lange so ein Speicher wirklich im Schnitt hält.
Beim Flash sind auch die Speicherzellen nicht beliebig oft überschreibbar. Aber das ist eigentlich ein anderes Problem.
Es wird wohl auch eine nicht geringe Streuung geben, d.h. man kann Glück oder Pech haben.

Das heißt aber, dass man sich nicht auf diese Speicher verlassen kann: Er kann morgen kaputt sein.
Ich hatte auch schon Ausfälle (also Pech) bei jedem von mir bisher verwendeten Speichermedium, egal ob Diskette, CD, DVD, Festplatte oder Flash - und da sind noch keine 100 Jahre vergangen (so alt bin ich nun auch wieder nicht :wink:).
Deshalb mache ich bei wichtigen Sachen Sicherheitskopien.

Ich habe mir mal die M-Disc aus obigem Bericht angeschaut:

Die ist gar nicht so uninteressant, wenn man z.B. private Bilder sicher für lange Zeit speichern will.
Es gibt sie schon als DVD-R zu kaufen (Stückpreis ca. 3€). Der nötige, spezielle LG-Brenner kostet auch nicht die Welt.
Man würde sich jedenfalls das ständige Umkopieren ersparen und auch das Achtgeben, dass man auch regelmäßig Kopien macht.

@Stephen:
Ja, je mehr Daten man speichern will, desto schwieriger wird es.

Mir ist noch eine Möglichkeit eingefallen, wie man Daten sehr sehr dauerhaft speichern könnte:

Man schreibt die Daten auf Edelmetall (Gold, Platin,...) oder auf hochwertiges Glas oder Mineral, packt das Ganze mitsamt der Abspielperipherie (oder dem Plan zum Bau derselben) aufwändig ein und verbuddelt es anschließend tief unter der Mondoberfläche. :)
Die entsprechende Stelle könnte man an der Mondoberfläche mit einer kleinen Pyramide markieren( :wink: ), damit man's wiederfindet.
Das sollte sicherlich viele Millionen Jahre lang halten, viel länger als alles, was auf der Erde machbar wäre.
Statt unserem Mond könnte man sich auch überlegen, ob es noch geeignetere Himmelskörper im Sonnensystem für so etwas gibt: Wo würdet ihr "Das Wissen der Menschheit" vergraben?
gravi hat geschrieben:Eine Frage stellt sich dabei allerdings auch, ob sich in 10 000 Jahren noch jemand für unsere "primitiven" Informationen interessieren wird.
Ja, das könnte sein: Vielleicht "nur" aus geschichtlichen Gründen, vielleicht aber auch nicht (vielleicht ist bis dahin auch altes, wertvolles Wissen wieder verloren gegangen).
Jedenfalls könnte auch geschichtliches Wissen von höchstem Interesse für eine zukünftige Gesellschaft sein.

Grüße
seeker
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
Denn tut man das, so verliert man zumindest ein Stück weit seine Unvoreingenommenheit, Objektivität.

rick
übernimmt bald das Forum
übernimmt bald das Forum
Beiträge: 279
Registriert: 19. Mai 2011, 22:06

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von rick » 23. Nov 2012, 10:01

seeker hat geschrieben: Mir ist noch eine Möglichkeit eingefallen, wie man Daten sehr sehr dauerhaft speichern könnte:

Man schreibt die Daten auf Edelmetall (Gold, Platin,...) oder auf hochwertiges Glas oder Mineral, packt das Ganze mitsamt der Abspielperipherie (oder dem Plan zum Bau derselben) aufwändig ein und verbuddelt es anschließend tief unter der Mondoberfläche. :)
Dann musst du den Plan oder die Abspielperipherie aber genauso konservieren :>. Was einen weiteren Plan dafür benötigt usw...

Benutzeravatar
seeker
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 5438
Registriert: 26. Dez 2009, 10:29

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von seeker » 23. Nov 2012, 13:00

Dieses Problem kann man umgehen, indem man den Bau- und Benutzungsplan incl. Zeichnungen "analog", in Reinschrift beilegt, z.B. in Goldplatten oder mineralische Platten reingefräst... vielleicht noch eine Art "Legende" dazu, damit man die Symbole und die Schrift in 1 Mio Jahren auch verstehen/rekonstruieren/entziffern kann (siehe alte Maya-Symbole: da ist die Übersetzung m.W.n. heute immer noch nicht in allen Fällen gelungen). Bei der Goldplatte der Voyager ist man im Prinzip auch so vorgegangen. Die wird übrigens vermutlich auch noch sehr lange in lesbarer Form die Zeit überdauern.

Grüße
seeker
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
Denn tut man das, so verliert man zumindest ein Stück weit seine Unvoreingenommenheit, Objektivität.

Benutzeravatar
Stephen
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 3012
Registriert: 14. Dez 2005, 17:09
Wohnort: Halle (Saale)

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von Stephen » 23. Nov 2012, 14:40

Hallo zusammen!
seeker hat geschrieben:Das heißt aber, dass man sich nicht auf diese Speicher verlassen kann: Er kann morgen kaputt sein.
So siehts aus. Eine Garantie wird dir kein Hersteller geben, zumal die Art und Weise der Lagerung/Benutzung scheinbar einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Lebensdauer der Daten hat.

Hätte man mir vor ein paar Jahren aber gesagt, dass die mittlere Haltbarkeit von CD-R bei 5 Jahren liegt (ich beziehe mich auf die von seeker angegebene Wikipedia-Tabelle), dann hätte ich mir die Archivierung von Fotos, Daten, Videos, Dokumenten usw. von meinen alten PCs scheinbar wirklich ersparen können. Denn wer kopiert aller 5 Jahre 100 CDs? Ok, man könnte es dann auf DVDs kopieren und dann wären es nur noch 20. Aber wer betreibt diesen Aufwand, zumal ständig etwas Neues dazu kommt?

Und da wäre noch etwas: Seit ca. 7 Jahren habe ich ein Programm und die dazugehörige Hardware (also Strippen für die Verbindung zwischen VHS-Rekorder und PC), um meine VHS-Videokassetten digitalisieren zu können. Was habe ich bisher gesichert von ca. 500 Stück VHS-Kassetten? Noch nicht eine einzige...

Zugegeben: Die meisten sind schon über 20 Jahre alt und die Qualität inzwischen derart schlecht, dass sich das nicht mehr lohnt. Und von einem wirklichen Sichern kann wohl kaum noch die Rede sein, wenn man die wikipedia-Tabelle anschaut...

Aber: Ich kann hier ein "getestet" einfügen für eine 20jährige BASF-Videokassette, Farbe der Verpackung gelb, Länge 90 Minuten, aufgenommen per JVC-Videokamera zu Weihnachten 1992, da war meine Tochter 4 Jahre alt. Funktioniert einwandfrei. Wahrscheinlich, weil man sich sowas selten anguckt ;)


Gruß
Steffen
Die Demokratie beruht auf drei Grundpfeilern: Der Freiheit der Gedanken, der Freiheit der Rede und der Klugheit, beides nicht zu gebrauchen.
Mark Twain

Skeltek
Site Admin
Beiträge: 3247
Registriert: 25. Mär 2008, 23:51

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von Skeltek » 23. Nov 2012, 17:55

Der Ringkernspeicher der Voyagersonden funktioniert immer noch, ihm geht nur langsam der Saft aus...
Damals konnte man noch einzelne defekte Bits austauschen ind mit ner Nadel die Kupferdrähte wieder durch ziehen.
Ich hatte vor einiger Zeit noch ein Foto von einem Ringkernspeicher, der in einem alten Gebäude der technischen Werke Stuttgart ausgestellt war, leider hat mein Handy den Geist aufgegeben und Foto war weg.
Die plausibelste Erklaerung jedes hinreichend komplizierten Systems ist falsch

Unentscheidbarkeit für Dummies: Dieser Satz ist wahr
oder
Diese Menge hat zwei Elemente: A und B

Benutzeravatar
gravi
Site Admin
Beiträge: 6070
Registriert: 26. Nov 2005, 18:55
Wohnort: Münchhausen

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von gravi » 23. Nov 2012, 18:32

Ein sicherlich gutes Material, um Informationen "in Stein zu meißeln" wäre vermutlich Siliziumkarbid (ich arbeite fast täglich mit Gegenständen aus diesem Zeug). Das ist richtig hart, extrem haltbar, sicher auch langlebig und das "Einmeißeln" kann man sehr gut mit einem Laser durchführen. Was sehr klein ausfallen kann in Analogie zu m Mikrofilm.

Ein Problem ist aber die Brüchigkeit bzw. Schlagempfindlichkeit.

Was ich mir jedoch sehr gut vorstellen könnte ist, dass uns die Nanotechnologie einmal Möglichkeiten zur dauerhaften Konservierung auf kleinstem Raum bieten könnte. Kohlefasern, Nanoröhrchen usw. sind in ihren Anwendungen ja noch längst nicht erschöpft.

Gruß
gravi
Unser Wissen ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen, ist ein Ozean.
Sir Isaac Newton

Benutzeravatar
seeker
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 5438
Registriert: 26. Dez 2009, 10:29

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von seeker » 26. Nov 2012, 11:06

gravi hat geschrieben:Ein sicherlich gutes Material, um Informationen "in Stein zu meißeln" wäre vermutlich Siliziumkarbid (ich arbeite fast täglich mit Gegenständen aus diesem Zeug).
Karborund... ja, das ist sicher ein gutes, haltbares Material, eines der härtesten überhaupt. Man muss es halt gut einpacken, damit nichts bricht.
Was macht ihr denn damit, wenn ich fragen darf?

Weitere gute Materialien wären auch Siliziumnitrid, Korund (Al[down]2[/down]O[down]3[/down]) und kubisches Bornitrid. Diamant gar nicht mal so sehr, da metastabil und viel zu teuer.

Grüße
seeker
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
Denn tut man das, so verliert man zumindest ein Stück weit seine Unvoreingenommenheit, Objektivität.

Benutzeravatar
Stephen
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 3012
Registriert: 14. Dez 2005, 17:09
Wohnort: Halle (Saale)

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von Stephen » 26. Nov 2012, 15:25

Hallo zusammen,

die Frage ist eigentlich nicht nur wie lange man Daten speichern kann, sondern vor allem, wie schnell man an diese auch herankommt; die Sache mit dem "in Stein gemeißelt" müsste man deshalb sofort streichen, ebenso die Lochkarten. Eigentlich alle Abbildungsarten, die man lediglich visuell bzw. maschinell nur langsam erkennen kann. Falls man - und das wurde ja schon einmal angesprochen - überhaupt noch über so "primitive Technologien" verfügt, um die Daten auswerten zu können.

Ich glaube übrigens nicht, dass unsere jetzigen Erkenntnisse für zukünftige Generationen völlig wertlos wären. Was würden Forscher heute dafür geben, um z.B. in den Besitz der abgebrannten Bücher aus der Bibliothek von Alexandria oder an die wissenschaftlichen Manuskripte der Mayas oder Inkas zu gelangen? Ich bin mir (fast) sicher, dass da einiges dringestanden hätte was wir heute nicht (bzw. nicht mehr) wissen...

Die Knotenschrift der Inkas (um die 4500 Jahre alt) ist bis heute noch nicht vollständig enträtselt. Für Interessenten hier ein kurzer Beitrag dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Quipu

Gruß
Steffen
Die Demokratie beruht auf drei Grundpfeilern: Der Freiheit der Gedanken, der Freiheit der Rede und der Klugheit, beides nicht zu gebrauchen.
Mark Twain

Benutzeravatar
gravi
Site Admin
Beiträge: 6070
Registriert: 26. Nov 2005, 18:55
Wohnort: Münchhausen

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von gravi » 26. Nov 2012, 18:47

seeker hat geschrieben: Karborund... ja, das ist sicher ein gutes, haltbares Material, eines der härtesten überhaupt. Man muss es halt gut einpacken, damit nichts bricht.
Was macht ihr denn damit, wenn ich fragen darf?
Für einen Kunden beschichten wir Gleitringdichtungen aus diesem Material. Ziemlich teure Teile, die auf einer Seite mit einer diamantartigen Schicht versehen sind, auf der anderen eine Antihaftbeschichtung bei uns erhalten. 1 Stück kann bis 10 000 Euro kosten...

Es ist natürlich Quatsch, ein solches Material als Datenspeicher zu benutzen, nur eben sehr haltbar ist es.
Wie wäre es denn mit der guten alten Schallplatte? Wenn man die aus einem haltbaren Material (Gold?) herstellte, hätte man sicherlich eine dauerhafte Möglichkeit zur Speicherung. Rillen gehen nicht so schnell verloren...

Gruß
gravi
Unser Wissen ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen, ist ein Ozean.
Sir Isaac Newton

Skeltek
Site Admin
Beiträge: 3247
Registriert: 25. Mär 2008, 23:51

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von Skeltek » 26. Nov 2012, 23:25

Das langlebigste in jedem Fall ist eine Anordnung an einander umkreisender SLs mit nach innen exponentiell steigender Massen. Ein kleines SL das um ein großes kreist=1; das große das um ein noch größeres kreist=2 usw.
So kann man relativ leicht die Halbwertszeit und dadurch Datenverlust der einzelnen Bits in die Höhe treiben/senken.
Die plausibelste Erklaerung jedes hinreichend komplizierten Systems ist falsch

Unentscheidbarkeit für Dummies: Dieser Satz ist wahr
oder
Diese Menge hat zwei Elemente: A und B

Benutzeravatar
gravi
Site Admin
Beiträge: 6070
Registriert: 26. Nov 2005, 18:55
Wohnort: Münchhausen

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von gravi » 27. Nov 2012, 19:08

Schwierig nur, 2 SL's dazu zu bringen, sich zu umkreisen. Noch schwieriger, sie davon abzuhalten, sich einander anzunähern und miteinander zu verschmelzen.

Es gibt aber auch eine ganz einfach Methode: Daten bei Facebook eingeben. Facebook vergisst nichts, auch nicht nach Löschung von Daten... ;i

Gruß
gravi
Unser Wissen ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen, ist ein Ozean.
Sir Isaac Newton

Benutzeravatar
Stephen
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 3012
Registriert: 14. Dez 2005, 17:09
Wohnort: Halle (Saale)

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von Stephen » 28. Nov 2012, 14:06

Hallo zusammen!
gravi hat geschrieben:Wie wäre es denn mit der guten alten Schallplatte? Wenn man die aus einem haltbaren Material (Gold?) herstellte, hätte man sicherlich eine dauerhafte Möglichkeit zur Speicherung. Rillen gehen nicht so schnell verloren...
Das ist eigentlich eine sehr gute Idee! Wenn man die Goldschallplatten in einer Art überdimensionalen Music-Box unterbringt, könnten sie außerdem optimal gelagert werden, was Luftdruck, Luftfeuchte, UV-Strahlung, allgemeine Lichtverhältnisse etc. betrifft. Dann nur noch einen ADU (Analog-Digital-Umsetzer) einbauen und die Sache wäre "geritzt" ;)

Allerdings habe ich keinen blassen Schimmer, wie hoch die Fehlerquote beim Umsetzen von analogen (also Schallwellen bei der LP) in digitale Signale ist bzw. ob man Fehler zu 100% ausschließen kann.

Gruß
Steffen
Die Demokratie beruht auf drei Grundpfeilern: Der Freiheit der Gedanken, der Freiheit der Rede und der Klugheit, beides nicht zu gebrauchen.
Mark Twain

Benutzeravatar
gravi
Site Admin
Beiträge: 6070
Registriert: 26. Nov 2005, 18:55
Wohnort: Münchhausen

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von gravi » 28. Nov 2012, 18:50

Ich schätze, das sollte relativ gut funktionieren - eine CD ist ja im Grunde nichts anderes.
Allerdings ist bei der Schallplatte die Speicherdichte vermutlich viel zu gering. Aber was schon gut ist, ließe sich bestimmt noch verbessern...

Gruß
gravi
Unser Wissen ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen, ist ein Ozean.
Sir Isaac Newton

Benutzeravatar
seeker
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 5438
Registriert: 26. Dez 2009, 10:29

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von seeker » 29. Nov 2012, 09:57

Jetzt hab ich's! Die langlebigste machbare Art der Datenspeicherung:

Man nimmt die zu speichernden Informationen und setzt sie in einen genetischen Code um, den man anschließend dem Genom eines einfachen einzelligen Organismus hinzufügt.
Dann nimmt man diese Organismen und setzt sie auf mehreren lebensfreundlichen, aber noch unbelebten Planeten aus und lässt den Dingen ihren Lauf...
Das hält mehrere Milliarden Jahre!

@Ralander: Man sollte im Genom suchen...

Grüße
seeker
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
Denn tut man das, so verliert man zumindest ein Stück weit seine Unvoreingenommenheit, Objektivität.

Benutzeravatar
gravi
Site Admin
Beiträge: 6070
Registriert: 26. Nov 2005, 18:55
Wohnort: Münchhausen

Re: Wie lange kann man Daten speichern?

Beitrag von gravi » 29. Nov 2012, 18:45

Tolle Idee!

Wir impfen einer Amöbe die SRT ein. Ob sie dann lichtschnell wird? :wink:

Also ich weiß nicht, wo unser verehrter Albert ein ganzes, geniales Hirn benötigte, das soll in in ein Bakterium passen... :wn:

Gruß
gravi
Unser Wissen ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen, ist ein Ozean.
Sir Isaac Newton

Antworten