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Die große Krise der Physik | Harald Lesch

Einstein über die Schulter geschaut: Fragestellungen zur Speziellen und Allgemeinen Relativitätstheorie, mathematische Methoden, Bedeutung und Interpretation
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Die große Krise der Physik | Harald Lesch

Beitrag von Frank » 21. Feb 2018, 18:01

Dann streng dich mal an Harald. Das Zeug dazu hättest du. Wenn da nicht inzwischen deine vielen Baustellen wären....... :roll:

https://www.youtube.com/watch?v=oRkdykLZbWs
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Die große Krise der Physik | Harald Lesch

Beitrag von Analytiker » 21. Feb 2018, 19:52

Die Bestandsaufnahme und Einschätzung zur Lage der Physik von Harald Lesch finde ich zutreffend.

Erst der Nachweis vieler weiterer Gravitationswellenereignisse und ein Bild vom Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße können wohl wieder für eine neue Begeisterungswelle sorgen. Bis es soweit ist, müssen wir uns wohl noch gedulden.

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Re: Die große Krise der Physik | Harald Lesch

Beitrag von Skeltek » 21. Feb 2018, 20:03

*seufz*
In der Schule hatte ich mich mit meinem Physiklehrer 12. Klasse noch mitunter auch um dieses elendige Thema gestritten, hab genug mündliche 6er kassiert. Letzten Endes bin ich von einer glatten 1 auf eine 4 abgerutscht und hatte im Abi dann gar keinen Bock mehr.
Denke es wird sich in nächster Zeit auch nicht mehr viel ändern solange zu viele bei dem Thema mitmischen und nicht-standard-Ideen niedermachen. Ein paar wenige werden vielleicht grob auf den Trichter kommen, wie es zusammenhängt. Man wird wohl aber vereinzelt nicht viel ausarbeiten können - und exotischere Modelle gehen oft in der großen Masse an zum Paper-Pool beitragenden Wissenschaftlern unter. Oft finden sich deshalb wohl auch Wissenschaftler oder Denker mit ähnlichen Ideen kaum gegenseitig.

Konsequente ausnahmslose Quantisierung führt letzten Endes unweigerlich zu leichten Fehlstellungen, Fehlerfortpflanzung und ähnlichem, wenn man Raum und Zeit auch quantelt. Am Ende muss man dann irgendwie sagen, dass ab einer gewissen Größenordnung Effekt und Ursache nicht mehr getrennt werden können usw, weil eine Kraft dann nicht mehr in einer Entfernung von Wurzel(2) wirken kann, weil der Raum ja irgendwie nur ganze Planklängen haben kann und man dann nichts mehr mit den 'Resten' und 'Abweichungen' anfangen kann. Hier macht man es sich halt zu einfach wenn man sagt, dass es einfach schwammig wird auf diesen Größenordnungen.

Meiner Meinung nach ist es auch denkbar, dass die 'richtige' Theorie möglicherweise auch gar nicht wirklich wirtschaftlich oder technisch nutzbar sein könnte, weil sie makroskopisch nur die bereits für uns bekannten Naturgesetze hervorbrächte und man nicht unbedingt irgendwelche Möglichkeiten hätte, subatomare oder sonstige Mechanismen zu irgendeinem makroskopischen Vorteil zu nutzen. Letzten Endes wird ja auch verlangt, dass diese Theorie irgendwelche Vorhersagen machen kann die meßbar sind und noch nicht von bisherigen Theorien vorhergesagt wurden. Vielleicht böte eine vereinigende Theorie auch gar keine neuen Erkentnisse bezüglich des makroskopischen und damit auch nichts, was nicht ohnehin schon irgendwann gemessen wurde.

Es gibt ja sicherlich auch Theorien welche voraussagen, daß sich die Zeit immer wieder stückchenweise zurückdreht oder korrigiert bis die Erhaltungssätze nicht mehr verletzt sind - nur um mal eine überhaupt nicht überprüfbare Theorie zu nennen...
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Re: Die große Krise der Physik | Harald Lesch

Beitrag von tomS » 21. Feb 2018, 22:25

Hab’ mir - entgegen meiner Überzeugung - wieder mal ein Video angesehen - und dann noch eins von Lesch! Ergebnis? A-Note Zwei, B-Note Fünf!

Lässt man seine Wortspiele weg, kann das wesentliche in wenigen Sätzen klar gesagt werden. Aber kann derjenige, der diese wenigen Sätze nicht schon kennt, die überflüssigen Wortspiele als solche erkennen und die Spreu vom Weizen trennen?

Noch etwas:

1) Die Quantenmechanik war nach ihrer ersten Formulierung insbs. durch Heisenberg und Schrödinger innerhalb weniger Jahre umfassend ausgearbeitet und praxistauglich.

2) Für die QED dauerte dies inkl. Nachweis und praktischen Rechenmethoden für die Renormierung bis Ende der vierziger Jahre; genannt seien hier Dyson, Feynman, Schwinger and Tomonaga.

3) Ohne ein fundamental neueres Paradigma (!) vergingen dennoch über zwei Jahrzehnte bis zu einem vergleichbaren Status bzgl. der elektroschwachen und starken Wechselwirkung. Insbs. der Nachweis der Renormierbarkeit durch ‘t Hooft und Veltmann im Hshr 1971 sei hier genannt, aber auch die Entdeckung der asymptotischen Freiheit im Jahre 1973 durch Gross, Wilczek und Politzer.

Vergleichbare Zeitspannen gelten für die experimentellen Untersuchungen: schritthaltend bei der QM, wenige Jahre Versatz bei der QED, Jahrzehnte zwischen Postulat und Nachweis der W- und Z-Bosonen und nochmals drei weitere Jahrzehnte bis zum Nachweis des Higgs.

Warum glauben eigentlich so viele, dass dies für eine Theorie der Quantengravitation, die wohl ein neues Paradigma erfordert, deren Mathematik nochmals deutlich komplizierter ist und für die wir keine experimentelle Guideline erwarten dürfen so viel schneller gehen soll??


PS: Quantisierung der Quantisierung die in ihrer Quantisierung quantisiert ist, ist großer Käse. Etwas weniger davon würde nicht schaden.
Gruß
Tom

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