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Ein echter Urknall fand nie statt

Jenseits des etablierten Standardmodells der Elementarteilchenphysik und der Allgemeinen Relativitätstheorie, d.h. Quantengravitation, Supersymmetrie und Supergravitation, Stringtheorien...
Dere
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Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Dere » 10. Sep 2018, 13:57

Da hier u.a. in Beiträgen über die Form/Struktur des Universum und über den Urknall diskutiert wurde/wird, eine Bemerkung zu gewissen Grundsätzen, wie sie u.a. bei wiki zu finden sind
...Lange Zeit war unklar, ob die Expansion unendlich fortdauern wird (offenes Universum); - immer langsamer wird, aber dennoch einen asymptotischen Grenzzustand erreichen wird (ebenes Universum); - irgendwann zum Stillstand kommt und wieder in eine Kontraktion übergeht (geschlossenes Universum)


Meiner Meinung nach sind alle diese 3 Varianten unzutreffend, weil die "Form" (richtiger wäre wohl, die STRUKUR des Universums) vielmehr im physikalischen Sinne in einer "unendlichen hierarchischen Verschachtelung" von stets endlich vielen Elementen besteht, die in unendlich viele Hierarchieebenen gegliedert sind. Diese Verschachtelung erfolgt sowohl raumzeitlich ineinander, als auch kausal hintereinander.

Durch das so modellierte unendliche/ewige Verschachtelungsprinzip bleibt ja auch die Unendlichkeit des Universums als Ganzes gewährleistet und es schließt eine de Sitter-Interpretation, incl. Singularitätspostulat, sowie eine kosmologische "Kugelanalogie" (endlich aber unbegrenzt) u. dgl. aus.
Wie im benachbarten Forenbereich zu den "Hyperwelten" geschrieben wurde, soll ja auch die Stringtheorie Probleme damit haben, eine de Sitter-Kosmologie und eine beschleunigte Expansion zu beschreiben. Ist ja kein Wunder, denn eine derartige Beschleunigung (des Gesamtsystems) dürfte der falsche Ansatz sein. Richtiger wäre es wohl, statt dessen eine Expansion von jeweiligen Untersystemen (die aber so groß sein können, wie die Blase des heute von uns beobachtbaren Universums) anzunehmen. Wenn innerhalb einer hierarchischen Systematik nur stets die Untersysteme gewisse Phasen von Explosion aufweisen, ist das ja etwas völlig anderes, als würde das Gesamtsystem explodieren...

Es geht hier ja nicht darum, die astronomisch beobachtete Universenexpansion, incl. Hintergrundstrahlung als Fakt zu bezweifeln, sondern um deren Einordnung, d.h. Relativierung in eine "Gesamtkosmologie", bei der ein einzelnes Hierarchieelement ein komplettes physikalisches System (incl. seiner systeminternen Maximalausbreitungsgeschwindigkeit für Signale, siehe c) darstellt. Dann wäre die Hinterrundstrahlung nicht Indiz für die Expansion des Gesamtsystems, sondern nur Indiz für die Expansion eines Untersystems (auch wenn es die Größe des jetzt beobachtbaren Universums hat)

Das Ganze hängt auch deutlich mit philosophischen Komponenten zusammen, denn die Natur der Sache macht es erforderlich, zwischen einer Beobachtung innerhalb des Eigensystems und einer Beobachtung "von außen" zu unterscheiden. Das aktuelle Wissenschaftsdogma fordert ja stets eine Verifizierungmöglichkeit, die so aktuell wohl kaum praktisch machbar ist. Dieser Widerspruch kommt auch durch das Weltbild der "Kopenhagener Deutung" zum Ausdruck, das ja sinngemäß fordert, nur über das jetzt Beobachtbare dürfe geschrieben werden.

In seinem Buch "Physik ohne Realität" setzt sich ja Prof. H.D. Zeh auch mit grundsätzlichen Problemen der derzeitigen, primär auf math. Anwendungen setzenden Quantenphysik auseinander und verweist darauf, dass "diese in den meißten Lehrbüchern als Standartinterpretation gelehrt wird, ohne dass ihre volle Bedeutung und Ungeheuerlichkeit klar gestellt wird". Er ist ja auch ein Anhänger der "Viele-Welten-Theorien" von Everett und bezüglich der Anzahl der möglichen Welten definiert er aber keine Unendlichkeit...Vielmehr geht man von vielen Beobachtungszuständen aus, die von den vielen Beobachtern aber unterschiedlich wahrgenommen werden...Also kein Wunder, dass Everetts Theorien viele als extravagant bzw. "ontologische Verschwendung" ablehnen...
M.f.G.

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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von belgariath » 11. Sep 2018, 11:14

Hallo Dere,

mir fehlt ein bisschen die Vorstellung davon, was du mit unendlichen hierarchischer Verschachtelung meinst. Was meinst du zum Beispiel mit "Gesamtsystem" oder mit "Untersystem"? Und vor allem: Was genau motiviert dieses Konstrukt.

Ferner stellt sich mir die Frage, warum endlich viele Elemente in unendlich viele Hierarchieebenen gegliedert sind. Dann würden ja noch unendlich viele Hierarchieebenen unbesetzt bleiben.
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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Frank » 11. Sep 2018, 11:37

belgariath hat geschrieben:
11. Sep 2018, 11:14
Hallo Dere,

mir fehlt ein bisschen die Vorstellung davon, was du mit unendlichen hierarchischer Verschachtelung meinst.
Das ist ähnlich wie mit der permanenten Fluktuationspotenz denk ich ......
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von seeker » 11. Sep 2018, 12:29

siehe meinen Beitrag hier, vom 11. Sep 2018, 11:02 :
viewtopic.php?f=39&t=4038
Grüße
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Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Skeltek » 12. Sep 2018, 22:08

Die Ansicht ist ähnlich wie das ‚raumzeitlich gequantelt‘ Universum als 4 dimensionalen Kristal zu betrachten, wobei die Hierarchie-Ebenen einem Querschnitt bzw einer kausal konsistenten Querschnittsfläche entsprechen. Die Analogie ist denke ich hier am geeignetsten als Erklärung, da wir sowas schonmal diskutiert hatten. Fraglich ist, ob die ,letzte Ebene’ so gestaltet sein kann, dass danach nichts mehr folgt.
Deiner Meinung nach lässt sich die Expansion also so deuten, dass die Ebenen zwangsläufig immer komplexer werden(oder was ähnliches) und die Expansion nicht global sondern an jedem Ort für sich aber simultan stattfindet?
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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Dere » 13. Sep 2018, 13:20

belgariath hat geschrieben:
11. Sep 2018, 11:14
Hallo Dere,

mir fehlt ein bisschen die Vorstellung davon, was du mit unendlichen hierarchischer Verschachtelung meinst. Was meinst du zum Beispiel mit "Gesamtsystem" oder mit "Untersystem"? Und vor allem: Was genau motiviert dieses Konstrukt.

Ferner stellt sich mir die Frage, warum endlich viele Elemente in unendlich viele Hierarchieebenen gegliedert sind. Dann würden ja noch unendlich viele Hierarchieebenen unbesetzt bleiben.
Hallo belgariath,
mit "unendlicher hierarchischer Verschachtelung" meine ich das Prinzip, das sich stets eine endliche Menge kleiner Schachteln in einer jeweils größeren Schachtel befindet und das sich dieses Prinzip in unendlicher Folge sowohl in den Makrokosmos als auch in den Mikrokosmos fortsetzt. Damit ist von der Sache her eine ähliche hierarchische Kosmologie gemeint, wie sie vor über 100 Jahren vor Einstein bereits Lambert entwickelt hat. Der Unterschied besteht nun darin, dass jetzt die Hierarchiefolge aber nicht über Sonnensystem-Galaxis-Supergalaxis immer weiter in den Makrokosmos führt, sondern das jedes einzelne Hierarchieelement ein eigenes physikalischen System, bzw. eine Urknall/Relativknall-Raumzeit bildet.
Diese Raumzeiten sind dann in der Mikro-Makro-Richtung größenmäßig ineinander "verschachtelt".
Wenn man nun versucht, sich so eine mikro-makro-kosmische Verschachtelung bildlich bzw. funktional vorzustellen, dann bleiben keinesweg Hierarchieebenen "unbesetzt". Jede der unendlich vielen Hierarchiestufen kann man sich dabei gewissermaßen als Treppenstufen vorstellen. Auf jeder Treppenstufe befinden sich nun unendlich viele Raumzeiten/Explosionsuniversen. Unser ganzes sichtbares Universum ist dabei nur ein System unter Gleichen - dennoch wird unsere ganze heimatliche Raumzeit nur von einer riesigen, aber endlich großen Anzahl von Elementarteilchen gebildet. Im System dieser Verschachtelung haben wir es also einerseits mit unendlichen Mengen zu tun, die aber andrerseit (genauso wie in "unserer" Raumzeit jeweil in endlich große Mengen strukturiert bzw "geschachtelt" sind.

Da das ganze Szenario für den "ungeübten" Betrachter sicher etwas ungewohnt ist, habe ich dazu auch einige Bilder/Grafiken zur besseren Veranschaulichung gemacht (veröffentlicht auch in D.Dere: "Ein echter Urknall fand nie statt" als e-book und Print).

Die anderen, durch einen anderen Relativknall entstandenen Raumzeiten, die sich ebenfaklls auf unserer "Treppenstufe" befinden, kann man demnach als unsere "Paralleluniversen" betrachten. Das Prinzip der Quantenverschränkung (spukhafte Fernwirkung) dürfte aber nur innerhalb "unserer" Raumzeit wirksam sein, weil nur hier alle Quanten mal in der Systemsingularität miteinander vereint waren.

Zur Motivation dieses Konstrukts: Ich halte es für grundsätzlich falsch, den sogenannten "Urknall" (auch wenn es sich auf Indizien bzw. Interpretationen zu beziehen scheint) als "Einmalereigniss" zu betrachten; ebenso die damit ggf. verbundenen Optionen einer Inflation, eines Pulsierens u.ä. Modelle, wie z.B. die Evolutionsmodelle von Slobin. Auch die Theorien von Everett gehen leider nicht von definitiv unendlich vielen (Teiluniversen) aus und sie zeigen sich zudem in der quantenmachanischen Beschreibung offenbar als leer bzw nur als Beobachtungszustände bzw. rein mathematische Abstraktionen. Hierzu sollte eine möglichst einfache, einigermaßen vorstellbare, nicht den Beobachtungen widersprechende Alternattive formuliert werden, die auch im philosophischen Aspekt (kontra Kopenhagener deutung) stimmig ist und in der unsere normale Gravitationswelt keinerlei "Privilegien" bestitz, sondern Gleiche unter Gleichen ist.
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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von deltaxp » 19. Sep 2018, 12:33

Das Modell dazu nennt sich glaub ich fraktales Universum. Letztlich vergessen die meisten aber folgendes. Die Urknalltheorie beschreibt nur die Entwicklung des uns überschaubaren Universums nach dem Urknall. Was , wieso und ob überhaupt etwas zur Zeit t=0 knallte, darüber macht sie keine Aussage. Ebenso macht sie keine Aussage über eine etwaiges Multiversum ob hierarchisch oder nicht. Selbst die Inflationstheorie, die typischerweise Multiversen erzeugt ist nur eine Theorie und experimentell nicht verifiziert, auch wenn sie viel erklärt (naja, erklären soll), wie Flachheits- und Horizontproblem.

So oder so oder so, über Strukturen des Verse jenseits unseres Ereignishorizonts kann man nur spekulieren, denn sie sind experimentell uns nicht zugänglich.

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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Dere » 24. Sep 2018, 11:44

Hallo deltaxp
Danke für den Hinweis zum fraktalen Universum. Bin mal im Internet dieser Spur gefolgt und fand dabei einen PM-Artikel "Das Universum ist fraktal" vom Nov 2003. Interessant der Satz: Die Astrophysiker Yurij Baryshev und Pekka Teerikorpi stellen in ihrem Buch "Discovery of Cosmic Fractals" die These vor, das Universum sei nicht, wie von Einsteins Gleichungen gefordert, im Großen homogen (gleichförmig), sondern auf jeder Ebene strukturiert.

Jedenfalls stelle ich dabei eine gewisse Ähnlichkeit mit der von mir beschriebenen "hierarchisch-relativistischen Kosmologie" fest, die ja auch von einer Existenz dieser Hierarchieebenen, die gleichzeitig kosmische Strukturebenen sind, darstellt. Hier werden zudem ja Einsteins Gleichungen (E=mc²) auf eine besondere Art verallgemeinert, so dass diese Energiedarstellung sinngemäß auch für alle anderen Hierarchieebenen wirken kann. So dass auf jeder Hierarchieebene eine systemspezifische Form der Bewegung existiert, die auf jeder Ebene einen entsprechenden systemspezifischen Maximalwert aufweist.
Sicher gibt es noch andere Unterschiede.
Das Problem besteht ja auch darin, wie man die beobachtbare Ausdehnung unserer "aktuellen" Raumzeit mit der Systematik von unendlich vielen Raumzeiten, die ggf.noch miteinander größenmäßig verschauchtelt sind, miteinander verknüpft.
Und das Ganze sollt auch noch möglichst logisch-widerspruchsfrei und gut vorstellbar sein.

Schade, dass das Buch englisch ist und ich es deshalb nicht lesen kann.
Mit freundlichen Grüßen

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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von ralfkannenberg » 24. Sep 2018, 13:11

Dere hat geschrieben:
24. Sep 2018, 11:44
fand dabei einen PM-Artikel
Aarrghhhh

Sagen Sie mal, können Sie denn keine seriöse Literatur lesen ? Oder informieren Sie sich bei politischen Fragestellungen auch in der "BILD"-Zeitung ?

Timm
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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Timm » 25. Sep 2018, 10:29

Dere hat geschrieben:
10. Sep 2018, 13:57
...Lange Zeit war unklar, ob die Expansion unendlich fortdauern wird (offenes Universum); - immer langsamer wird, aber dennoch einen asymptotischen Grenzzustand erreichen wird (ebenes Universum); - irgendwann zum Stillstand kommt und wieder in eine Kontraktion übergeht (geschlossenes Universum)
Meiner Meinung nach sind alle diese 3 Varianten unzutreffend,
Ist das Lambda-CDM Modell unzutreffend und falls ja, weshalb?
Dere hat geschrieben:
10. Sep 2018, 13:57
Durch das so modellierte unendliche/ewige Verschachtelungsprinzip bleibt ja auch die Unendlichkeit des Universums als Ganzes gewährleistet und es schließt eine de Sitter-Interpretation, incl. Singularitätspostulat, sowie eine kosmologische "Kugelanalogie" (endlich aber unbegrenzt) u. dgl. aus.
Zum besseren Verständnis: In welchen Punkten weichen die Vorhersagen des Verschachtelungsprinzips von jenen des Lambda-CDM Modells ab?

Dere
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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Dere » 1. Okt 2018, 13:17

Hallo Timm,
wenn man die Kosmologische Konstante Lamda als Basis für das "Gesamtuniversum" sieht, dann ist das eine Kosmologie die dem erwähnten "Verschachtelungsprinzip" (mit seinen unendlich vielen kosmischen Hierarchieebenen, die alle die Qualität einer in sich relativ geschlossenen Raumzeit besitzen) entgegengesetzt ist.
Sie wird deshalb weiterhin als große "Eselei" angesehen.
Die hierarchische Kosmologie schließt ja nicht aus, dass die Hubble-Konstante real existiert - sie wird lediglich "relativiert"; d.h. die Strukturen in jeder der unendlich vielen "Schachteln" haben hier die Eigenschaft, sich gemäß dieser Formel gesetzmäßig auszudehnen...
Als "Vorhersage" ließe sich lediglich schlußfolgern, dass die Ausdehnung auf jeder Hierarchieebene praktisch nur eine gewisse "Zeit" andauert, nämlich bis die Konzentrationsprozesse alles wieder soweit "verdichtet" haben, bis in den jeweiligen systemspezifischen "Schwarzen Löchern" eine neue Qualität erreicht wird. Gemäß dem Verschachtelungsprinzip in der undendllichen Reihe zwischen Mikro und Makro gibt es dann den "Urknall" nicht als Einzahlereigniss (oder als Kette) sondern als ein miteinander verschachteltes, vernetztes unendliches Urknall-Ensemble...
Außerdem wird damit der hermetischen Philosophie entsprochen, da hier dem unendlich Großen stets das unendlich Kleine entspricht; gleichermaßen widerspricht diese Kosmologie der Kopenhagener Deutung und es "relativiert" die klassische Energieinterpretation von Planck.
M.f.G.

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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Timm » 1. Okt 2018, 18:20

Hallo Dere,
Dere hat geschrieben:
1. Okt 2018, 13:17
wenn man die Kosmologische Konstante Lamda als Basis für das "Gesamtuniversum" sieht, dann ist das eine Kosmologie die dem erwähnten "Verschachtelungsprinzip" (mit seinen unendlich vielen kosmischen Hierarchieebenen, die alle die Qualität einer in sich relativ geschlossenen Raumzeit besitzen) entgegengesetzt ist.
Wenn das Lambda-CDM-Modell dem "Verschachtelungsprinzip" entgegengesetzt ist, dann widerspricht Letzteres den Beobachtungen und ist somit falsch.
Dere hat geschrieben:
1. Okt 2018, 13:17
Sie wird deshalb weiterhin als große "Eselei" angesehen.
Nein, die Kosmologische Konstante wird nicht als große "Eselei" angesehen. Einstein bezeichnete ihre Einführung als "seine größte Eselei" zu einem Zeitpunkt als man von einer gebremsten Expansion des Universums ausging. Seit Astronomen in den 90er Jahren die beschleunigte Expansion des Universums entdeckt haben, ist eine positive Kosmologische Konstante wesentlicher Bestandteil des Modells.
Dere hat geschrieben:
1. Okt 2018, 13:17
Die hierarchische Kosmologie schließt ja nicht aus, dass die Hubble-Konstante real existiert - sie wird lediglich "relativiert"; d.h. die Strukturen in jeder der unendlich vielen "Schachteln" haben hier die Eigenschaft, sich gemäß dieser Formel gesetzmäßig auszudehnen...
Die Hubble-Konstante H = (da/dt)/a beschreibt die zeitliche Entwicklung des Skalenfaktors a, da ist nichts relativierbar.

Die Aneinanderreihung der im letzten Absatz enthaltenen Begriffe ist vage und ihr physikalischer Gehalt unklar, sodaß ich darauf nicht eingehen kann.

Bleibt die unbeantwortete Frage, welche für Astronomen relevante Vorhersagen das "Verschachtelungsprinzip" macht.

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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von tomS » 1. Okt 2018, 18:42

Dere hat geschrieben:
1. Okt 2018, 13:17
... wenn man die Kosmologische Konstante Lamda als Basis für das "Gesamtuniversum" sieht, dann ist das eine Kosmologie die dem erwähnten "Verschachtelungsprinzip" (mit seinen unendlich vielen kosmischen Hierarchieebenen ...
Ich halte das für ziemlich sinnfrei - sorry
Gruß
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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Frank » 1. Okt 2018, 20:36

tomS hat geschrieben:
1. Okt 2018, 18:42
Dere hat geschrieben:
1. Okt 2018, 13:17
... wenn man die Kosmologische Konstante Lamda als Basis für das "Gesamtuniversum" sieht, dann ist das eine Kosmologie die dem erwähnten "Verschachtelungsprinzip" (mit seinen unendlich vielen kosmischen Hierarchieebenen ...
Ich halte das für ziemlich sinnfrei - sorry
Ist eine der Ideen des Perry Rhodan Universum......
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von tomS » 1. Okt 2018, 20:48

Ah, dann muss man das natürlich ernst nehmen.

Viele Grüße
Crest da Zoltral
Gruß
Tom

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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Dere » 2. Okt 2018, 14:14

Timm hat geschrieben:
1. Okt 2018, 18:20
Hallo Dere,
Dere hat geschrieben:
1. Okt 2018, 13:17
wenn man die Kosmologische Konstante Lamda als Basis für das "Gesamtuniversum" sieht, dann ist das eine Kosmologie die dem erwähnten "Verschachtelungsprinzip" (mit seinen unendlich vielen kosmischen Hierarchieebenen, die alle die Qualität einer in sich relativ geschlossenen Raumzeit besitzen) entgegengesetzt ist.
Wenn das Lambda-CDM-Modell dem "Verschachtelungsprinzip" entgegengesetzt ist, dann widerspricht Letzteres den Beobachtungen und ist somit falsch.
Dere hat geschrieben:
1. Okt 2018, 13:17
Sie wird deshalb weiterhin als große "Eselei" angesehen.
Nein, die Kosmologische Konstante wird nicht als große "Eselei" angesehen. Einstein bezeichnete ihre Einführung als "seine größte Eselei" zu einem Zeitpunkt als man von einer gebremsten Expansion des Universums ausging. Seit Astronomen in den 90er Jahren die beschleunigte Expansion des Universums entdeckt haben, ist eine positive Kosmologische Konstante wesentlicher Bestandteil des Modells.
Dere hat geschrieben:
1. Okt 2018, 13:17
Die hierarchische Kosmologie schließt ja nicht aus, dass die Hubble-Konstante real existiert - sie wird lediglich "relativiert"; d.h. die Strukturen in jeder der unendlich vielen "Schachteln" haben hier die Eigenschaft, sich gemäß dieser Formel gesetzmäßig auszudehnen...
Die Hubble-Konstante H = (da/dt)/a beschreibt die zeitliche Entwicklung des Skalenfaktors a, da ist nichts relativierbar.

Die Aneinanderreihung der im letzten Absatz enthaltenen Begriffe ist vage und ihr physikalischer Gehalt unklar, sodaß ich darauf nicht eingehen kann.

Bleibt die unbeantwortete Frage, welche für Astronomen relevante Vorhersagen das "Verschachtelungsprinzip" macht.
Hallo Timm,
um hier mögliche Missverständnisse zu minimieren, sei gesagt, dass innerhalb der von mit favorisierten hierarchisch geschachtelten Kosmologie ja nicht abgestritten werden soll, dass die gegenwärtig für uns sichtbare Materie sich nach den Gesetzen der Expansion bewegt und dies auch richtig durch die Hubble-Beziehung beschrieben wird.
Mit "relativieren" ist hier gemeint, dass diese sicher gewaltige Expansion letztlich nur Bestandteil einer noch umfassenderen Systematik ist, die wir aus bestimmten Gründen nicht, bzw. noch nicht auf die klassische astronomische Weise beobachten können.
Nach dem genannten Verschachtelungsprinzip existiert ja nicht nur EIN "Urknall"-Ereigniss, sondern auf jeder Hierarchieebene parallel UNENDLICH viele dieser Urknall-Ereignisse, unabhängig davon ob unserer gegenwärtige Technologie schon in der Lage ist, sie auch zu beobachten oder nicht.
Es wird also nicht die derzeitige Beobachtungssituation bezweifelt, sondern nur die Interpretation, dass diese das "Universum als Ganzes" repräsentiert; folglich ist das Lambda-CDM-Modell nicht falsch, sondern lediglich für ein Teiluniversum gültig.
Als astronomisch relevante Vorhersage des von mir hier ansatzweise beschriebenen kosmologischen Modells könnte gelten, dass es die Existenz weiterer Urknallereignisse auf unserer Ebene vorhersagt, die dann auch alle zu einem relativ unabhängigen Paralleluniversum führen. Diese anderen Paralleluniversen bilden dann auch stets eine eigene Raumzeit und in ihnen gilt auch stets E=mc². Da in diesen anderen Raum-Zeit-Welten also auch unser bekanntes Licht scheint, wäre anzunehmen, dass dieses auch von unserer Raumzeit aus prinzipiell zu beobachten ist.
Diese Paralleluniversen existieren in diesem Modell sowohl neben- als auch kausal hintereinander - das ist einer der Unterschiede zu den Kosmologien Slobins, der ja einen "Evolutionskosmos" bevorzugt, bei dem sich die physikalischen Parameter evolutionsmäßig entwickeln.
Bei der hierarchisch-verschachtelten Variante existiert ja auf jeder Ebene eine unendliche Menge dieser "Teiluniversen"- also wäre auch jede Teilmenge davon noch unendlich groß. So dass man hier letztlich statt von einer Evolution eher von einem Kreislauf von Energien im weitesten Sinne im Gesamtuniversum sprechen kann (bei dem also die "Urknalle" gewissermaßen nur energetische Transformationsereignisse sind).
M.f.G.

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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Timm » 8. Okt 2018, 10:34

Hallo Dere,

mit Semantik der natürlichen Sprache lassen sich beliebig viele Vorstellungen beschreiben, gern auch im vermeintlichen Kontext zu Kosmologie und Weltformel. Solche Vorstellungen kranken häufig an physikalischem Gehalt, was den Autoren jedoch vielfach nicht bewußt ist. Physikalische Modelle dienen dem Zweck, die Welt zu erschließen. Unumgänglich ist hier eine klare Definition der verwendeten physikalischen Größen und deren Zusammenwirken. Um hiervon ein gewissen Verständnis zu erwerben, wäre es ein Tip, sich das FRW-Modell und insbesondere die Friedmann Gleichungen etwas näher anzuschauen, wofür Mathematik der Mittelstufe völlig ausreichend ist um dann gegebenenfalls mit dem eigenen Modell voranzukommen.

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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von seeker » 8. Okt 2018, 13:09

Ganz genau Timm!

Zumindest einmal die auffälligsten Fehler ausmerzen...

Denn:
Dere hat geschrieben:
2. Okt 2018, 14:14
Mit "relativieren" ist hier gemeint, dass diese sicher gewaltige Expansion letztlich nur Bestandteil einer noch umfassenderen Systematik ist,
Mit "Urknall" (falls es ihn so gab) kann auf keinen Fall eine "gewaltige Expolsion" gemeint sein: Da ist nicht irgendetwas in die Raumzeit hineinexplodiert, stattdessen sind Raum und Zeit bzw. die Raumzeit dort selbst entstanden und die hat sich alsdann ausgedehnt und die Objekte in ihr dabei mitgenommen, was sozusagen zu einer Ausdünnung führte (z.B. die mittlere Massendichte des heutigen Universums ist äußerst gering).
Dere hat geschrieben:
2. Okt 2018, 14:14
Diese anderen Paralleluniversen bilden dann auch stets eine eigene Raumzeit und in ihnen gilt auch stets E=mc². Da in diesen anderen Raum-Zeit-Welten also auch unser bekanntes Licht scheint, wäre anzunehmen, dass dieses auch von unserer Raumzeit aus prinzipiell zu beobachten ist.
Das kann man ausschließen, denn entweder sind zwei Raumzeiten miteinander verbunden - dann handelt es sich um EINE Raumzeit und nicht um zwei - oder sie sind es nicht - dann gibt es keinen Weg für Licht um von einem Universum zu einem anderen zu wechseln: Licht aus/in anderen Universen ist für uns prinzipiell unbeobachtbar.
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Dere » 9. Okt 2018, 13:06

Hallo seeker/Timm
Wenn ich das Ereigniss Inflation richtig verstehe, hat sich damals die Materie des ganzen, für uns heute sichtbaren Kosmos in einem sehr kleinen Raum befunden, der sich dann in einem Sekundenbruchteil extrem schnell ausgedehnt hat. Dieses Ereigniss (dessen Realität ich ja nicht abstreiten will) kann man nun als Geburt einer relativ unabhängigen Raumzeit betrachten.
Nun braucht dieses Ereigniss aber prinzipiell kein "Einmalereigniss" für die "Welt als Ganzes" sein, sondern es kann doch an anderen Orten ebenfalls zu ähnlichen Ereignissen kommen - genau darum geht es in der hierarchisch-relativistischen Kosmologie, die hier ja zudem unendlich viele dieser Ereignisse "nebeneinander" (mit dem Resultat von unendlich vielen "Raumzeiten") postuliert.
natürlich wäre die Beweislage für ein derartiges Postulat gegenwärtig recht kompliziert, schon weil alle uns zur Verfügung stehenden materiellen Beobachtunggerätschaften innerhalb des physikalischen Systems unserer bestehenden Raumzeit angesiedelt sind. Eine klassische, unwiderlegbare Beweislage nach Kriterien des von aktuellen Wissenschaftsbildes ist dann logischerweise nur "von innen heraus" erbringbar. Jedes Untersystem kann dann also nur mit sich selbst in direkter Wechselwirkung bzw. Beobachtungstätigkeit stehen.

Allerdings dürfte es dabei eine wichtige Rolle spielen, ob das "unsrige" und ein beliebiges, ebenfalls an einem anderen Ort urknallentstandenes "Paralleluniversum" identische physikalische Parameter besitzt oder nicht. Wenn diese tatsächlich identisch sind, bliebe die Frage, ob diese beiden Subsysteme auch prinzipiell in direkte Wechselwirkung treten könnten (also gegenseitige Sichtbarkeit) oder nicht. Seeker meint also "nein", ich vermute "ja", muß aber zugeben, dass ich mich hier auch irren kann. Warten wir es also ab...Spätesten s dann, wenn sich ein kosmische Besucherzivilisation als vom Paralleuniversum identifiziert, wissen wir es genau. Außerdem sollen ja erst etwa 10% des von uns theoretisch beobachtbaren Kosmos auch praktisch beobachtet worden sein...
Es geht hier also um eine Hierarchie von Universen horizontal nebeneinander, die aber nicht verwechselt werden sollte mit einer Hierarchie kausal hintereinander, wie sie z.B. Slobin (Warum gibt es die Welt ?) innerhalb seiner "Evolutions-Kosmologie" näher beschreibt. Vielmehr gehe ich davon aus, dass in jedem "urknallentstandenen" lokalen Raumzeit-Universum die physikalischen Parameter so sind, dass dort im Laufe einer "angemessenen" Zeit sowohl Leben als auch Vernunft entstehen kann - wenn auch nur an bestimmten, geeigneten Orten.

Einer gewisse kosmische Hierarchie an Urknallereignissen kausal hintereinander beschreibt ja auch Klaus Windhöfel in "Unser fabriziertes Universum. Haben hochentwickelte Zivilisationen unseren Urknall initiiert ?" Innerhalb dieser Sicht sind es stets die hochentwickelten Zivilisationen, die irgendwann in der Lage sind und auch das Motiv haben, jeweils einen "neuen Urknall" (mit eigener Raumzeit) zu initiieren, der dann optimale physikalische Parameter zur Entwicklung von Lebewesen programmiert bekommt.
Er schreibt dort z.B.
...Die Annahme von Paralleluniversen lässt auch den Gedanken einer kosmischen Hierarchie zu. So wie unser Universum die Möglichkeit eines Quantensprungs ins falsche Universum zulässt, so muß dies auch vor uns schon angenommen werden. : Dennoch liegt der Gedanke an ein Mutteruniversum, das uns hervorgebracht hat (mit oder ohne Schöpferbewusstsein) gar nicht so fern...
...Die Stringtheorie ist oberstes Weltprinzip für ein Multiversum. Weil sie unendlich viele physikalische Lösungen zulässt bzw. Ergebnisse produziert, versieht man diese Weltentwürfe mit einer Seinsqualität...

Die unendlich vielen physikalischen Lösungen beschreibt ja auch das hierarchische kosmologische Prinzip und es postuliert dabei neben der Unendlichkeit von raumzeitlichen Subsystemen horizontal nebeneinander und kausal hintereinander noch einen dritten Unendlichkeitsaspekt - nämlich das Prinzip der unendlichen "Mikro-Makro- Verschachtelung" ineinander...
Die unendliche "Verschachtelung ineinander" ist nun mal mit "wissenschaftlich-exakten" Begriffen kaum definierbar; möglicherweise, weil es derartiges wohl noch nicht gibt. In der Hypothese ist lediglich ein gewisser, (glücklicherweise) sehr einfacher mathematischer "Apparat" notwendig, der sinngemäß aussagt, dass es auf jeder Mikro-Makro-Hierarchieebene gemäß der Einsteinformel E=mc² zugeht; allerding mit dem Unterschied, dass der systemspezifische Energiebegriff und die systemspezifische maximale Bewegung sich um einen sehr großen Hierarchiefaktor (mind.10 hoch 60) von unserer heimallichen Hierarchieebene qualitativ unterscheiden...
M.f.G.

Timm
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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Timm » 9. Okt 2018, 16:35

Dere hat geschrieben:
9. Okt 2018, 13:06
Wenn ich das Ereigniss Inflation richtig verstehe, hat sich damals die Materie des ganzen, für uns heute sichtbaren Kosmos in einem sehr kleinen Raum befunden, der sich dann in einem Sekundenbruchteil extrem schnell ausgedehnt hat. Dieses Ereigniss (dessen Realität ich ja nicht abstreiten will) kann man nun als Geburt einer relativ unabhängigen Raumzeit betrachten.
Nun braucht dieses Ereigniss aber prinzipiell kein "Einmalereigniss" für die "Welt als Ganzes" sein, sondern es kann doch an anderen Orten ebenfalls zu ähnlichen Ereignissen kommen - genau darum geht es in der hierarchisch-relativistischen Kosmologie, die hier ja zudem unendlich viele dieser Ereignisse "nebeneinander" (mit dem Resultat von unendlich vielen "Raumzeiten") postuliert.
Die Vorstellung, daß der Urknall an bestimmten Orten stattfand, ist falsch. Alle Daten sind konsistent mit der Annahme des Kosmologischen Prinzips und damit mit der FRW-Kosmologie. Das bedeutet, daß die Bewohner eines beliebigen beobachtbaren Universums (Durchmesser heute jeweils 64 Mrd Lichtjahre) dasselbe sehen wie wir, denselben Mikrowellen Hintergrund (abgesehen von Anisotropien im kleinen Winkelbereich) und in der Rückblende der Zeit denselben Urknall, jenen heißen und dichten Anfangszustand des Universums vor ~ 13 Mrd Jahren. D.h. der Urknall läßt sich nicht Orten zuordnen, sondern dem Universum als Ganzes zum damaligen Zeitpunkt. Dieses ist mit der Annahme der räumlichen Flachheit (untermauert durch Daten) zu jedem Zeitpunkt räumlich unendlich groß und war dies folglich auch beim Urknall. Deshalb macht es keinen Sinn, über diverse Urknall Ereignisse in unserem Universum zu spekulieren.

Dazu gelangt man im Kontext der Eternal inflation, derzufolge ewig akausal voneinander getrennte Universumsblasen (bubble universe) entstehen. Das ganze ist allerdings zu spekulativ um von jedem Physiker wirklich erst genommen zu werden.

Weiter habe ich nicht gelesen.

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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von seeker » 9. Okt 2018, 17:38

Dere hat geschrieben:
9. Okt 2018, 13:06
Wenn ich das Ereigniss Inflation richtig verstehe, hat sich damals die Materie des ganzen, für uns heute sichtbaren Kosmos in einem sehr kleinen Raum befunden, der sich dann in einem Sekundenbruchteil extrem schnell ausgedehnt hat.
So ungefähr...
Wichtig ist, dass man das mit der Inflation richtig einordnet, nach dem Kriterium: "Wie sicher gab es das und war das wirklich so?":

Wichtig ist, dass das mit der Inflation nicht bewiesen ist, es ist stattdessen ein auch in der Wissenschaftsgemeinde populärer Vorschlag, gewisse Probleme in der Kosmologie zu erklären, z.B. die Frage wie es sein kann, dass das Universum dermaßen isotrop und homogen erscheint.
Außerdem kann man dieses Szenario aus Überlegungen zur Vakuumenergie plausibel machen, demzufolge unsere Raumzeitblase "Universum" zu Beginn eine höhere Vakuumenergie besaß, dann wäre es im Zuge seiner zunächt normalen Expansion, zu einer winzigen Zeitspanne nach dem Urknallereignis, beim Erreichen einer bestimmten, immer noch sehr hohen Energiedichte auf ein niedrigeres Vakuum-Energieniveau gefallen, was nach entsprechenden Rechnungen u.a. zu einer schlagartigen Freisetzung von Energie und Expansion mit >c geführt haben müsste.

Aber wie gesagt, es ist nicht sicher, ob es wirklich so war, die empirischen Befunde dazu sind lückenhaft und z.T. widersprüchlich, z.B. versagt das Inflationsmodell bei der Vorhersage der Kosmologischen Konstanten Lambda, und nicht etwa ein wenig, sondern um den Faktor 10^120 (d.h. der errechnete Wert per Inflationsmodell unterscheidet sich zu dem empirisch bestimmten Wert um diesen Faktor)!
Also kann das so noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Allgemein muss man bedenken, dass das Kosmologie ist - und Kosmologie ist naturgemäß weniger gut abgesichert wie viele andere Erkenntnisse, die wir auf der Erde gewinnen können, wo wir Experimente aufbauen können und wo wir reproduzieren können (man kann nicht 1000 Universen im Labor erzeugen und beobachten, wie sie sich entwickeln), statt Dinge, die nur einmalig stattgefunden haben, nur in der Rückschau betrachten zu können (die Evolutionstheorie und die Geologie haben übrigens teilweise dasselbe Problem).

Mit der Inflationshypothese steht eine erweiterte These im Zusammenhang, nämlich die "ewige Inflation", nach der dieses Inflationsereignis, verursacht durch das Hinabfallen des Vakuums in einen niedrigeren Energiezustand, einmal begonnen, nie wieder aufhört und fortwährend immer neue Raumzeitblasen erzeugt, sozusagen "aufbläst". Direkt beobachtbar ist das alles leider sogar prinzipiell nicht.
Also ist das sehr schwierig, man kann nur hoffen genügend indirekte Indizien finden zu können, um solche Thesen eines Tages genügend stützen oder ausschließen zu können.

Siehe auch:
https://www.spektrum.de/lexikon/astrono ... lation/197
Dere hat geschrieben:
9. Okt 2018, 13:06
natürlich wäre die Beweislage für ein derartiges Postulat gegenwärtig recht kompliziert, schon weil alle uns zur Verfügung stehenden materiellen Beobachtunggerätschaften innerhalb des physikalischen Systems unserer bestehenden Raumzeit angesiedelt sind.
Der Beweis eines solchen Postuats per Empirie ist für uns nicht kompliziert, sondern schlicht unmöglich.
Das ist das Problem bei solchen Postulaten. In der Wissenschaft fordert man, dass eine Behauptung mindestens im Prinzip falsifizierbar, also durch Beobachtung widerlegbar sein muss, um akzeptabel zu sein.
Das ist ein sehr wichtiges Prinzip, denn ohne diese Forderung kann jeder alles behaupten, niemand kann ihn widerlegen.
So könnte ich z.B. der Meinung sein, dass jenseits des sichtbaren Bereiches des Universums und auch in schwarzen Löchern Feen und Kobolde leben und dass dort eh alles ganz anders ist, dort ist Raum Zeit und Zeit Raum und dort gibt es echte Magie, usw., weil ich das eben für plausibel halte. Ich kann mir auch 1000 Gründe ausdenken, um das plausibel erscheinen zu lassen. Eine Million anderer Leute hat eine Million andere Vorstellungen von diesen Bereichen.
Wer hat Recht? Wie soll man das entscheiden, wenn man es nicht prüfen kann?
Ich hoffe du verstehst, wo das Problem liegt...
Und plausibel erscheinende Gründe zu konstruieren reicht da leider nicht, man muss es wirklich empirisch nachweisen oder falsifizieren können, um wirklich Sicherheit zu erlagen.
Mit diesem Problem schlägt sich nebenbei gesagt z.B. auch die Stringtheorie immer noch rum: Auch sie ist immer noch unbelegt und damit unsicher, es kann immer noch sein, dass sie komplett falsch bzw. eine Sackgasse ist.
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
Denn tut man das, so verliert man zumindest ein Stück weit seine Unvoreingenommenheit, Objektivität.

Timm
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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Timm » 9. Okt 2018, 22:22

seeker hat geschrieben:
9. Okt 2018, 17:38
Aber wie gesagt, es ist nicht sicher, ob es wirklich so war, die empirischen Befunde dazu sind lückenhaft und z.T. widersprüchlich, z.B. versagt das Inflationsmodell bei der Vorhersage der Kosmologischen Konstanten Lambda, und nicht etwa ein wenig, sondern um den Faktor 10^120 (d.h. der errechnete Wert per Inflationsmodell unterscheidet sich zu dem empirisch bestimmten Wert um diesen Faktor)!
Um diesen gewaltigen Faktor ist die Energiedichte von Lambda niedriger als mittels Vakuumfluktuationen der Nullpunktsenergie berechnet, was nach wie vor rätselhaft ist. Das Inflaton ist im Unterschied zur Kosmologischen Konstante ein Skalarfeld, das am Ende der Inflation zu Materie zerfällt. Ein Zusammenhang zwischen dem Inflaton und damit der Inflation mit der Vakuumenergiedichte der KK besteht insofern nicht.

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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von tomS » 10. Okt 2018, 06:33

Dere hat geschrieben:
9. Okt 2018, 13:06
Wenn ich das Ereigniss Inflation richtig verstehe, hat sich damals die Materie des ganzen, für uns heute sichtbaren Kosmos in einem sehr kleinen Raum befunden, der sich dann in einem Sekundenbruchteil extrem schnell ausgedehnt hat. Dieses Ereigniss kann man nun als Geburt einer relativ unabhängigen Raumzeit betrachten.
Timm hat geschrieben:
9. Okt 2018, 16:35
Die Vorstellung, daß der Urknall an bestimmten Orten stattfand, ist falsch. D.h. der Urknall läßt sich nicht Orten zuordnen, sondern dem Universum als Ganzes zum damaligen Zeitpunkt.
Das widerspricht sich keineswegs, man muss nur die Aussagen präzisieren.

Gemäß der ewigen Inflation haben sich Raumzeit und deren Inhalt “unseres” gesamten Universums U* in einem sehr kleinen Raumbereich eines Mutteruniversums U befunden, der sich dann in einem Sekundenbruchteil extrem schnell ausgedehnt hat. Dieses Ereigniss kann man nun als Geburt einer relativ unabhängigen Raumzeit U* betrachten.

Die Vorstellung, daß der Urknall an bestimmten Orten unseres Universums U* stattfand, ist falsch. Der Urknall läßt sich nicht Orten in unserem Universum zuordnen, sondern dem Universum U* als Ganzes zum damaligen Zeitpunkt.

Hinzuzufügen ist noch, dass es in diesem Fall nicht mehr um den Urknall als Singularität geht, sondern um den Urknall als Quantenfluktion in einem Mutteruniversum U, aus dem ein Tochteruniversum U* entsteht, das sich von U kausal abkoppelt, d.h. nicht mehr auf U zurückwirkt (umgekehrt schon).
Gruß
Tom

«while I subscribe to the "Many Worlds" theory which posits the existence of an infinite number of Toms in an infinite number of universes, I assure you that in none of them am I dancing»

Timm
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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Timm » 10. Okt 2018, 09:53

Timm hat geschrieben:
9. Okt 2018, 16:35
Die Vorstellung, daß der Urknall an bestimmten Orten stattfand, ist falsch. ...
D.h. der Urknall läßt sich nicht Orten zuordnen, sondern dem Universum als Ganzes zum damaligen Zeitpunkt.
Das bezieht sich, wie aus dem Kontext ersichtlich auf unser Universum.
tomS hat geschrieben:
10. Okt 2018, 06:33
Die Vorstellung, daß der Urknall an bestimmten Orten unseres Universums U* stattfand, ist falsch. Der Urknall läßt sich nicht Orten in unserem Universum zuordnen, sondern dem Universum U* als Ganzes zum damaligen Zeitpunkt.
:wink:

Dere
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Re: Ein echter Urknall fand nie statt

Beitrag von Dere » 10. Okt 2018, 11:28

Hallo,
rückwirkend noch eine Bemerkung zu den kürzlich angesprochenen Friedmann-Gleichungen, wie sie z.B. in "Im Banne des Alls", Tomilin S209 f., recht anschaulich erklärt werden. In 3 Gleichungen werden also mögliche kosmologische Entwicklungsabläufe dargestellt. Mal ist die mittlere Materiedichte dabei unterhalb eines kritischen Wertes, mal genauso groß, mal größer. Von diesem Wert ist es abhängig, ob die aktuell beobachtete Raumausdehnung noch zunimmt oder irgendwann in eine gegenläufige Kontraktion übergeht.
Diese 3 Varianten können auch innerhalb eines Koordinatensystems dargestellt werden, bei dem der gemeinsame Ursprung der Punkt T=0 dem Punkt links unten entspricht. Dieser Punkt sagt eindeutig aus, dass irgendwann einmal alle Entfernungen zwischen 2 beliebigen Punkten im All vernachlässigbar klein waren.
Aus diesem Grunde können diese Friedmann-Gleichungen entsprechend der genannten hierarchisch-geschachtelten Kosmologie nicht die "Welt als Ganzes", sondern immer nur eine konkrete lokale Raumzeit beschreiben. Mit welchen Alternativen auch immer. Auch die kosmologischen Theorien, die von der Existenz eines "Multiversums" ausgehen, lassen es ja grundsätzlich zu, dass neben unserer aktuellen Raumzeit auch noch andere Raumzeiten "parallel" existieren.

Wenn hier gesagt wird "die Vorstellung, dass der Urknall an bestimmten Orten stattgefunden hat, ist falsch", dann kann das bei einer "Mißverständnissanalyse" tatsächlich daran liegen, dass man dem Begriff "Ort" hier verschiedene Definitionsbereiche gibt. Man kann nun einerseits davon ausgehen, dass der Begriff "Ort" stets mit der aktuellen Raumzeit verknüpft ist, aber andrerseits auch davon ausgehen, dass z.B. innerhalb des "Multiversen"-Konzepts auch andere Raumzeiten (entsprechend von uns noch nicht erkannten Naturgestzen) geboren werden können. Warum sollten wir so eine ganz natürliche "Geburtsstätte" eines "Paralleluniversums" nicht auch verallgemeinernd als "Ort" bezeichnen können ? Sicher sollte man dann präzisieren als 1. Ort innerhalb der lokalen Raumzeit und 2. Ort außerhalb der lokalen Raumzeit. Dieser Umstand schließt ja nicht aus, dass alle Bewohner der lokalen, vor rund 13 Mrd Jahren aus einem "heißen Ereigniss" heraus entstandenen Raumzeit wie bei einem aufgeblasenen Luftballon prinzipiell den gleichen Hintergrund sehen.

Bezüglich dem Zusammenhang von Inflation und Vakuumenergie definiert es Klaus Windhöfel mit dem Verweis auf A.Guth offenbar noch ein bißchen anders; denn Guth meint hier (zur "Entstehung aus dem Nichts") die Energieausbeute für UNSER Universum nach dem Phasenübergang...Das falsche Vakuum produziert hier im Gedankenexperiment eine unglaubliche Menge an negativer Energie wie aus dem NICHTS heraus...Die Quantenfluktuation des Vakuums sei empirisch auch durch den Casimir-Effekt belegt...
Der wahrscheinliche Vorgang der "Qunatenfluktuation aus dem Vakuum" sagt ja nichts zwingend darüber aus, ob es sich beim Vorgang um ein EINMALIGES Ereigniss eines EINMALIGEN Universums oder um unendlich viele, im Prinzip ähnliche Prozesse eines Multiversums handelt. Das Postulat einer "einmaligen Wechselwirkung" zwischen Mutteruniversum und Tochteruniversum kann allerdings mittels einer entsprechenden angewandten Philosophie durchaus auf einen Unendlichkeitsmodus gebracht werden, der zudem den Vorteil hat "demokratisch-tolerant" zu sein und Privilegien bestimmter Bereiche aller Art ausschließt...

"In der Wissenschaft fordert man, dass eine Behauptung mindestens im Prinzip falsifizierbar, also durch Beobachtung widerlegbar sein muss, um akzeptabel zu sein." Einverstanden.
Aber ein gewisses Mißverständnisspotential konnte bei "im Prinzip" liegen, denn wir gehen ja bei der Abschätzung unserer Falsifizierungsmöglichkeiten fast automatisch stets vom Wissensstand der Gegenwart aus. Es ist ja möglich, bzw sehr wahrscheinlich, dass in Jahrzehnten/Jahrhunderten/Jahrtausenden ganz andere Naturgesetze, Technologien, Anwendungen und Rahmenbedingungen entdeckt werden, die dem heutiges Wissensstand entgegengesetzt sind. Oder der Kontakt mit Hochzivilisationen bringt ggf. einen großen Informationsschub...Unabhängig davon sollte aber die "Struktur des Seins" stets eine gewisse "Ordnung" und Wahrhaftigkeit haben und z.B. eine neue Theorie stets auf einer bewährten alten Theorie beruhen (d.h. hier also lediglich ein "Sonderfall" für bestimmte Randbedingungen sein). Auf die Mathematik bezogen, muß also auch in jedem Paralleluniversum 3+2=5 sein und in jedem Universum sollte es das Prinzip der Bewegung u. Signalausbreitung geben, auch wenn dies ggf. eine weit umfassendere Definition des aktuellen (und mir recht egozentrisch erscheinenden) Energiebegriffes notwendig machen sollte.

Die kosmologische Konststante Lambda mag ja geeignet sein, um die Geburt einer einzelnen Raum-Zeit-Welt zu beschreiben - innerhalb einer Kosmologie, die den 3 bereits erwähnten "Unendlichkeitsaspekten" (d.h. unendlich im Aspekt "räumlich horizontal", unendlich in kausaler Folge hintereinander, unendlich in Mikro-Makro-Richtung "geschachtelt") wird sie für das Gesamtsystem überflüssig. Innerhalb einer Gesamtsystematik, in der alles auf Ewigkeiten "im Fluss" ist, gibt es auch keine "echten", sondern nur scheinbare Singularitäten, keinen "echten" sondern nur scheinbare Urknall-Ereignisse. Sowie keine "echte" sondern nur scheinbare "Magie" (die lediglich Technologie von Hochzivillisationen ist).
Warum sollte sich dieses Netzwerk von (mindestens) 3 Unendlichkeiten zusätzlich noch weiter gemäß einem ggf. mathematisch eingefügten Lamda (das sich offenbar auf den aktuellen Massebegriff bezieht) ausdehnen ?
Noch größer als unendlich groß geht ohnehin nicht. Als Modell entsteht also eine Ontologie, bei der stets endlich große Räume bzw. Raumzeiten in unendlicher Menge ein Metasystem bilden...
M.f.G.

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