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verschwundene Sterne

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verschwundene Sterne

Beitrag von seeker » 17. Dez 2019, 12:52

100 Sterne verschwunden: Extremes natürliches Phänomen oder Außerirdische?
Nach einem Fund vor Jahren haben Astronomen nun 100 Lichtpunkte identifiziert, die nur in alten Sternenkatalogen auftauchen. Was dahinter steckt, ist unklar.
Astronomen sind beim Vergleich von Sternenaufnahmen aus den 1950er-Jahren mit aktuellen Bildern rund 100 Objekte aufgefallen, die in dem vergleichsweise kurzen Zeitraum offenbar verschwunden sind. Im Rahmen eines Projekts namens "Vanishing & Appearing Sources during a Century of Observations" (VASCO) sollen diese und ähnliche Funde nun genauer erforscht werden. Zwar gehen die Astronomen davon aus, dass es sich um astrophysikalische Phänomene handelt – "wenn auch etwas extrem", wie es der beteiligte Forscher Martín López Corredoira ausdrückt. Aber die Wissenschaftler gehen auch auf die Möglichkeit ein, dass intelligentes außerirdisches Leben dahinter steckt.
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... ket-newtab

Das mit den Außerirdischen kann ich bald nicht mehr hören, aber abseits davon... das ist doch ein interessantes Phänomen?
Was ist da los? Weiß jemand Näheres?
Grüße
seeker


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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von Herr5Senf » 18. Dez 2019, 00:10

Vielleicht hat man "einseitig" gesucht? An 100 Bildstellen sind die Sterne weg! Wo sind "neue" dazugekommen?

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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von ralfkannenberg » 18. Dez 2019, 00:31

seeker hat geschrieben:
17. Dez 2019, 12:52
Nach einem Fund vor Jahren haben Astronomen nun 100 Lichtpunkte identifiziert, die nur in alten Sternenkatalogen auftauchen. Was dahinter steckt, ist unklar.
Hallo seeker,

könnten das nicht ganz banal Planetoiden sein bzw. in der Nähe von Planeten auch irreguläre Monde ?


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von seeker » 18. Dez 2019, 07:23

Vielleicht. Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, ich suche noch nach vernünftigen Antworten, was da los ist.
Also falls jemand etwas herausfindet, bitte immer her damit!
Grüße
seeker


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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von ralfkannenberg » 18. Dez 2019, 15:45

Hallo zusammen,

ich habe zwei Preprints (ich denke, das sind auch die beiden vorhandenen Arbeiten) sowie eine Homepage zu diesem Thema gefunden. Die Titel der Arbeiten sind so lang, dass ich nur die Jahreszahl genannt habe.

Homepage: https://vasconsite.wordpress.com/research/
Preprint 2019: https://arxiv.org/abs/1911.05068
Preprint 2016: https://arxiv.org/abs/1606.08992


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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von Hansen » 18. Dez 2019, 16:44

Da das Weltall expandiert sind die einfach über den Horizont abgehauen, aus dem Blickfeld entschwunden.

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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von ralfkannenberg » 18. Dez 2019, 18:00

Hansen hat geschrieben:
18. Dez 2019, 16:44
Da das Weltall expandiert sind die einfach über den Horizont abgehauen, aus dem Blickfeld entschwunden.
Hallo Hansen,

das dürfte gar nicht so einfach sein, Sterne zu beobachten, die so weit entfernt sind, dass sie einfach so mal über den Horizont abhauen können ... :wn:


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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von Skeltek » 18. Dez 2019, 20:55

Dann müsste noch jede Menge Licht unterwegs sein, wenn auch weniger und rotverschobener.
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  • Unentscheidbarkeit - Dieser Satz ist wahr.
  • Unvollständig - Aussage A: Es existiert nur ein Element A.
  • Widersprüchlich - Dieser Satz ist falsch.

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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von Hansen » 19. Dez 2019, 00:32

ralfkannenberg hat geschrieben:
18. Dez 2019, 18:00
Hansen hat geschrieben:
18. Dez 2019, 16:44
Da das Weltall expandiert sind die einfach über den Horizont abgehauen, aus dem Blickfeld entschwunden.
Hallo Hansen,

das dürfte gar nicht so einfach sein, Sterne zu beobachten, die so weit entfernt sind, dass sie einfach so mal über den Horizont abhauen können ... :wn:


Freundliche Grüsse, Ralf
Waren die Sternenbeobachter nicht vor ein paar hundert Jahren?

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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von ralfkannenberg » 19. Dez 2019, 10:10

Hansen hat geschrieben:
19. Dez 2019, 00:32
Waren die Sternenbeobachter nicht vor ein paar hundert Jahren?
Hallo Hansen,

welche Sternenbeobachter vor hundert Jahren meinst Du ?


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von Hansen » 19. Dez 2019, 22:37

ralfkannenberg hat geschrieben:
19. Dez 2019, 10:10
Hallo Hansen,

welche Sternenbeobachter vor hundert Jahren meinst Du ?


Freundliche Grüsse, Ralf
Na ja gute 30 fehlen noch
Astronomen sind beim Vergleich von Sternenaufnahmen aus den 1950er-Jahren mit aktuellen Bildern rund 100 Objekte aufgefallen,

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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von Frank » 20. Dez 2019, 08:36

Hansen hat geschrieben:
19. Dez 2019, 22:37
ralfkannenberg hat geschrieben:
19. Dez 2019, 10:10
Hallo Hansen,

welche Sternenbeobachter vor hundert Jahren meinst Du ?


Freundliche Grüsse, Ralf
Na ja gute 30 fehlen noch
Astronomen sind beim Vergleich von Sternenaufnahmen aus den 1950er-Jahren mit aktuellen Bildern rund 100 Objekte aufgefallen,
Sag mal Hansen, überprüfst du eigentlich dein Geschriebenes?
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von ralfkannenberg » 20. Dez 2019, 14:00

ralfkannenberg hat geschrieben:
18. Dez 2019, 00:31
könnten das nicht ganz banal Planetoiden sein bzw. in der Nähe von Planeten auch irreguläre Monde ?
Hallo zusammen.,

ich vermute, die Lösung hierzu ist gefunden, und das Zauberwort lautet "Grenzhelligkeit". Diese lag vor 70 Jahren noch nicht so hoch und insbesondere konnte man mit der damaligen Empfindlichkeit der Fotoplatten nur eine Handvoll Zentauren und Kuipergürtel-Planetoiden finden und keinen einzigen der nicht-klassischen irregulären Monde unseres Sonnensystems.

Und diese wenigen betroffenen Objekte haben die wahrscheinlich nachgerechnet, wo die damals standen. Möglich, dass das denen so trivial erschien, dass es ihnen keinen Hinweis in ihren Publikationen wert war.


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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von seeker » 20. Dez 2019, 14:59

ralfkannenberg hat geschrieben:
20. Dez 2019, 14:00
ich vermute, die Lösung hierzu ist gefunden, und das Zauberwort lautet "Grenzhelligkeit". Diese lag vor 70 Jahren noch nicht so hoch und insbesondere konnte man mit der damaligen Empfindlichkeit der Fotoplatten nur eine Handvoll Zentauren und Kuipergürtel-Planetoiden finden und keinen einzigen der nicht-klassischen irregulären Monde unseres Sonnensystems.

Und diese wenigen betroffenen Objekte haben die wahrscheinlich nachgerechnet, wo die damals standen. Möglich, dass das denen so trivial erschien, dass es ihnen keinen Hinweis in ihren Publikationen wert war.
Hmm...
Aber da sind doch auch Bilder von Fotoplatten veröffentlicht, wo auf den alten Platten Punkte zu finden sind, die heute im gleichen Himmelsausschnitt fehlen. Außerdem handelt es sich bei den Objekten wohl z.T. doch um Sterne, ich mein, man kann einen Stern doch über sein Spektrum von einem Nicht-Stern unterschieden...
Hansen hat geschrieben:
18. Dez 2019, 16:44
Da das Weltall expandiert sind die einfach über den Horizont abgehauen, aus dem Blickfeld entschwunden.
Kannste m.E. vergessen. Erstens geht das nicht so schnell und zweitens können wir in annähernd der Entfernung eh nur ganze Galaxien sehen und das auch erst seit neuerer Zeit.

Wie wäre es mit Helligkeitsschwankungen oder vorbeiziehende Gas-Staubwolken, die den Blick versperren oder gravitative Effekte, die die Lichtpunkte inzwischen (von uns aus gesehen) an eine andere Stelle verschieben?
Grüße
seeker


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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von ralfkannenberg » 20. Dez 2019, 16:15

seeker hat geschrieben:
20. Dez 2019, 14:59
Außerdem handelt es sich bei den Objekten wohl z.T. doch um Sterne, ich mein, man kann einen Stern doch über sein Spektrum von einem Nicht-Stern unterschieden...
Hallo seeker,

wenn das so einfach ginge wäre es trivial, Kuipergürtel-Planetoiden zu finden. Dann hätte sich Mike Brown die Mühe sparen können, seinen 10.Planeten zu finden.

Diese Mühe ist übrigens hier beschrieben:
DISCOVERY OF A PLANETARY-SIZED OBJECT IN THE SCATTERED KUIPER BELT (M. E. Brown, C. A. Trujillo, D. L. Rabinowitz)


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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von Frank » 2. Jan 2020, 20:31

ralfkannenberg hat geschrieben:
20. Dez 2019, 16:15


wenn das so einfach ginge wäre es trivial, Kuipergürtel-Planetoiden zu finden. Dann hätte sich Mike Brown die Mühe sparen können, seinen 10.Planeten zu finden.

Ich kann Seekers Gedankengang absolut nachvollziehen.

Außerdem ist das mit dem 10. Planeten noch nicht vom Tisch. (Wenn es überhaupt ein Planet ist :wink: )

BTT:
Ich könnte mir vorstellen, dass diverse interstellare Wolken einfach das Licht der Sterne, dass zu uns kommt verdecken und sie so aus unserem Blickfeld verschwunden sind.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von ralfkannenberg » 2. Jan 2020, 23:33

Frank hat geschrieben:
2. Jan 2020, 20:31
Ich kann Seekers Gedankengang absolut nachvollziehen.
Hallo Frank,

dann eben eine konkrete Frage statt einer zarten Andeutung: wie kann man anhand des Spektrums einen Planeten von einem Stern unterscheiden ?

Frank hat geschrieben:
2. Jan 2020, 20:31
Außerdem ist das mit dem 10. Planeten noch nicht vom Tisch. (Wenn es überhaupt ein Planet ist :wink: )
Das musst Du mir auch bitte etwas näher erklären - derzeit ist zwar ein neunter Planet ("Planet Nine") im Gespräch, aber von einem 10.Planeten weiss ich nichts.

Gewiss, statt im Jahre 2006 in Panik zu verfallen und der Eris den Planetenstatus nicht zuzuerkennen und dann konsequenterweise dem Pluto ebendiesen abzuerkennen hätte man den Status quo einfach beibehalten können, zumal sich die Prognose hunderter neuer Planeten bis heute nicht erfüllt hat - bis heute wurde nämlich kein einziger neuer solcher Planet entdeckt, aber wollen wir jetzt nicht nachtragend sein. Astronomisch macht die neue Regelung ja durchaus Sinn und der Pluto hatte nach seiner Entdeckung den Planetenstatus ja auch nur deswegen erhalten, weil man ihn für 20x grösser hielt. - Und wäre damals in den 1930-iger Jahren auch die Makemake entdeckt worden, was durchaus möglich gewesen wäre, so hätte die ebenfalls den Planetenstatus erhalten, denn sie wäre dann auf 2.5-mal grösser als die Erde geschätzt worden.

Frank hat geschrieben:
2. Jan 2020, 20:31
BTT:
Ich könnte mir vorstellen, dass diverse interstellare Wolken einfach das Licht der Sterne, dass zu uns kommt verdecken und sie so aus unserem Blickfeld verschwunden sind.
Zwar weiss ich es wirklich nicht, aber ich wäre zumindest sehr überrascht, wenn die in nur 70 Jahren soviel weiterziehen würden.


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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von Frank » 3. Jan 2020, 00:20

ralfkannenberg hat geschrieben:
2. Jan 2020, 23:33

Hallo Frank,

dann eben eine konkrete Frage statt einer zarten Andeutung: wie kann man anhand des Spektrums einen Planeten von einem Stern unterscheiden ?
Z.B. durch die Oberflächentemperatur.
die Oberflächentemperatur
durch Vergleich mit der Idealkurve einer Schwarzkörperstrahlung
aus dem stärksten Wellenbereich des Lichts (siehe Wiensches Verschiebungsgesetz)
die Häufigkeit der chemischen Elemente in der oberen (strahlenden) Schicht des Sterns – die aus seinem Linienspektrum folgt
die Leuchtkraft durch die relative Linienintensität bestimmter Spektrallinien. Die Leuchtkraft (absolute Helligkeit) ermöglicht zusammen mit der scheinbaren Helligkeit die Entfernungsbestimmung eines Sterns (spektroskopische Parallaxe)
die Rotationsgeschwindigkeit (auch bei anderen Himmelskörpern) – aus der Verbreiterung der Spektrallinien gegenüber der aufgrund der Oberflächentemperatur erwarteten Linienbreite. Hierfür wird zumindest noch der genäherte Radius des Sterns benötigt.
die Radialgeschwindigkeit – aus den Verschiebungen der Spektrallinien wegen des Doppler-Effekts
sowie Hinweise darauf, ob sich der Stern in einem Doppelstern-System befindet (siehe spektroskopischer Doppelstern)
Es kann auch Hinweise auf extrasolare Planeten geben, weil der Stern dann um das Baryzentrum (gemeinsamer Schwerpunkt des Sternsystems) kreist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sternspektrum

ralfkannenberg hat geschrieben:
2. Jan 2020, 23:33
Das musst Du mir auch bitte etwas näher erklären - derzeit ist zwar ein neunter Planet ("Planet Nine") im Gespräch, aber von einem 10.Planeten weiss ich nichts.
OK, da habe ich mich sehr unkorrekt ausgedrückt.
Ob nun ein neunter, zehnter, oder wasweisich wievielter Planet ist mir im Grunde egal.
Es scheint nur ziemlich sicher zu sein das da draußen eine Masse ist, die man zwar noch nicht gefunden hat, aber sie muss da sein, um die Bahnen der Kleinplaneten wohl zu rechtfertigen.
Und das es ein Neptunähnlicher sein soll, doch wieder ein terrestricher, weil es bei dieser Sonnenferne mehr Sinn macht, oder sogar ein brauner Zwerg > 75 Jupitermassen ist, da gehen doch die Meinung noch sehr weit auseinander. (Allein schon Uranus und Neptun sollte es da wo sie sind, im Grunde nicht geben)
ralfkannenberg hat geschrieben:
2. Jan 2020, 23:33
Gewiss, statt im Jahre 2006 in Panik zu verfallen und der Eris den Planetenstatus nicht zuzuerkennen und dann konsequenterweise dem Pluto ebendiesen abzuerkennen hätte man den Status quo einfach beibehalten können, zumal sich die Prognose hunderter neuer Planeten bis heute nicht erfüllt hat - bis heute wurde nämlich kein einziger neuer solcher Planet entdeckt, aber wollen wir jetzt nicht nachtragend sein. Astronomisch macht die neue Regelung ja durchaus Sinn und der Pluto hatte nach seiner Entdeckung den Planetenstatus ja auch nur deswegen erhalten, weil man ihn für 20x grösser hielt. - Und wäre damals in den 1930-iger Jahren auch die Makemake entdeckt worden, was durchaus möglich gewesen wäre, so hätte die ebenfalls den Planetenstatus erhalten, denn sie wäre dann auf 2.5-mal grösser als die Erde geschätzt worden.
Gebe ich dir grundsätzlich recht, denn zum Status eines Planeten gehört auch, dass er seine Bahn "leergeräumt" hat.
Bei Pluto ist man sich da ja relativ sicher. Bei der Eris weiß ich es nicht und ob man es so weit draußen bestimmen kann, da bin ich mir nicht sicher.
ralfkannenberg hat geschrieben:
2. Jan 2020, 23:33
Zwar weiss ich es wirklich nicht, aber ich wäre zumindest sehr überrascht, wenn die in nur 70 Jahren soviel weiterziehen würden.
Da denke ich eher an die Bewegung des Sonnensystems um das Zentrum der Milchstraße und dem sich verändernden Winkel.
OK, 70 Jahre sind da nicht wirklich viel, bei diesen Maßstäben...... :wn:
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von ralfkannenberg » 3. Jan 2020, 10:07

Frank hat geschrieben:
3. Jan 2020, 00:20
ralfkannenberg hat geschrieben:
2. Jan 2020, 23:33

Hallo Frank,

dann eben eine konkrete Frage statt einer zarten Andeutung: wie kann man anhand des Spektrums einen Planeten von einem Stern unterscheiden ?
Z.B. durch die Oberflächentemperatur.
die Oberflächentemperatur
durch Vergleich mit der Idealkurve einer Schwarzkörperstrahlung
aus dem stärksten Wellenbereich des Lichts (siehe Wiensches Verschiebungsgesetz)
die Häufigkeit der chemischen Elemente in der oberen (strahlenden) Schicht des Sterns – die aus seinem Linienspektrum folgt
die Leuchtkraft durch die relative Linienintensität bestimmter Spektrallinien. Die Leuchtkraft (absolute Helligkeit) ermöglicht zusammen mit der scheinbaren Helligkeit die Entfernungsbestimmung eines Sterns (spektroskopische Parallaxe)
die Rotationsgeschwindigkeit (auch bei anderen Himmelskörpern) – aus der Verbreiterung der Spektrallinien gegenüber der aufgrund der Oberflächentemperatur erwarteten Linienbreite. Hierfür wird zumindest noch der genäherte Radius des Sterns benötigt.
die Radialgeschwindigkeit – aus den Verschiebungen der Spektrallinien wegen des Doppler-Effekts
sowie Hinweise darauf, ob sich der Stern in einem Doppelstern-System befindet (siehe spektroskopischer Doppelstern)
Es kann auch Hinweise auf extrasolare Planeten geben, weil der Stern dann um das Baryzentrum (gemeinsamer Schwerpunkt des Sternsystems) kreist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sternspektrum
Hallo Frank,

zumindest die Venus und der Merkur haben allerdings eine höhere Oberflächentemperatur als so mancher Brauner Zwerg. Aber ok - wir reden hier von weit von der Sonne entfernten Planetoiden und die haben tatsächlich eine sehr tiefe Oberflächentemperatur.


Nur ... - ist es nicht so, dass das für nicht-selbststrahlende Himmelskörper gilt ? Planeten und Planetoiden indes reflektieren das Sonnenlicht, d.h. das dürfte mit "Verunreinigungen" von Elementen der Atmosphäre bei den hellen Gasplaneten im Wesentlichen das Licht der Sonne sein.


Mit dem Spitzer-Teleskop könnte man da wohl etwas machen, aber dann müsste man alle Himmelsdurchmusterungen mit diesem wiederholen.


Gaia könnte das liefern, doch wird das Spektrum "nur" für Sterne heller als 16 mag analysiert. Und da kommen gerade mal 5 Planetoiden in Frage, nämlich die Zwergplaneten Pluto, Eris (aber erst in einigen Jahrzehnten), Makemake und Haumea (auch erst wieder in einigen Jahrzehnten) sowie der Zentaur Chiron. Gaia wird da also nicht weiterhelfen, denn die interessierenden Planetoiden sind mindestens 6.5 Grössenklassen schwächer.

Frank hat geschrieben:
3. Jan 2020, 00:20
Ob nun ein neunter, zehnter, oder wasweisich wievielter Planet ist mir im Grunde egal.
Es scheint nur ziemlich sicher zu sein das da draußen eine Masse ist, die man zwar noch nicht gefunden hat, aber sie muss da sein, um die Bahnen der Kleinplaneten wohl zu rechtfertigen.
Und das es ein Neptunähnlicher sein soll, doch wieder ein terrestricher, weil es bei dieser Sonnenferne mehr Sinn macht, oder sogar ein brauner Zwerg > 75 Jupitermassen ist, da gehen doch die Meinung noch sehr weit auseinander.
Das ist Mike Browns Ansicht. Sie wird nicht von allen geteilt und was im Entdeckungspaper vom Kuipergürtel-Planetoiden 2013 SY99 steht kann man auch als Todesstoss für die Planet Nine-Hypothese auffassen.

Mit Umlaufbahnresonanzen und der Kozai-Resonanz kann man alle KBO mit high-perihelean KBO mit moderaten Exzentrizitäten erklären, das sind immerhin derer 5 Stück und mit dem im vorgenannten Entdeckungspaper Mechanismus der "Diffusion der Grossen Halbachsen" auch alle diejenigen mit Perihelen bis gut 50 AU. Das sind dann weitere 4 Exemplare.

Verbleiben noch die "Sednoiden" mit Perihelen über ~65 AU, von denen kennt man 3 Exemplare. Und hierzu wird im vorgenannten paper das folgende geschrieben:
Sedna and 2012 VP113 are not formed by diffusion in the current dynamical environment, consistent with previous assessments (Brown et al. 2004; Gallardo et al. 2012; Jlkova et al. 2015). It is however plausible, for the orbit-fit uncertainty parameter space currently occupied by the orbits of other extreme TNOs, that they could be produced by the same inward diffusion from the inner fringe of the Oort cloud that can populate 2013 SY99's parameter region.
Der dritte Sednoid (541132) 2015 TG387 war damals noch nicht entdeckt, aber der hat mit 65 AU ohnehin das tiefste Perihel der derzeit bekannten Sednoiden.

Und im Kapitel 3.4 kommt es dann für den Planeten Nine noch "dicker":
The effect of the additional planet is dramatic: on hundred-Myr timescales, 2013 SY99's perihelion distance undergoes significant cyclic variation. For most clones, q drops low enough for the object to experience close encounters with the known giant planets, and is ejected from the Solar System. In contrast to the complete stability seen in the known planetary configuration, 40 of the 60 2013 SY99 clones are ejected within a Gyr in a Solar System with an additional planet
Also zu gut deutsch: im krassen Gegensatz zur Stabilität der Umlaufbahnen der KBOs vom Typ 2013 SY99 würde die grosse Mehrheit von ihnen bei der Existenz eines zusätzlichen Planeten Nine nach wenigen hundert Millionen Jahren aus dem Sonnensystem herauskatapultiert.
For the surviving 33% of the clones of 2013 SY99, their perihelion distances are drawn outward while their inclinations steeply increase, until the particles are orbiting perpendicular to the plane of the Solar System. The inclination and perihelia of the surviving particles cycle widely, on near-Gyr timescales; these clones also exhibit ϖ shepherding as in Batygin & Brown (2016). The i and q evolution of the clones would sharply reduce the detectability of 2013 SY99, as the clones spend almost all their time at high inclinations and larger perihelia.
Und die verbliebenen würden sich auf Umlaufbahnen befinden, auf denen man sie mit den heutigen Methoden nicht entdecken könnte.

Frank hat geschrieben:
3. Jan 2020, 00:20
Allein schon Uranus und Neptun sollte es da wo sie sind, im Grunde nicht geben
?

Frank hat geschrieben:
3. Jan 2020, 00:20
Gebe ich dir grundsätzlich recht, denn zum Status eines Planeten gehört auch, dass er seine Bahn "leergeräumt" hat.
Bei Pluto ist man sich da ja relativ sicher.
Vielleicht verstehe ich Dir hier nur falsch: Pluto hat seine Bahn nicht leergeräumt !

Frank hat geschrieben:
3. Jan 2020, 00:20
Bei der Eris weiß ich es nicht und ob man es so weit draußen bestimmen kann, da bin ich mir nicht sicher.
Und die Eris hat ihre Umlaufbahn natürlich auch nicht freigeräumt.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von Frank » 9. Jan 2020, 20:50

ralfkannenberg hat geschrieben:
3. Jan 2020, 10:07
Frank hat geschrieben:
3. Jan 2020, 00:20
Allein schon Uranus und Neptun sollte es da wo sie sind, im Grunde nicht geben
?
Die beiden Eisriesen können sich so weit weg von der Sonne, im Grunde nicht gebildet haben, da so weit draußen einfach nicht genug Masse da gewesen sein dürfte.
Vielmehr ist es wohl dem anfänglichen 3:2 Flug von Jupiter und Saturn zu verdanken, dass Uranus und Neptun soweit nach außen geschoben werden konnten. Hier wurde Neptun sogar von Uranus "übersprungen" und hat dann 4 Milliarden km von der Sonne weg seine jetzige Bahn eingenommen.
Zuerst hat er aber die Trümmer aus der Entstehung des SL vor sich hergeschoben, aufgesammelt und nach außen gedrückt. So wäre dann der Kuipergürtel entstanden.
Das ist für mich eine plausible Theorie und wird von einigen Astronomen in den USA unterstützt.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: verschwundene Sterne

Beitrag von seeker » 10. Jan 2020, 11:12

ralfkannenberg hat geschrieben:
2. Jan 2020, 23:33
Frank hat geschrieben:
2. Jan 2020, 20:31
BTT:
Ich könnte mir vorstellen, dass diverse interstellare Wolken einfach das Licht der Sterne, dass zu uns kommt verdecken und sie so aus unserem Blickfeld verschwunden sind.
Zwar weiss ich es wirklich nicht, aber ich wäre zumindest sehr überrascht, wenn die in nur 70 Jahren soviel weiterziehen würden.
Ich würde so argumentieren:
Wenn die Wolke (oder ein anderes Objekt) dem von uns aus sichtbaren Objekt (Stern) sehr nahe ist, von der Erde aber sehr weit entfernt und zufällig gerade noch nicht die Sichtlinie zur Erde versperrt, dann können im Ernstfall "ein paar km" Bewegung einer relativ kleinen Wolke in die richtige Richtung ausreichen, um den Stern für uns unsichtbar zu machen. Geometrie, Winkel...

Zur Unterscheidung von Sternen von nicht selbst leuchtenden Objekten:
Mal abgesehen von der Strahlungstemperatur, wir haben doch auch die scharfen Fraunhoferlinien bei Sternen, das Spektrum sollte doch bei diffus reflektiertem Licht von Planeten, usw. ganz anders aussehen?
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
Denn tut man das, so verliert man zumindest ein Stück weit seine Unvoreingenommenheit, Objektivität.

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