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Es staubt auf Titan

Galaxien, Sterne, Planeten...
Beobachtungen und Physik der Himmelskörper (außer Schwarzen Löchern)
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Frank
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Es staubt auf Titan

Beitrag von Frank » 25. Sep 2018, 20:03

Mit seinem auf Methan basierenden Feuchtigkeitszyklus, Seen in den polaren Regionen sowie den nun entdeckten Staubstürmen und wandernden Dünen in der Äquatorzone erweist sich der Saturnmond als höchst dynamischer Himmelskörper.
https://www.weltderphysik.de/gebiet/uni ... auf-titan/

Viele Zutaten für Leben sind auf dem Saturn Mond ja vorhanden.
Meine Frage:(Besonders an unseren Biologieexperten) In dem Artikel lese ich, dass Titan ein sehr dynamischer Himmelskörper ist. Das kennen wir im Grunde eigentlich nur von unserer Erde , was das Sonnensystem betrifft.
Ist bei solchen Temperaturen überhaupt Chemie möglich, bzw hat Leben überhaupt den Hauch einer Chance?

Atmosphäre.
Titan ist kleiner als Mars, hat aber eine viel dichtere Atmosphäre. Mars kann ja bekannterweise seine Gase nicht halten, mangels genügend Schwerkraft.
Nun ist es auf dem Saturnmond ja sehr kalt. Eines Tages, wenn unsere Sonne ein roter Riese wird, bekommt wohl Titan auch mehr Energie auf den Qm Oberfläche. Wird es ihm dann genauso gehen wie Mars und seine Atmosphäre verflüchtigt sich ins Alle, oder hat das damit nicht zu tun?
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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seeker
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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von seeker » 26. Sep 2018, 11:08

Frank hat geschrieben:
25. Sep 2018, 20:03
Ist bei solchen Temperaturen überhaupt Chemie möglich, bzw hat Leben überhaupt den Hauch einer Chance?
Chemie ist möglich, ausreichende Stoffvermischung dabei nur in flüssigen (und gasförmigen) Zonen.
Allerdings: Wenn es sehr kalt ist, dann finden viele Reaktionen gar nicht mehr statt, weil die Aktivierungsenergie fehlt und die die stattfinden, laufen sehr sehr viel langsamer wie bei uns ab.
Frank hat geschrieben:
25. Sep 2018, 20:03
Nun ist es auf dem Saturnmond ja sehr kalt. Eines Tages, wenn unsere Sonne ein roter Riese wird, bekommt wohl Titan auch mehr Energie auf den Qm Oberfläche. Wird es ihm dann genauso gehen wie Mars und seine Atmosphäre verflüchtigt sich ins Alle, oder hat das damit nicht zu tun?
Hmmm... Also zunächst: Grundsätzlich verliert ein Planet ja immer ein wenig Gas an den Weltraum, auch die Erde. Es ist immer nur die Frage, wie viel (und jeweils von welchem Gas). Wenn es sehr wenig ist kann man das in den betrachteten Zeitspannen vernachlässigen, wenn es sehr viel ist, sprechen wir davon, dass der Planet seine Atmosphäre verliert oder verloren hätte. Das war aber auch beim Mars ein Prozess der viele Millionen Jahre gedauert hat (und der auch nicht zum völligen Verlust führte), hätte er einige Milliarden Jahre gedauert (und würde daher noch andauern), würden wir das vielleicht wieder anders benennen.

Dann:
Der Titan ist noch halbwegs gut vom Magnetfeld des Saturn geschützt und er ist recht weit von der Sonne weg.
Dann nimmt die Strahlungsleistung der Sonne in der Zukunft zu und vor allen Dingen wird sie zeitweise viel unruhiger.
Längere Zeit strahlt sie dabei über etwa doppelt so viel wie heute, das wird denke ich in Saturn-Entfernung noch nicht so viel ausmachen.
Wenn das Helium-Brennen einsetzt erhöht sich das dann auf ca. das über 40-fache, das wär schon relevanter, aber das dauert ja nur vergleichseise kurz. Meine Einschätzung ist, dass der Titan incl. Atmosphäre da recht ungeschoren davonkommen sollte, kann mich aber auch irren.
Grüße
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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von ATGC » 26. Sep 2018, 14:35

Hier stand mal etwas anderes.
Zuletzt geändert von ATGC am 2. Jul 2019, 15:34, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Frank » 27. Sep 2018, 10:55

Atmosphäre.
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass diese dichte Atmosphäre Titan nur hat, weil es so verdammt kalt dort ist. Seine Masse ist ja noch wesentlich geringer, als die des Mars und sobald die Temp. steigen , kämen halt chemische Prozesse ins Spiel, die vieles verändern und die Gase würden sich dann eben verflüchtigen.
Das jeder Planet Materie,also auch Gase an das All verliert ist klar. Werner hätte da, seines zeichens Chemiker, bestimmt einiges erzählen können. :(

Warum aber das große Interesse der Wissenschaft an Titan?
Wenn , so ATGC ja schreibt, hier in puncto Leben nichts möglich sein soll, warum sollen da angeblich Verhälltnisse wie in der Urerde vorherrschen, oder warum sollte man das vergleichen wollen?
Mit solch tiefen Temps hat die Erde doch nie etwas zu tun gehabt.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von seeker » 27. Sep 2018, 11:54

Frank hat geschrieben:
27. Sep 2018, 10:55
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass diese dichte Atmosphäre Titan nur hat, weil es so verdammt kalt dort ist. Seine Masse ist ja noch wesentlich geringer, als die des Mars und sobald die Temp. steigen , kämen halt chemische Prozesse ins Spiel, die vieles verändern und die Gase würden sich dann eben verflüchtigen.
Auch physikalische Prozesse: Wenn die Temperatur steigt, dann werden die Gasteilchen schneller und dann kommt ein größerer Anteil von ihnen zufällig auf Fluchtgeschwindigkeit. Und wenn der Sonnenwind stärker bläst, wird auch mehr forgeblasen.
Ich denke daher, das macht schon Sinn, was du sagst, der Titan wird dann in der Zukunft wohl mehr Materie/Jahr ans All verlieren als heute.
Die Frage ist wie viel, wie schnell? Ich könnte mir vorstellen, dass er einen Teil verliert, sodass auch der Atmosphärendruck sinkt, aber so weit runter wie auf dem Mars wird es meiner Einschätzung nach trotzdem nicht gehen, bis die Sonne zu einem roten Riesen wird, aber ich kann mich irren.

Man muss auch bedenken, dass die Auswirkungen der Sonne mit dem Abstand zum Quadrat abnehmen, der Saturn ist etwa 9,5 AE von der Sonne entfernt, Mars etwa 1,5 AE. D.h. dass der Titan etwa nur 1/90stel wie die Erde und etwa 1/40stel wie der Mars von der Sonne abbekommt.
So gesehen wird dann der Titan irgendwann genauso viel abbekommen wie heute der Mars, wenn die Sonne etwa 12 Mrd Jahre alt sein wird, später dann kurzfristig noch viel mehr:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sonne#Ent ... _der_Sonne

D.h.: Ganz am Ende könnte es das dann doch evtl. auch gewesen sein mit der Titanatmosphäre...
Frank hat geschrieben:
27. Sep 2018, 10:55
Warum aber das große Interesse der Wissenschaft an Titan?
Wenn , so ATGC ja schreibt, hier in puncto Leben nichts möglich sein soll, warum sollen da angeblich Verhälltnisse wie in der Urerde vorherrschen, oder warum sollte man das vergleichen wollen?
Mit solch tiefen Temps hat die Erde doch nie etwas zu tun gehabt.
Ich denke, das muss man eher als wissenschaftliches Interesse derart einordnen, dass die Ähnlichkeiten nicht allzu groß sind, dass man aber aus den wenigen Ähnlichkeiten zur Urerde, die es dennoch gibt, hofft etwas lernen zu können. Und da sich herausstellt, dass der Titan ein dynamischer Himmelskörper ist und nicht nur ein toter, starrer Klumpen aus Eis und Fels passiert dort so einiges. Das ist natürlich interessant.
Grüße
seeker


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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Skeltek » 28. Sep 2019, 02:22

Gödel für Dummies:
  • Unentscheidbarkeit - Dieser Satz ist wahr.
  • Unvollständig - Aussage A: Es existiert nur ein Element A.
  • Widersprüchlich - Dieser Satz ist falsch.

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von ralfkannenberg » 30. Sep 2019, 09:47

Skeltek hat geschrieben:
28. Sep 2019, 02:22
zum Titan-Mond.
Hallo Skeltek,

Titan hat meines Wissens keinen Mond.

Zwar gibt es zwei Saturnmonde (Tethys und Dione), auf deren Umlaufbahnen sich Lagrange-Monde bzw. Trojaner-Monde befinden, also 60° voraus und 60° zurück, aber einen Mond eines Mondes kennt man bislang in unserem Sonnensystem nicht.

Auch das Paar Janus/Epimetheus ist ein ungewöhnlicher Fall, weil sie ihre Umlaufbahn regelmässig untereinander austauschen, wenn der gerade innere Mond den gerade äusseren Mond überholt.


Umlaufbahn-Resonanzen indes sind sehr üblich im Sonnensystem, bekannt ist die 1:2:4-Umlaufbahn-Resonanz der prominenten Jupitermonde Io, Europa und Ganymed; auch die Saturnmonde Enceladus, Tethys und Dione stehen nahe solcher Umlaufbahn-Resonanzen: Enceladus 4:3 zu Tethys und 2:1 zur Dione und Tethys zwischen ihnen entsprechend 3:2 zur Dione. Zudem steht Enceldaus auch in einer 3:2 Umlaufbahn-Resonanz zur Mimas. - Und die Bahn des vermutlich ehemaligen irregulären Saturnmondes Hyperion wird durch eine 3:4-Umlaufbahn-Resonanz zum Titan stabilisiert.


Gleiches gilt für das Plutomond-System; hier stehen bemerkenswerterweise alle bekannten Plutomonde nahe solcher Resonanzen zu Charon, und zwar 3:1, 4:1, 5:1 und 6:1 !


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von ralfkannenberg » 30. Sep 2019, 11:27

Frank hat geschrieben:
25. Sep 2018, 20:03
Mit seinem auf Methan basierenden Feuchtigkeitszyklus, Seen in den polaren Regionen sowie den nun entdeckten Staubstürmen und wandernden Dünen in der Äquatorzone erweist sich der Saturnmond als höchst dynamischer Himmelskörper.
https://www.weltderphysik.de/gebiet/uni ... auf-titan/
Hallo Frank,

zu diesen Bildern gibt es nur eins zu sagen: Wow !!!

Herzlichen Dank, dass Du sie mit uns teilst :well: ;look ;th


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Skeltek » 30. Sep 2019, 12:59

@Frank:
Beide Begriffe sind eigentlich falsch. ‚Mond‘ ist eigentlich die Bezeichnung für den Trabanten der Erde.
Gödel für Dummies:
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  • Unvollständig - Aussage A: Es existiert nur ein Element A.
  • Widersprüchlich - Dieser Satz ist falsch.

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von ralfkannenberg » 30. Sep 2019, 13:08

Skeltek hat geschrieben:
30. Sep 2019, 12:59
@Frank:
Beide Begriffe sind eigentlich falsch. ‚Mond‘ ist eigentlich die Bezeichnung für den Trabanten der Erde.
Hallo Skeltek,

ich denke, den Entdecker rund der Hälfte der Jupitermonde darf man durchaus als Referenz heranziehen:

https://sites.google.com/carnegiescienc ... pard/moons


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Skeltek » 30. Sep 2019, 13:27

Der Begriff ist übertragen worden. Das ist als würde man Alpha Centauri als ‚Sonne‘ statt Stern bezeichnen.
Eingebürgerter umgangssprachlicher Sprachgebrauch; Analogie-getrieben.
„Wikipedia“ hat geschrieben: Der Mond (mhd. mâne;[2] lateinisch luna) ist der einzige natürliche Satellit der Erde. Sein Name ist etymologisch verwandt mit Monat und bezieht sich auf die Periode seines Phasenwechsels. Weil aber die Trabanten anderer Planeten des Sonnensystems im übertragenen Sinn meistens ebenfalls als Monde bezeichnet werden, spricht man zur Vermeidung von Verwechslungen mitunter vom Erdmond.
Man verwendete die Begriffe so wegen der Anschaulichkeit. Mittlerweile hat es sich als Synonym eingebürgert.
Sorry fürs Abschweifen. Back to topic?
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