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Es staubt auf Titan

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Frank
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Es staubt auf Titan

Beitrag von Frank » 25. Sep 2018, 20:03

Mit seinem auf Methan basierenden Feuchtigkeitszyklus, Seen in den polaren Regionen sowie den nun entdeckten Staubstürmen und wandernden Dünen in der Äquatorzone erweist sich der Saturnmond als höchst dynamischer Himmelskörper.
https://www.weltderphysik.de/gebiet/uni ... auf-titan/

Viele Zutaten für Leben sind auf dem Saturn Mond ja vorhanden.
Meine Frage:(Besonders an unseren Biologieexperten) In dem Artikel lese ich, dass Titan ein sehr dynamischer Himmelskörper ist. Das kennen wir im Grunde eigentlich nur von unserer Erde , was das Sonnensystem betrifft.
Ist bei solchen Temperaturen überhaupt Chemie möglich, bzw hat Leben überhaupt den Hauch einer Chance?

Atmosphäre.
Titan ist kleiner als Mars, hat aber eine viel dichtere Atmosphäre. Mars kann ja bekannterweise seine Gase nicht halten, mangels genügend Schwerkraft.
Nun ist es auf dem Saturnmond ja sehr kalt. Eines Tages, wenn unsere Sonne ein roter Riese wird, bekommt wohl Titan auch mehr Energie auf den Qm Oberfläche. Wird es ihm dann genauso gehen wie Mars und seine Atmosphäre verflüchtigt sich ins Alle, oder hat das damit nicht zu tun?
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von seeker » 26. Sep 2018, 11:08

Frank hat geschrieben:
25. Sep 2018, 20:03
Ist bei solchen Temperaturen überhaupt Chemie möglich, bzw hat Leben überhaupt den Hauch einer Chance?
Chemie ist möglich, ausreichende Stoffvermischung dabei nur in flüssigen (und gasförmigen) Zonen.
Allerdings: Wenn es sehr kalt ist, dann finden viele Reaktionen gar nicht mehr statt, weil die Aktivierungsenergie fehlt und die die stattfinden, laufen sehr sehr viel langsamer wie bei uns ab.
Frank hat geschrieben:
25. Sep 2018, 20:03
Nun ist es auf dem Saturnmond ja sehr kalt. Eines Tages, wenn unsere Sonne ein roter Riese wird, bekommt wohl Titan auch mehr Energie auf den Qm Oberfläche. Wird es ihm dann genauso gehen wie Mars und seine Atmosphäre verflüchtigt sich ins Alle, oder hat das damit nicht zu tun?
Hmmm... Also zunächst: Grundsätzlich verliert ein Planet ja immer ein wenig Gas an den Weltraum, auch die Erde. Es ist immer nur die Frage, wie viel (und jeweils von welchem Gas). Wenn es sehr wenig ist kann man das in den betrachteten Zeitspannen vernachlässigen, wenn es sehr viel ist, sprechen wir davon, dass der Planet seine Atmosphäre verliert oder verloren hätte. Das war aber auch beim Mars ein Prozess der viele Millionen Jahre gedauert hat (und der auch nicht zum völligen Verlust führte), hätte er einige Milliarden Jahre gedauert (und würde daher noch andauern), würden wir das vielleicht wieder anders benennen.

Dann:
Der Titan ist noch halbwegs gut vom Magnetfeld des Saturn geschützt und er ist recht weit von der Sonne weg.
Dann nimmt die Strahlungsleistung der Sonne in der Zukunft zu und vor allen Dingen wird sie zeitweise viel unruhiger.
Längere Zeit strahlt sie dabei über etwa doppelt so viel wie heute, das wird denke ich in Saturn-Entfernung noch nicht so viel ausmachen.
Wenn das Helium-Brennen einsetzt erhöht sich das dann auf ca. das über 40-fache, das wär schon relevanter, aber das dauert ja nur vergleichseise kurz. Meine Einschätzung ist, dass der Titan incl. Atmosphäre da recht ungeschoren davonkommen sollte, kann mich aber auch irren.
Grüße
seeker


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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von ATGC » 26. Sep 2018, 14:35

Hier stand mal etwas anderes.
Zuletzt geändert von ATGC am 2. Jul 2019, 15:34, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Frank » 27. Sep 2018, 10:55

Atmosphäre.
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass diese dichte Atmosphäre Titan nur hat, weil es so verdammt kalt dort ist. Seine Masse ist ja noch wesentlich geringer, als die des Mars und sobald die Temp. steigen , kämen halt chemische Prozesse ins Spiel, die vieles verändern und die Gase würden sich dann eben verflüchtigen.
Das jeder Planet Materie,also auch Gase an das All verliert ist klar. Werner hätte da, seines zeichens Chemiker, bestimmt einiges erzählen können. :(

Warum aber das große Interesse der Wissenschaft an Titan?
Wenn , so ATGC ja schreibt, hier in puncto Leben nichts möglich sein soll, warum sollen da angeblich Verhälltnisse wie in der Urerde vorherrschen, oder warum sollte man das vergleichen wollen?
Mit solch tiefen Temps hat die Erde doch nie etwas zu tun gehabt.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von seeker » 27. Sep 2018, 11:54

Frank hat geschrieben:
27. Sep 2018, 10:55
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass diese dichte Atmosphäre Titan nur hat, weil es so verdammt kalt dort ist. Seine Masse ist ja noch wesentlich geringer, als die des Mars und sobald die Temp. steigen , kämen halt chemische Prozesse ins Spiel, die vieles verändern und die Gase würden sich dann eben verflüchtigen.
Auch physikalische Prozesse: Wenn die Temperatur steigt, dann werden die Gasteilchen schneller und dann kommt ein größerer Anteil von ihnen zufällig auf Fluchtgeschwindigkeit. Und wenn der Sonnenwind stärker bläst, wird auch mehr forgeblasen.
Ich denke daher, das macht schon Sinn, was du sagst, der Titan wird dann in der Zukunft wohl mehr Materie/Jahr ans All verlieren als heute.
Die Frage ist wie viel, wie schnell? Ich könnte mir vorstellen, dass er einen Teil verliert, sodass auch der Atmosphärendruck sinkt, aber so weit runter wie auf dem Mars wird es meiner Einschätzung nach trotzdem nicht gehen, bis die Sonne zu einem roten Riesen wird, aber ich kann mich irren.

Man muss auch bedenken, dass die Auswirkungen der Sonne mit dem Abstand zum Quadrat abnehmen, der Saturn ist etwa 9,5 AE von der Sonne entfernt, Mars etwa 1,5 AE. D.h. dass der Titan etwa nur 1/90stel wie die Erde und etwa 1/40stel wie der Mars von der Sonne abbekommt.
So gesehen wird dann der Titan irgendwann genauso viel abbekommen wie heute der Mars, wenn die Sonne etwa 12 Mrd Jahre alt sein wird, später dann kurzfristig noch viel mehr:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sonne#Ent ... _der_Sonne

D.h.: Ganz am Ende könnte es das dann doch evtl. auch gewesen sein mit der Titanatmosphäre...
Frank hat geschrieben:
27. Sep 2018, 10:55
Warum aber das große Interesse der Wissenschaft an Titan?
Wenn , so ATGC ja schreibt, hier in puncto Leben nichts möglich sein soll, warum sollen da angeblich Verhälltnisse wie in der Urerde vorherrschen, oder warum sollte man das vergleichen wollen?
Mit solch tiefen Temps hat die Erde doch nie etwas zu tun gehabt.
Ich denke, das muss man eher als wissenschaftliches Interesse derart einordnen, dass die Ähnlichkeiten nicht allzu groß sind, dass man aber aus den wenigen Ähnlichkeiten zur Urerde, die es dennoch gibt, hofft etwas lernen zu können. Und da sich herausstellt, dass der Titan ein dynamischer Himmelskörper ist und nicht nur ein toter, starrer Klumpen aus Eis und Fels passiert dort so einiges. Das ist natürlich interessant.
Grüße
seeker


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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Skeltek » 28. Sep 2019, 02:22

Gödel für Dummies:
  • Unentscheidbarkeit - Dieser Satz ist wahr.
  • Unvollständig - Aussage A: Es existiert nur ein Element A.
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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von ralfkannenberg » 30. Sep 2019, 09:47

Skeltek hat geschrieben:
28. Sep 2019, 02:22
zum Titan-Mond.
Hallo Skeltek,

Titan hat meines Wissens keinen Mond.

Zwar gibt es zwei Saturnmonde (Tethys und Dione), auf deren Umlaufbahnen sich Lagrange-Monde bzw. Trojaner-Monde befinden, also 60° voraus und 60° zurück, aber einen Mond eines Mondes kennt man bislang in unserem Sonnensystem nicht.

Auch das Paar Janus/Epimetheus ist ein ungewöhnlicher Fall, weil sie ihre Umlaufbahn regelmässig untereinander austauschen, wenn der gerade innere Mond den gerade äusseren Mond überholt.


Umlaufbahn-Resonanzen indes sind sehr üblich im Sonnensystem, bekannt ist die 1:2:4-Umlaufbahn-Resonanz der prominenten Jupitermonde Io, Europa und Ganymed; auch die Saturnmonde Enceladus, Tethys und Dione stehen nahe solcher Umlaufbahn-Resonanzen: Enceladus 4:3 zu Tethys und 2:1 zur Dione und Tethys zwischen ihnen entsprechend 3:2 zur Dione. Zudem steht Enceldaus auch in einer 3:2 Umlaufbahn-Resonanz zur Mimas. - Und die Bahn des vermutlich ehemaligen irregulären Saturnmondes Hyperion wird durch eine 3:4-Umlaufbahn-Resonanz zum Titan stabilisiert.


Gleiches gilt für das Plutomond-System; hier stehen bemerkenswerterweise alle bekannten Plutomonde nahe solcher Resonanzen zu Charon, und zwar 3:1, 4:1, 5:1 und 6:1 !


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von ralfkannenberg » 30. Sep 2019, 11:27

Frank hat geschrieben:
25. Sep 2018, 20:03
Mit seinem auf Methan basierenden Feuchtigkeitszyklus, Seen in den polaren Regionen sowie den nun entdeckten Staubstürmen und wandernden Dünen in der Äquatorzone erweist sich der Saturnmond als höchst dynamischer Himmelskörper.
https://www.weltderphysik.de/gebiet/uni ... auf-titan/
Hallo Frank,

zu diesen Bildern gibt es nur eins zu sagen: Wow !!!

Herzlichen Dank, dass Du sie mit uns teilst :well: ;look ;th


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Skeltek » 30. Sep 2019, 12:59

@Frank:
Beide Begriffe sind eigentlich falsch. ‚Mond‘ ist eigentlich die Bezeichnung für den Trabanten der Erde.
Gödel für Dummies:
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  • Unvollständig - Aussage A: Es existiert nur ein Element A.
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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von ralfkannenberg » 30. Sep 2019, 13:08

Skeltek hat geschrieben:
30. Sep 2019, 12:59
@Frank:
Beide Begriffe sind eigentlich falsch. ‚Mond‘ ist eigentlich die Bezeichnung für den Trabanten der Erde.
Hallo Skeltek,

ich denke, den Entdecker rund der Hälfte der Jupitermonde darf man durchaus als Referenz heranziehen:

https://sites.google.com/carnegiescienc ... pard/moons


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Skeltek » 30. Sep 2019, 13:27

Der Begriff ist übertragen worden. Das ist als würde man Alpha Centauri als ‚Sonne‘ statt Stern bezeichnen.
Eingebürgerter umgangssprachlicher Sprachgebrauch; Analogie-getrieben.
„Wikipedia“ hat geschrieben: Der Mond (mhd. mâne;[2] lateinisch luna) ist der einzige natürliche Satellit der Erde. Sein Name ist etymologisch verwandt mit Monat und bezieht sich auf die Periode seines Phasenwechsels. Weil aber die Trabanten anderer Planeten des Sonnensystems im übertragenen Sinn meistens ebenfalls als Monde bezeichnet werden, spricht man zur Vermeidung von Verwechslungen mitunter vom Erdmond.
Man verwendete die Begriffe so wegen der Anschaulichkeit. Mittlerweile hat es sich als Synonym eingebürgert.
Sorry fürs Abschweifen. Back to topic?
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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Frank » 28. Jan 2021, 12:23

Mit freundlichen Grüßen

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Diagnostiker » 28. Jan 2021, 13:02

Was mich verwundert hat, ist die Angabe von 1 m hohen Gezeiten. Meines Wissens rotiert Titan gebunden um Saturn und die Nachbarmonde sind ziemlich weit weg und nicht sehr massereich.

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Frank » 28. Jan 2021, 13:52

Diagnostiker hat geschrieben:
28. Jan 2021, 13:02
Was mich verwundert hat, ist die Angabe von 1 m hohen Gezeiten. Meines Wissens rotiert Titan gebunden um Saturn und die Nachbarmonde sind ziemlich weit weg und nicht sehr massereich.
Am äußersten Punkt der Umlaufbahn, wo Saturns Einfluss schwächer ist, ist Titan fast so rund wie ein Fußball. An der dem Planeten nächsten Stelle wird Titan dagegen gestreckt, ein wenig so wie bei einem Football. Durch die so entstehenden Gezeiten steigt und fällt die Titanoberfläche um mehr als zehn Meter.
https://www.esa.int/kids/de/lernen/Unse ... imen_Ozean

Vielleicht eine mögliche Erklärung.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Diagnostiker » 28. Jan 2021, 14:37

Ja, könnte sein. Danke für den Link. :)

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Frank » 28. Jan 2021, 14:39

Diagnostiker hat geschrieben:
28. Jan 2021, 14:37
Ja, könnte sein. Danke für den Link. :)
ESA for Kids ist schon strange...... :lol: :lol: :lol:
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von ralfkannenberg » 28. Jan 2021, 14:52

Frank hat geschrieben:
28. Jan 2021, 13:52
Diagnostiker hat geschrieben:
28. Jan 2021, 13:02
Was mich verwundert hat, ist die Angabe von 1 m hohen Gezeiten. Meines Wissens rotiert Titan gebunden um Saturn und die Nachbarmonde sind ziemlich weit weg und nicht sehr massereich.
https://www.esa.int/kids/de/lernen/Unse ... imen_Ozean

Vielleicht eine mögliche Erklärung.
Hallo Frank,

danke schön, ich hatte auch schon gesucht, aber nichts gefunden. Nun sind es sogar schon 10 Meter ;)


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Diagnostiker » 28. Jan 2021, 15:09

@ Frank

Da siehst Du mal, wie es um mein Grundwissen in astronomischen Dingen bestellt ist ... :D

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von ralfkannenberg » 28. Jan 2021, 15:59

Diagnostiker hat geschrieben:
28. Jan 2021, 15:09
Da siehst Du mal, wie es um mein Grundwissen in astronomischen Dingen bestellt ist ... :D
Hallo Diagnostiker,

sehr gut, würde ich sagen: nicht jeder weiss, dass der Titan eine gebundene Rotation um den Saturn hat und dass seine Nachbarmonde ziemlich weit weg entfernt und nicht sehr massereich sind.

Wenn wir schon dabei sind, plaudere ich mal ein bisschen aus dem Nähkästchen: die beiden grössten bekannten Monde unseres Sonnensystems, also Ganymed und Titan, bewegen sich beide in rund dreifachem Mondabstand von der Erde um ihren Mutterplaneten - ja ja, auch der innere Jupitermond Io ist weiter vom Jupiter entfernt als unser Mond von der Erde entfernt ist, und Europa rund doppelt so weit. Zudem weisen alle regulären Monde unseres Sonnensystems eine gebundene Rotation auf, und Japetus ausserhalb der Titanbahn - der reguläre Mond unseres Sonnensystems mit der weitesten Grossen Halbachse, hat eine für reguläre Monde atypisch hohe Bahnneigung von ~8°. - Im diesem Zusammenhang ist noch anzumerken, dass die Ursache der Achsenneigung des Saturn von fast 27° meines Wissens auch noch nicht verstanden ist.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Frank » 28. Jan 2021, 16:24

ralfkannenberg hat geschrieben:
28. Jan 2021, 15:59
Diagnostiker hat geschrieben:
28. Jan 2021, 15:09
Da siehst Du mal, wie es um mein Grundwissen in astronomischen Dingen bestellt ist ... :D
Hallo Diagnostiker,

sehr gut, würde ich sagen: nicht jeder weiss, dass der Titan eine gebundene Rotation um den Saturn hat und dass seine Nachbarmonde ziemlich weit weg entfernt und nicht sehr massereich sind.
Da schließe ich mich aber sofort an! :well:



Wenn wir schon dabei sind, plaudere ich mal ein bisschen aus dem Nähkästchen: die beiden grössten bekannten Monde unseres Sonnensystems, also Ganymed und Titan, bewegen sich beide in rund dreifachem Mondabstand von der Erde um ihren Mutterplaneten - ja ja, auch der innere Jupitermond Io ist weiter vom Jupiter entfernt als unser Mond von der Erde entfernt ist, und Europa rund doppelt so weit. Zudem weisen alle regulären Monde unseres Sonnensystems eine gebundene Rotation auf, und Japetus ausserhalb der Titanbahn - der reguläre Mond unseres Sonnensystems mit der weitesten Grossen Halbachse, hat eine für reguläre Monde atypisch hohe Bahnneigung von ~8°. - Im diesem Zusammenhang ist noch anzumerken, dass die Ursache der Achsenneigung des Saturn von fast 27° meines Wissens auch noch nicht verstanden ist.

[/quote]

Ergänzung:
Saturns Rotationsachse ist gegenüber der Ekliptik um 26,73° geneigt (zum Vergleich: Erdachse 23,4°). Dadurch entstehen auf dem Planeten und allen seinen Satelliten auf ihren jeweiligen Nord- und Südhalbkugeln die vier Jahreszeiten, dort jedoch für jeweils 7½ Erdjahre, da ein Saturnjahr (Umlauf um die Sonne) fast 30 Jahre dauert. Der erste Sommer des dritten Jahrtausends ging auf der Südhalbkugel des Titan im August 2009 zu Ende.
https://de.wikipedia.org/wiki/Titan_(Mond)#Klima
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Diagnostiker » 28. Jan 2021, 17:02

@ Ralf Kannenberg
Zudem weisen alle regulären Monde unseres Sonnensystems eine gebundene Rotation auf ...
Was bedeutet in diesem Zusammenhang "regulär"? Gibt es auch "irreguläre" Monde - und wenn ja, woran erkennt man, dass sie irregulär sind?

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von ralfkannenberg » 28. Jan 2021, 17:38

Diagnostiker hat geschrieben:
28. Jan 2021, 17:02
Zudem weisen alle regulären Monde unseres Sonnensystems eine gebundene Rotation auf ...
Was bedeutet in diesem Zusammenhang "regulär"? Gibt es auch "irreguläre" Monde - und wenn ja, woran erkennt man, dass sie irregulär sind?
Hallo Diagnostiker,

ja natürlich. Schade das Herr Grosch hier nicht mehr mitmacht, der hätte sicherlich grosse Freude an der nachfolgenden Definition: reguläre Monde sind Monde mit kalten Umlaufbahnen.

Ich erkläre gerne in einem separaten Beitrag, was das bedeutet, aber ich möchte das so erst einmal stehen lassen ;)


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von Diagnostiker » 28. Jan 2021, 18:23

O.K., dann lasse ich mich mal überraschen, was es mit den kalten Umlaufbahnen auf sich hat. :)

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von ralfkannenberg » 28. Jan 2021, 21:07

Diagnostiker hat geschrieben:
28. Jan 2021, 18:23
O.K., dann lasse ich mich mal überraschen, was es mit den kalten Umlaufbahnen auf sich hat. :)
Hallo Diagnostiker,

vielleicht lesen hier noch einige Forscher mit, die gerade dabei sind eine neue Weltformel zu finden, die bekommen dann sicherlich noch "Input" für ihre Arbeiten. Bei den klassischen Kuipergürtel-Planetoiden gibt es nämlich eine "kalte Population" und eine "heisse Population". In der englischen Wikipedia sind die sogar beschrieben und in diesem Kontext habe ich erstmals von dieser Terminologie gehört.

Natürlich stimmt es nicht, dass die Temperatur dieser Planetoiden irgendwie "anders" sei, wenn sie der kalten oder der warmen Population angehören, sondern dieser Begriff wird im übertragenen Sinn verwendet.

Temperatur hat ja mit Anregung zu tun und angeregte Umlaufbahnen werden als "warm" bezeichnet. Die betroffenen Bahnelemente sind die Bahnexzentrizität e und die Bahnneigung i; wenn diese nahe 0 sind spricht man von kalten Umlaufbahnen, und wenn diese "angeregt" sind, dann eben von warmen oder heissen Umlaufbahnen.


Ach ja, an unsere Weltformel-Forscher: die Bahnneigung e hat nichts mit der Euler'schen Zahl und auch nichts mit der Elementarladung zu tun, und auch die Bahnneigung i hat nichts mit der Quadratwurzel aus -1 zu tun. Hier also bitte keine Zusammenhänge konstruieren, die es gar nicht gibt.


Bei den Planeten ist die Bezugsebene die Ekliptik und bei den Monden ist die Bezugsebene die Äquatorialebene ihres Mutterplaneten.

Nun ganz kurz zu den unterschiedlichen Typen: es fällt auf, dass die grossen Monde von Jupiter, Saturn, Uranus und teilweise auch Neptun reguläre Monde sind, und daraus schliesst man, dass diese Monde aus einer Gasscheibe entstanden sind, die sich in der Äquatorialebene des Planeten als Überrest befand. Innerhalb der regulären Monde befinden sich bei allen vier Planeten noch einige reguläre Kleinmonde; deren Ursprung ist noch ungewiss, doch werden sie so nahe an ihrem Mutterplaneten ohnehin aufgrund der Gezeitenkräfte in kalte Umlaufbahnen "gezwungen".

Und weit ausserhalb haben diese Planeten ebenfalls noch Kleinmonde, das sind die irregulären Monde; diese haben zufällige Bahnneigungen, wobei das wegen des Kozai-Effektes so nicht ganz richtig ist, aber ihre Bahnneigungen liegen weit entfernt von der Äquatorialebene und man vermutet, dass das eingefangene Planetoiden und/oder Zentauren sind. Diese irregulären Kleinmonde treten in Gruppen mit sehr ähnlichen Bahnparametern auf.

Der Neptun hat sogar irreguläre Kleinmonde, die weiter entfernt sind als der Merkur von der Sonne entfernt ist.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Es staubt auf Titan

Beitrag von ralfkannenberg » 29. Jan 2021, 00:07

ralfkannenberg hat geschrieben:
28. Jan 2021, 21:07
Nun ganz kurz zu den unterschiedlichen Typen: es fällt auf, dass die grossen Monde von Jupiter, Saturn, Uranus und teilweise auch Neptun reguläre Monde sind, und daraus schliesst man, dass diese Monde aus einer Gasscheibe entstanden sind, die sich in der Äquatorialebene des Planeten als Überrest befand.
Hallo zusammen,

ganz besonders schön kann man das bei den vier grossen Jupitermonden sehen, da die Jupiterachse kaum zur Ekliptik geneigt ist, wobei das ein bisschen irreführend ist, denn bei einer Achsneigung von 0° steht die Rotationsachse senkrecht zur Ekliptik und die Aquatorialabene ist parallel zur Ekliptik. Das jedenfalls ist der "Nullzustand" für die Rotationsachsen von Planeten, je stärker die Achsen geneigt sind desto mehr muss man nach einem Grund dafür suchen. Wobei bemerkenswert ist, dass egal wie stark die Planetenachse geneigt ist - reguläre Monde und Ringe befinden sich in der Äquarorialebene ihres Planeten, auch beim um ~90° geneigten Uranus, der auf seiner Bahn "rollt" - seine Monde sind ihrem Mutterplaneten treu geblieben und ihre Umlaufbahnen verlaufen ebenfalls ~90° zur Ekliptik geneigt.

Zurück zum Jupiter: dank seiner geringen Achsneigung stehen Io, Europa, Ganymed und Kallisto von der Erde aus gesehen stets fast in einer Linie, so dass man sie sehr einfach erkennen kann, zumal sie meistens auch die hellsten Sterne in ihrer Umgebung sind, Ganymed 4.6 mag, Io 5.1 mag, Europa 5.2 mag und die dunkle Kallisto trotz ihrer Grösse 6.1 mag. Allerdings ist Europa einfacher als Io zu sehen, weil sie doppelt soweit vom Jupiter wegkommt.

Der Titan ist der grösste Saturnmond und war die erste Mondentdeckung nach den vier grossen Jupitermonden, grössen- und dichtemässig zwischen dem grössten und zweitgrössten Jupitermond Ganymed und Kallisto angesiedelt. Titan wurde 45 Jahre nach den 4 grossen Jupitermonden im Jahre 1655 entdeckt. Noch vor der Jahrhundertwende gelangen bis ins Jahr 1684 vier weitere Mondentdeckungen in unserem Sonnensystem, allesamt Saturnmonde; zuerst Japetus, dann die hellere aber näher am Saturn stehende Rhea, dann die beiden noch näher am Saturn stehenden Monde Tethys und Dione. Sie sind aber kleiner als die bis anhin bekannten Monde unseres Sonnensystems, von denen Ganymed, Titan und Kallisto in etwa Merkur-gross sind und Io und Europa in etwa Erdmond-gross sind. Rhea und Japetus sind ungefähr halb so gross wie der Erdmond, Tethys und Dione rund ein Drittel so gross. Auch sie sind alle reguläre Monde unseres Sonnensystems und zugleich sind alle bis im Jahr 1684 entdeckten Monde auch diejenigen Monde unseres Sonnensystems, die in einem Amateurfernrohr beobachtet werden können.

Der Erdmond ist der 5.-grösste Mond unseres Sonnensystems, ist aber kein regulärer Mond, was man schon daran erkennen kann, dss er sich in der Ekliptik und keineswegs in der Äquatorialebene der Erde aufhält. Bei den grossen Jupitermonden könnte man diesen feinen Unterschied auf den ersten Blick nicht feststellen, weil die Äquatorialebene des Jupiters fast mit der Ekliptik zusammenfällt. Doch sind das so treue Monde, so dass deren Bahnneigung zu ihrem Mutterplaneten stets weniger als 0.5° beträgt, während die Achse des Jupiter doch gut 3° geneigt st, so dass es gar keine Zweifel gibt, dass die vier grossen Jupitermonde reguläre Monde sind.

Betrachten wir noch den grossen Neptunmond Triton, nach Europa der 7.grösste Mond unseres Sonnensystems und der "kleinste" der grossen Monde - danach kommt dann über 1000 km erst mal nichts mehr. Zwar hat Triton auf den ersten Blick eine "kalte" und somit reguläre Umlaufbahn, doch ist diese rückwärts umlaufend, also retrograd. Somit ist auch Triton kein regulärer Mond.

Während der Erdmond vermutlich ein Kollisionsmond ist - wohl aus dem Zusammenstoss zweier Proto-Erden entstanden, die sich natürlich beide in der Ekliptik aufgehalten haben, so dürfte Triton ein eingefangener Kuipergürtel-Planetoid sein. Und was für einer: der grösste aller bekannten Kuipergürtel-Planetoiden, grösser als die beiden grössten Zwergplaneten Pluto und Eris, die beiden ehemaligen 9. und 10.Planeten unseres Sonnensystems.

Damals war das Sonnensystem noch sehr viel dichter mit Proto-Körpern bevölkert als heute - in der heutigen Ära unseres Sonnensystems gibt es keine Protoplaneten mehr auf irgendeiner Planetenbahn, die mit dem dortigen Planeten zusammenstossen und dabei einen Mond bilden können. Das war damals aber noch anders und man vermutet, dass es sich bei Triton ursprünglich um einen Doppel-Zwergplaneten gehandelt hat, der dem Neptun nahe kam und dabei kann man ausrechnen, dass dann der massereichere eingefangen und der masseärmere weggeschleudert wird.

Wenn das ein bisschen absurd aussehen mag, so sei daran erinnert, dass die beide grösste bekannten Mitglieder des Kuipergürtels, also Pluto und Eris, ebenfalls je einen grossen Mond haben, die grössenmässig locker mit den regulären Monden der Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun mithalten können, obgleich Pluto und Eris nun doch deutlich kleiner und masseärmer (3.Potenz, da Masse ~ Volumen) als diese grossen Planeten sind.

Genug für heute - wir sind hier im Thread beim Saturnmond Titan, einem regulären Mond, dem zweitgrössten unseres Sonnensystems. - Die spannende Geschichte der allerdings sehr viel kleineren irregulären Monde unseres Sonnensystems erzähle ich Euch ein anderes Mal.


Freundliche Grüsse, Ralf

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