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Wikipedia aus Protest abgeschaltet

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ralfkannenberg
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Re: Wikipedia aus Protest abgeschaltet

Beitrag von ralfkannenberg » 29. Mär 2019, 14:14

seeker hat geschrieben:
29. Mär 2019, 13:20
Ich habe viele netzpolitische Debatten in den vergangenen 20 Jahren erlebt. Keine davon war so verlogen wie diese. In Zeiten von gesellschaftlichen Debatten um Desinformation und sinkender Glaubwürdigkeit der Medien haben viele von diesen das Vertrauen vor allem der jungen Generation verspielt, indem sie zugunsten ihrer eigenen wirtschaftlichen Interessen die Wahrheit gedehnt und häufig selbst Desinformation betrieben haben. Allen voran: FAZ und Bild.
Hallo Seeker,

ich teile diese Ansichten nicht. Diese leute wollen einfach nutzen ohne zu bezahlen und rechtfertigen das damit, dass Glaubwürdigkeiten sinken würden und in Wirklichkeit diffuse wirtschaftlichen Interessen regieren würden.
seeker hat geschrieben:
29. Mär 2019, 13:20
Profitieren werden die Großen, seien es die Plattformen oder Medienkonzerne. Darunter leiden werden die Kleinen. Urheber müssen mehr mit Verwertern teilen, ihre Stellung wird aber nicht wirklich verbessert. Neue Ausnahmen für Fair Use, für Remix oder für Bagatellnutzungen wird es weiterhin nicht geben.
Ein beliebtes Argument, was aber in anderen Branchen auch nicht anders ist. Notfalls muss man eben analog Kartellgesetze in die Wege leiten.
seeker hat geschrieben:
29. Mär 2019, 13:20
Der Kollateralschaden für unsere Demokratie wird mangelnde Glaubwürdigkeit bei einem großen Teil der Jugend sein. Glückwunsch CDU/CSU, diesen Bärendienst für die Demokratie habt ihr ganz alleine geschafft.
Auch hier versucht man, die Schuld auf andere abzuwälzen.

Dabei sollte doch hinlänglich bekannt sein, dass schon Kinder im Alter von 4 bis 5 Jahren lernen, zwischen "mein" und "dein" zu unterscheiden. Das gilt letztlich auch beim Urheberrecht: will ich eine Dienstleistung nutzen, so zahle ich dafür. Eigentlich ist das doch gar nicht so sonderlich schwer zu verstehen und gibt auch keinen Anlass, Schreckensgespinste wie "Glaubwürdigkeitsverlust der Demokratie" an die Wand zu malen: will ich was, zahle ich dafür, und gut ist.


Freundliche Grüsse, Ralf

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seeker
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Re: Wikipedia aus Protest abgeschaltet

Beitrag von seeker » 29. Mär 2019, 15:06

Hallo Ralf,

ich stecke jetzt auch nicht so tief da drin, aber lies vielleicht einmal den gesamten Text, falls du Zeit findest.
Es geht -so wie es sich herauskristallisiert- eben nicht um das, was du meinst.
Es geht den Kritikern nicht darum die Urherber nicht schützen zu wollen, es geht darum, wie unzeitgemäß das hier umgesetzt wurde.

Weitere Auszüge:
Von dieser Reform profitiert nur ein Teil der Urheber. Vor allem Komponisten und GEMA-Mitglieder wurden immer wieder als Protagonisten in zahlreichen Interviews nach vorne gestellt. Sie beschwerten sich darüber, dass ihre Songs bei Youtube zu finden sind, damit Geld verdient wird und bei ihnen kaum etwas davon ankommt. Ja, sie haben einen Punkt und ich gönne es ihnen, wenn sie zukünftig für ihre kreative Arbeit mehr Geld bekommen. Aber sie sind nur eine kleine Gruppe, eine aus der alten Zeit. Zu ihnen gesellen sich viele neue professionelle Urheber, etwa Youtuber. Mehr noch: So gut wie jeder von uns ist mit seinem Smartphone schon zum publizierenden Urheber geworden.
GEMA und Konsorten... da herrscht eigentlich schon lange Reformbedarf, wegen allerlei Wildwuchs...
Alte und reformunfähige Verwertungsgesellschaften verfügen weiterhin über die Deutungshoheit, obwohl weite Teile der neuen Urheber in diesen aus vielen Gründen keine Heimat finden werden. Kein Wunder, dass hier massive Konflikte entstehen, zwischen neuen und alten Verwertungsformen, zwischen denen, die das Internet in ihre Verwertungsstrategie eingebunden haben und denjenigen, die hoffen, dass die alte Welt weiter läuft wie bisher.

Viele freie Journalisten, darunter die Freischreiber als Bundesverband der Freien, beschweren sich zu Recht, dass sie sich in Folge von Buy-out-Verträgen unter der Reform künftig die ihnen zustehenden Tantiemen mit Verlagen teilen müssen. Beim Leistungsschutzrecht für Presseverleger hieß es lange Zeit, die Einnahmen würden zwischen Verlegern und Urhebern geteilt. Beim letzten Kompromiss sind die Ansprüche der Urheber dann „zufällig“ zugunsten der Verleger und Medienkonzerne rausgeflogen. Das war einer der Gründe dafür, dass die Freischreiber als Verband der freien Journalisten zusammen mit dem Chaos Computer Club und Youtubern zu den Protesten aufgerufen haben.
Es gibt sinnvollere Wege, gegen Youtube und Co. vorzugehen: Das Wettbewerbsrecht kann und muss verbessert werden. Warum können andere Staaten Digitalsteuern einführen und wir nicht? Wir brauchen dringend Wege und Möglichkeiten, um algorithmische Entscheidungssysteme besser demokratisch kontrollieren zu können. Marktdominante Plattformen müssen interoperabel werden. Politisches Microtargeting muss transparenter und besser reguliert werden. Dazu gibt es Optimierungspotential bei der Datenschutzdurchsetzung gegenüber großen Plattformen. Doch die ePrivacy-Verordnung wurde vertagt, denn auf einmal standen Netzkonzerne und Verlage Seite an Seite, um ihr intransparentes Tracking gemeinsam vor Verbraucherrechten zu beschützen.

Und wo wir schon bei der Finanzierung von Journalismus sind: Warum müssen Print-Zeitungen nur sieben Prozent Mehrwertsteuer abführen, Online-Journalismus hingegen die vollen 19 Prozent? Wenn man zukunftsfähigen Journalismus wirklich fördern wollen würde, müsste die Mehrwertsteuer für Online-Angebote der von Zeitungen angepasst werden.
https://netzpolitik.org/2019/chance-ver ... it-stecken

Das sieht für mich bisher nicht nach einer gut gemachten und gut durchdachten EU-Richtlinie aus...
Grüße
seeker


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Re: Wikipedia aus Protest abgeschaltet

Beitrag von tomS » 31. Mär 2019, 16:13

Ich sehe aber auch keinen durchdachten Gegenentwurf.

Es ist sinnlos, eine etablierte Otdnung nierderzureißen, solange kein adäquater Ersatz in Sich ist. Die Briten können das inzwischen bestätigen ...
Gruß
Tom

«while I subscribe to the "Many Worlds" theory which posits the existence of an infinite number of Toms in an infinite number of universes, I assure you that in none of them am I dancing»

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Re: Wikipedia aus Protest abgeschaltet

Beitrag von Frank » 1. Apr 2019, 11:46

tomS hat geschrieben:
31. Mär 2019, 16:13
Ich sehe aber auch keinen durchdachten Gegenentwurf.

Es ist sinnlos, eine etablierte Otdnung nierderzureißen, solange kein adäquater Ersatz in Sich ist. Die Briten können das inzwischen bestätigen ...
Hä? Sag ich doch im Grunde....
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Wikipedia aus Protest abgeschaltet

Beitrag von seeker » 5. Apr 2019, 17:52

tomS hat geschrieben:
31. Mär 2019, 16:13
Es ist sinnlos, eine etablierte Otdnung nierderzureißen, solange kein adäquater Ersatz in Sich ist. Die Briten können das inzwischen bestätigen ...
Ich glaube nicht, dass dieser Vergleich angemessen ist.
tomS hat geschrieben:
31. Mär 2019, 16:13
Ich sehe aber auch keinen durchdachten Gegenentwurf.
Es ging soweit ich das sehe nicht um einen Gegenentwurf, sondern um eine vernünftige Ausgestaltung dieses Entwurfes.

Schau mal:
Kommentar zur EU-Urheberrechtsreform: Mit zweierlei Maß

Endlich sollen Urheber angemessen vergütet werden, heißt es. Videoproducer Johannes Börnsen befürchtet aber genau das Gegenteil.
Youtube gar kein Rundfunk?

Einerseits soll also Youtube in die Pflicht genommen werden, Geld an die Verwertungsgesellschaften zu zahlen, andererseits wird aber nicht anerkannt, dass dort eben jene Urheber, auf deren Seite sich die VG Bild-Kunst stellt, Material veröffentlichen? Und überhaupt: Warum mussten wir für unsere Youtube-Live-Sendung #heiseshow eine Rundfunklizenz beantragen, wenn Youtube gar kein Rundfunk ist?

Langsam beschleicht mich das ungute Gefühl, dass es bei dieser Reform nicht um den Schutz der Urheber geht. Vielmehr soll sie wohl Geld von Youtube und Co. in die Kassen der Verwertungsgesellschaften spülen. Geld von Werbetreibenden, das nun weniger an Urheber wie mich ausgeschüttet werden kann, die ihre Inhalte auf Youtube und Co. veröffentlichen. Also wurde diese Reform sowohl in meinem Namen als auch auf meine Kosten beschlossen.
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 63951.html

Ich erwarte geradezu, dass es genau so kommen wird, sobald die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt ist.
Es wäre auch nicht das erste Mal, dass die Dinge dann am Ende so laufen.

Um solche Lücken zu schließen, hätte es keinen Gegenentwurf gebraucht.
Das Problem ist so wie es ausschaut u.a. die Zementierung der Deutungshoheit "Was ist was?" allein durch die etablierten, veralteten und verkrusteten Verwertungsgesellschaften. Und das wäre nicht nötig gewesen.
Es ist kein Wunder, dass da Leute demonstrieren gegangen sind.
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
Denn tut man das, so verliert man zumindest ein Stück weit seine Unvoreingenommenheit, Objektivität.

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