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diverse Ideen zu "die leere Menge ist physikalisch irrelevant"

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Re: Die leere Menge ist physikalisch irrelevant

Beitrag von Gepakulix » 6. Feb 2018, 20:48

tomS hat geschrieben:
15. Jan 2018, 15:43
Die leere Menge ist physikalisch irrelevant.
Der Satz ist sehr allgemein (ohne Randbedingungen) geschrieben. Da könnte es schon möglich sein, einen Fall zu finden, wo er nicht stimmt. Diesen Fall moechte ich unten beschreiben.

tomS hat geschrieben: Ganz einfach: Physiker betrachten keine abstrakten mathematischen Entitäten, sondern sogenannte Observable, d.h. mathematische Objekte, denen konkrete Beobachtungsdaten entsprechen.
Das scheint mir zwar richtig. Es ist aber vielleicht nicht das einzige, was Physiker betrachten.
Auch bereits die Frage, ob eine (bestimmte) leere Menge existieren kann, ist moeglicherweise physikalisch relevant (wobei hier die Abgenzung zwischen physikalisch und philosophisch etwas eng wird).


Konkret geht es um eine Frage, welche hier im Forum schon oefters diskutiert wurde:
Ist unser Universum in einem "Nichts" eingebetet, oder gibt es dieses Nichts gar nicht und das Universum ist entsprechend unendlich gross.

Aus meiner Sicht ist solch ein Nichts nicht mehr zu unterscheiden von einer leeren Menge.
Und physikalisch ist es aber relevant, ob das Univesum begrenzt ist (von einem Nichts, einer leeren Menge umgeben) oder nicht (und somit unendlich gross).

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Re: Die leere Menge ist physikalisch irrelevant

Beitrag von ralfkannenberg » 6. Feb 2018, 23:25

Gepakulix hat geschrieben:
6. Feb 2018, 20:48
Ist unser Universum in einem "Nichts" eingebetet,
Hallo Gepakulix,

kannst Du mir erklären, wie Du ein Universum mit doch ziemlich vielen Teilchen (man schätzt so ~10^80 Teilchen) in ein "Nichts" einbetten willst ? - Immerhin müsste die eingebettete Menge eine Teilmenge von diesem "Nichts" sein.
Gepakulix hat geschrieben:
6. Feb 2018, 20:48
oder gibt es dieses Nichts gar nicht und das Universum ist entsprechend unendlich gross.
Auch das sehe ich nicht, wie Du daraus, dass es dieses "Nichts" nicht gibt, folgerst, dass das Universum dann unendlich gross sein müsse.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Die leere Menge ist physikalisch irrelevant

Beitrag von tomS » 7. Feb 2018, 00:01

Gepakulix hat geschrieben:
6. Feb 2018, 20:48
Auch bereits die Frage, ob eine (bestimmte) leere Menge existieren kann, ist moeglicherweise physikalisch relevant (wobei hier die Abgenzung zwischen physikalisch und philosophisch etwas eng wird).


Konkret geht es um eine Frage, welche hier im Forum schon oefters diskutiert wurde:
Ist unser Universum in einem "Nichts" eingebetet, oder gibt es dieses Nichts gar nicht und das Universum ist entsprechend unendlich gross.

Aus meiner Sicht ist solch ein Nichts nicht mehr zu unterscheiden von einer leeren Menge.
Und physikalisch ist es aber relevant, ob das Univesum begrenzt ist (von einem Nichts, einer leeren Menge umgeben) oder nicht (und somit unendlich gross).
Ich hatte die bisherigen Beiträge nicht umsonst abgetrennt und verschoben. Jetzt geht's schon wieder um Nichts, und "ob das Univesum begrenzt ist von einem Nichts, einer leeren Menge umgeben ...
Gruß
Tom

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Re: diverse Ideen zu "die leere Menge ist physikalisch irrelevant"

Beitrag von ATGC » 7. Feb 2018, 08:35

Hier stand mal etwas anderes.
Zuletzt geändert von ATGC am 2. Jul 2019, 16:42, insgesamt 1-mal geändert.

Pippen
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Re: Die leere Menge ist physikalisch irrelevant

Beitrag von Pippen » 7. Feb 2018, 15:39

ralfkannenberg hat geschrieben:
6. Feb 2018, 16:08
Pippen hat geschrieben:
6. Feb 2018, 14:44
Bei 1) ist zB die leere Menge, vereinigt mit U, und die leere Menge, als Komplement der Vereinigung, dasgleiche "Ding". Dazu gibt es auch einen Beweis.
Schön.

Dann nehmen wir das Komplement von 1.) und das Komplement von 2.).

Worin unterscheiden die sich ?


Freundliche Grüsse, Ralf
Durch nichts, beide Male ist's ja die leere Menge. Worauf willst du hinaus?

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Re: Die leere Menge ist physikalisch irrelevant

Beitrag von ralfkannenberg » 7. Feb 2018, 15:53

Pippen hat geschrieben:
7. Feb 2018, 15:39
Durch nichts, beide Male ist's ja die leere Menge.
Hallo Pippen,

sehr gut.

Pippen hat geschrieben:
7. Feb 2018, 15:39
Worauf willst du hinaus?
Ich will darauf hinaus, dass das Universum einerseits und das Universum vereinigt mit der Leeren Menge andererseits dasselbe ist.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Die leere Menge ist physikalisch irrelevant

Beitrag von Pippen » 7. Feb 2018, 17:00

ralfkannenberg hat geschrieben:
7. Feb 2018, 15:53

Ich will darauf hinaus, dass das Universum einerseits und das Universum vereinigt mit der Leeren Menge andererseits dasselbe ist.
Ja. Aber das Universum und die leere Menge - das sind zwei (jedenfalls mathematische) Entitäten.

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Re: diverse Ideen zu "die leere Menge ist physikalisch irrelevant"

Beitrag von seeker » 7. Feb 2018, 17:03

ralfkannenberg hat geschrieben:
7. Feb 2018, 15:53
Ich will darauf hinaus, dass das Universum einerseits und das Universum vereinigt mit der Leeren Menge andererseits dasselbe ist.
Nicht einmal das ist eine sinnvolle Aussage.
Das Universum ist etwas physisch Existentes, Mengen sind geistige Konstrukte.
Da werden Äpfel mit Birnen verrechnet, das mach keinen Sinn.

Und nein, das Universum ist keine mathematische Entität.
Grüße
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Re: diverse Ideen zu "die leere Menge ist physikalisch irrelevant"

Beitrag von Gepakulix » 7. Feb 2018, 21:39

ralfkannenberg hat geschrieben:
6. Feb 2018, 23:25
...kannst Du mir erklären, wie Du ein Universum mit doch ziemlich vielen Teilchen (man schätzt so ~10^80 Teilchen) in ein "Nichts" einbetten willst ?
Hallo Ralf,
Es ist gut moeglich, dass du mit diesem Satz recht hast. Nur geht es im aktuellen Thread nicht darum, ob speziell dieses physikalische Modell (Universum im Nichts) richtig ist oder nicht.
Sondern ob die leere Menge fuer ein physikalisches Modell ausnahmslos immer irrelevant ist.

Dabei ist es nicht wichtig, ob das sich das physikalische Modell schlussendlich auch als richtig herausstellt:
So kann eine bestimmte Grösse für die String-Theorie (=physikalische Modell) relevant sein, auch wenn (hypothetisch) die String-Theorie vielleicht nicht der Wirklichkeit entspricht.

In dem angerissenen Modell (Universum eingebettet im Nichts) ist zudem eher die Zeitachse angedacht: "Das Universum ist aus dem Nichts entstanden" (also im Nichts eingebettet).
Dieses physikalische Modell ist in Foren (auch in diesem) immer wieder anzutreffen. Und fuer dieses physikalische Modell ist die Leere-Menge eben nicht irrelevant.

ATGC hat geschrieben:
7. Feb 2018, 08:35
...Ein "Nichts" welches in der Lage ist, ein "Etwas" einzubetten, ist nicht nichts, sondern selber ein "Etwas"
Hallo ATGC,
Im Prinzip ist das eine aehnliche Sichtweise wie die von Ralf. Ich wuerde deinem Satz auch zustimmen.
Aber es geht eben nicht hier nicht darum, ob eine bestimmtes physikalische Modell richtig ist, sondern ob die leere Menge für ein bestimmtes physikalisches Modell relevant/irrelevant ist.

tomS hat geschrieben:
7. Feb 2018, 00:01
Ich hatte die bisherigen Beiträge nicht umsonst abgetrennt und verschoben. Jetzt geht's schon wieder um Nichts, und "ob das Univesum begrenzt ist von einem Nichts, einer leeren Menge umgeben ...
Hallo Tom,
Ich bin mir nicht sicher, ob du dir bewusst bist, dass die hier abgetrennte Beiträge jetzt in einem deaktivierten Thread lagern. Deshalb sieht man sie bei entsprechendem Einstellung gar nicht.
Das sieht man an diesem Link (bookmark) hier:
search.php?search_id=active_topics

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Re: diverse Ideen zu "die leere Menge ist physikalisch irrelevant"

Beitrag von ralfkannenberg » 7. Feb 2018, 23:11

Gepakulix hat geschrieben:
7. Feb 2018, 21:39
In dem angerissenen Modell (Universum eingebettet im Nichts)
Hallo Gepakulix,

ATGC hatte es eigentlich gut erklärt: die Wortwahl "eingebettet" ist falsch, das ist alles. Die schwebt eine "Leere" vor, in der sich "irgendwie" ein Universum bildet, beispielsweise durch Paarbildungen, denen es gelingt, dauerhaft getrennt zu bleiben. Und würde jemand es schaffen, die wieder zusammenzubringen, so würde sich das alles wieder zu Nichts kombinieren.

Ok, irgendwie muss man das mit der Energiebianz noch hinkriegen, aber das ist jetzt für den Moment nur ein Detail:

Zustand 1: nichts
Zustand 2: irgendwo kommt Energie her und entstehen mehrere Teilchen/Anti-Teilchen, die schnell genug getrennt werden
Zustand 3: irgendjemand schafft es, die Teilchen und Antiteilchen wieder zusammenzubringen; dabei wird genau die Energie frei, die vorher irgendwo hergekommen war
Zustand 4: nichts, so wie im Zustand 1, auch die Energiebilanz ist wieder ausgeglichen


Aber das ist keine "Einbettung". - Eine Einbettung liegt vor, wenn Du beispielsweise eine Fläche in einen Raum einbettest. So bildet die Oberfläche einer Kugel nur ein 2-dimensionales Gebilde, man kann sie aber in den Raum, in dem sich auch die dazugehörige Kugel befindet, "einbetten".

Oder Du nimmst einfacher ein Quadrat und bettest dieses in einen Würfel ein, koordinatenmässig geht das einfacher als bei der Kugel, da das Quadrat mit x- und y-Koordinaten beschrieben werden kann und der Würfel mit x-, y- und z-Koordinaten, und das Quadrat ist dann einfach die Figur, bei der z=konstant ist.

Bei der Kugeloberfläche sind das gerade die Punkte der Kugel, deren Abstand vom Mittelpunkt gleich dem Radius der Kugel sind, der Radius einer Kugel ist ja ebenfalls konstant.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Die leere Menge ist physikalisch irrelevant

Beitrag von ralfkannenberg » 7. Feb 2018, 23:17

Pippen hat geschrieben:
7. Feb 2018, 17:00
ralfkannenberg hat geschrieben:
7. Feb 2018, 15:53

Ich will darauf hinaus, dass das Universum einerseits und das Universum vereinigt mit der Leeren Menge andererseits dasselbe ist.
Ja. Aber das Universum und die leere Menge - das sind zwei (jedenfalls mathematische) Entitäten.
Hallo Pippen,

wenn das Universum einerseits und das Universum vereinigt mit der Leeren Menge andererseits dasselbe ist, dann macht es nicht Sinn, die Leere Menge als "aussen" zu betrachten, denn im zweiten Fall ist sie ja "innen".


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: diverse Ideen zu "die leere Menge ist physikalisch irrelevant"

Beitrag von ralfkannenberg » 7. Feb 2018, 23:26

seeker hat geschrieben:
7. Feb 2018, 17:03
Das Universum ist etwas physisch Existentes, Mengen sind geistige Konstrukte.
Hallo seeker,

das ist korrekt, aber das macht doch nichts: Du kannst jedes "physisch Existente" als Element einer Menge betrachten und die Gesamtmenge "Universum" nennen. Dass eine solche Vorgehensweise wenig Sinn macht ist eine andere Sache, weil ich persönlich ein Universum mit physikalischen Methoden und nicht mit mengentheoretischen Methoden beschreiben würde, aber es ist natürlich nicht verboten, ein Universum mit mengentheoretischen Methoden zu beschreiben.

seeker hat geschrieben:
7. Feb 2018, 17:03
Da werden Äpfel mit Birnen verrechnet, das mach keinen Sinn.
Nicht einmal, Du vergleichst schon Äpfel mit Äpfeln, aber den Geschmack der verschiedenen Apfelsorten beschreibt man ja auch besser mit biologischen Methoden als mit mathematischen Methoden.

seeker hat geschrieben:
7. Feb 2018, 17:03
Und nein, das Universum ist keine mathematische Entität.
Auch hier gilt: man kann das Universum als mathematische Entität ansehen, nur hält sich der Erkenntnisgewinn einer solchen Betrachtung sehr in Grenzen.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: diverse Ideen zu "die leere Menge ist physikalisch irrelevant"

Beitrag von ralfkannenberg » 7. Feb 2018, 23:32

Gepakulix hat geschrieben:
7. Feb 2018, 21:39
"Das Universum ist aus dem Nichts entstanden"
Hallo Gepakulix,

diese Wortwahl "Nichts" ist umgangssprachlich, denn damit das Universum entstehen konnte musste es Energie beinhalten, aus der dann die Teilchen und Antiteilchen entstehen konnten. Meinetwegen Vakuumenergie, aber irgendetwas musste vorhanden sein.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Die leere Menge ist physikalisch irrelevant

Beitrag von Pippen » 7. Feb 2018, 23:58

ralfkannenberg hat geschrieben:
7. Feb 2018, 23:17

wenn das Universum einerseits und das Universum vereinigt mit der Leeren Menge andererseits dasselbe ist,
Natürlich nicht. U und (U vereinigt mit leerer Menge) sind was Unterschiedliches: einmal hast du U, ein anderes Mal hast du ein Mengensystem U und leere Menge. Dagegen ist (U vereinigt mit leerer Menge) und ((U vereinigt mit leerer Menge) vereinigt mit leerer Menge) das Gleiche, weil die "zwei" leeren Mengen eigentlich nur eine sind.

Um nochmal auf das eigentliche Problem zurückzukommen: Das lag ja darin, dass der Physiker seine Welt durch Mengentheorie modelliert und damit per se nie U "von innen" modellieren kann, weil's immer noch eine leere Menge als Komplement ("außen") gäbe. Er muss also das mathematische Modell uminterpretieren, sei es nun, in dem er die leere Menge als irrelevant stigmatisiert - was auch immer das heißen soll - oder in dem er die leere Menge einfach als physikalisch nicht-existent ansieht - das wäre mein Favorit. Letztlich läuft es immer darauf hinaus, die leere Menge irgendwie aus dem physikalischen Modell wegzubekommen.

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Re: diverse Ideen zu "die leere Menge ist physikalisch irrelevant"

Beitrag von seeker » 8. Feb 2018, 00:28

ralfkannenberg hat geschrieben:
7. Feb 2018, 23:26
Nicht einmal, Du vergleichst schon Äpfel mit Äpfeln ...
Aber beides ist dann Mathematik. Wo ist dann irgendwo noch eine tragfähige Aussage über das physikalische Universum?
ralfkannenberg hat geschrieben:
7. Feb 2018, 23:26
Auch hier gilt: man kann das Universum als mathematische Entität ansehen, nur hält sich der Erkenntnisgewinn einer solchen Betrachtung sehr in Grenzen.
Aber wirklich seehr, um nicht zu sagen er ist eigentlich nicht erkennbar.

Die leere Menge ist insofern zur Beschreibung des Universums relevant, dass sie nützlich ist, um überhaupt eine Mathematik konstruieren zu können, mithilfe derer sich dann auch gute und sinnvolle Abbildungen der Beobachtungten bewerkstelligen lassen (eine Mathematik ohne leere Menge sähe anders aus).
Sie ist aber nicht nützlich um selbst als Abbildung einer Observablen zu taugen, weil Observablen nunmal nie leer sind.
Darüber hinausgehende Aussagen sind mehr als spekulativ, sie sind inhaltsleer, insofern sie das physikalische Universum betreffen sollen.
Grüße
seeker


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Re: diverse Ideen zu "die leere Menge ist physikalisch irrelevant"

Beitrag von seeker » 8. Feb 2018, 00:43

Pippen hat geschrieben:
7. Feb 2018, 23:58
Um nochmal auf das eigentliche Problem zurückzukommen: Das lag ja darin, dass der Physiker seine Welt durch Mengentheorie modelliert und damit per se nie U "von innen" modellieren kann, weil's immer noch eine leere Menge als Komplement ("außen") gäbe. Er muss also das mathematische Modell uminterpretieren, sei es nun, in dem er die leere Menge als irrelevant stigmatisiert - was auch immer das heißen soll - oder in dem er die leere Menge einfach als physikalisch nicht-existent ansieht - das wäre mein Favorit. Letztlich läuft es immer darauf hinaus, die leere Menge irgendwie aus dem physikalischen Modell wegzubekommen.
Physik beschäftigt sich nicht mit dem was alles IST oder SEIN KÖNNTE, sondern nur mit dem was messbar und nachweisbar ist.
Das was alles sein könnte ist u.a. Gegenstand der Philosophie, nicht der Physik.
Deshalb muss der Physiker hier gar nichts stigmatisieren, er enthält sich ganz einfach der Aussage über Dinge, die nicht sein Gebiet sind.
Das ist völlig integer, alles andere wäre es nicht.
Und er muss auch nicht - nur weil er Mathematik als Werkzeug verwendet - alles was die Mathematik ermöglichen würde, incl. damit evtl. verbundenen Problemen, in seiner Physik betrachten oder berücksichtigen, ebensowenig wie ein Schlosser, wenn er bei seiner Arbeit einen Hammer verwendet, dabei berücksichtigen muss, was ein Maurer alles mit einem Hammer anstellen könnte. "Physikalisch nicht existent" bedeutet für ihn nicht, dass es etwas nicht wirklich gibt oder doch gibt, es bedeutet für ihn zunächst einmal einfach, dass er es nicht messen kann und dass er es daher nicht nachweisen kann, weder direkt noch indirekt.
Und deshalb gibt es für ihn hier auch keinerlei Probleme irgendetwas aus seinem "Modellen wegzubekommen": Er bleibt einfach bei seinen Leisten und überlässt Dinge die nicht sein Gebiet sind anderen.
Grüße
seeker


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Re: diverse Ideen zu "die leere Menge ist physikalisch irrelevant"

Beitrag von ralfkannenberg » 8. Feb 2018, 09:24

seeker hat geschrieben:
8. Feb 2018, 00:28
Aber beides ist dann Mathematik. Wo ist dann irgendwo noch eine tragfähige Aussage über das physikalische Universum?
Hallo seeker,

mathematische Methoden haben nicht den Zweck, tragfähige Aussagen über das physikalische Universum zu tätigen. Dafür sind physikalische Methoden geeignet.

Aus diesem Grunde ist die ganze Diskussion hier natürlich unsinnig, denn mit Hilfe mengentheoretischer und axiomatischer Betrachtungen Aussagen über das Komplement des Universums herleiten zu wollen, die nicht nur völlig trivial sind, sondern überdies für jede Menge gelten, bringt keinerlei physikalischen Mehrwert.

seeker hat geschrieben:
8. Feb 2018, 00:28
ralfkannenberg hat geschrieben:
7. Feb 2018, 23:26
Auch hier gilt: man kann das Universum als mathematische Entität ansehen, nur hält sich der Erkenntnisgewinn einer solchen Betrachtung sehr in Grenzen.
Aber wirklich seehr, um nicht zu sagen er ist eigentlich nicht erkennbar.
Meine Wortwahl "hält sich sehr in Grenzen" ist eine höfliche Umschreibung für "ist nahezu gleich 0".

seeker hat geschrieben:
8. Feb 2018, 00:28
Die leere Menge ist insofern zur Beschreibung des Universums relevant, dass sie nützlich ist, um überhaupt eine Mathematik konstruieren zu können, mithilfe derer sich dann auch gute und sinnvolle Abbildungen der Beobachtungten bewerkstelligen lassen (eine Mathematik ohne leere Menge sähe anders aus).
Sie ist aber nicht nützlich um selbst als Abbildung einer Observablen zu taugen, weil Observablen nunmal nie leer sind.
Selbstverständlich; schlussendlich dient das Ganze dazu, darzulegen, dass das Fundament der Physik widerspruchsfrei ist. Das ist natürlich sehr wichtig, ganz klar, aber eben: mehr kann man aus diesen Aussagen nicht gewinnen. Sei an dieser Stelle beispielhaft ergänzt, dass die vorrelativistische Physik ebenfalls widerspruchsfrei ist, d.h. aus mengentheoretischer Sicht ist diese korrekt, aus mathematischer Sicht ist diese korrekt, doch aus physikalischer Sicht ist diese inkorrekt, weil sie nicht konsistent zum Experiment geht.

seeker hat geschrieben:
8. Feb 2018, 00:28
Darüber hinausgehende Aussagen sind mehr als spekulativ, sie sind inhaltsleer, insofern sie das physikalische Universum betreffen sollen.
Genau so ist es :)


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: diverse Ideen zu "die leere Menge ist physikalisch irrelevant"

Beitrag von Pippen » 8. Feb 2018, 20:14

Nichtsdestotrotz muss der Physiker erklären können, wo und wie er das mengentheoretische Modell des Universums anders - nämlich physikalisch - interpretiert. Denn nur so wird daraus ein physikalisches Modell. Und zu sagen, eine leere Menge sei zwar existent, aber "physikalisch irrelevant" ist mE das Pendant zur Trinität: irgendwie gibt's 3 Gottpersonen, aber dann doch nur eine und bitte keine weiteren Diskussionen. Der einzig gangbare Weg wäre mE, dass man sagt: der Existenzquantor wird physikalisch so interpretiert, dass da etwas sein muss, dessen messbares!!! Maß ungleich Null ist, in allen anderen Fällen wird so ein Existenzquantor als Negation gelesen. Und da ahnt man schon, dass das gar nicht so ohne ist, weil man damit das mengentheoretische Modell evtl. so versaut, dass es nicht mehr passt, was wiederum den "billigen Weg" über die nebulöse Irrelevanz erklärt.

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Re: diverse Ideen zu "die leere Menge ist physikalisch irrelevant"

Beitrag von tomS » 8. Feb 2018, 20:22

Pippen hat geschrieben:
8. Feb 2018, 20:14
Nichtsdestotrotz muss der Physiker erklären können, wo und wie er das mengentheoretische Modell des Universums anders - nämlich physikalisch - interpretiert.
Nö, er ignoriert es, er benutzt es nicht, es kommt in keiner Rechnung vor; wenn man es betrachten würde, würde es nicht beitragen, oder man könnte darauf keine physikalischen Begriffe aufbauen ...

Der Koch hat kein Rezept für die Federn, und auch der Restaurantkritiker fragt nicht danach ..
Pippen hat geschrieben:
8. Feb 2018, 20:14
Und zu sagen, eine leere Menge sei zwar existent, aber "physikalisch irrelevant" ist mE das Pendant zur Trinität ...
Glaubst du eigentlich all das, was du da schreibst?
Gruß
Tom

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Re: diverse Ideen zu "die leere Menge ist physikalisch irrelevant"

Beitrag von ralfkannenberg » 9. Feb 2018, 11:04

Pippen hat geschrieben:
8. Feb 2018, 20:14
Nichtsdestotrotz muss der Physiker erklären können, wo und wie er das mengentheoretische Modell des Universums anders - nämlich physikalisch - interpretiert.
Hallo Pippen,

nein, denn der Physiker interpretiert das mengentheoretische Modell des Universums korrekt.

Das Problem ist nicht, dass der Physiker hier irgendetwas falsch macht, sondern dass Du den Zweck mengentheoretischer Betrachtungen nicht korrekt anwendest:

- mit mengentheoretischen Methoden überprüfst Du Entitäten auf Widerspruchsfreiheit und auf Konsistenz.
- mit mathematischen Methoden überprüfst Du, ob auf die Entitäten die richtigen Rechenregeln angewendet wurden
- mit physikalischen Methoden überprüfst Du, ob die Entitäten auch innerhalb einer vorgegebenen Tolderanz dem Experiment entsprechen


Nehmen wir (einmal mehr) die vorrelativistische Physik: diese ist widerspruchsfrei und auch richtig gerechnet. Somit ist die vorrelativistische Physik innerhalb der Logik und der Mathematik korrekt. Sie weicht aber vom Experiment ab, deswegen ist die vorrelativistische Physik innerhalb der Physik falsch.


Freundliche Grüsse, Ralf

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