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Entkommen aus dem EH

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Re: Entkommen aus dem

Beitrag von Skeltek » 25. Mai 2018, 20:50

tomS hat geschrieben:
25. Mai 2018, 13:33
Innerhalb des umschließenden gemeinsamen EHs gibt es keine Geodäten, die nicht in den Singularitäten enden.
Mir fallen drei Begründungen für deine Aussage ein. Meinst du weil das Ganze eigentlich dynamisch ist und die Singularitäten unweigerlich verschmelzen werden oder beziehst du das auf eine andere Begründung bei Annahme statischer SLs?
Wieso sollte ein Photon, welches z.B. exakt mittig auf der Verbindungslinie zwischen zwei gleich gearteten (als stationär idealisierten) Singularitäten abgestrahlt wird, nicht unendlich lange vertikal zur Verbindungslinie fliegen können?

Wenn man keinen Beobachter auf der braunen lichtartigen Fläche zur Definition hinzuziehen kann, dann gibt es analog auch keinen Beobachter 'im Unendlichen' in einem hyberbolischen Raum? Naja, das Unterthema ist auch nicht so wichtig und war gerade auch nur eine Randbemerkung. Letzten Endes geht es ja um die Topologie bei der Flächenbeschreibung und nicht darum welchen Begriff man dafür verwenden darf.
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Re: Entkommen aus dem EH

Beitrag von tomS » 26. Mai 2018, 07:56

Zur Präzisierung: meine Aussage ”Innerhalb des umschließenden gemeinsamen EHs gibt es keine Geodäten, die nicht in den Singularitäten enden” gilt unter der Annahme, dass der gemeinsame event horizon und der gemeinsame apparent horizon zusammenfallen. Letzterer beinhaltet alle gefangen Flächen und daher alle konvergierenden Geodäten. Wenn beide nicht zusammenfallen, dann könnte außerhalb des apparent horizon jedoch noch innerhalb des event horizon ein Bereich existieren, in dem Geodäten weder gegen die Singularität konvergieren noch ins Unendliche divergieren.

Ich muss mich dazu erst schlau machen.
Gruß
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Re: Entkommen aus dem EH

Beitrag von deltaxp » 28. Mai 2018, 13:17

tomS hat geschrieben:
22. Mai 2018, 12:54
Ich denke, das Problem ist gelöst:

https://projecteuclid.org/euclid.cmp/1103857884
Black holes in general relativity
Comm. Math. Phys.
Volume 25, Number 2 (1972), 152-166.

section 2: “black holes can never bifurcate”
sauber recherchiert. 1972 :P

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Re: Entkommen aus dem EH

Beitrag von tomS » 29. Mai 2018, 12:08

seeker hat geschrieben:
25. Mai 2018, 03:34
Im Grunde stelle ich folgende Frage (woran du dich glaube ich störst): Wie groß ist seine Oberfläche in dieser meiner unendlich fernen Zukunft?

Wenn es so ist, dass die EH-Fläche (in meiner unendlich fernen Zukunft) in meiner Eigenzeit gemessen auf meiner Uhr zum Zeitpunkt t=0 kleiner ist als zu einem späteren Eigenzeit-Zeitpunkt, dann interpretiere ich das als ein Wachstum der EH-Fläche, gemessen an meiner Eigenzeit.
Aber das funktioniert nicht, weil du Flächen A(t), A(t’), ... vergleichen möchtest, wobei jedes t,t’,... für dich als statischen Beobachter in deiner unendlich fernen Zukunft liegt. Deine Eigenzeit ist zur Diskussion dieser Frage ungeeignet.
seeker hat geschrieben:
25. Mai 2018, 03:34
Jedoch lässt sich das Problem m. E. umschiffen: Ich kann um die EH-Fläche mit Radius Rs eine infinitesimal größere Fläche außen anlegen, mit infinitesimal größerem Radius R'. Diese Fläche ist definitiv gerade noch Teil meiner Realität und befindet sich nicht in meiner unendlich fernen Zukunft, ist also definitiv für-mich-existent und bildet gleichzeitig den wahren EH infinitesimal genau ab.
Ein Radius R + dR liegt bei deiner Zeitkoordinate bei T - dt; aber T liegt in der unendlich fernen Zukunft.

Dein Problem ist die falsche Zeitkoordinate. Nimm’ eine andere und alles wird gut.
seeker hat geschrieben:
25. Mai 2018, 03:34
Man kann von "Existenz" sprechen und damit meinen "es existiert an sich" oder man kann von Existenz sprechen und damit meinen "es existiert für mich". Ich frage hier tatsächlich eher nach der letzteren Position, unterteile sie aber noch einmal in
a) "es existiert für mich beobachtbar" (das ist bei EH für mich streng genommen gerade genau nicht mehr gegeben) und in
b) "es existiert für mich theoretisch/rechnerisch" (das ist für mich gegeben).
Der EH existiert bzgl. der Schwarzschild-Koordinatenzeit rein rechnerisch nur als singulärerer Limes. Gerade wenn du theoretisch vorgehst, kannst du auch eine andere Zeitkoordinate wählen und bist alle Problem los.
seeker hat geschrieben:
25. Mai 2018, 03:34
Deshalb ist 'für uns' der entfernte Beobachter in diesem Sinne der allein relevante Beobachter.
Das. Erstehe ich nicht.

Ich kann als politischer Beobachter das Wahlergebnis nach einem Wahlgesetz aus Italien zur Kenntnis nehmen, obwohl für mich ein anderes Wahlgesetz gilt. Du schränkst dich unnötig ein.
seeker hat geschrieben:
25. Mai 2018, 03:34
[der Freifaller] kann eh nicht wirklich dazu dienen die Frage "Was existiert für mich?" zu klären, nur die Frage "Was existiert für ihn?"
M.E. muss man in der ART beliebige mathematisch zulässige Perspektiven einnehmen. Andernfalls geht es weniger darum, was “existiert “, sondern eher darum, wer was beobachten kann. Existenz an Gleichzeitigkeit zu koppeln ist ohnehin bedenklich.
Gruß
Tom

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Re: Entkommen aus dem EH

Beitrag von seeker » 29. Mai 2018, 13:30

tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 12:08
Ein Radius R + dR liegt bei deiner Zeitkoordinate bei T - dt; aber T liegt in der unendlich fernen Zukunft.

Dein Problem ist die falsche Zeitkoordinate. Nimm’ eine andere und alles wird gut.
Du meinst, damit würde auch jede Fläche mit Radius R+dR in meiner unendlichen Zukunft liegen? Was ist, wenn ich dR sehr groß mache?
Ist das ein Artefakt der idealisierenden Definition von EH? Wie ist es für reale entfernte stationäre Beobachter?
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 12:08
M.E. muss man in der ART beliebige mathematisch zulässige Perspektiven einnehmen.
Sicher. Nur sind das dann auch rechnerische Perspektiven, nichts anderes.
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 12:08
Andernfalls geht es weniger darum, was “existiert “, sondern eher darum, wer was beobachten kann.
Genau diese Frage stelle ich - mit der vernünftigen Einschränkung, was von diesseitigen Beobachtern (von uns) beobachtet werden kann?

Diese Einschränkung ist in gewisser Weise genauso vernünftig, wie die Einschränkung, dass es viel relevanter ist, wie das Universum messbar von innen aussieht, weniger wie es von außen, für einen Beobachter außerhalb des Universums aussähe.
Du kannst jetzt argumentieren, dass man sich in ein SL prinzipiell hineinstürzen kann, das Universum aber (vermutlich!) prinzipiell nicht verlassen kann, ja, das ist ein Unterschied. Das schwächt das Argument aber nur zur Hälfte ab, es macht es nicht nichtig, denn ein hineinstürzender Beobachter wird niemals zurückkehren, wir erhalten von ihm niemals Informationen über seine Beobachtungen/Messungen, genauso wenig wie von einem Beobachter außerhalb des Universums.

Und hier gibt es aus meiner Sicht einen erklärungsbedürftigen Befund für den entfernten stationären Beobachter:

1. Der vermessbare schwarze Bereich bei Objekten, die wir "schwarzes Loch" nennen, kann auf meiner Uhr gemessen mit der Zeit wachsen, er kann sich auch zweitweise messbar verformen, dann wenn etwas sehr massives (z.B. ein zweites SL) in ihn hineinfällt.

2. Der vermessbare schwarze Bereich (bzw. das Gravitationsfeld insgesamt) nichtrotierender schwarzer Löcher nimmt auf meiner Uhr in endlicher Zeit nach jedem radialen Einfall wieder eine kugelsymmetrische Form an, während des Einfalls ist das Gravfeld aber asymmetrisch.

Erklärung?
Wie kann das sein, wenn a) aus meiner Sicht nichts den EH überschreiten kann und b) die kugelsymmetrische Form des SLs bzw. des Gravfeldes aus meiner Sicht erst dann wiederhergestellt sein kann, wenn auch die Masseverteilung als Quelle der Gravitation wieder punktsymmetrisch ist und damit eben das eingefallene Objekt mindestens den EH schon überschritten haben muss (wenn nicht die Sigularität erreicht haben muss)?

Ist es so, dass sobald ein massives Objekt den für mich sichtbaren Horizont der Schwärze überschritten hat auch das messbare Gravitationsfeld insgesamt sofort wieder punktsymmetrisch für mich ausschaut? Wahrscheinlich nicht, wie man aus den Simulationen zu Verschmelzungen von zwei SLs entnehmen kann. Das ist mein Problem dabei...
Grüße
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Re: Entkommen aus dem EH

Beitrag von tomS » 29. Mai 2018, 13:59

seeker hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:30
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 12:08
Ein Radius R + dR liegt bei deiner Zeitkoordinate bei T - dt; aber T liegt in der unendlich fernen Zukunft.

Dein Problem ist die falsche Zeitkoordinate. Nimm’ eine andere und alles wird gut.
Du meinst, damit würde auch jede Fläche mit Radius R+dR in meiner unendlichen Zukunft liegen? Was ist, wenn ich dR sehr groß mache?
Ist das ein Artefakt der idealisierenden Definition von EH? Wie ist es für reale entfernte stationäre Beobachter?
R+dR liegt “fast” in der unendlich fernen Zukunft.

Wie definierst du den doppelten Grenzübergang “T gegen unendlich” und “dR gegen Null” vernünftig?
seeker hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:30
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 12:08
Andernfalls geht es weniger darum, was “existiert “, sondern eher darum, wer was beobachten kann.
Genau diese Frage stelle ich - mit der vernünftigen Einschränkung, was von diesseitigen Beobachtern (von uns) beobachtet werden kann?
Vorsicht.

Wie ich bereits zu Beginn gesagt habe, bezeichnet die Gleichzeitigkeitshyperfläche nichts direkt Beobachtbares. Beobachtbar sind Ereignisse innerhalb des Vergangenheitslichtkegels. Der Ereignishorizont liegt aber gerade nicht im Vergangenheitslichtkegel eines externen Beobachters.

Wenn du nach der Beobachtbarkeit einer gedachten Fläche bei R+dR fragst, so ist diese für jedes dR > 0 natürlich gegeben.
seeker hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:30
Diese Einschränkung ist in gewisser Weise genauso vernünftig, wie die Einschränkung, dass es viel relevanter ist, wie das Universum messbar von innen aussieht, weniger wie es von außen, für einen Beobachter außerhalb des Universums aussähe.
Das sehe ich etwas anders.

Wenn du alleine die Beobachtbarkeit zugrunde legst, dann kannst du - insbs. bei Anwesenheit von Horizonten - wenig über Existenz sagen. Hört ein durch den EH fallendes Objekt auf, zu existieren? In der unendlich fernen Zukunft? Existiert das Innere des EHs nicht? Aus Perspektive des fallenden Objektes sicher nicht.

In der ART ist es zwingend erforderlich, die Gesamtheit aller physikalisch realisierbaren Beobachter in den Blick zu nehmen. Und dazu ist es zwingend erforderlich, verschiedene Koordinatensysteme zu betrachten.
seeker hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:30
... denn ein hineinstürzender Beobachter wird niemals zurückkehren, wir erhalten von ihm niemals Informationen über seine Beobachtungen/Messungen, genauso wenig wie von einem Beobachter außerhalb des Universums.
Das halte ich für wenig zielführend.

Der frei fallende Beobachter ist ein ganz gewöhnlicher, physikalisch realisierbaren Beobachter; an ihm ist nichts seltsam.

Ein Beobachter außerhalb des Universums ist dagegen rein spekulativ.

seeker hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:30
1. Der vermessbare schwarze Bereich bei Objekten, die wir "schwarzes Loch" nennen, kann auf meiner Uhr gemessen mit der Zeit wachsen, er kann sich auch zweitweise messbar verformen, dann wenn etwas sehr massives (z.B. ein zweites SL) in ihn hineinfällt.

2. Der vermessbare schwarze Bereich (bzw. das Gravitationsfeld insgesamt) nichtrotierender schwarzer Löcher nimmt auf meiner Uhr in endlicher Zeit nach jedem radialen Einfall wieder eine kugelsymmetrische Form an, während des Einfalls ist das Gravfeld aber asymmetrisch.
Zu 1.: Inwiefern kann er messbar wachsen?

Man kann ihn auch dahingehend vermessen, dass man für zeitlich äquidistante Lichtsignale (im Ruhesystem des Senders) für den Sender eine endliche Zeit T vorgibt, ab der Signale ignoriert werden.

Dadurch kann tatsächlich gefolgert werden, dass die Gravitation innerhalb des zu vermessenden Bereiches zunimmt. Aber da bei durch einfallende Materie wachsenden SLs diese einfallende Materie nie den EH überquert, misst man nie das Wachsen des EHs selbst, sondern immer nur das Wachsen der Gravitation. Insbs. ist ein SL diesbzgl. nicht von einer statischen Masseverteilung zu unterscheiden, die sich wie Schale um den EH legt. Für den entfernten Beobachter verhält sich tatsächlich so, wie wenn dem so wäre.

D.h. der Horizont kann eben gerade nicht vermessen werden, sondern man kann lediglich durch die Gleichungen der ART von noch messbaren Größen auf diesen prinzipiell nicht messbaren Horizont extrapolieren.

Zu 2.: Nein, der vermessbare Bereich nimmt nicht in endlicher Zeit wieder eine kugelsymmetrische Form an, sondern er nähert sich dieser kugelsymmetrische Form lediglich asymptotisch an.
Gruß
Tom

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Re: Entkommen aus dem EH

Beitrag von seeker » 29. Mai 2018, 15:20

tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:59
R+dR liegt “fast” in der unendlich fernen Zukunft.

Wie definierst du den doppelten Grenzübergang “T gegen unendlich” und “dR gegen Null” vernünftig?
Ich habe noch keine Ahnung was man hier wie genau machen kann.
Du bist der Theoretiker, vielleicht weißt du, was in der theoretischen Beschreibung hier noch sinnvoll möglich ist und was nicht.
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:59
Wie ich bereits zu Beginn gesagt habe, bezeichnet die Gleichzeitigkeitshyperfläche nichts direkt Beobachtbares. Beobachtbar sind Ereignisse innerhalb des Vergangenheitslichtkegels. Der Ereignishorizont liegt aber gerade nicht im Vergangenheitslichtkegel eines externen Beobachters.
Dieses Problem ist klar. Der EH ist so gesehen überhaupt kein existierendes Objekt, weil er auch vom Freifaller in dem Sinne nicht gesehen werden kann. Im Grunde ist das m.E. aus raumzeitlich-physikalischer Perspektive gesehen (nehmen wir dazu eine leere Raunmzeit an) eine ganz normale Stelle in der Raumzeit, wie jede andere auch.
Besonders ist daran nur der Umstand, dass diese Stelle für uns interessant ist.
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:59
In der ART ist es zwingend erforderlich, die Gesamtheit aller physikalisch realisierbaren Beobachter in den Blick zu nehmen. Und dazu ist es zwingend erforderlich, verschiedene Koordinatensysteme zu betrachten.
Das will ich nicht bestreiten. Ich sage nur, es kann einen Unterschied ausmachen wofür man sich interessiert, was das ist, ist eine freie Wahl.
Ich bin eben messtechnisch geprägt, daher interessiere ich mich hier mehr für das, was man von außen messen kann.
Wie ich das dann hinterher in Existenzfragen interpretiere muss dabei auch noch gar nicht Gegenstand der Diskussion sein.
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:59
Zu 1.: Inwiefern kann er messbar wachsen?
Im Kontrast zu dem Teil des Unversums außen herum, von dem man Signale erhalten kann. Ändert sich etwas, kann man das als Wachstum interpretieren. Das Gravitationsfeld im messbaren Bereich kann man mit Probemassen vermessen.
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:59
Man kann ihn auch dahingehend vermessen, dass man für zeitlich äquidistante Lichtsignale (im Ruhesystem des Senders) für den Sender eine endliche Zeit T vorgibt, ab der Signale ignoriert werden.
Genau, so ginge es auch.
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:59
Dadurch kann tatsächlich gefolgert werden, dass die Gravitation innerhalb des zu vermessenden Bereiches zunimmt. Aber da bei durch einfallende Materie wachsenden SLs diese einfallende Materie nie den EH überquert, misst man nie das Wachsen des EHs selbst, sondern immer nur das Wachsen der Gravitation.
D'accord. Allerdings misst man auch das Wachsen des nicht-sichtbaren Bereiches, eben im Kontrast zur Umgebung.
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:59
Insbs. ist ein SL diesbzgl. nicht von einer statischen Masseverteilung zu unterscheiden, die sich wie Schale um den EH legt. Für den entfernten Beobachter verhält sich tatsächlich so, wie wenn dem so wäre.
D'accord. Aber davon hatte ich es zuletzt nicht, ich hatte es von einer einzelnen einfallenden Masse, also von einem asymmetrischen Ausgangszustand.
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:59
D.h. der Horizont kann eben gerade nicht vermessen werden, sondern man kann lediglich durch die Gleichungen der ART von noch messbaren Größen auf diesen prinzipiell nicht messbaren Horizont extrapolieren.
Genau. Und das möchte ich tun.
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:59
Zu 2.: Nein, der vermessbare Bereich nimmt nicht in endlicher Zeit wieder eine kugelsymmetrische Form an, sondern er nähert sich dieser kugelsymmetrische Form lediglich asymptotisch an.
Das könnte eine Lösung sein. Bist du sicher? Wobei messtechnisch gäbe es ja auch gar keinen Unterschied, weil die Abweichung irgendwann unterhalb der Messgrenze verschwinden würde.

Hierzu noch einmal, damit das nicht untergeht:
TomS hat geschrieben:Konkret: wir betrachten ein SL der Masse M mit R = 2GM sowie eine einfallende Massenschale m sowie einen mit dieser Schale einfallenden Beobachter. Der gedachte Schwarzschildradius beträgt R’ = 2GM’ = 2G(M+m). Wenn die Schale der Masse m genau R’ erreicht, springt der tatsächliche EH des SLs von R auf R’. Man kann den Artefakt des Sprungs eliminieren, indem man ein infinitesimales dm einführt; dies entspricht der Konstruktion nach Oppenheimer & Snyder.

Für den mit einfallenden Beobachter existiert jedoch zunächst unter ihm der ursprüngliche, in seiner unendlich fernen Zukunft liegende EH. Für einen stationären Beobachter zwischen R und R’ verhält es sich wie folgt; zunächst befindet er sich außerhalb des EHs, der in seiner unendlich fernen Zukunft liegt; sobald die Masse m den Radius R’ > R in endlicher (!) Zeit erreicht hat, befindet er sich innerhalb des EHs.

Details dazu muss ich noch berechnen bzw. nachlesen.
Das finde ich hochinteressant! So wie ich es sehe, haben wir hier nämlich einen Fall, wo ein stationäres Objekt in gewisser Weise tatsächlich hinter einen EH gerät, wenn auch etwas anders als man vielleicht zuerst dachte.
Interessant wäre hier noch zu ergänzen, wie das für den entfernten, stationären Beobachter ausschaut, was er misst.

Und ich glaube es spricht auch nichts dagegen das Szenario so zu erweitern, dass man beliebig viele Masseschalen nacheinander auf die Reise schickt, wodurch ich erwarte, dass aus den EH-Sprüngen dann letztlich ein kontinuierliches Wachstum hervorgeht, bzw. dass sie sich diesem beliebig annähern.
Grüße
seeker


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Re: Entkommen aus dem EH

Beitrag von tomS » 29. Mai 2018, 16:11

seeker hat geschrieben:
29. Mai 2018, 15:20
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:59
R+dR liegt “fast” in der unendlich fernen Zukunft.

Wie definierst du den doppelten Grenzübergang “T gegen unendlich” und “dR gegen Null” vernünftig?
Ich habe noch keine Ahnung was man hier wie genau machen kann.
Du bist der Theoretiker, vielleicht weißt du, was in der theoretischen Beschreibung hier noch sinnvoll möglich ist und was nicht.
Ich halte den Grenzübergang für mathematisch sinnlos, und ein endliches dR für physikalisch wertlos. Ich denke, man muss eine Schar einfallender Lichtquellen benutzen und deren Signale auswerten. Das Ergebnis habe ich oben zusammengefasst. Zu Details schaue ich mir den Oppenheimer-Snyder-Kollaps an.
seeker hat geschrieben:
29. Mai 2018, 15:20
Besonders ist daran nur der Umstand, dass [der EH] für uns interessant ist.
Ja.
seeker hat geschrieben:
29. Mai 2018, 15:20
Ich bin eben messtechnisch geprägt, daher interessiere ich mich hier mehr für das, was man von außen messen kann.
Und dann musst du dich damit abfinden, dass man bestimmte Vorgänge oder Konstrukte eben nicht messen kann (m.E. sogar die Mehrzahl der Konstrukte der Physik ;-)
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:59
Ändert sich etwas, kann man das als Wachstum interpretieren. Das Gravitationsfeld im messbaren Bereich kann man mit Probemassen vermessen.
Du willst dich einerseits auf das Messbare beschränken, ziehst dann jedoch eine Interpretation von etwas prinzipiell nicht messbarem heran.

Das Gravitationsfeld im Außenraum ist indirekt messbar, der EH nicht. Er existiert lediglich als mathematische Extrapolation indirekt messbarer Entitäten. Insofern widersprichst das deinem Denkansatz.
seeker hat geschrieben:
29. Mai 2018, 15:20
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:59
D.h. der Horizont kann eben gerade nicht vermessen werden, sondern man kann lediglich durch die Gleichungen der ART von noch messbaren Größen auf diesen prinzipiell nicht messbaren Horizont extrapolieren.
Genau. Und das möchte ich tun.
Ist für mich OK.

Aber du wirst deinem Denkansatz evtl. nicht gerecht.
seeker hat geschrieben:
29. Mai 2018, 15:20
tomS hat geschrieben:
29. Mai 2018, 13:59
Zu 2.: Nein, der vermessbare Bereich nimmt nicht in endlicher Zeit wieder eine kugelsymmetrische Form an, sondern er nähert sich dieser kugelsymmetrische Form lediglich asymptotisch an.
Das könnte eine Lösung sein. Bist du sicher? Wobei messtechnisch gäbe es ja auch gar keinen Unterschied, weil die Abweichung irgendwann unterhalb der Messgrenze verschwinden würde.
Ja, da bin ich mir sicher.

seeker hat geschrieben:
29. Mai 2018, 15:20
Hierzu noch einmal, damit das nicht untergeht:
TomS hat geschrieben:Konkret: wir betrachten ein SL der Masse M mit R = 2GM sowie eine einfallende Massenschale m sowie einen mit dieser Schale einfallenden Beobachter. Der gedachte Schwarzschildradius beträgt R’ = 2GM’ = 2G(M+m). Wenn die Schale der Masse m genau R’ erreicht, springt der tatsächliche EH des SLs von R auf R’. Man kann den Artefakt des Sprungs eliminieren, indem man ein infinitesimales dm einführt; dies entspricht der Konstruktion nach Oppenheimer & Snyder.

Für den mit einfallenden Beobachter existiert jedoch zunächst unter ihm der ursprüngliche, in seiner unendlich fernen Zukunft liegende EH. Für einen stationären Beobachter zwischen R und R’ verhält es sich wie folgt; zunächst befindet er sich außerhalb des EHs, der in seiner unendlich fernen Zukunft liegt; sobald die Masse m den Radius R’ > R in endlicher (!) Zeit erreicht hat, befindet er sich innerhalb des EHs.

Details dazu muss ich noch berechnen bzw. nachlesen.
Das finde ich hochinteressant! So wie ich es sehe, haben wir hier nämlich einen Fall, wo ein stationäres Objekt in gewisser Weise tatsächlich hinter einen EH gerät, wenn auch etwas anders als man vielleicht zuerst dachte.
Interessant wäre hier noch zu ergänzen, wie das für den entfernten, stationären Beobachter ausschaut, was er misst.

Und ich glaube es spricht auch nichts dagegen das Szenario so zu erweitern, dass man beliebig viele Masseschalen nacheinander auf die Reise schickt, wodurch ich erwarte, dass aus den EH-Sprüngen dann letztlich ein kontinuierliches Wachstum hervorgeht, bzw. dass sie sich diesem beliebig annähern.
Das ist genau die Konstruktion nach Oppenheimer & Snyder.
Gruß
Tom

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Skeltek
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Re: Entkommen aus dem EH

Beitrag von Skeltek » 30. Mai 2018, 10:04

Was meint ihr mit 'unendlich ferne Zukunft'? Ist das noch im Zukunftslichtkegel und unendlich weit entfernt oder ist das in der unbestimmten Gegenwart, unendlich weit vom Vergangenheitslichtkegel entfernt? Ich denke diese Differenzierung spielt eine wesentliche Rolle.
Die plausibelste Erklaerung jedes hinreichend komplizierten Systems ist falsch

Unentscheidbarkeit für Dummies: Dieser Satz ist wahr
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Re: Entkommen aus dem EH

Beitrag von tomS » 31. Mai 2018, 08:45

Präzise: future null infinity entspricht der Menge aller Punkte, die auf lichtartigen Geodäten durch deren unendliche Verlängerung erreicht werden

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Penrose_diagram
Gruß
Tom

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