von brussia » Sa 20. Mär 2010, 12:24
@ argus
Ja, es stimmt, ich wollte ein wenig provozieren. Das ist mir aber nicht gut gelungen.
Hallo an alle,
ich bekenne, dass ich langjähriger Nichtwähler bin.
Ich vertrete die Auffassung, dass wir wohl ein Wahlrecht haben, aber keine Wahlpflicht. Es ist zwar richtig, dass jedes Recht eine Pflicht nach sich zieht, diese Pflicht muss aber nicht in eine Wahlpflicht münden. Ich sehe meine Pflicht eher darin, über parteipolitische Ziele und Änderungen nachzudenken und diese zu kritisieren. Warum soll ich meine Stimme einer Partei geben, die nicht annähernd zukunftsorientiert arbeitet. Damit wäre meine Stimme vergeudet. Außerdem würde ich mich mitschuldig machen, wenn ich heute falsche politische Ziele erkenne und trotzdem eine der etablierten Parteien wähle, nur weil mir eingeredet wird, wählen gehen zu müssen.
Ganz im Gegenteil, durch meine Weigerung wählen zu gehen, werde ich politisch aktiver als die, die wählen gehen und gar nicht wissen warum sie dies tun.
Jetzt könnte der Eindruck entstehen, dass ich ein Gegner aller staatlichen Institutionen bin. Weit gefehlt. Die Freiheit alles zu denken und auch danach zu handeln ist mir mehr wert, als jeglicher materielle Wohlstand.
Ich möchte nur mal einige Punkte anschneiden, die für mich einschneidende Auswirkungen auf spätere Generationen haben.
1.Staatsschulden
In keinem Parteiprogramm wird dieses Problem auch nur ansatzweise angeschnitten. Ich habe hier im Forum schon mal erwähnt, dass in unserem Staat genügend privates Geld vorhanden ist, um diese Schulden zu tilgen. Insofern sehe ich keine großen Probleme, dass unser Staat einem bankrott in Form einer Hyperinflation entgegenwirkt.
Allerdings sind die jährlich anfallenden Zinsen in Höhe von 40 Mrd. € mittlerweile eine so beträchtliche Summe, die in vielen anderen Bereichen besser eingesetzt werden könnten. Durch diese Zinszahlungen wird unser Staat in Teilbereichen handlungsunfähig. Die Zinsen fließen zwar in unsere Volkswirtschaft zurück und stehen somit wieder als Kapital zu Verfügung, allerdings werden damit unsere sozialen Verpflichtungen erheblich eingeschränkt.
2. Förderung von Kindern.
Was ist denn mit der Förderung unserer Kinder? Da passiert doch nichts. Warum werden die Kinder nicht so gefördert, wie es ihrem Naturell entspricht. Unser derzeitiges Bildungssystem ist momentan nur dazu geeignet Bildung einzuhämmern. Meiner Ansicht nach, hat dies mit Förderung der Menschen überhaupt nichts zu tun. Eine gesunde Förderung schließt Bildung als willkommenen Nebeneffekt ein und sorgt gleichzeitig dafür, dass diese Bildung auch tiefgreifend angewendet werden kann. Es gibt mittlerweile viel zu viele gebildete Bürger hier in Deutschland, die nicht in der Lage sind, einfaches Wissen praktisch anzuwenden.
3. Kindesmissbrauch.
Welche politische Partei wirkt diesem katastrophalen Missstand entgegen?
Gerade dieses Thema ist ja aktuell und ich frage mich, welche heuchlerische Barmherzigkeit gibt es in Kirche und Gesellschaft, die Ihre Opfer zwei mal bestraft.
1. Durch den Missbrauch
2. Durch unterlassene Hilfeleistung den Opfern gegenüber.
4. Kriegsbeteiligungen.
Die Beteiligung am Krieg in Afghanistan hat unserem Ansehen in der Welt doch nur geschadet. Anstatt in Krisengebieten zu vermitteln, so wie wir es in den letzten Jahrzehnten praktiziert haben, hauen wir jetzt nur noch mit drauf. TOLL.
Unsere Waffenexporte boomen. Diese Waffen könne aber nicht nur zur Verteidigung eingesetzt werden.
Wir sollten nicht versuchen die Welt zu verbessern, sondern daran arbeiten uns selbst zu verbessern. Wenn wir das erreicht haben, können wir uns selbst vielleicht als Vorzeigemodell anbieten.
Die vorgenannten vier Punkte sind nachhaltig dazu geeignet unserer Demokratie zu schaden. Die Probleme liegen somit vor unserer Haustüre.
Ich glaube nicht,dass ich eine schlechter Staatsbürger bin , nur weil ich momentan nicht wählen gehe. Ich unterstütze diesen Staat auf meine Weise, auch wenn mir vieles nicht gefällt.
Viele Grüße
brussia