Wählen gehen? Warum?

Politik im In- und Ausland

Wählen gehen? Warum?

Beitragvon brussia » Mo 8. Mär 2010, 10:54

Hallo an alle,

warum sollen wir überhaupt noch wählen gehen? Es ändert sich ja doch nichts.

Viele Grüße

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Re: Wählen gehen? Warum?

Beitragvon argus » Mo 15. Mär 2010, 20:04

Das ist wohl ziemlich provokant gemeint? :|

Also ich meine schon, dass man auf jeden Fall zur Wahl zu gehen hat.

Wer nicht gewählt hat, der darf getrost seine Klappe halten! Der hat in meinen Augen kein Recht, hinterher zu meckern!
Und vor allem: Dank der Nichtwähler, so meine Überzeugung, haben wir jetzt einen Außenminister, dessen Sprüche und Auffassungen zum Himmel stinken! Der einfach unhaltbar ist.

Es gibt in Deutschland so viele Parteien, da ist garantiert für jeden etwas dabei. Man muss sich nur mal rechtzeitig mit den Parteiprogrammen befassen! Es gibt noch ein wenig mehr als CDU/CSU, SPD, Grün und Geld (ach nein, die Farbe heißt ja Gelb :| )!

Im schlimmsten Fall bleibt noch die Blaue Partei, obwohl es die nur zu Karneval gibt...

Gruß
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Re: Wählen gehen? Warum?

Beitragvon Gammablitz » Di 16. Mär 2010, 09:47

Es ist besser zu wählen, als nicht zu wählen. Wer nicht wählt riskiert, dass die Interessen des Volkes noch weniger vertreten werden. Wahlen habe eine Kontrollfunktion. Wer sich nicht bewährt, droht abgewählt zu werden. Ein Wettbewerb um die bessere Politik bringt einer Gesellschaft mehr als Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit, denn dann stoßen die Entscheidungsträger auf keinen Widerstand mehr und können sich maßlos die Taschen vollstopfen, sofern es dann noch etwas zum Verteilen gibt.

Gruß
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Re: Wählen gehen? Warum?

Beitragvon argus » Di 16. Mär 2010, 18:45

Ich befürchte, den letztgenannten Zustand haben wir fast erreicht - Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber dem, was die hohen Herrschaften so veranstalten.
Wann schon vernimmt man einmal Volkes Stimme, wenn ihm die Daumenschrauben wieder etwas mehr angezogen werden?
Ich glaube, der deutsche Michel ist viel zu träge und obrigkeitsgläubig!
Derzeit wird uns in Singapur vorgemacht, wie man handeln kann - als Volk. Aber das wird in unserem "zivilisierten" Ländle wohl nicht mehr vorkommen. Die Zeiten der Studentenbewegungen sind scheinbar endgültig vorbei.

Gruß
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Re: Wählen gehen? Warum?

Beitragvon brussia » Sa 20. Mär 2010, 12:24

@ argus

Ja, es stimmt, ich wollte ein wenig provozieren. Das ist mir aber nicht gut gelungen.


Hallo an alle,

ich bekenne, dass ich langjähriger Nichtwähler bin.

Ich vertrete die Auffassung, dass wir wohl ein Wahlrecht haben, aber keine Wahlpflicht. Es ist zwar richtig, dass jedes Recht eine Pflicht nach sich zieht, diese Pflicht muss aber nicht in eine Wahlpflicht münden. Ich sehe meine Pflicht eher darin, über parteipolitische Ziele und Änderungen nachzudenken und diese zu kritisieren. Warum soll ich meine Stimme einer Partei geben, die nicht annähernd zukunftsorientiert arbeitet. Damit wäre meine Stimme vergeudet. Außerdem würde ich mich mitschuldig machen, wenn ich heute falsche politische Ziele erkenne und trotzdem eine der etablierten Parteien wähle, nur weil mir eingeredet wird, wählen gehen zu müssen.
Ganz im Gegenteil, durch meine Weigerung wählen zu gehen, werde ich politisch aktiver als die, die wählen gehen und gar nicht wissen warum sie dies tun.

Jetzt könnte der Eindruck entstehen, dass ich ein Gegner aller staatlichen Institutionen bin. Weit gefehlt. Die Freiheit alles zu denken und auch danach zu handeln ist mir mehr wert, als jeglicher materielle Wohlstand.

Ich möchte nur mal einige Punkte anschneiden, die für mich einschneidende Auswirkungen auf spätere Generationen haben.

1.Staatsschulden

In keinem Parteiprogramm wird dieses Problem auch nur ansatzweise angeschnitten. Ich habe hier im Forum schon mal erwähnt, dass in unserem Staat genügend privates Geld vorhanden ist, um diese Schulden zu tilgen. Insofern sehe ich keine großen Probleme, dass unser Staat einem bankrott in Form einer Hyperinflation entgegenwirkt.
Allerdings sind die jährlich anfallenden Zinsen in Höhe von 40 Mrd. € mittlerweile eine so beträchtliche Summe, die in vielen anderen Bereichen besser eingesetzt werden könnten. Durch diese Zinszahlungen wird unser Staat in Teilbereichen handlungsunfähig. Die Zinsen fließen zwar in unsere Volkswirtschaft zurück und stehen somit wieder als Kapital zu Verfügung, allerdings werden damit unsere sozialen Verpflichtungen erheblich eingeschränkt.

2. Förderung von Kindern.

Was ist denn mit der Förderung unserer Kinder? Da passiert doch nichts. Warum werden die Kinder nicht so gefördert, wie es ihrem Naturell entspricht. Unser derzeitiges Bildungssystem ist momentan nur dazu geeignet Bildung einzuhämmern. Meiner Ansicht nach, hat dies mit Förderung der Menschen überhaupt nichts zu tun. Eine gesunde Förderung schließt Bildung als willkommenen Nebeneffekt ein und sorgt gleichzeitig dafür, dass diese Bildung auch tiefgreifend angewendet werden kann. Es gibt mittlerweile viel zu viele gebildete Bürger hier in Deutschland, die nicht in der Lage sind, einfaches Wissen praktisch anzuwenden.



3. Kindesmissbrauch.

Welche politische Partei wirkt diesem katastrophalen Missstand entgegen?
Gerade dieses Thema ist ja aktuell und ich frage mich, welche heuchlerische Barmherzigkeit gibt es in Kirche und Gesellschaft, die Ihre Opfer zwei mal bestraft.

1. Durch den Missbrauch
2. Durch unterlassene Hilfeleistung den Opfern gegenüber.



4. Kriegsbeteiligungen.

Die Beteiligung am Krieg in Afghanistan hat unserem Ansehen in der Welt doch nur geschadet. Anstatt in Krisengebieten zu vermitteln, so wie wir es in den letzten Jahrzehnten praktiziert haben, hauen wir jetzt nur noch mit drauf. TOLL.

Unsere Waffenexporte boomen. Diese Waffen könne aber nicht nur zur Verteidigung eingesetzt werden.

Wir sollten nicht versuchen die Welt zu verbessern, sondern daran arbeiten uns selbst zu verbessern. Wenn wir das erreicht haben, können wir uns selbst vielleicht als Vorzeigemodell anbieten.



Die vorgenannten vier Punkte sind nachhaltig dazu geeignet unserer Demokratie zu schaden. Die Probleme liegen somit vor unserer Haustüre.


Ich glaube nicht,dass ich eine schlechter Staatsbürger bin , nur weil ich momentan nicht wählen gehe. Ich unterstütze diesen Staat auf meine Weise, auch wenn mir vieles nicht gefällt.

Viele Grüße

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Re: Wählen gehen? Warum?

Beitragvon argus » Sa 20. Mär 2010, 18:55

Das ist natürlich Dein gutes Recht, was ich aber nicht unbedingt gutheißen muss!

Kindesmissbrauch als Parteiprogramm? Auf diese Idee ist wohl noch keiner gekommen. :roll:
Sicher ist das eine schlimme Sache, ich glaube aber nicht, dass man parteipolitisch auf Menschen einen derartigen Eindruck ausüben kann, dass sie von solchen Dingen ablassen. Da macht wohl eher die Gelegenheit Diebe, wenn jemand eine entsprechende Neigung hat.
Okay, die Strafen für solche Verbrechen könnten gerne viel härter ausfallen, und dass sie verjähren ist in meinen Augen in keiner Weise zu verstehen.

Deine anderen Aspekte könnte man auch noch im Detail diskutieren.
Doch wie gesagt, es gibt in der Parteienlandschaft genug Alternativen. Da ist garantiert für jeden etwas dabei. Man muss sich nur mal damit beschäftigen.

Und ich vertrete nach wie vor die Ansicht, dass derjenige, der nicht gewählt hat, beim Kritisieren der Regierenden besser etwas zurückhaltender sein sollte. Immerhin sind die Nichtwähler der Grund für das gelbe Übel... ;)

Gruß
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Re: Wählen gehen? Warum?

Beitragvon brussia » Di 23. Mär 2010, 11:18

Hallo argus,

die Zahl der Nichtwähler liegt momentan bei ca. 20 Millionen Menschen. Diese Nichtwähler zu diskreditieren und ihnen eine Schuld an den heutigen politischen Strukturen zu geben, halte ich für unverantwortlich. Dies Argument wird zwar auch gerne von den Politikern genutzt, ist aber nur ein billiges Mittel, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken.

Wer bestimmt überhaupt, dass eine Nichtwahl keine Wahl ist? Ich treffe mit meiner Nichtwahl eine klare wohlüberlegte Entscheidung. Das ist ja nicht gleichbedeutend mit Desinteresse an politischen Vorgängen gepaart mit einer asozialen Lebenseinstellung.

Auch, dass bei den unterschiedlichen Parteiprogrammen für jeden etwas dabei ist, ist eine gefährliche Aussage. Schau Dir mal das Parteiprogramm der NPD an. Es ist auch für mich etwas dabei, mit Sicherheit. Nur, wenn Du diese Leute reden hörst, wird deutlich, welche minderwertigen politischen Ziele sie verfolgen.
Ich bin auch grundsätzlich nicht an einem Parteiprogramm interessiert, in dem für jeden etwas dabei ist. Das ist mir zu wässrig. Ich will klare Aussagen und ein damit verbundenes zukunftsorientiertes Handeln.


Zum Kindesmissbrauch. Wenn Du Dir meinen obigen Beitrag noch mal durchliest, wirst Du feststellen, dass ich das Thema Kindesmissbrauch nicht als Parteiprogramm fordere. Ich wollte lediglich damit aufzeigen, dass für die Opfer seit Jahrzenten nichts getan wurde.
Seit 1970 bemüht sich z.B. Alice Schwarzer diese Problem zu thematisieren. Jetzt kann man über die Ansichten dieser Frau geteilter Meinung, aber sie war mit eine der ERSTEN, die dieses gesellschaftliche Problem erkannt hat.
Wer hat es denn von den Politkern diskutiert? Etwa die Grünen? So jemand wie Cohn Bendit, der aus seinen sexuellen Vorlieben für kleine Kinder keinen Hehl machte?

Viele Grüße

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Re: Wählen gehen? Warum?

Beitragvon KPax » Di 23. Mär 2010, 13:40

Hi!
Ich könnte jetzt sagen: Dann gründe doch deine eigene Partei, wenn du keine findest, von der du dich vertreten fühlst!
Aber es kann und muss ja nicht jeder politisch aktiv sein. Es gibt auch sonst noch genug zu tun...

Ich sehe das so:
Man bedenke, dass das Wahlrecht, die Demokratie in der Geschichte teuer mit But erkauft und durchgesetzt wurde.
Man sollte dieses Recht, um das uns viele beneiden, nicht gering schätzen und unbedingt davon Gebrauch machen.

Natürlich kann es keine Partei geben, die genau meine persönlichen Ansichten zu 100% vertritt.
Dennoch kann ich mir diejenige heraussuchen, die meine Ansichten noch am besten vertritt - und die dann wählen.
Tue ich das nicht, dann lasse ich andere über mich bestimmen. Das können dann FDP-Wähler sein - oder schlimmer.

Ich glaube übrigens, dass es hier auch noch genügend ehrliche und idealistische Politiker gibt, die mit erheblichen Engagement und großen persönlichen Opfern einfach etwas Gutes für Deutschland und seine Bürger erreichen wollen.
Es sind nicht alle korrupt.

Politik ist gar nicht einfach: Wenn man an einer Schraube dreht, dann hat das nicht eine sondern tausend Auswirkungen, die z.T. oft noch nicht mal vorhersehbar sind.
Das Problem ist auch, dass es gerade heutzutage sehr viele Zwänge gibt.
Diese Zwänge (z.B. wirtschaftliche, finanzielle, außenpolitische,...) schränken die Macht bzw. Möglichkeiten der Politik zunehmend ein.
Das nehmen wir wahr, sind damit unzufrieden und geben den Politikern die Schuld.
Das war aber eine langfristige Entwicklung: Daher sind zumindest nicht die Leute, die heute an der Macht sind, an der Situation schuld.
Sie finden vielmehr eine vorgegebene, aktuelle Situation vor und können sehen, wie sie damit zu Rande kommen.
Dann müssen auch noch Mehrheiten gefunden werden...
Wie schwierig das ist, kann man aktuell in der USA sehen: Obama hat es geschafft seine Gesundheitsreform durchzukriegen - allerdings mit vielen Kompromissen und gerade noch so... Trotzdem ein Riesenerfolg!
Richtig ist aber, dass immer noch zu wenig Tacheles von den Politikern in den Medien gesprochen wird. Die ungeschönte Wahrheit kommt oft zu kurz.
Vielleicht weil man immer noch mit Lügen, Halbwahrheiten und Manipulationen mehr Erfolg bei den Wählern hat oder zu haben glaubt.
Da müssen wir uns dann aber auch and die eigene Nase fassen: Mehr Aufklärung und Durchblick tut Not!

Viele Grüße
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Re: Wählen gehen? Warum?

Beitragvon brussia » Di 23. Mär 2010, 15:32

Hallo KPax,

von Dir haben wir ja lange nichts gehört. Schön, dass Du Dich mal wieder meldest.

Was die Politik betriff habe ich gar nicht so hohe Ansprüche. Ich erwarte nur die Lösung des Schuldenproblems und dass unsere Nachkommen eine konkurrenzfähige Vorbereitung auf das Leben bekommen. Hier ist ja nicht ansatzweise eine Entwicklung zu erkennen. Bei keiner Partei. Diese Probleme schieben wir seit Jahrzehnten vor uns her.

Ich möchte jetzt nicht, dass jemand hier denkt, ich wäre gegen unsere demokratische Grundordnung. Gerade die Demokratie ermöglicht mir doch frei zu entscheiden, ob ich meine Rechte (z.B. das Wahlrecht) auch in Anspruch nehme oder nicht.

Des Weiteren vertrete ich die Auffassung, dass man auch durch eine Wahlverweigerung die Politiker aktivieren kann. Die SPD will ja durch ihre politische Kehrtwende erreichen, dass sie einerseits Nichtwähler mobilisiert und andererseits abgewanderte Wähler von der Linken zurückholt.

Natürlich haben wir auch Altlasten geerbt. Diese Altlasten resultieren aus Fehlern in der Vergangenheit. Das große Problem ist, dass sich die alten Fehler immer wiederholen. Das Volk wird zugeschüttet mit Geld und Versprechungen, es werden ihm Rechte suggeriert die keine Verpflichtungen nach sich ziehen. Unsere Demokratie ist zu einem seichten durchschaubaren System verkommen.

Ich frage mich, warum es zum Beispiel nicht möglich ist, dass die Kinder in den Schulen mit Frühstück und Mittagessen versorgt werden. Das dient nicht nur der geistigen Leistungsfähigkeit, sondern auch der körperlichen Entwicklung. Solche "Kleinigkeiten" haben Einfluss auf die gesamte spätere Entwicklung.

Meinetwegen können dafür auch Schulden gemacht werden. Dann sind die Schulden wenigstens für die Kinder gemacht worden, die später sowieso alles zurückzahlen müssen.
Wenn man jetzt sieht, dass die Hausmeister in den Schulen oft einen Kiosk betreiben, die die Kinder mit unnatürlichen Lebensmitteln versorgen die krank machen, dann hört es bei mir auf. Die oft mit Glutamat versetzten Produkte haben keinen besonderen Nährwert und schädigen den Organismus. Es ist inzwischen auch nachgewiesen worden, dass Glutamat das Gehirn angreift und so ganz nebenbei ein wenig blöde macht.

Das Gleiche Problem haben wir mit diesen Spielekonsolen. Ich will da gar nicht näher auf die Spiele eingehen, aber es ist mittlerweile ja auch nichts neues mehr, dass das emotionale Erleben mühsam erlerntes überdeckt und vernichtet.

Inzwischen ist es doch alltäglich, dass wir viele an die Hand nehmen müssen, damit sie relativ unfallfrei durchs Leben kommen.

Du forderst mehr Aufklärung und Durchblick. Wie soll das gelingen, wenn wir nicht mal die von mir oben beschriebenen einfachen Dinge nicht geregelt bekommen?

Es sind doch ganz einfache Dinge die ich beschrieben habe, oder nicht?

Oder sind meine Ansprüche zu hoch???


Viele Grüße

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Re: Wählen gehen? Warum?

Beitragvon brussia » Di 23. Mär 2010, 15:53

Hi KPax,

ich habe noch etwas vergessen.


Wann präsentierst Du uns denn die Lösung Deiner Aufgabe im Astroforum?


Gruß

Peter
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