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Johannes fragt:
Kannst Du mir in ein paar Worten das starke und schwache anthropische Prinzip erklären?
Antwort:
1. Das schwache anthropische Prinzip besagt, dass in einem Universum, welches groß und unendlich in Raum und/oder Zeit ist, die Bedingungen für die Entwicklung intelligenten Lebens nur in räumlich und zeitlich begrenzten Bereichen möglich ist.
Zu dieser Aussage gelten folgende Schlussfolgerungen: Eine Intelligenz (z.B. der Mensch) wundert sich nicht darüber, dass gerade in seinem Umfeld die Bedingungen für seine Entwicklung optimal sind. Es kann ihr egal sein, was im restlichen Universum vor sich geht.
Darüber hinaus besagt das Prinzip, dass eben die Entwicklung des Alls, so wie wir es
heute sehen, abgelaufen sein muss :
Beginn mit dem Urknall, Entstehung erster Sterne
(welche schwere Elemente ausbrüten, z.T. in Supernovaausbrüchen, aus denen die
späteren Planeten und auch Lebewesen bestehen) usw.
Es muß halt 5 Milliarden Jahre dauern, bis sich aus dem heißen Materieklumpen, Erde
genannt, nach und nach abkühlend, Bedingungen einstellen, in denen sich Leben
entwickeln kann und um schließlich in der Entstehung des (intelligenten? :-) ) Menschen
zu gipfeln.
2. Das starke anthropische Prinzip zielt hingegen darauf ab, dass es entweder viele
verschiedene Universen gibt, oder viele verschiedene Bereiche in unserem Kosmos.
Jeder dieser Bereiche oder Kosmen hatte seinen eigenen Urzustand mit vielleicht
eigenen, voneinander unterschiedlichen Naturgesetzen. Und nur in wenigen
Kosmen/Regionen sind die Bedingungen für die Entwicklung intelligenten Lebens
gegeben. Wobei sich die Intelligenzen fragen können, "warum ist unser Kosmos so und
nicht anders?". Die Antwort darauf ist aber sehr einfach, nämlich wäre es anders, dann
wäre kein Leben möglich.
Es könnte viele verschiedene Kosmen geben, aber nur wenn alle Werte von Konstanten (z.B. Ladung der Kernteilchen oder ihre Massen) so sind wie wir sie kennen, kann in Sternen die Materie ausgebrütet werden, aus der wir letztendlich bestehen. Sind die Werte geringfügig anders, was durchaus denkbar ist, so würden die Kosmen völlig andersartig aussehen und es gäbe niemanden, der sie betrachten könnte.
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