positronium hat geschrieben:Ich bin dran, aber das Kapitel ist schon ein Brocken.
;-)
positronium hat geschrieben:In 7.5 ist zu lesen, dass Elektronen (in dieser Gleichung) sowohl kontinuierliche Energien grösser 0 als auch diskrete Energien < 0 haben können. Bedeutet das, dass die Bindung von Elektronen nicht zwingend ist?
Nun, das ist sowohl klassisch verständlich (es gibt wie beim Keplerproblem elliptische und hyperbolische Orbits, je nach dem ob E< 0 oder E>0 ist) als auch quantenmechanisch. Schau dir nochmal die eindimensionalen Quantensysteme und da den Potentialtopf mit
endlicher Tiefe an. Der Topf selbst habe Potential 0, die Wände dagegen das Potential V (V>0). Im Potentialtopf hast du ja eine stehende Welle, wobei p durch
E=p²/2m festgelegt ist; in den Wänden hast du statt dessen
E-V=p²/2m. Wenn nun E-V negativ ist, dann verläuft die Energie sozusagen im Potentialwall und damit wird aus dem exp(ipx) ein exp(-px) mit exponentiellem Abfall. Wenn du aber eine höhere Energie wählst so dass E-V wieder positiv ist, dann hast du einfach ebene Wellen, wobei eben p innerhalb und außerhalb des Topfes unterschiedlich ist. Stell dir einen flachen Topf mit V<<E vor. Dann ist klar, dass du dazu ebene Wellen als Lösung findest, wobei der Topf selbst nur eine kleine Störung ist.
positronium hat geschrieben:Also, ich habe die Vorstellung, dass sich ein Elektron immer bei diskreten Energieniveaus befindet, nur dass sich die Niveaus vielfältig überlagern.
Nein, für E>0 hast du freie Teilchen, die an einem Potential streuen. Streutheorie kommt später.
positronium hat geschrieben:Durchläuft ein Teilchen jedes Niveau, wenn es in den Grundzustand übergeht? Oder springt das auch mal etliche Niveaus auf einmal?
Zunächst muss man dazu noch mehr über Spin-Bahn-Kopplung und Auswahlregeln verstehen. Auch das kommt später.
In Kürze: Wir stellen uns vor, dass ein Photon die Energie entsprechend
1/n² - 1/m² sowie eine Drehimpulsdifferenz
Δl = 1 wegträgt. Das Photon stellen wir uns dann als eben Welle vor. Dabei spielt ein sogenanntes Übergangsmatrixelement eine Rolle, d.h.
α <n'l'm'|E|nlm>. E steht für das elektromagnetische Photonfeld. Nur für bestimmte Übergänge ist dieses Matrixelement ungleich Null und nur diese sind erlaubt. Die Auswahlregeln beziehen sich direkt auf l und m. Wg.
Δl = 1 ist der Übergang nlm=200 nach nlm=100 also 2s nach 1s veboten!
Übergänge mit mehr Photonen werden durch höhere Matrixelemente bzw. in der Störungstheorie durch deren Produkte beschrieben; dabei treten dann Potenzen
α², α³, ... auf. Da jedoch die Feinstruzkjturkonstante
α = 1/137 (fast exakt) ist, sind sie um zwei Zehnerpotenzen unterdrückt! D.h. es handelt sich in guter Näherung immer um ein-Photon-Übergänge direkt zwischen den beiden Niveaus ohne Zwischenübergänge.