Jupitermond: Hat Europa eine Subduktion?

Entstehung und Entwicklung von Leben, Wahrscheinlichkeit für extraterrestrisches Leben
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Jupitermond: Hat Europa eine Subduktion?

Beitrag von Frank » 6. Dez 2017, 13:49

Und sie bewegt sich doch: Auch der Jupitermond Europa könnte eine Plattentektonik besitzen – obwohl seine Kruste aus Eis statt Gestein besteht. Denn wenn das normalerweise leichtere Eis Salze enthält, würde dies eine Subduktion ermöglichen und damit das Absinken von Krustenteilen in den subglazialen Ozean. Das legt eine geophysikalische Modellierung nahe. Spannend daran: Eine solche Subduktion könnte potenziellem Leben im subglazialen Ozean Nährstoffe liefern.


"Futterlieferant" für außerirdisches Leben?

Sind da wirklich alle Zutaten für Leben vorhanden?

Wie "warm" muss ich mir den Ozean unter der Eisschicht denn vorstellen?
Bei diesen Temperaturen kommt doch die Chemie fast zum erliegen.

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22 ... 12-06.html
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Re: Jupitermond: Hat Europa eine Subduktion?

Beitrag von ATGC » 6. Dez 2017, 20:10

Hallo Frank,
Sind da wirklich alle Zutaten für Leben vorhanden?
Was die Grundstoffe betrifft - also Kohlenstoffverbindungen und Wasser - sicher, aber das Zusammenfinden der Grundstoffe zu komplexeren Strukturen wird durch den Hydrolysedruck angesichts des überall sehr reichlich vorhandenen Wassers verhindert. Selbst wenn sich also in eventuell vorhandenen hydrothermalen Schloten Aminosäuren u.a. bilden sollten, sieht es für längere Moleküle, die sich daraus bilden könnten, um z.B. Polypeptide zu bilden, schlecht aus, da solche Kondensationsreaktionen unter Freisetzung von Wasser ablaufen. Das Reaktionsgleichgewicht ist in wässriger Umgebung also in Richtung der Ausgangsstoffe verschoben, so dass Peptide - falls sie in geringer Menge entstehen sollten - sofort unter Hydrolysedruck stehen und nicht lange stabil bleiben. Auch der Transport von oberflächennahen Ablagerungen über Subduktion trägt da nicht nennenswert zur Eindickung der wässrigen Lösung bei.
Wie "warm" muss ich mir den Ozean unter der Eisschicht denn vorstellen?
Da der Tripelpunkt ziemlich exakt bei 0 Grad Celsius liegt und die Salzlösung den Gefrierpunkt nicht wesentlich absenkt, dürfte unter der Eisschicht eine Temperatur von maximal minus 5 Grad Celsius herrschen - also nicht so tief, dass dort eine hypothetische Biochemie zu langsam ablaufen würde.

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Re: Jupitermond: Hat Europa eine Subduktion?

Beitrag von Frank » 7. Dez 2017, 09:23

ATGC hat geschrieben:
6. Dez 2017, 20:10
Hallo Frank,
Sind da wirklich alle Zutaten für Leben vorhanden?
Was die Grundstoffe betrifft - also Kohlenstoffverbindungen und Wasser - sicher, aber das Zusammenfinden der Grundstoffe zu komplexeren Strukturen wird durch den Hydrolysedruck angesichts des überall sehr reichlich vorhandenen Wassers verhindert. Selbst wenn sich also in eventuell vorhandenen hydrothermalen Schloten Aminosäuren u.a. bilden sollten, sieht es für längere Moleküle, die sich daraus bilden könnten, um z.B. Polypeptide zu bilden, schlecht aus, da solche Kondensationsreaktionen unter Freisetzung von Wasser ablaufen. Das Reaktionsgleichgewicht ist in wässriger Umgebung also in Richtung der Ausgangsstoffe verschoben, so dass Peptide - falls sie in geringer Menge entstehen sollten - sofort unter Hydrolysedruck stehen und nicht lange stabil bleiben. Auch der Transport von oberflächennahen Ablagerungen über Subduktion trägt da nicht nennenswert zur Eindickung der wässrigen Lösung bei.
Wie "warm" muss ich mir den Ozean unter der Eisschicht denn vorstellen?
Da der Tripelpunkt ziemlich exakt bei 0 Grad Celsius liegt und die Salzlösung den Gefrierpunkt nicht wesentlich absenkt, dürfte unter der Eisschicht eine Temperatur von maximal minus 5 Grad Celsius herrschen - also nicht so tief, dass dort eine hypothetische Biochemie zu langsam ablaufen würde.
Also du siehst diese Eismonde in Sachen Leben als vernachlässigbar an?
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Re: Jupitermond: Hat Europa eine Subduktion?

Beitrag von seeker » 7. Dez 2017, 10:43

Wenn man tatsächlich unbedingt warme Tümpel für die Lebensentstehung braucht, was scheinbar momentan als das vielversprechendste Szenario angesehen wird, dann sieht es auf den Eismonden schlecht aus.
Aber man weiß halt nie, bevor man nicht nachgeschaut hat. Und auch ein negatives Ergebnis bei einer Bohrung dort würde uns in der Erkenntnis weiterbringen.
Ich denke ein Hauptproblem ist, dass man bei etwas so etwas komplexem wie einen Planeten oder einem Eismond, wo ja eine unüberschaubare Vielzahl an allen möglichen Prozessen in unüberschaubar vielen verschiedenen Nischen und auf unterschiedlichsten Skalen definitiv ablaufen, nicht im Voraus alles wissen kann, was dort alles geschieht bzw. geschehen kann.
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
Denn tut man das, so verliert man zumindest ein Stück weit seine Unvoreingenommenheit, Objektivität.

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Re: Jupitermond: Hat Europa eine Subduktion?

Beitrag von Frank » 7. Dez 2017, 11:17

Also bei Star Trek geht das so....
Die sind Im Orbit um einen Himmelskörper und scannen den nach Lebensformen.

Wie geht das? ;j
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Re: Jupitermond: Hat Europa eine Subduktion?

Beitrag von ATGC » 7. Dez 2017, 13:44

Hallo Frank,
Also du siehst diese Eismonde in Sachen Leben als vernachlässigbar an?
Was die Entstehung von Leben dort betrifft, bin ich sehr skeptisch, aber da wir ja auch schon mal eine Diskussion zum Thema Transspermie hatten, würde ich hier die Möglichkeit nicht komplett ausschließen, dass von der Erde doch einige Sporen dort angekommen sind und als Mikroben ausgekeimt sind, so dass sie sich dort einen Lebensraum erschlossen haben könnten. Nachschauen kann man auf jeden Fall mal - auch wenn wir dort nur Bekanntes finden sollten, wäre es dennoch eine wissenschaftliche Sensation.

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