Fossilienähnliches auf dem Mars

Entstehung und Entwicklung von Leben, Wahrscheinlichkeit für extraterrestrisches Leben
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ralfkannenberg
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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Jan 2018, 15:28

ATGC hat geschrieben:
11. Jan 2018, 15:24
Das wäre erst noch zu überprüfen, denn es kann sich bei dem gefundenen Organismus ja um eine Kontamination von der Erde handeln, die über Transspermie zustande gekommen ist, die sich vor mehreren Milliarden Jahren ereignet hatte.
Hallo ATGC,

diesen natürlich ebenfalls interessanten Fall hatte ich bewusst ausgeschlossen.

ATGC hat geschrieben:
11. Jan 2018, 15:24
Auch das würde die Wahrscheinlichkeit wesentlich erhöhen, dass die Entstehung von Leben ein "normaler Prozess" ist, und dass die "Realisierung" auch auf ähnliche Weise geschieht.
Na ja, in diesem Fall - also bei festgestellter Identität mit dem irdischen Beispiel - hätten wir einen Beleg, der dafür spricht, dass das Leben ursprünglich nur einmal - nämlich auf der Erde - entstanden ist. Leben wäre dadurch als Ausnahme bestätigt worden.
Nein, da ich ja den Transfer von der Erde zum Mars bewusst ausgeschlossen hatte. Wenn man also unabhängig nachweisen kann, dass diese Lebensform nicht per Kontaminierung dahingelangt ist, dann hätte man einen Beleg, dass Entstehung und Realisierung universell nach denselben Regeln ablaufen, wenn man Anfangsbedingungen vorfindet, wie sie von unserer Sonne in einer erweiterten habitablen Zone, die Erde und Mars umfasst, vorgegeben wurden. Nota bene einen Beleg, d.h. nicht einen Beweis.

Wenn man die Kontaminierung nicht ausschliessen kann, so hat man natürlich nur eine 1=1-Aussage.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von ATGC » 11. Jan 2018, 15:47

Hallo Dares,
Kann man hier überhaupt unterscheiden ob irdisch oder marsianisch?
Ja, das kann man. Wenn die biochemischen Basis-Substanzen und Prozesse ähnlich genug sind, darf man begründet vermuten, dass beide Organismen einen gemeinsamen Ursprung haben und nicht an zwei verschiedenen Standorten entstanden sind. Es wäre schon sehr unwahrscheinlich, wenn sich die Erbsubstanz von Marsmikroben aus DNA zusammensetzt.

Selbst wenn man annehmen darf, dass sich die Basenpaare ähnlich sortieren dürften wie auf der Erde (obwohl z.B. das G-C-Basenpaar keinen Selbstläufer darstellt!), müssten die Brückenglieder nicht aus Desoxyribose und Phosphat zusammengesetzt sein, sondern könnten auch andere Bestandteile aufweisen (z.B. Peptide aus Di-Aminosäuren, so dass PNA's [Peptid-Nucleinsäuren] entstehen würden, die zudem noch stabiler sind als Zucker-Phosphat-Rückgrate!).

Von daher wäre ich beim Auffinden von DNA oder RNA in einer Marsmikrobe bereits sehr skeptisch, ob dieselbe dann auch dort entstanden ist.

Weitere Indizien sind der Aminosäurebestand der Proteine: Werden dieselben 20 Aminosäuren verwertet wie auf der Erde oder findet man hier Aminosäuren, die sich in irdischen Proteinen nicht finden? Weiterhin: Wie sieht der Translationsmechanismus bei den Marsmikroben aus? Haben wir hier RNA als Zwischenstufe bei der Genexpression? Wenn ja, dann ist Skepsis angesagt. Doch selbst wenn - wie sieht die Belegung der RNA-Tripletts aus? Bestehen Ähnlichkeiten zum irdischen genetischen Code? Wenn ja, dann war es das. Wenn nein, muss man genauer hinsehen: Wie läuft die Verknüpfung der einzelnen Schritte bei der Proteinbiosynthese ab? Gibt es Ribosomen? Wie sind sie beschaffen? Bestehen Ähnlichkeiten in Sequenzen und Strukturen? Wenn ja, war es das auch.

Und so kann man sich Schritt für Schritt an den fundamentalen Molekülstrukturen und Syntheseprozessen abarbeiten, um zu einer eindeutigen Schlussfolgerung zu gelangen.
Es gäbe ja auch die Möglichkeit dass Leben nicht nur aus der Basis von Kohlenstoff entsteht?
Diese Möglichkeit kann man getrost ausschließen, da Leben als lokaler Entropietrennungsprozess mit Fließgleichgewicht auf Stoffwechselprozessen aufbaut, die mit geordneten Molekülstrukturen einhergehen, um nachfolgend die Ordnung der Systemerhaltungsprozesse zu gewährleisten. Da wir die chemischen Eigenschaften aller Elemente kennen, können wir zugleich Alternativen zu Kohlenstoff ausschließen. Wenn also Leben entsteht, dann generell nur auf der Basis einer Kohlenstoffchemie, über die dann die benötigten Makromoleküle bereitgestellt werden.
und wir es als Leben nicht erkennen?
Da Leben mit lokaler Entropietrennung einhergeht - egal auf welcher biochemischen Basis es sich konstituiert - würden wir es über die Stoffwechselvorgänge und über die organisierte Beschaffenheit des Systems, innerhalb dessen der Stoffwechsel stattfindet, auch erkennen.

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von ATGC » 11. Jan 2018, 15:49

Hallo Ralf,
Nein, da ich ja den Transfer von der Erde zum Mars bewusst ausgeschlossen hatte.
Das kann man aber nicht a priori tun. Man kann vielleicht ausschließen, dass der Transfer in jüngster Vergangenheit geschehen ist - z.B. über die Marssonden - aber man kann a priori nicht ausschließen, dass in ferner Vergangenheit eine Kontamination erfolgt ist und die Nachkommen bis jetzt überlebt haben. Die von mir benannten Tests würden darüber Auskunft geben.

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Jan 2018, 15:58

ATGC hat geschrieben:
11. Jan 2018, 15:49
Das kann man aber nicht a priori tun.
Hallo ATGC,

aber selbstverständlich kann man das tun, da die Rede von Sensationen war. Eine Kontaminierung wäre zwar sicherlich auch interessant, und zwar sehr interessant, aber kaum eine Sensation.

Ein zweiter unabhängiger Entstehungsort von Leben schon in unserem eigenen Sonnensystem indes dürfte nach derzeitigem Kenntnisstand eine der grössten wissenschaftlichen Sensationen des Jahrhunderts darstellen, und vermutlich lehne ich mich nicht sonderlich weit aus dem Fenster, wenn ich sie auf Platz 1 der Sensationen setze.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von ATGC » 11. Jan 2018, 16:01

Hallo Ralf,
aber selbstverständlich kann man das tun
Das kann man redlicherweise erst dann tun, nachdem die beschriebenen Tests abgelaufen sind. Wenn die Tests jedoch eine signifikante Ähnlichkeit zu irdischen Mikroben ergeben, dann kann man nicht von einer zweifelsfrei erwiesenen autochthonen Entstehung ausgehen.

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Jan 2018, 16:10

ATGC hat geschrieben:
11. Jan 2018, 16:01
Das kann man redlicherweise erst dann tun, nachdem die beschriebenen Tests abgelaufen sind.
Hallo ATGC,

das ist alles richtig, was Du schreibst. Das ganze war nur eine akademische "was wäre wenn"-Frage, ob das eine Sensation wäre oder nicht und ob es lohne, da Forschergelder hineinzustecken. Nach aktuellem Kenntnisstand wird man diese Strukturen mit grösster Wahrscheinlichkeit geologisch erklären können und ich wittere dort auch keinerlei Sensation.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von Dgoe » 12. Jan 2018, 00:36

Frank hat geschrieben:
10. Jan 2018, 09:29
Dgoe hat geschrieben:
10. Jan 2018, 00:17
Bei der Entdeckung verdichten sich die Hinweise zu Ungunsten eines biologischen Ursprungs. So ist die Form eher eckig und kantig, als zylindrisch und es lassen sich Trapeze u.ä. finden, was eher an Kristallwachstum erinnert.

Die Ergebnisse der Untersuchung mit den wissenschaftlichen Geräten wird erst in einer Woche erwartet.

https://www.space.com/39303-mars-rover- ... stals.html

Gruß,
Dgoe
Hast du etwas anderes erwartet?
Hallo Frank,

leider nein, aber die Hoffnung stirb ja bekanntlich zuletzt und zum Glück trift nicht immer ein, was ich erwartet habe.
Die Fotos sind doch immerhin interessant, oder? Selbst für einen geologischen Prozess.

P.S.: Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Deinen Beitrag bisher völlig übersehen habe, iwie. Sorry. Dann warst Du der "Eisbrecher" :well:
;)

Gruß,
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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von Dgoe » 12. Jan 2018, 01:14

ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Jan 2018, 15:58
Eine Kontaminierung wäre zwar sicherlich auch interessant, und zwar sehr interessant, aber kaum eine Sensation.
Hallo Ralf,

ich denke schon, dass es nicht nur sehr interessant wäre, sondern auch eine Sensation, die auf den höheren Treppenstufen Platz fände.
Aber genau, erstmal abwarten und Tee trinken ... bis zur nächsten News, wann auch immer und ob jemals etwas dergleichen kommt.



Hallo ATGC,

Kurze Zwischenfrage, sind PNAs, wenn sie stabiler sind, dann auch schwerer zusammenzusetzen? Und dann evtl. auch träger in Sachen Mutationen?


Grüße,
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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von ATGC » 12. Jan 2018, 16:30

Hallo Dgoe,
sind PNAs, wenn sie stabiler sind, dann auch schwerer zusammenzusetzen?
Nicht schwerer als gewöhnliche Peptide, da ja das Rückgrat der PNA's sich aus Peptidbindungen zusammensetzt. Es besteht also kein energetisches Hindernis, um PNA's zu synthetisieren. Bei Proteinen haben wir ja auch Peptidbindungen.
Und dann evtl. auch träger in Sachen Mutationen?
Nein, denn Mutationen betreffen die Basen. Und die haben mit den Peptidbindungen des Rückgrats nichts zu tun, weil sie sich in den Seitenketten befinden.

Bild

Hier ist noch der passende Wiki-Artikel dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Peptid-Nukleins%C3%A4ure

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von Dgoe » 12. Jan 2018, 20:49

Hallo ATGC,

danke, einleuchtend. Aber trotz nicht mehr ganz Topic noch eine (2-3) kleine Rückfrage(n): Was macht sie stabiler? Welchen Nachteil haben sie? Oder war das nur eine ziemlich willkürliche Entscheidung der Natur der Dinge, da gleichwertig, auf welche es aber kein Zurück gibt? Und warum nicht beides, wenigstens zu Beginn und ähm, da war noch 'was!? Und noch obendrein, vielleicht Mangel an Ressourcen für die eine oder andere Variante?

Gruß,
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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von Frank » 13. Jan 2018, 07:27

Ich verstehe diese Fokussierung auf den Mars nicht wirklich.
Alles was hier schon vermutet wurde hatte sich mehr, oder weniger, als heisse Luft entpuppt.
Vorteil beim Mars wäre, man könnte hinfliegen und hätte viel Zeit zum forschen. (wegen der Erde Mars Annäherung. Zwei Menschen an einem Marstag können mehr forschen, als diese ganzen Marsrover, Roboter und Sonden in 100 Jahren nicht.
Das ganze kostet Geld, was vorhanden ist. Es bleiben dann noch die Eismonde, der Gasriesen.
Man sollte den Fokus mehr auf leistungsstarke Weltraum Teleskope legen und Atmosphären von Exoplaneten untersuchen. Da liegt für mich mehr Erfolg drin.
Finden wir uns ab damit, dass wir allein sind und Leben im unserem System auf die Erde beschränkt ist.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von ATGC » 13. Jan 2018, 09:44

Hallo Dgoe,
Was macht sie stabiler?
Die Peptidbindungen sind weniger anfällig gegenüber spaltenden Reaktionen (z.B. Hydrolyse) als die Phosphatbrücken. Und grundsätzlich handelt es sich hier ja um kovalente Bindungen - also um Elektronenpaare, die die Atomrümpfe über elektromagnetische Wechselwirkung an sich ziehen und somit das Molekül konstituieren.
Welchen Nachteil haben sie?
Was ihre Funktion als Erbmaterial betrifft, haben sie keinen Nachteil, da die Basenpaare auf die gleiche Weise zustandekommen wie bei DNA.
Oder war das nur eine ziemlich willkürliche Entscheidung der Natur der Dinge, da gleichwertig, auf welche es aber kein Zurück gibt?
Zum einen das, zum anderen sehe ich einen Zusammenhang mit dem Energiestoffwechsel, der ja zeitgleich im Kontext der Abiogenese mit entstanden ist.

Möglicherweise war RNA eine Ressource für Nucleotid-Tri-Phosphate, die ja auch heute noch eine zentrale Rolle bei energetischen Umsetzungen im Stoffwechsel spielen. Ich benenne da mal explizit das ATP (Adenosin-Tri-Phosphat), welches oftmals als "Energiewährung der Zelle" bezeichnet wird. Eventuell reicherten sich Vorräte dieser "Energiewährung" als RNA an, die über komplementäre Basenpaarungen dann auch chemisch stabilisiert wurde und bei "Bedarf" in Einzelnucleotide zerlegt wurde.

Interessant ist hierbei, dass im Umfeld der Proteinbiosynthese nicht ATP sondern GTP als Energiereserve genutzt wird - also Guanosin-Tri-Phosphat - was wiederum im Kontext zu Manfred Eigens "Urgen"-Hypothese dafür spricht, dass die ersten funktionalen RNA's wegen der größeren Stabilität des G-C-Basenpaares (es hat drei Wasserstoffbrücken statt zwei, wie es beim A-U-Basenpaar der Fall ist!) zu etwa 70 Prozent aus G-C-Basenpaaren bestanden haben, so dass hier im Kontext der Entstehung des Translationsmechanismus auf die reichlicher verfügbare Ressource zurückgegriffen worden ist - also eben Guanosin-Phosphate, die sich als Nucleotid in den frühen RNA-Molekülen fanden.

Nachdem der Translationsmechanismus entstanden war, konnte RNA als Erbmaterial genutzt werden und nachfolgend dann DNA als stabilerer Speicher für Basensequenzen. Eventuell hat RNA in dieser Funktion PNA abgelöst, nachdem sich gezeigt hat, dass RNA sowohl Energie speichern als auch Basensequenzen speichern kann, die für die nachmalige Produktion von Proteinen geeignet sind. Auch hierfür gibt es Hypothesen - einschließlich von Modellen, die Hybridmoleküle beinhalten - also Mischmoleküle, die sowohl RNA-Anteile haben als auch PNA-Anteile.
Und noch obendrein, vielleicht Mangel an Ressourcen für die eine oder andere Variante?
Oder aber die Zugänglichkeit des Peptidrückgrats für diverse Enzyme, die Peptide spalten, so dass die PNA's bevorzugt abgebaut wurden und schließlich nur noch die gleichermaßen funktionale aber etwas weniger stabile RNA übrig blieb.

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von Dgoe » 13. Jan 2018, 11:24

:sp:
Danke ATGC,

letztlich doch Argumente oder Hinweise, dass eine gewisse Systematik damit verbunden ist bzw. war. Sowie auch dafür, dass es theoretisch woanders ebenso vonstatten gegangen sein könnte!?

Gruß,
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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von ATGC » 13. Jan 2018, 13:16

Hallo Dgoe,
Hinweise, dass eine gewisse Systematik damit verbunden ist bzw. war.
So weit würde ich nicht gehen. Ich habe lediglich ein Szenario entworfen, das mir plausibel erscheint, wenn man davon ausgeht, dass es ursprünglich PNA's gegeben hat und nun feststellt, dass es nur noch RNA und DNA gibt. Aber bereits die Annahme, es hätte PNA's gegeben, ist ja nicht mehr rekonstruierbar und somit rein spekulativ. Und selbst wenn es sie gegeben hätte, wäre nicht klar, ob und wenn ja, welche Funktionen sie im Rahmen von Stoffwechselsystemen gehabt hatten.
dass es theoretisch woanders ebenso vonstatten gegangen sein könnte
Theoretisch schon, aber praktisch ist die organische Chemie viel reichhaltiger, als dass man sie auf PNA's als hypothetische Vorläufer einer RNA-Welt bzw. RNA-Protein-Welt einengen könnte. Auch die Wahl von RNA als Erbmaterial ist im Rahmen möglicher anderer Polymere lediglich eine Kann-Bestimmung und keine mehr oder weniger notwendige Folge von Prozessen der chemischen "Evolution".

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von ralfkannenberg » 13. Jan 2018, 14:21

Frank hat geschrieben:
13. Jan 2018, 07:27
Ich verstehe diese Fokussierung auf den Mars nicht wirklich.
Alles was hier schon vermutet wurde hatte sich mehr, oder weniger, als heisse Luft entpuppt.
Hallo Frank,

das ist aber auch eine Folge dieser Sensationsheischerei, die aus jedem Unsinn vor jeder seriösen Überprüfung eine Sensation kommunizert.

Diejenigen, die seriös gearbeitet haben, die haben beachtliche Erfolge erzielen können. Klar war das teuer und hat auch viel Zeit gedauert, aber neben Erforschungen des Mars konnten dabei auch immer neuere Technologien entwickelt werden.
Frank hat geschrieben:
13. Jan 2018, 07:27
Vorteil beim Mars wäre, man könnte hinfliegen und hätte viel Zeit zum forschen.
Das macht diesen Planeten zum Nummer 1-Ziel, zumal er recht erdähnlich ist.
Frank hat geschrieben:
13. Jan 2018, 07:27
Zwei Menschen an einem Marstag können mehr forschen, als diese ganzen Marsrover, Roboter und Sonden in 100 Jahren nicht.
Das mag für frühere Sonden und die ersten Rover zutreffend gewesen sein, aber nicht mehr für Rover vom Typ der Curiosity, die herumfahrende leistungsstarke Laboratorien sind.

Auch von der vorgängigen Generation ist mit der Opportunity immer noch ein Rover im Einsatz, auch wenn der seit einiger Zeit im Marswinter Probleme bekommt.

Frank hat geschrieben:
13. Jan 2018, 07:27
Man sollte den Fokus mehr auf leistungsstarke Weltraum Teleskope legen und Atmosphären von Exoplaneten untersuchen. Da liegt für mich mehr Erfolg drin.
Das wird masslos überschätzt. Kommt hinzu, dass trotz der beeindruckenden Zahl der in den letzten Jahren entdeckten Exo-Planeten nach wie vor unbekannt ist, welche Planeten um die nächstgelegenen Fixsterne kreisen. Zwar lassen sich auch über die Transite statistische Aussagen gewinnen, doch sind diese Exoplaneten allesamt sehr weit entfernt. Und die benachbarten Sterne haben ihre Rotationsachsen anders, was aus rein statistischen Gründen wenig überraschend ist.

Frank hat geschrieben:
13. Jan 2018, 07:27
Finden wir uns ab damit, dass wir allein sind und Leben im unserem System auf die Erde beschränkt ist.
Aus bisherigem lässt sich diese Schlussfolgerung nicht ziehen. Mit dem Generationenwechsel von Spirit / Opportunity zur Curiosity ist ein beeindruckender Technlogiesprung gelungen, was die Marserforschung anbelangt, trotzdem sollte uns die grosse Zahl der Fehlschläge auch in letzter Zeit bei versuchten Landungen auf dem Mars in Erinnerung rufen, dass die Technologie so weit noch nicht fortgeschritten ist - das wird noch etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Wenn ich mir aber die politische Willensbildung nicht nur europaweit anschaue und welche Kräfte da an die Macht kommen, so bin ich mir nicht so sicher, dass künftig wirklich noch Gelder in die Forschung gesteckt werden und diese - vom "mündigen" Wahlbürger gewählten - "Regierungen" es nicht vorziehen werden, ihre Gelder in die Rüstung zu stecken, um aus Grössenwahn das Nachbarland kaputt zu schiessen.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von Frank » 15. Jan 2018, 06:50

Die Tatsache, dass die entsprechenden Oberflächen nur wenige Kratereinschläge zeigen, weist außerdem darauf hin, dass der Aufbau der Eisschichten in der Marsgeschichte erst relativ kurz zurückliegt. Ein vertikaler Bohrkern des Gletschereises könnte wertvolle Informationen über die klimatische Vergangenheit des roten Planeten liefern - konserviert in Schichten beobachtbar unterschiedlicher Färbung.
http://www.faz.net/aktuell/wissen/roter ... 97941.html

Obwohl hier nicht beschrieben wird, was mit relativ kurz gemeint ist, wenn es aber so ist und die Wassereisbildung z.B 10. Mio. Jahre zurückliegen würde, dann wäre das schon eine kleine Sensation.
Also nix wie hin und Eiskernbohrproben entnehmen.

Frage an die Biospezialisten.
In wie weit würde Leben, falls einmal vorhanden, in solchen Eisgletschern konserviert werden?
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von Dgoe » 15. Jan 2018, 14:29

Hallo Frank,

Vielen Dank für den Link! Eigentlich sogar einen eigenen Thread wert, mir persönlich aber gleich, hier ist eh Wartepause.

Sehr spannend! Jetzt nur noch den Treibhauseffekt anwerfen und man kann dort wieder planschen gehen. ;)

Ansonsten gibt es ja noch 'nichtinversive' Methoden, alternativ zu Bohrlöchern. Also geophysikalische Prospektion, wie Geoelektrik:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Geophys ... rospektion
mit Geoelektrik werden vor allem Grundwasser führende Bodenschichten durch Messung elektrischer Spannung und Stromstärke erkundet.

(dazu braucht man allerdings Kontakt zum Boden)

oder Bodenradar (geht mit Kontakt besser, aber auch aus der Distanz möglich):
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bodenradar
Die Raumsonde Mars Express untersucht mit dem Radar MARSIS den Marsboden in einer Tiefe von bis zu 5 km. Der Abstand der Antenne zum Boden beträgt mehr als 300 km bis maximal 800 km. (...)

Die amerikanische Sonde Mars Reconnaissance Orbiter trägt ein ähnliches Bodenradar, das SHARAD (Shallow Radar). Die höhere Messfrequenz von 15–25 MHz liefert eine höhere Auflösung als MARSIS, dafür aber eine geringere Eindringtiefe.
Was die wohl schon alles kartiert haben? Habe davon nicht viel mitbekommen...

Gruß,
Dgoe
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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von ATGC » 15. Jan 2018, 15:36

Hallo Frank,

das Alter der Eisschichten lässt nicht darauf schließen, dass sich auf der Oberfläche bis dahin flüssiges Wasser befunden hat, in dem sich Leben hätte bis dahin entwickeln können. Denkbar ist z.B. auch, dass unterirdische Wärmequellen den Permafrostboden von unten aufgeheizt haben, so dass Schlammflüsse entstanden sind, die dann einiges an Sediment abgetragen haben, bevor dann alles wieder erstarrrt ist. Die Schichtung entsteht dann infolge Aufsteigens geschmolzenen Wassers bis in oberflächennahe Schichten, wo es dann wieder gefriert bzw. - wenn die Oberfläche erreicht wird - sublimiert, um sich hernach als Reifniederschlag auf Gesteinsoberflächen abzusetzen.

Was die Konservierung von Mikroben betrifft - je länger sie dauert, um so größer werden die nicht reparierten Schäden im Genom, so dass ich im Eis nicht erwarte, dass hier noch Mikroben zu finden sind. Wenn, dann schon eher in tieferen Schichten, wo es sowohl warm wie auch feucht ist - vorausgesetzt, das Nährstoffangebot ist vorhanden. Es müssten dann also barophile und lithophile Organismen sein, wie man sie auf der Erde in kilometertiefen Gesteinsschichten findet.

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von Dares » 15. Jan 2018, 19:10

Dgoe hat geschrieben:
15. Jan 2018, 14:29
Sehr spannend! Jetzt nur noch den Treibhauseffekt anwerfen und man kann dort wieder planschen gehen. ;)
Hallo Dgoe,

das wird so oder so nicht funktionieren. Der Mars hat zu wenig Gravitation und kein Magnetfeld. Alles wird dann ziemlich schnell wieder
durch die Sonne weggeblasen. Ausserdem ist zu kalt im Inneren, d.h. es gast zu wenig aus. Ist also nicht so wie in dem
Film mit Schwarzenegger "die totale Erinnerung"". Auch wenn es vlt. machbar wäre das Innere des Mars zu erhitzen wäre es nur eine
Frage der Zeit bis es wieder verschwindet. Also nichts mit Baderei in einem Marstümpel.

Grüsse

Dares

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von Frank » 15. Jan 2018, 20:27

ATGC hat geschrieben:
15. Jan 2018, 15:36


Was die Konservierung von Mikroben betrifft - je länger sie dauert, um so größer werden die nicht reparierten Schäden im Genom, so dass ich im Eis nicht erwarte, dass hier noch Mikroben zu finden sind. Wenn, dann schon eher in tieferen Schichten, wo es sowohl warm wie auch feucht ist - vorausgesetzt, das Nährstoffangebot ist vorhanden. Es müssten dann also barophile und lithophile Organismen sein, wie man sie auf der Erde in kilometertiefen Gesteinsschichten findet.
Was ist mit diesen Extremkünstlern hier?

http://www.scinexx.de/dossier-82-1.html
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von ATGC » 15. Jan 2018, 20:54

Hallo Frank,

ja, wenn es Mikroben auf dem Mars geben sollte bzw. gegeben hat, dann sollten sie auch Eigenschaften haben, die man von den irdischen Extremophilen kennt (deswegen schrieb ich auch "barophil" und "lithophil").

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von Dgoe » 15. Jan 2018, 23:09

Dares hat geschrieben:
15. Jan 2018, 19:10
... kein Magnetfeld.
Hallo Dares,

ein Künstliches würde in dem Terraforming-Set natürlich mitgeliefert, ein rundum sorglos Paket.
Wenn schon, denn schon.

:cool1:
Gruß,
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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von seeker » 16. Jan 2018, 00:01

Dares hat geschrieben:
15. Jan 2018, 19:10
Der Mars hat zu wenig Gravitation und kein Magnetfeld. Alles wird dann ziemlich schnell wieder
durch die Sonne weggeblasen.
Mmm... das würde dann schon viele Millionen Jahre dauern, bis das wieder fortgblasen wäre, Zeit genug, um dort zu leben, wenn man es mit menschlichen Lebensspannen vergleicht.
Na gut, ich meine den Mars wird man eh nicht so schnell terraformen können, das uns das noch wirklich interessieren könnte.
Was aber möglich wäre, wären große Kuppeln, Biospären auf der Obefläche und Stationen unter der Oberfläche. Wenn es auf Mars genug Wasser bzw. Eis gibt, dann ist das dafür sehr hilfreich.
Grüße
seeker


Mache nie eine Theorie zu DEINER Theorie!
Denn tut man das, so verliert man zumindest ein Stück weit seine Unvoreingenommenheit, Objektivität.

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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von Dgoe » 16. Jan 2018, 00:05

Hallo ATGC,

hast Du Franks Link gelesen? Da sind ja einige Extremophile bei, die kannte ich noch gar nicht, wie 'Conan, das Bakterium' (Deinococcus radiodurans) oder die Nanobakterien. Conan hätte jedenfalls für die eingehende Strahlung auf der Marsoberfläche nur ein müdes Lächeln übrig.

Auch dieser sterilisierende UV-Strahleneffekt mit Perchlorat, Eisenoxid und Wasserstoffperoxid klingt nicht sonderlich bedrohlich, wenn man sich anschaut, womit Conan sonst noch alles klar kommt.

Auch interessant für den Mars natürlich die Extremophile, die 0 oder -15 °C als normal empfinden. Von dem russischen Bohrloch in der Antarktis über dem 'unterirdischen' See, samt Entdeckungen, hatte ich schon gelesen, ist auch nicht so lange her, letztes Jahr glaube ich, war das doch.

Gruß,
Dgoe
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Frank
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Re: Fossilienähnliches auf dem Mars

Beitrag von Frank » 16. Jan 2018, 09:49

Dgoe hat geschrieben:
16. Jan 2018, 00:05
Hallo ATGC,

hast Du Franks Link gelesen? Da sind ja einige Extremophile bei, die kannte ich noch gar nicht, wie 'Conan, das Bakterium' (Deinococcus radiodurans) oder die Nanobakterien. Conan hätte jedenfalls für die eingehende Strahlung auf der Marsoberfläche nur ein müdes Lächeln übrig.

Auch dieser sterilisierende UV-Strahleneffekt mit Perchlorat, Eisenoxid und Wasserstoffperoxid klingt nicht sonderlich bedrohlich, wenn man sich anschaut, womit Conan sonst noch alles klar kommt.

Auch interessant für den Mars natürlich die Extremophile, die 0 oder -15 °C als normal empfinden. Von dem russischen Bohrloch in der Antarktis über dem 'unterirdischen' See, samt Entdeckungen, hatte ich schon gelesen, ist auch nicht so lange her, letztes Jahr glaube ich, war das doch.

Gruß,
Dgoe
Vielleicht sind diese Extremophile die wahren Herrscher des Universums und wir sind ausreisserische Mutanten, die nur entstehen, wenn so eine perfekt World wie die Erde, mit einer Chance von eins zu einer Trillion ensteht. :slow:
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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