Evolution und Zukunft des Menschen

Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaftstheorie bzw. -philosophie, Technik

Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon deltaxp » 1. Feb 2012, 23:08

Stephen hat geschrieben:Aber: Die Erde ist ein "Ausnahmeplanet" - zumindest ist das meine persönliche Überzeugung. Da musste irgend etwas entstehen, was uns Menschen - im weitesten Sinne - ähnlich ist...


selbst da bin ich mir gar nicht so sicher.
nach den erkenntnissen der planetenjagd der letzten jahre sieht es sogar so aus, als ob es mehr planeten als sterne gibt. unsere galaxie hat 100 milliarden sterne. das universum hat 100te milliarden galaxien. n planet um leben auf cohlen-stoff- wasserbasis hervorbringen zu können muss in der habitablen zone liegen. selbst wenn das nur jeder 1000tste planet ist, bleiben von 100 milliarden noch 100 millionen allein in unserer galaxie übrig. selbst wenn davon wieder nur jeder 1000ste wasser hat (und wasser gibt es ziemlich reichlich schon in unserem planetensystem, freilich viel als eis weiter draussen) sind das 100 tausend erdähnliche planeten.

und vor 3.5-4 milliarden jahre sah die erde bei weitem nicht so nett und lieb aus wie heute und da hat sie schon leben hervorgebracht. also die planeten die die bedinugnen haben leben hervorzubringen werden dies auch tun.

aber wohin und in welcher form sich das entwickelt, wer weiss das schon.
inbedingt humanoide formen anzunehmen halte ich da doch fur sehr anthropisch gedacht. die vorstellung dass es keine insektenartigen denkenden wesen geben kann basiert nicht auf logig sondern auf menschenspezifischer vorstellungskraft.
allerdings halte ich die wahrscheinlichkeit für denkende wesen auf diesem planeten die zufällig in unserem zeitfenster eine hohe ztechnische zivilisation die interstellar kommunizieren kann für sehr niedrig.

falls die menschheit jemals auf reisen gehen sollte wird sie sicherlich planeten mit erdähnlichen bedingugnen und planeten mit leben finden, aber dass sie auf eine zivilisation stossen werden. da muss schon einiges zusammenkommen. bedenke: zivilisation haben wir wenn man alles zusammennimmt seit maximal 10000 jahren. erst seit mitte des 20 jahrhunderts sind wir überhaupt erst technisch in der lage über kommunikation jenseits der erde nachzudenken. wer weiss ob wir überhauptnochmal 10000 jahre schaffen so wir uns unserer eigenen lebensgrundlage berauben und miteinander umgehen. geben wir ner zivilistation mal 100000 jahre. dann wird das in der tat sehr sehr eng eine zu treffen bei milliarden von jahren leben. das wahrscheinlichere is, es gibt keine, es gab eine vor uns oder wird nach uns eine geben. aber dass sich vom kosmischen standpunkt aus gleichzeitig eine mit uns in unserer galaxie entwickelt hat. wow, dat is whl wie nen 6er im lotto.

ABER wenn man das ganze universum nommt mit den 100terten von milliarden galaxien, dann ist selbst das schon wieder wahrscheinlich.
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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon Andreas1966 » 1. Feb 2012, 23:15

gravi hat geschrieben:Eine Gesetzmäßigkeit gibt es in der Evolution sicherlich nicht. Aber sie führt vermutlich unter gegebenen Umständen immer zu optimalen Anpassungen. In der bestmöglichen Anpassung kommt dann mit viel Glück Intelligenz dabei heraus (obwohl bei manchen Zeitgenossen die Evolution eher rückläufig ist :wink: ).


Intelligenz scheint ja auf den ersten Blick die beste Anpassungsstrategie zu sein - Herstellung von Kleidung, Jagd mit Waffen usw.
Die einzige Gesetzmäßigkeit in der Evolution, welche mir einfällt ist die, dass sich immer die erfolgreichste Strategie durchsetzt. Sollten wir Menschen uns selbst vernichten oder unseren Planeten für uns unbewohnbar machen, so wäre die Intelligenz in der menschlichen Form auf die Lebensdauer der Art bezogen eine der am wenigsten erfolgreichen. Ich teile auch die Ansicht, dass alle negativen Auswirkungen was soziologische Aspekte und die Auswirkungen auf den Planeten betreffen, mit dem Beginn von Ackerbau und Viehzucht anfingen.

Stephen hat geschrieben:Aber: Die Erde ist ein "Ausnahmeplanet" - zumindest ist das meine persönliche Überzeugung. Da musste irgend etwas entstehen, was uns Menschen - im weitesten Sinne - ähnlich ist...


Wir haben wohl leider (noch) keine Vergleichsmöglichkeiten, ich gehe aber davon aus, dass Evolution überall ähnlich funktioniert. Da Intelligenz zwangläufig aus der Notwendigkeit zum Überleben entstanden ist, wird es auf anderen belebten Planeten auch sehr wahrscheinlich zu solchen Entwicklungen kommen. Von daher sind wir bestimmt einzigartig im speziellen, jedoch nicht die Ausnahme was die Möglichkeit zur Komplexität der Evolution betrifft. Man kann die Sache auch umdrehen und annehmen, dass auf einem anderen Planeten, welcher weniger kosmische Katastrophen (Asteroideneinschläge, Gammablitze etc.) erlebt hat, viel schneller höherentwickeltes Leben entstanden ist.

Gruß, Andreas
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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon seeker » 2. Feb 2012, 03:07

Andreas1966 hat geschrieben:Man kann die Sache auch umdrehen und annehmen, dass auf einem anderen Planeten, welcher weniger kosmische Katastrophen (Asteroideneinschläge, Gammablitze etc.) erlebt hat, viel schneller höherentwickeltes Leben entstanden ist.

Davon würde ich nicht unbedingt ausgehen. Etwas schneller, ja vielleicht (vielleicht ein paar hundert Millionen Jahre).
Es sieht aber eher danach aus, dass hier über einen Zeitraum von ca. 4 Milliarden Jahren genau das richtige Maß an Naturkatasrophen und Umweltveränderungen gegeben hat, um uns hervorzubringen. Wie schon erwähnt: Wenn eine Katastrophe 98% der Arten auslöscht, dann gibt es hinterher wieder eine erneute explosionsartige Zunahme der Arten, weil dann Platz dafür da ist. Das hilft der Evolution also und behindert sie nicht etwa, wenn es im richtigen Maß geschieht. Es darf aber keine Katastrophe oder Umweltveränderung dabei sein, die 100% der Arten auslöscht, dann ist nämlich Schluss (siehe Mars und Venus, falls es dort jemals Leben gab) - oder man fängt wieder bei Einzellern an.

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Über 4 Milliarden Jahre lang war die Erde ohne Unterbrechung in einem Zustand, der Leben zumindest nicht unmöglich gemacht hat!

Zudem war das gesamte Sonnensystem so, dass es über diesen Zeitraum hinweg stabil war. Das gilt insbesondere für unsere Sonne und auch für unsere kosmische Nachbarschaft. Wenn man dann noch weiß, dass der Planet Erde nur noch maximal 500 Millionen Jahre bewohnbar sein wird, weil bis dahin unsere Sonne zu heiß sein wird, und dass man davon ausgehen kann, dass weit vorher der Kohlenstoffkreislauf zum Erliegen kommen wird, was alle Pflanzen ausradieren wird (und damit alles höhere Leben), dann kann man erahnen, dass das ziehmlich knapp war, dass die zur Vergügung gestandene Evolutionszeit hier noch gerade so ausgereicht hat um so etwas wie den Menschen hervorzubringen. Die Sache mit dem Kohlenstoffkreislauf hängt wiederum mit der Plattentektonik, dem Vulkanismus und dem immer noch! flüssigen Erdkern zusammen, der das Leben bis heute auch nicht zuletzt durch das erzeugte Erdmagnetfeld schützt und erhält. Ich möchte nicht wissen, wie viele vielversprechende lebenstragende Planeten es wohl gegeben haben mag, die über das Stadium des einfachen Lebens nie hinausgekommen sind, weil sie vorher wieder abgestorben sind. Das komplette Kippen des Klimas oder der Verlust der Atmosphäre oder ein richtig großer Einschlag scheinen mir dabei die wahrscheinlichsten Szenarien zu sein (siehe wieder Venus und Mars).

Von daher sieht es schon danach aus, dass unser Sonnensystem mit der Erde eine Ausnahme ist. Wahrscheinlich nicht die einzige Ausnahme, aber schon etwas Besonderes.


Was mir zur Evolution noch einfällt:

Sie scheint einen Hang zum Höherentwickeln zu haben, zur Komplexität - und man sollte einmal genauer darüber nachdenken, was das bedeutet.
Was ich meine ist: Aus Einzellern können evolutionär irgendwann komplexere Lebewesen wie die Menschen entstehen - aber aus Menschen werden sich niemals Einzeller entwickeln.
Die Evolution scheint im großen Rahmen gesehen nur eine Richtung zu kennen... und wenn man mal über das Leben hinausblickt und sich anschaut, was das Universum als Ganzes bisher tat, nämlich überall aus Strukturlosigkeit Inseln der Struktur zu bilden, dann kann man schon ins Grübeln kommen.


Was wir bei der ganzen Diskussion natürlich stillschweigend unter den Tisch haben fallen lassen ist:

1. Wir haben bis heute keine Ahnung, ob ein wassertragender, "lebensfreundlicher" Planet auch automatisch Leben hervorbringt. Wir gehen einfach davon aus, obwohl es dafür nicht die Spur eines Beweises gibt. Die wahre Spanne dieser Wahrscheinlichkeit kann von fast Null bis zu fast 100% reichen - wir wissen es nicht!

2. Wir haben keine Ahnung, wie lange eine intelligente zivilisationsbildende Spezies im Durchschnitt existiert, weil dies für uns völlig beispiellos ist. Es gibt überhaupt keinen Vergleich. Wir wissen auch überhaupt nicht, wohin sich das entwickelt, was wir da gerade erleben (es ist eine "Entwicklungsexplosion" inmitten der wir heute stecken!). Man kann da alles behaupten und glauben - und dabei nicht das Geringste belegen. Die wahre Zeitspanne kann hierbei von wenigen tausend Jahren bis hin zum "für immer und darüber hinaus" gehen.

Grüße
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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon deltaxp » 2. Feb 2012, 17:08

das liegt nur weil wir dank der inflation auf einem sehr niedrigen entropiewert begonnen haben die nun halt ansteigt. damit haben offene systeme wie leben zb die möglichkeit die entropiedifferenzen zu nutzen für strukturbildung. essen mit niedriger entropie kommt rein, naja und was rauskommt hat schon recht hohe entriopie.

letzlich leben wir von der entropiedifferenz durch die sonne. wir kriegen energie mit geringer entropie (T=6000 Grad) und geben die gleiche wärmemenge (sonst würden wir uns aufheizen oder abkühlung) mit viel höherer entropie ab T=0 grad oder so, keine ahnung was so die durchschnittstemperatur macht. die entropie differenz ist der motor der dynamik hier am laufen hält, und von der leben wir und nutzen die für strukturbildung. das ist nicht so mystisch.

wohin die reise der intellgenz geht ist in der tat reine spekulation.
tendenzios neigen exponentiell wachsende systeme dazu irgendwann zu kollabieren. da befinden wir uns mit dem rein auf wachstum und profit ausgelegten kapitalismus immo auf nen guten weg hin.

aber es muss gar nicht sein, dass sich ne zivilisation unbedingt auslöscht. die zivilisation kann irgendwann selbst in der lage sein evolution zu spielen und sich verändern zu ganz anderen formen von intelligenzen. die vielleicht soweit weg sind von unserem verständnis (und wir von deren) dass wir sie gar nicht erkennen (und sie uns auch gar nicht erkennen oder gar kein interesse haben uns kennenzulernen, da sie dieses statdium schon vor langer langer zeit durchlaufen haben)

auch auf diesem zweiten weg, gibt es ergo nur ein kommunikationsfenster für eine gewisse zeit, die im vergleich zu kosmischen skalen winzig ist.

oder was ist, wenn es zb lebensformen gibt bei den der gedanke ich bin in jahrhunderten (zb leben auf kalten welten mit flüssigem methan als lösungsmittel, da läuft alles sehr viel langsamer ab als bei uns). das wäre einer kommunkation auch nicht gerade förderlich^^
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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon belgariath » 4. Feb 2012, 13:55

astronews.com hat geschrieben:Astronomen haben um einen nur 22 Lichtjahre entfernten Stern einen möglicherweise lebensfreundlichen Planeten entdeckt. Es dürfte sich dabei um den bislang besten Kandidaten für eine Welt handeln, auf der es flüssiges Wasser geben könnte. Der Fund zeigt nach Ansicht der Forscher, dass sich lebensfreundliche Welten um deutlich mehr Sterne bilden können als zuvor angenommen.

http://www.astronews.com/news/artikel/2012/02/1202-004.shtml
Okay, von Leben ist hier noch keine Rede, aber interessant finde ich das schon, dass mehrere Planeten um einen Stern kreisen, der wiederum um zwei andere Sterne kreist. Und dass alle drei Sterne metallarme "Minisonnen" sind.
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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon gravi » 4. Feb 2012, 19:14

Das ist doch schon immer mein Reden gewesen: Wer glaubt denn heute noch, dass die Erde etwas Einmaliges ist? Ausgerechnet dieses kleine Staubkorn irgendwo in einem uninteressanten Außenbereich einer durchschnittlichen Galaxie...

Wenn wir die richtigen Beobachtungsmethoden hätten, dann wären uns garantiert Hunderte von erdähnlichen Planeten bekannt. Und zwar alle in habitablen Zonen!
Danke für den Link!

Gruß
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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon Frank » 5. Feb 2012, 02:54

belgariath hat geschrieben:
astronews.com hat geschrieben:Astronomen haben um einen nur 22 Lichtjahre entfernten Stern einen möglicherweise lebensfreundlichen Planeten entdeckt. Es dürfte sich dabei um den bislang besten Kandidaten für eine Welt handeln, auf der es flüssiges Wasser geben könnte. Der Fund zeigt nach Ansicht der Forscher, dass sich lebensfreundliche Welten um deutlich mehr Sterne bilden können als zuvor angenommen.

http://www.astronews.com/news/artikel/2012/02/1202-004.shtml
Okay, von Leben ist hier noch keine Rede, aber interessant finde ich das schon, dass mehrere Planeten um einen Stern kreisen, der wiederum um zwei andere Sterne kreist. Und dass alle drei Sterne metallarme "Minisonnen" sind.


Naja,bei genauerem hinsehen,ist die Aufregung nicht gerechtfertigt.

http://www.scienceblogs.de/astrodicticu ... ererde.php


Von Seeker


Was mir zur Evolution noch einfällt:

Sie scheint einen Hang zum Höherentwickeln zu haben, zur Komplexität - und man sollte einmal genauer darüber nachdenken, was das bedeutet.
Was ich meine ist: Aus Einzellern können evolutionär irgendwann komplexere Lebewesen wie die Menschen entstehen - aber aus Menschen werden sich niemals Einzeller entwickeln.
Die Evolution scheint im großen Rahmen gesehen nur eine Richtung zu kennen... und wenn man mal über das Leben hinausblickt und sich anschaut, was das Universum als Ganzes bisher tat, nämlich überall aus Strukturlosigkeit Inseln der Struktur zu bilden, dann kann man schon ins Grübeln kommen.


Die Natur macht nichts anderes was wir Menschen auch ständig tun.(Wie auch,schlieslich sind wir ja ein Teil davon).Da wird rationalisiert,komplette Projekte (Lebensformen)vernichtet,Ideen überworfen und ständige Anpassung.
Darum muss ich auch immer lachen wenn Menschen den Kapitalismus ,als die Geisel angesehen wird,die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt.Nur wenige verstehen das der Kapitalismus nicht nur die Idee des Menschen ist,sondern im Grunde Natur pur.
Es kann nur eine Richtung geben und das hat Seeker vollkommen richtig erkannt,daß ist weg vom Einzeller.
Die Natur versteht gar keinen Spaß,
sie ist immer wahr, immer ernst, immer strenge; sie hat immer Recht,
und die Fehler und Irrtümer sind immer die des Menschen!
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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon deltaxp » 6. Feb 2012, 13:30

belgariath hat geschrieben:Der Mensch hat (zumindest in den Industrienationen) die Evolution ausgeschaltet. Durch Medizin und Sozialstaatlichkeit gilt nicht mehr das "survival of the fittest", sondern auch Menschen, die in der wilden Natur aufgrund mangelnder Fähigkeiten nicht überlebensfähig wären, pflanzen sich fort und vervielfältigen somit ihr Erbgut.
(Das soll auf keinen Fall als Argument gegen Sozialsystem und medizinische Versorgung verstanden werden.)


das ist zum grossen teil richtig. evolution heisst anpassung an sich verändernde umweltbedingungen. wir passen uns nicht der umwelt an, sondern die umwelt an uns.

aber so ganz vorbei ist es dennoch nicht: die letzte anpassung gab es vor etwa 10000 jahren, die milchverträglichkeit im erwachsenen-alter. das war in den nordländern ein riesenvorteil um stark und kräftig ausm winter zu kommen, wenn man tiermilch in der kalten jahreszeit verdauen konnte. da die adaption so frisch ist gibt es nicht umsonst relativ häufig die laktose-unverträglichkeit. dies wird sich allerdings auch nicht ändern. da dies hier kein ausschlusskriterium aus der evolution länger ist. genetisch gesehen, waren die steinzeit/bronzezeit-menschen in der tat gesünder
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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon gravi » 6. Feb 2012, 19:58

Interessant, wohin sich manchmal Themen entwickeln... :wink:

Aber egal, darf ich in diesem Zusammenhang einmal die Frage in den Raum stellen:
Könnte es nicht sein, dass die Menschen (zumindest in den Industrienationen) die Evolution auf eine gewisse Weise ausgeschaltet haben - oder sie gar rückläufig werden lässt?

Ich denke hier jetzt z.B. an die heute fast zum Standard gewordenen Spätschwangerschaften. Bei Frauen so um die 40 ist die Erstgeburt immer ein Risiko und die Zahl der Kinder, die normalerweise gar nicht lebensfähig zur Welt kommen, steigt ständig.
Das aber nur als ein Beispiel. Durch unsere moderne Medizin können wir heute Leben erhalten, was noch vor 100 Jahren undenkbar war (ich bin natürlich froh darüber, dass es uns heute in dieser Hinsicht so gut geht!).
Letzten Endes meine ich damit, dass wir die natürliche Auslese ausgeschaltet haben, die doch eigentlich Grundlage der Evolution ist.

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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon positronium » 6. Feb 2012, 20:07

gravi hat geschrieben:Letzten Endes meine ich damit, dass wir die natürliche Auslese ausgeschaltet haben, die doch eigentlich Grundlage der Evolution ist.

Würde ich nicht unbedingt sagen, weil sich die Weibchen ja doch zur Paarung die ihnen genehmen Männchen aussuchen. Was aber m.M.n. durchaus stimmen könnte ist, dass die genetische Selektion nicht mehr so schnell von statten geht.
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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon Andreas1966 » 6. Feb 2012, 21:17

gravi hat geschrieben:Könnte es nicht sein, dass die Menschen (zumindest in den Industrienationen) die Evolution auf eine gewisse Weise ausgeschaltet haben - oder sie gar rückläufig werden lässt?


Im Prinzip schon, allerdings sind wir die erste Art, welche im Gegenzug dazu die eigene Genetik bewußt in die progressive Richtung beeinflussen könnte, was jedoch aus ethischen Gründen indiskutabel ist.
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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon seeker » 6. Feb 2012, 23:02

Ach ja, die Materialisten...

Evolution ist doch nicht nur auf die Biologie begrenzt!
Seit mindestens 10.000 Jahren erleben wir z.B. eine kulturelle Evolution.
Mit "Kultur" meine ich dabei nicht nur irgendwelche alte Bauwerke, Musik und Gemälde, etc., wie jetzt vielleicht mancher denkt.
Mit Kultur meine ich "das, was den Menschen erst zum Menschen macht":
Es geht dabei um Sprache, soziale Interaktion, Normen, Gedanken, Geschichten - ganz allgemein um den menschlichen Geist, um unser Bewusstsein, um das, was wir erst durch unsere Umwelt erlernen, was wir erst durch unsere (menschliche) Umwelt WERDEN.

Unser Geist ist allein auf Basis unserer Biologie undenkbar.
Die Biologie schaffte nur die Grundlage, die Möglichkeit für die Entwicklung unseres Geistes.
Auf dieser Grundlage erfuhr der Mensch bei praktisch konstanter Biologie eine weitere Stufe der Evolution: eine kulturelle, also geistige Evolution.

Dass dies zum Mensch-werden unabdingbar war, kann man schon daran sehen, dass ein isoliertes Baby weder sprechen noch laufen noch denken (in unserem Sinne) lernt.
Der Mensch kommt nicht mit menschlichem Bewusstsein auf die Welt, sondern mit der Möglichkeit zum menschlichen Bewusstsein, er entwickelt es erst (wenn alles gut geht) durch die Interaktion mit seinen Mitmenschen. Geist ist ansteckend!
Der heutige Mensch unterscheidet sich in seinem Bewusstsein und Geist ganz erheblich von den Wesen vor 100.000 Jahren.


Außerdem:
Es gibt einge Anzeichen dafür, dass wir nach der physikalischen Evolution, der chemischen Evolution, der biologischen Evolution und der kulturellen Evolution gerade am Anfang eines weiteren Evolutionssprunges stehen: der technischen Evolution, der extremen Vernetzung, der Evolution der Computer und KIs und der Evolution hinein in eine Cyberwelt oder in eine vermischte Cyber-Real-Welt, in der so manche altbekannte Grenzen verschwimmen werden.
Wo das hinführen wird, vermag sich heute noch keiner vorzustellen - und es ist und bleibt sowohl faszinierend als auch beängstigend.
Quo vadis?

Was dabei noch bemerkenswert ist:
Die Evolutionsgeschwindigkeit scheint sich mit jedem Schritt beschleunigt zu haben und scheint weiterhin schneller und schneller zu werden.
Eine ausgesprochen seltsame Welt ist das, in der wir hier leben...

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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon gravi » 7. Feb 2012, 19:50

@seeker:
Du hast mit allem Recht, was Du aufgeschrieben hast.

Ich meinte aber tatsächlich die biologische Evolution.
In mancher Hinsicht schreitet sie ja voran, das ist unbestritten. Zumindest können wir Veränderungen beobachten:
Einsteins Theorien werden heute von sehr vielen Menschen verstanden, zu seiner Zeit war das ganz anders! Allerdings ist Bildung heute auch viel mehr Menschen zugänglich als früher. Es gibt jedoch auch unzählige, die das nicht nutzen.
Jedenfalls kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Bildung der "Masse" immer mehr nachlässt...

Heute sind die Menschen auch deutlich größer als sie es früher einmal waren. Das kann vielleicht an der besseren Ernährung liegen - aber eine Weiterentwicklung ist das durchaus.

positronium hat geschrieben:Würde ich nicht unbedingt sagen, weil sich die Weibchen ja doch zur Paarung die ihnen genehmen Männchen aussuchen. Was aber m.M.n. durchaus stimmen könnte ist, dass die genetische Selektion nicht mehr so schnell von statten geht.

Ob Deine erstere Aussage stets und immer zutrifft lasse ich mal dahin gestellt. Viele scheinen es jedenfalls nicht so genau zu nehmen, denke ich an die Bevölkerungsexplosion auf diesem Planeten. Inzwischen müssen wir 7 Milliarden von uns ernähren, zum Ende des Jahrhunderts werden es doppelt so viele sein. Da kann ich doch nur annehmen, dass es in manchen Bevölkerungsschichten ziemlich bunt hergehen muss, um es mal ganz vorsichtig zu formulieren. Vielleicht mag ja diese potenzierte Zunahme der Menschheit der (biologischen) Evolution dienlich sein, ob daraus aber eine Verbesserung resultiert ist zweifelhaft.

In diesem Zusammenhang muss man vielleicht auch noch die Genmanipulation erwähnen - ich könnte mir vorstellen, dass hier künftig noch einiges zu erwarten ist.

Gruß
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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon seeker » 8. Feb 2012, 01:23

Es geht nicht nur um Bildung. Was ich meine ist viel tiefgreifender. Es geht u.a. auch um grundlegende Schlüsseleigenschaften des Menschen, wie Kreativität, Phantasie, Empathie, Intuition, Agilität, etc. und um Schlüsseleigenschaften, die erst in Gesellschaften/Zivilisationen auftauchen ...aber lassen wir das.
(Ganz nebenbei noch: Natürlich ist auch all unsere Wissenschaft ein Produkt unserer Kultur.)

Zu deiner Frage:
Es sieht mir (aus den von mir dargestelleten Gründen) danach aus, dass sie biologische, natürliche Evolution des Menschen an einem Endpunkt angekommen ist. Sie ist irrelevant, belanglos geworden, da andere, tiefgreifende Evolutionen heute viel schneller ablaufen. Da kommt die langsame biologische Evolution nicht mehr mit. Daher geht deine Frage für mich ein wenig am eigentlich Interessanten vorbei.
Das einzige Szenario, in dem die biol. Evolution noch einmal interessant werden könnte, wäre, wenn wir einen Niedergang des Menschen und seiner Kulur erleben würden, wenn wir geistig noch einmal in der Steinzeit landen würden (z.B. aufgrund einer Katastrophe) - aber nein, selbst dann wäre eine erneut beginnende kulturelle Evolution so schnell, dass sich in dieser Zeit nichts Wesentliches an der Biologie ändern könnte; kleinere Details, ja.

Aber gut, wenn das alles nicht wäre...
... dann fällt mir zuerst ein, dass der Mensch mit seinem monströß großen Kopf in einer biologischen Sackgasse steckt, denn größer werden kann dieser nicht mehr. Die Geburt eines menschlichen Babys ist (wegen dem großen Kopf) schon heute eine sehr heikle und gefährliche Angelegenheit sowohl für das Kind, als auch für die Mutter. Bei den meisten anderen Säugetieren ist das viel einfacher und gefahrloser.

Weiterhin sehe ich, dass Selektion fast nur noch durch sexuelle Selektion stattfindet. Das wird vermutlich nicht ausreichen um den Menschen auf Dauer genetisch gesund zu halten. Da wir das erkennen und beeinflussen können, wird der Mensch sicherlich irgendwann eingreifen bevor die Art degeneriert (entweder für kleine Elite-Gruppen oder großflächig für alle; Stichwort: Gentechnik). Eine gefährliche Degeneration werden wir sicherlich um keinen Preis zulassen wenn es erst einmal um das Überleben der Art geht. Da wird dann alle Ethik hinten angestellt werden.

... aber wie gesagt: Ich glaube nicht, dass das noch relevant werden wird. Die Entwicklung geht m. E. in eine völlig unabsehbare, jedoch viel, viel schnellere Richtung.

Zur Degeneration der Menschheit und zur Unterhaltung empfehle ich auch den kultigen Film "Idiocracy" mal anzusehen.

Es geht in dieser Komödie mit vielen Seitenhieben auf unsere Gegenwart und gehörigem schwarzem Humor um unsere Welt in 500 Jahren.
Dort leben nur noch Idioten. Die Menschheit ist völlig verblödet, weil sich fast nur noch die dummen Leute vermehrt haben.
Man kennst das ja: Er und sie (beide IQ ca. 130, beide Akademiker und um die 30): "Nein, für ein Kind ist es noch zu früh! Das ist eine schwere Verantwortung, die gut bedacht sein will. Außerdem muss ja auch erst einmal alles finanziell abgesichert sein, nicht bei der momentanen Wirtschaftslage, die Karriere geht auch noch vor." usw. Mit 50 haben sie immer noch keins (genauer: sie ist inzwischen Witwe), während der Dumme einfach wild in der Gegend herumvögelt und zahllose Nachkommen zeugt. usw.

Das Zenario ist bei näherer Betrachtung nicht plausibel (warum, kann ich bei Bedarf begründen) aber sehr unterhaltsam, wenn man einen gwissen Humor mag.
http://de.wikipedia.org/wiki/Idiocracy
http://www.youtube.com/watch?v=yXREKUsdbHk

Grüße
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Re: Leben um "Minisonnen" möglich?

Beitragvon gravi » 8. Feb 2012, 19:38

Es ist sicherlich kaum möglich heute ein Szenario aufzuzeigen, wie es in 500 oder mehr Jahren sein wird.
Egal aus welcher Sichtweise man die Evolution betrachtet.

Aufrichtig gesagt möchte ich das auch gar nicht wissen. Eine solche Erkenntnis könnte für unsereins erschreckend sein!
Vermutlich wirst Du Recht behalten, dass die biologische E. einem Endpunkt zustrebt.
Wohin die technische Entwicklung in 500 Jahren führen wird, das würde mich allerdings dann doch interessieren. Vorstellbar ist das leider in keiner Weise.

Gruß
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