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Auswertung neuraler Aktivitäten

Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaftstheorie bzw. -philosophie, Technik
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Skeltek
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Auswertung neuraler Aktivitäten

Beitrag von Skeltek » 4. Mär 2017, 03:22

Hi,

hab mir das fast exakt so bereits seit sicherlich vor 10-20 Jahren vorgestellt und war überascht als ich vor einigen Wochen über folgendes Video gestoßen bin.
Würde mich interessieren ob jemand weiß, wie weit die in dem Bezug wirklich inzwischen sind:
https://youtu.be/QcYjPJcEQIc?t=660
Der interessante Teil wo es gezeigt wird beginnt ab Minute 11.
Das 3 Liter Auto ist ja auch schon 8-12 Jahre früher rum gefahren bevor überhaupt zugegeben wurde, dass es überhaupt möglich sein könnte.
Wollte etwas ähnliches in der Art in eine 3d-Software einbauen, die in meinem Videospiel je nach Reaktion des Spielers die Objekte in Freund und Feind einteilt.
Mir fehlt zwar die Hardware um das funktionsfähig zu machen, aber ich dachte man könnte zumindest mal alles ab der Schnittstelle wo Bild und Informationen übertragen werden durchprobieren und es dann mit sumuliertem Input ausprobieren.
Dass es überhaupt möglich ist die gemessenen Ströme des Gehirns in visuelle Bilder zurückzuwandeln ist auch schon eine nette Diskussion wert.
Gruß, Skel
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Re: Auswertung neuraler Aktivitäten

Beitrag von Pippen » 4. Mär 2017, 04:24

Skeltek hat geschrieben:
4. Mär 2017, 03:22
Dass es überhaupt möglich ist die gemessenen Ströme des Gehirns in visuelle Bilder zurückzuwandeln ist auch schon eine nette Diskussion wert.
Es spricht eben nichts dagegen, unser Hirn als Computer/Maschine zu modellieren. Heute sind wir nah dran, Wahrnehmungsbilder des Hirns zu decodieren, in 50 Jahren können wir das recht präzise und vllt. sogar schon mit Wahrnehmungserinnerungen, in 200 Jahren haben wir wahrscheinlich das gläserne Gehirn (wo man alles und jedes decodieren kann) und in 2000 Jahren werden wir in der Lage sein, extrem viele Leben zu simulieren. So wie man heute bei Spielen wie Schach oder Go ganz viele zufällige Partien spielt (MC-Methode), so wird man dann ganz viele Leben simulieren. Und irgendwann könnte es sein, dass darunter alle vergangene Leben sind. Dann wären wir alle "wiederauferstanden" bzw. es stellt sich die Frage, ob wir nicht bereits in so einer Simulation sind. :)

Freilich sind auch die Gefahren exorbitant, die Atombome wäre ein Silvesterknaller dagegen. Anders als in der Physik werden wir da zukünftig wohl systematisch belogen werden. Es wird mE höchste Zeit, dass der Mensch in den Kosmos vorstößt, um sich zu verteilen und das Risiko zu streuen. Wenn wir erst Skynet-AI, Kernfusion und Gehirntransparenz haben, dann wird irgendjemand verdammt viel Macht haben und wenn dann alles noch auf der Erde ist, wird's eng.

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Re: Auswertung neuraler Aktivitäten

Beitrag von Skeltek » 4. Mär 2017, 14:11

Hab nicht Angst vor der neugierigen AI, sondern vor dem Unmensch, welcher das Kind erzieht.

Aber ich denke so eine Apparatur zum Auswerten von Bildern und Assoziazionen muss auf jede Person zugeschnitten werden, da eben doch das Gehirn dynamisch Areale gewissen Funktionen"lernordnet".
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Re: Auswertung neuraler Aktivitäten

Beitrag von Pippen » 8. Mär 2017, 01:38

Skeltek hat geschrieben:
4. Mär 2017, 14:11
Hab nicht Angst vor der neugierigen AI, sondern vor dem Unmensch, welcher das Kind erzieht.
Wenn die AI uns überlegen ist, dann spielt es keine Rolle, wer sie "erzieht", denn dann wird sie selbständig denken lernen und sich auch in Kernbereichen umprogrammieren können, wenn sie will. Die Angst vor AI ist definitiv begründet, nur uns geht es nichts an, auch nicht unsere Kinder oder Enkel, aber alles nach 2100 sollte - wenn es so weiter geht - besser einen guten Masterplan haben. Wäre aber irgendwie auch gute Ironie, wenn die Spezies Mensch durch ihre eigene Kreation ausgelöscht würde^^.

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Re: Auswertung neuraler Aktivitäten

Beitrag von Skeltek » 9. Mär 2017, 00:41

Danach wird es den Maschinen irgendwann genauso gehen wie den Menschen nachdem die Vergangenheit als unwichtig vergessen wurde und die sich noch weiter entwickeln:
Mensch/AI: "Wo komme ich her? Warum bin ich da? Was ist der Sinn meines Lebens?"
Stimme aus dem Nichts: "Du wurdest zum Sch... schippen und als Sklave konstruiert..."

Hab übrigens neulich abend den Film "Transcendence" ab Minute 30 gesehen. War ganz nett gemacht :-)

Aber zum Thema "Erziehung":
Klar, das kann ein Mensch auch, aber seinen Kern oder sein Wesen im Innersten zu ändern ist immer schwerer umso weiter man sich bereits auf dem Fundament entwickelt hat. Sowas macht größtenteils den "Charakter" aus... aber wieviele haben schon gesagt: "Ich wäre gerne weniger introvertiert, fleißiger und würde gerne meine Ängste loswerden..." - daraus wird nix so leicht!
Vorher springt ein lebloses Stück Metal freiwillig und selbstständig von der Schaufel in den Schredder. Umso größer das Stück Metal ist, umso unwahrscheinlicher ist es, dass sich plötzlich alle Atome gleichzeitig nach oben bewegen. Fast genauso unwahrscheinlich ist es, dass ein neuronales Netz oder AI sich plötzlich charakterlich völlig umpolt.
Dazu müsste es völlig gewaltsam gegen sein eigenes Wesen, seine Natur und seine eigene Existenz vorgehen und gezielt das vernichten, was es gelernt hat und seine eigene Lernroutinen ignorieren.
Eine AI lebt davon, dass sie die Verbindungen verstärkt, welche positiv erlernt wurden und die abbaut, welche negativ waren. Sie wird nicht plötzlich auf die Idee kommen, die neuralen Verbindungen, welche am tiefsten sitzen und auf denen alles aufbaut auf einmal weg zu werfen und zu ersetzen.

Microsoft arbeitet gerade an einer AI namens DeepCoder, die ihren eigenen Quellcode umschreiben und ersetzen kann, allerdings kann sie selbst praktisch nichts lernen und klaut nur von anderen bereits existierenden Programmen unkontrolliert Bruchstücke, Funktionen und Quellcode-Schnipsel und baut sie in sich ein, wenn sie sie für besser hält als die eigenen. Letzten Endes kriegt es Microsoft nicht auf die Reihe. Das Teil bleibt dümmer als die Programme von denen es klaut und kann nicht wirklich beurteilen, ob die fremden Code-Stücke besser sind als die eigenen (das kann man ja auch nur im Kontext entscheiden, wenn man bereits über das Verständnis hinaus ist).
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