Nein, du konstruierst keine weiteren Felder aus der Metrik. Die Metrik ist „nur“ das Gravitationsfeld, daraus kannst du Abstände, Winkel, Krümmung etc. berechnen. In der Schleifenquantengravitation gibt es keine weiteren Teilchen, es ist zunächst eine reine Theorie der Quantengravitation. Du kannst jedoch zusätzliche Felder einführen, die dann Teilchen beschreiben, aber das ist hier (noch) nicht das Thema.RonnyRockel hat geschrieben:die einsteinsche feldgleichung bestimmt wie die metrik auszusehen hat. wenn ich die metrik habe kann ich felder daraus konstruieren. was für felder sind das, jetzt mal anschaulich gesprochen, sidn das schon die teilchen oder ist das "nur" das gravitationsfeld?
Nicht um eine spezielle Form, sondern um eine klassisch absolut äquivalente Formulierung. Allerdings bietet sie im Zuge der Quantisierung „technische Vorteile“, sie erlauben es nämlich, den Formalismus der Eichsymmetrie zur Anwendung zu bringen, der aus den Quantenfedtheorien Quantenelektrodynamik, Quantenchromodynamik und Quantenflavordynamik (GSW-Theorie der erlektroschwachen WW) bekannt und gut verstanden sind.RonnyRockel hat geschrieben:die ashtekar variablen sind rein klassisch ja? da ist noch ncihts quantenmechanisches passiert, und sie sind auch absolut allgemein oder? d.h. es handelt sich um eine art umformulierung der ART, oder besser gesagt um eine spezielle form der ART (nämlich mit diesen speziellen variablen), ja?
Ich habe versucht, das zu erklären. Du definierst in jedem Punkt der Raumzeit ein Koordinatensystem. Dazu benötigst du drei Vektoren (die du mit m=1..3 nummerierst) von denen jeder drei Komponenten hat (die du mit a=1..3 nummerierst). Der zusätzliche Index kommt also daher, dass du dieses zusätzliche Koordinatensystem einführst. Daraus kannst du übrigens die Metrik rekonstruieren, d.h. dieses Koordinatensystem ist fundamentaler. In der klassischen ART ist diese Formulierung optional, sobald man aber Spin-1/2 Teichen einführt, ist eine derartige Formulierung zwingend! Die Ashtekar-Variablen sind eine spezielle Form dieses Formalismus, es gibt nämlich noch einige Freiheiten.RonnyRockel hat geschrieben:woher kommt dann dieser neue index...
Ja, zunächst quantisierst du die Ashtekar-Variablen A und E, d.h. Felder, die die Geometrie der Raumzeit beschreiben. Allerdings werden in der Folge noch einige Umformulierungen durchgeführt, wenn man die Theorie teilweise lös, d.h. auch die Ashtekar-Variablen sind noch nicht die fundamentalen Objekte in der LQG.RonnyRockel hat geschrieben:und wie geht da die quantisierung von statten? was quantisiere ich denn dann? die ashtekar variablen?
Aus dem Dreibein kann die Metrik der 3-Mannigfaltigkeit rekonstruiert werden; der Zusammenhang beschreibt (grob gesprochen), wie die Koordinatensysteme in benachbarten Punkten gegeneinander verdreht sind; das hat etwas mit der Krümmung der 3-Mannigfaltigkeit zu tun.RonnyRockel hat geschrieben:was wird denn durch die ashtekar variablen überhaupt beschrieben? das dreibein-feld scheint ja die struktur des raumes also die krümmung und so weiter zu beschreiben, also wo sich punkte befinden und der zusammenhang verbindet gewissermaßen die punkte, d.h. er sagt mir wie ich von einem punkt zu dem anderen "laufen" muss (wie oft ich mich drehen muss etc.).
Die Eichfreiheit besteht darin, dass du die Koordinatensysteme, also die Dreibeine in jedem Raumzeitpunkt beliebig festlegen kannst. Wenn du normalerweise ein Koordinatensystem (in deinem Wohnzimmer) wählst, dann legst du die Bedeutung der Richtung in jedem Punkt deines Wohnzimmers identisch fest („rechts“ bedeutet überall dasselbe). Die lokale Eichtheorie besagt nun, dass du diese Wahl in jedem Punkt beliebig treffen kannst. Nun hast du natürlich das Problem, dass die Bedeutung von „rechts“ an jedem Punkt eine andere ist. Das Eichfeld A erlaubt es nun, eine Vorschrift einzuführen, wie sich ein Koordinatensystem von einem zum anderen Punkt verändert, so dass man die Richtung von Vektoren doch wieder vergleichen kann.RonnyRockel hat geschrieben:und wo ist da die eichtheorie? was genau wird da geeicht? … damit habe ich also eine wahl, ich kann etwas eichen, also beliebig festlegen.
Genau so wie du sagst. Die klassische Elektrodynamik (nach Maxwell) Ist ebenfalls eine Eichtheorie, allerdings „lebt“ die Symmetrie nicht in der Raumzeit, sondern auf einem „Kreis“, den man sich zu jedem Raumzeitpunkt hinzudenken darf; auf diesem Kreis lebt eine Phase, d.h. eine Winkelvariable. Diese wird anstatt des Koordinatensystems gedreht.RonnyRockel hat geschrieben:ist eine eichtheorie prinzipiell auch noch klassisch? und die quantisierung einer eichtheorie fällt nur einfacher oder wie ist das?
Weyl versuchte, die Eichsymmetrie auf den Begriff länge anzuwenden; das erwies sch tatsächlich als nicht tragfähig. Es gibt aber nicht DIE Eichtheorie, sondern es handelt sich dabei um eine große Klasse von Theorien, die sich im Allgemeinen wie folgt formulieren lassen:RonnyRockel hat geschrieben:und dann habe ich bei wikipedia gelesen:Weyl entdeckte die Eichinvarianz zunächst in der Elektrodynamik und versuchte durch Anwendung des Prinzips auf Einsteins allgemeine Relativitätstheorie die Elektrodynamik und die Gravitation zu einer Theorie zu vereinigen. Die daraus resultierende Theorie erwies sich jedoch als falsch.
darum geht es ja hier gerade nicht wahr? ist dieser ansatz nun falsch oder ist er nur noch nicht "zuendegedacht"
Man nehme die Symmetrie eines Raumes (z.B. Drehungen, es gibt allerdings auch andere Formen). Man führe Vektorfelder (oder Spinorfelder) ein, die sich unter dieser Drehung eben wie Vektoren drehen; man lasse Drehungen zu, die in jedem Punkt der Raumzeit beliebig gewählt werden dürfen (man spricht deswegen auch von lokalen Eichsymmetrien); man führe ein Eichfeld ein, das den Effekt dieser Drehungen kompensiert.
Wir werden später sehen, wie man auf Basis der Ashtekarvariablen die Quantisierung tatsächlich durchführt …

