Hallo, mich gibt's noch.
Ich bin im Rahmen eines Seminarvortrages auf eine Frage gestoßen, die eigentlich sehr grundlegend und sehr einfach zu formulieren ist, zu der ich allerdings noch keine befriedigende Antwort gefunden habe. Es geht um folgendes:
Einige Theorien gehen davon aus, dass es im sehr frühen Universum, kurz nach dem Big Bang keine Ruhemasse gab, d.h. dass der Higgs-Mechanismus erst kurz nach dem Big Bang einsetzt und davor alle Teilchen masselos sind. Wenn dies so ist, dann soll es unmöglich sein, Zeit zu messen, weil es keine (nichtmal theoretische) Möglichkeit gibt, eine Uhr zu bauen.
Warum? Naja, wenn es Ruhemasse gäbe, dann könnte man via E=mc² und E=hv jedem Teilchen mit Ruhemasse eine Frequenz zuordnen und erhält so eine Zeitskala. D.h. was man tun würde, wäre, sich in das Ruhesystem des Teilchens zu setzen und dann das inverse der zugehörigen Frequenz als eine Zeiteinheit (einen 'tick' einer Uhr) zu definieren. So hätte man eine sinnvolle Art gefunden, eine Zeitskala zu definieren. Da die Ruhemasse verwendet wird, hängt diese Methode nicht vom Bezugssystem ab.
Das ist die gängige Argumentation.
Meine Frage:
Fällt jemandem ein gutes Argument ein, warum ich bei masselosen Teilchen nicht irgendwie anders eine Uhr bauen kann? Immerhin haben die auch eine Frequenz. Diese hängt zwar vom Bezugssystem ab, aber warum genau macht das was?
Ich kann mich zwar nicht ins Ruhesystem eines Photons setzen, aber ich könnte mich einfach in irgendein Bezugssystem setzen, mir dann irgendein Photon aussuchen und dann das inverse dessen Frequenz als ein 'tick' definieren. Jemand anderes in einem anderen Bezugssystem wird dann zwar eine andere Frequenz sehen, aber wenn er seine relative Geschwindigkeit zu mir kennt, kann er die ja umrechnen.

