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Die Sache mit dem Holz

Allgemeine physikalische Fragestellungen, z.B. Newtonsche Mechanik, Elektrodynamik, Thermodynamik...
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Frank
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Die Sache mit dem Holz

Beitrag von Frank » 7. Okt 2017, 13:06

Habe eben, bei dem herbstlichen Wetter, unsren Kaminen angeschmissen.
Natürlich weiß ich seit Kindesbeinen, dass ich mit Anfeuerholz, also kleinem Holz beginnen muss. Warum tue ich mich mit dem anzünden von größeren Stücken denn so schwer ?
Holz ist Holz und Feuer ist Feuer.
ich kann mir schon denken das es wohl etwas mit der Energiemenge und der Masse zu tun hat.
Leider kann ich mir es halt nicht erklären, oder formulieren.
Die nächste Frage lt. dann, ist eine kleine Flamme nur fähig eine Masse wie Holz, nur bis zu einer gewissen "Masse" zu entzünden und ist ein guter Brandschutz dann einfach eine große Masse?
Oder ist das einfach nur Mist, was mir da im Kopf rumgeht?
:wn: :sp:
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Re: Die Sache mit dem Holz

Beitrag von seeker » 7. Okt 2017, 13:26

Die Sache ist die:
Wenn Holz verbrennt, verbrennt eigentlich nicht das Holz direkt, sondern die Gase, die dem Holz entweichen. (Deshalb sieht man dann Flammen.)
Damit diese Gase entstehen (das ist eigentlich ein Pyrolyseprozess), muss das Holz heiß sein, wenn es genügend heiß ist enstehen Gase, entzünden sich und heizen dann das Holz weiter auf, wodurch noch mehr brennbares Gas entsteht, der Prozess ist dann erst einmal stabil und wir haben ein Feuer mit Flammen.
Erst ziemlich am Ende verbrennt dann auch der durch die Pyrolyse entstandene Kohlenstoff (die Holzkohle). Kohlenstoff verbrennt aber eigentlich flammenlos (die Oxidation erfolgt direkt im Feststoff (-> Glut), da Kohlenstoff bei den herrschenden Temperaturen immer noch fest ist). Deshalb eignet sich Holzkohle besser zum Grillen.

Also (vereinfacht): Holz + Hitze -> brennbare Gase + Zwischenprodukte --mehr Hitze+Zeit--> mehr brennbare Gase + Kohlenstoff
Brennbare Gase verbrennen zuerst, dann der Kohlenstoff

Wenn man Holz anzünden will, muss man es wie gesagt erhitzen, je kleiner dabei das Holzstück ist, desto leichter geht das, weil kleine Massen leichter und schneller erhitzt und durcherhitzt werden können als große. Außerdem ist die Oberfläche bei kleinen Holzstückchen im Verhältnis zur Masse bzw. dem Volumen größer. Gase können aber nur über die Oberfläche entweichen und dort dann verbrennen. Also ensteht bei kleinen Holzstückchen wegen der verhältnismäßig größeren Oberfläche im Verhältnis mehr Gas als bei großen Brocken und sie können leichter entzündet werden, verbrennen aber auch schneller.
Grüße
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Re: Die Sache mit dem Holz

Beitrag von Frank » 7. Okt 2017, 13:38

Danke :well: :sup:

War wohl wieder einfacher als ich dachte , aber wer außer ich( :mrgreen:) frägt bei solch alltäglichen Dingen schon nach.....
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Re: Die Sache mit dem Holz

Beitrag von Herr5Senf » 7. Okt 2017, 13:46

Im anderen Faden reden wir über Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Umweltschutz
und hier über altertümliche Kamine, die Nachbarn zu ärgern :wn:
mein Kumpel schmeißt fast jeden Tag den Feuerkorb an, Weltraum heizen.

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Re: Die Sache mit dem Holz

Beitrag von Frank » 7. Okt 2017, 13:58

Herr5Senf hat geschrieben:
7. Okt 2017, 13:46
Im anderen Faden reden wir über Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Umweltschutz
und hier über altertümliche Kamine, die Nachbarn zu ärgern :wn:
mein Kumpel schmeißt fast jeden Tag den Feuerkorb an, Weltraum heizen.

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Du glaubst doch nicht allen Ernstes das ich meinen Kamin hergebe. Das ist was fürs Herz und Gemüt und außerdem ist es mein Holz, aus meinem Wald der immer wieder nachwächst. ;a
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Re: Die Sache mit dem Holz

Beitrag von Dares » 7. Okt 2017, 14:46

Das Prinzip scheint ja ähnlich zu sein wie bei einer Kerze. Da verdampft das Wachs und entzündet sich dann.

Aber um nochmal beim Holz zu bleiben: Das Holz setzt also Gase frei oder verdampft und dieser Dampf oder Gas entzündet sich dann.
Aus was besteht denn das Gas? Demnach müsste es ja Kohlenstoff in einem anderen Aggregatzustand sein. Also von
Kohlenstoffgas habe ich noch nie was gehört. ??

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Re: Die Sache mit dem Holz

Beitrag von Herr5Senf » 7. Okt 2017, 15:40

Frank hat geschrieben:
7. Okt 2017, 13:58
Du glaubst doch nicht allen Ernstes das ich meinen Kamin hergebe. Das ist was fürs Herz und Gemüt ...

Siehste, ich hör nicht auf zu rauchen, auch wenn alle erzählen "ist schlimm", seit längerem am liebsten unbeobachtet.
Psychologen nennen sowas "soziale Pause" wie Käffchen und Bier :beer: , unsere Altforderen haben das als Selbstverständlichkeit akzeptiert.
Es hat keiner gestört oder dumm angelabert, der andere war ja "beschäftigt", und jeder wollte das für sich genauso ohne Belehrungen haben.
Die neueren politischen Aktivitäten und Verbote engen diese netten kleinen Freiheiten ein und führen zu mobbingartigen Zuständen, weil sich
einige Gruppierungen immer als die Besseren fühlen und aufspielen, wenn sie einen "Gegner" sehen, darf man ja "offiziell bekehren".
Manche vermuten schon wegen des angegrünten schutzbefehlenden Gehabes andere Krankheitsbilder, aber nicht weniger Kranke.

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Re: Die Sache mit dem Holz

Beitrag von seeker » 7. Okt 2017, 16:39

Holz verbrennen ist praktisch klimaneutral, wenn man nachhaltige Hozwirtschaft betreibt, weil es nachwächst und dabei dieselbe Menge an CO2 aus der Luft entnommen wird, die beim Verbrennen abgegeben wird.
Dares hat geschrieben:
7. Okt 2017, 14:46
Das Prinzip scheint ja ähnlich zu sein wie bei einer Kerze. Da verdampft das Wachs und entzündet sich dann.
Ganz genau. Es brennen bei einem Brand fast immer nur die durch die Hitze produzierten Gase, sei es nun Wachs oder Öl oder Benzin oder sonstwas.
Flammenlos verbrennen nur so Sachen wie Eisen, Kohlenstoff (wenn man vom CO absieht), usw.
Dares hat geschrieben:
7. Okt 2017, 14:46
Aus was besteht denn das Gas? Demnach müsste es ja Kohlenstoff in einem anderen Aggregatzustand sein. Also von
Kohlenstoffgas habe ich noch nie was gehört. ??
Fragst du Sachen... :)
Das entstehende brennbare Gas besteht aus Wasserstoff, Methan, den unterschiedlichsten Kohlenwasserstoffen, verdampfenden Harzen, Abbauprodukten durch die Erhitzung und chemischen Reaktionen im Holz (dabei werden Moleküle gespalten, kleinere Moleküle haben einen geringeren Siedepunkt), entstehenden ölartigen und teerartigen Produkten, Abbauprodukten durch zunächst teilweise Oxidation (z.B. Kohlenmonoxid), usw.
Wasser im Holz geht auch als (unbrennbares) Gas raus, das stört aber nur den Verbrennungsvorgang, deshalb brennt trockenes Holz besser als feuchtes.

Mit solchen Gasen kann man sogar Auto fahren:
https://de.wikipedia.org/wiki/Holzgas

Pyrolyse:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pyrolyse

Das Verbrennen von Holz ist keine echte Pyrolyse, weil Sauerstoff außen herum anwesend ist, aber es finden beim Verbrennen dennoch Pyrolyseprozesse statt, direkt im Holz ist ja praktisch kein Sauerstoff.
Grüße
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Re: Die Sache mit dem Holz

Beitrag von Frank » 7. Okt 2017, 17:11

Wie ist es aber dann bei Papier? Das Papier ist ja gepresst und brennt allein wie Zünder.
Wenn man aber ein altes Heft verbrennt, dann geht da das Feuer aus, bzw. es brennen nur die äußeren Blätter und dann ist Schluß?
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Re: Die Sache mit dem Holz

Beitrag von Herr5Senf » 7. Okt 2017, 17:43

Liegt wahrscheinlich an der Papiersorte. Was brennt, ist die Cellulose, dabei entsteht selbst (Lösch-)Wasser.
Die Mindesttemperatur liegt bei 200°, wenn die durch Verdunsten abkühlt, geht's aus.
Außerdem enthalten Papiere Füllstoffe wie Gips und Titanoxid, die nicht brennen, aber heiß gemacht werden müssen.
Ein einzelnes Blatt kriegt genug Sauerstoff und brennt weg, im Stapel brennt's von außen rein und kann ausgehen.
Google mal nach "selbstlöschenden Zigaretten", die sind so gemixt, wenn man nicht zieht, dann ... (Brandschutzvorschrift)

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Re: Die Sache mit dem Holz

Beitrag von Frank » 7. Okt 2017, 17:49

Herr5Senf hat geschrieben:
7. Okt 2017, 17:43
Liegt wahrscheinlich an der Papiersorte. Was brennt, ist die Cellulose, dabei entsteht selbst (Lösch-)Wasser.
Die Mindesttemperatur liegt bei 200°, wenn die durch Verdunsten abkühlt, geht's aus.
Außerdem enthalten Papiere Füllstoffe wie Gips und Titanoxid, die nicht brennen, aber heiß gemacht werden müssen.
Ein einzelnes Blatt kriegt genug Sauerstoff und brennt weg, im Stapel brennt's von außen rein und kann ausgehen.
Google mal nach "selbstlöschenden Zigaretten", die sind so gemixt, wenn man nicht zieht, dann ... (Brandschutzvorschrift)

Tatütata - Dip
Denke deine Erklärungen passen.

So nun ein Bild(Das habt ihr nun davon :mrgreen: )
IMG_20171007_173413_resized_20171007_053634740 (002).jpg
IMG_20171007_173413_resized_20171007_053634740 (002).jpg (64.08 KiB) 266 mal betrachtet
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Re: Die Sache mit dem Holz

Beitrag von gravi » 7. Okt 2017, 18:24

Herr5Senf hat geschrieben:
7. Okt 2017, 13:46
Im anderen Faden reden wir über Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Umweltschutz...
Ist mir piepegal - ich heize seit über 30 Jahren ausschließlich mit (heimischem) Holz (Buche). Es gibt keine angenehmere Wärme. Und klimaneutral ist das obendrein...

Gruß
gravi
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Sir Isaac Newton

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Re: Die Sache mit dem Holz

Beitrag von Dares » 7. Okt 2017, 18:26

:D Ich hoffe Du hast es jetzt schön kuschelig warm und kannst es geniessen wenn das Holz schön knackt und du
eingemummelt in einer Decke liegst und der Geruch von Buche? Ein schöner heisser Tee mit Apfel, Zimt und Vanille
und eine Lieblings Star-Trek-Folge anschauen. Dabei genüsslich gähnen. Also Entspannung pur.

Naja, ich drehe meine Heizung noch nicht an, weil ich Energie und Kosten sparen will. Obwohl es sowieso nichts bringt, da ich
in einem Wohnblock lebe und wenn andere die Heizung aufdrehen ich mit meinem 40%Anteil an den Gesamtkosten sowieso
mitzahlen muss. Gut wäre es wenn man da wirklich eigenverantwortlich handeln könnte, aber das ist in "Wohnkasernen" kaum
möglich.

Dares

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