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Astronomen orten erstmals interstellaren Besucher im Sonnensystem

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Beobachtungen und Physik der Himmelskörper (außer Schwarzen Löchern)
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Frank
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Re: Astronomen orten erstmals interstellaren Besucher im Sonnensystem

Beitrag von Frank » 11. Nov 2017, 21:20

Inwieweit ist diese Arbeit hier noch aktuell? :wn:

http://martin-neukamm.de/leben.html
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Re: Astronomen orten erstmals interstellaren Besucher im Sonnensystem

Beitrag von ATGC » 12. Nov 2017, 08:28

Hallo Frank,

auch wenn es eigentlich nicht in diesen Thread reinpasst - ja, diese Arbeit ist definitiv veraltet. Das letzte Update ist über 12 Jahre alt und die Referenzen im Literaturverzeichnis stammen durchweg aus den 1980er und 1990er Jahren. Inzwischen hat sich viel getan. Darüber kann man sich u.a. hier informieren:

http://www.mdpi.com/journal/life

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Re: Astronomen orten erstmals interstellaren Besucher im Sonnensystem

Beitrag von Frank » 12. Nov 2017, 10:57

ATGC hat geschrieben:
12. Nov 2017, 08:28
Hallo Frank,

auch wenn es eigentlich nicht in diesen Thread reinpasst - ja, diese Arbeit ist definitiv veraltet. Das letzte Update ist über 12 Jahre alt und die Referenzen im Literaturverzeichnis stammen durchweg aus den 1980er und 1990er Jahren. Inzwischen hat sich viel getan. Darüber kann man sich u.a. hier informieren:

http://www.mdpi.com/journal/life
Danke für den Link. ;th
Gibt es auch etwas "brauchbares" in Deutsch? Ich spreche Englisch, aber so fachlich nicht.
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Re: Astronomen orten erstmals interstellaren Besucher im Sonnensystem

Beitrag von seeker » 12. Nov 2017, 20:50

positronium hat geschrieben:
11. Nov 2017, 12:38
seeker hat geschrieben:
7. Nov 2017, 01:21
ATGC hat geschrieben:
3. Nov 2017, 13:05
...Da kommt also noch ein Problem hinzu, das es beim Mars so nicht gibt: Wie beschleunige ich einen Gesteinsbrocken so, dass er sich aus dem Schwerefeld der Sonne entfernt?

Bei den Marsmeteoriten ist das vergleichsweise einfacher: Sie "fallen" nur in Richtung Sonne und treffen dann zufällig die Erde. ...
Es macht keinen großen Unterschied aus, ob du im inneren Sonnensystem weiter nach innen oder weiter nach außen reisen willst. Im einen Fall musst du Drehmoment und kin. Energie loswerden im anderen Fall hinzugewinnen. Eher ist es etwas schwieriger weit nach innen zu kommen.
An dieser Stelle bin ich auch gerade hängen geblieben, und wollte schon fast ähnlich antworten, aber hier ist nicht in erster Linie die kinetische Energie, sondern die Bahn relevant: Man kann ausgehend von einer kreisförmigen Bahn des Planeten annehmen, dass Einschläge Gesteinsbrocken statistisch gesehen in alle Richtungen symmetrisch beschleunigen. Eine solche Gleichverteilung der "aufsummierten" Geschwindigkeitsvektoren bedeutet, dass sehr viele Bahnen mit einer hohen Exzentrizität entstehen, und diese verlaufen natürlich weit überdurchschnittlich innerhalb der Bahn des Planeten - zumindest wenn man davon ausgeht, dass die Gesteinsbrocken eine Geschwindigkeit erhalten, welche deutlich unter der Fluchtgeschwindigkeit aus dem Sonnensystem liegt.
Na ja, ich hatte noch unsere Diskussion im Hinterkopf, wo es darum ging, wie überraschend schwierig es ist von der Erde aus eine Sonde nahe zur Sonne zu bringen oder sie dort gar reinstürzen zu lassen.
Ich denke bei unseren Impaktzenario spielt es auch eine wichtige Rolle, wo so ein Impakt stattfindet, der Material herausschleudert:
Findet er auf der Seite statt, die in Bahrichtung liegt (1.), dann addiert sich die Bahngeschwindigkeit des Planeten, auf der anderen Seite substrahiert sie sich (2.).
Allgemein wird das meiste Material eh wieder auf den Planeten herabregnen, aber das, welches entkommt, wird wohl bei 1. eher weiter nach außen im Sonnensystem kommen und bei 2. eher weiter nach innen.
Ich stimme aber zu, dass der Weg nach innen wegen den möglichen Bahnen und Exzentrititäten der wohl häufigere ist, aber nicht der ausschließliche: Es gibt heute auch genügend Material auf dem Mars, das von der Erde stammt.
Grüße
seeker


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Re: Astronomen orten erstmals interstellaren Besucher im Sonnensystem

Beitrag von positronium » 12. Nov 2017, 22:36

seeker hat geschrieben:
12. Nov 2017, 20:50
Na ja, ich hatte noch unsere Diskussion im Hinterkopf, wo es darum ging, wie überraschend schwierig es ist von der Erde aus eine Sonde nahe zur Sonne zu bringen oder sie dort gar reinstürzen zu lassen.
Ja, etwas in die Sonne stürzen zu lassen, ist schwer, aber auch deutlich schwieriger als auf einen anderen Planeten, weil die Sonnenoberfläche so viel näher am Massenzentrum liegt als umlaufende Planeten, und das erst recht, weil der Potentialverlauf nichtlinear ist.
seeker hat geschrieben:
12. Nov 2017, 20:50
Ich denke bei unseren Impaktzenario spielt es auch eine wichtige Rolle, wo so ein Impakt stattfindet, der Material herausschleudert:
Ja, und natürlich vieles andere auch. So z.B. woher die Objekte vorwiegend ursprünglich stammen. Die ganzen Bahnparameter halt. Damit kommt man möglicherweise von einer Gleichverteilung weg.
seeker hat geschrieben:
12. Nov 2017, 20:50
...der Weg nach innen ... , aber nicht der ausschließliche: Es gibt heute auch genügend Material auf dem Mars, das von der Erde stammt.
Ja.

Vorzugsweise wird das Leben - Statistik hin oder her - seinen Weg dort beginnen, wo es schon existiert. :wink:

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Re: Astronomen orten erstmals interstellaren Besucher im Sonnensystem

Beitrag von seeker » 13. Nov 2017, 09:45

positronium hat geschrieben:
12. Nov 2017, 22:36
Vorzugsweise wird das Leben - Statistik hin oder her - seinen Weg dort beginnen, wo es schon existiert. :wink:
Yep! Die Frage ist nur, wie invasiv es ist, wenn es erst einmal da ist - und auf welcher Entwicklungsstufe es wie invasiv ist.
Und wenn der Ursprungsplanet später zu unwirtlich wird, kann es dann dort auch wieder verschwinden.
Und neulich hat man Cassini in den Saturn stürzen lassen, nur um sicher zu gehen, dass man nicht einen der Saturnmonde versehentlich mit Leben kontaminiert.
Wenn es in einem Sonnensystem zeitgleich mehrere habitable Planeten gibt, die sich nahe sind, dann halte ich es für nicht unwahrscheinlich, dass die sich gegenseitig infizieren, wenn viele Millionen Jahre Zeit ist.
Es würde mich interessieren, ob sich dazu etwas finden lässt, als wie wahrscheinlich so etwas angenommen wird.
Grüße
seeker


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Re: Astronomen orten erstmals interstellaren Besucher im Sonnensystem

Beitrag von ATGC » 13. Nov 2017, 13:38

Hallo seeker,

dazu gab es vor einem halben Jahr mal ein Paper bezüglich des Systems Trappist 1:

https://arxiv.org/abs/1703.00878

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Re: Astronomen orten erstmals interstellaren Besucher im Sonnensystem

Beitrag von Frank » 13. Nov 2017, 13:51

Was für Leben können wir eigentlich wahrnehmen? Im Grunde doch nur das, wie wir es von der Erde her kennen. Wir sind doch nur mit den Sensoren ausgestattet, die wir zum Leben hier auf unserem Planeten benötigen. Wenn ich mir alleine anschaue, was für Lebewesen wir hier schon auf der Erde haben.
Schlangen sehen im Infrarotbereich, Vögel, oder Fische haben Sensoren für das Erdmagnetfeld.
An mir würde eine Lebensform, die sich so tarnt, daß sie nur Infrarotstrahlung abgibt, vorbei gehen und ich würde die noch nicht mal bemerken.
Leider bin ich aber der einzige im Tierreich der aber sinnvoll nach anderen Lebensformen suchen kann.
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Re: Astronomen orten erstmals interstellaren Besucher im Sonnensystem

Beitrag von ATGC » 13. Nov 2017, 14:29

Hallo Frank,
Was für Leben können wir eigentlich wahrnehmen?
Organisiertes in Zellenform. Leben hat die Eigenschaft, lokal Entropie zu vermindern, obwohl es sich in einer Umgebung befindet, die eine höhere Entropie aufweist. Wenn wir also in einem Gesteinsbrocken Stoffwechselaktivitäten beobachten, die mit geordneten Strukturen einhergeht, dann dürfen wir begründet schlussfolgern, dass diese geordneten Strukturen Lebewesen sind.

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Re: Astronomen orten erstmals interstellaren Besucher im Sonnensystem

Beitrag von ralfkannenberg » 13. Nov 2017, 17:56

ralfkannenberg hat geschrieben:
7. Nov 2017, 21:00
ralfkannenberg hat geschrieben:
3. Nov 2017, 17:51
zwar habe ich keine Referenz zur Hand, aber hier eine Liste der 5 Kometen mit der höchsten Exzentrizität:

1. C/1980 E1 (Bowell) 1.0575
2. C/2002 Q3-A (LINEAR) 1.04
3. C/1997 P2 (Spacewatch) 1.0281
4. C/2008 J4 (McNaught) 1.028
5. C/2002 A3 (LINEAR) 1.00966


Zum Vergleich hat der neue Asteroid eine Exzentrizität von 1.197, also höher.
hier die Referenz, die nun auch den neuen Planetoiden enthält.


Allerdings ist diese Liste geringfügig anders:

1. ''Oumuamua (A/2017 U1) 1.1971
2. C/1980 E1 (Bowell) 1.0577
3. C/1997 P2 (Spacewatch) 1.0279
4. C/2008 J4 (McNaught) 1.0279
5. C/1947 F1 (Rondanina-Bester) 1.0165
6. C/1999 U2 (SOHO) 1.0162
7. C/2002 A3 (LINEAR) 1.0095
Hallo zusammen,

und endlich konnte ich auch den vormals zweitplatzierten Kometen C/2002 Q3-A (LINEAR) finden; seine Bahnexzentrizität wird nun neu aber nur noch mit e=0.997 angegeben, somit ist seine Umlaufbahn keineswegs hyperbolisch, sondern nur noch sehr hoch-elliptisch.


Freundliche Grüsse, Ralf

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positronium
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Re: Astronomen orten erstmals interstellaren Besucher im Sonnensystem

Beitrag von positronium » 15. Nov 2017, 14:11

seeker hat geschrieben:
13. Nov 2017, 09:45
Und neulich hat man Cassini in den Saturn stürzen lassen, nur um sicher zu gehen, dass man nicht einen der Saturnmonde versehentlich mit Leben kontaminiert.
Wenn es in einem Sonnensystem zeitgleich mehrere habitable Planeten gibt, die sich nahe sind, dann halte ich es für nicht unwahrscheinlich, dass die sich gegenseitig infizieren, wenn viele Millionen Jahre Zeit ist.
Das halte ich auch für denkbar. Es gibt wohl unzählige Einflussfaktoren, aber leider können wir z.B. nichts über die Überlebensfähigkeit von Leben im Allgemeinen aussagen, nur über das wie wir es kennen. Vielleicht gibt es ja Lebensformen, die sich sogar in einem Gesteinsbrocken im Weltraum pudelwohl fühlen.

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Re: Astronomen orten erstmals interstellaren Besucher im Sonnensystem

Beitrag von Herr5Senf » 17. Nov 2017, 13:27

Und schon gibt es die Meinung "Planet Nine könnte schuld sein" https://arxiv.org/abs/1711.05735 oder doch nicht.
Here we investigate the possibility that the asteroid 1I/2017 U1 actually is a Solar System object, currently expelled from the Solar System by the recent encouter with a Solar System planet. We show that this possibility is extremely unlikeley and that 1I/2017 U1 really is an interstellar object.

Grüße Dip

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