Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Galaxien, Sterne, Planeten...
Beobachtungen und Physik der Himmelskörper (außer Schwarzen Löchern)
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Dgoe
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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von Dgoe » 8. Jan 2018, 16:35

Hallo Ralf,

massereiche Sterne werden nicht so alt, darum dürften sie sich noch nahe an ihrem Entstehungsgebiet befinden.

Gruß,
Dgoe
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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von Frank » 8. Jan 2018, 18:14

Dgoe hat geschrieben:
8. Jan 2018, 16:35
Hallo Ralf,

massereiche Sterne werden nicht so alt, darum dürften sie sich noch nahe an ihrem Entstehungsgebiet befinden.

Gruß,
Dgoe

Ok, pauschal kann man das wohl eher nicht so sehen.
Wo ist denn z.B. Beteigeuze entstanden?
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von Analytiker » 8. Jan 2018, 18:22

Hyperriesen werden wegen ihres großen inneren Energieumsatzes nur einige Millionen Jahre alt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperriese

http://www.spiegel.de/wissenschaft/welt ... 86214.html

Das mit dem Sternentstehungsgebiet in der Großen Magellanschen ist schon ein Hammer. Was dort an Giganten produziert wird, ist einfach nur gigantisch. Wenn es zuträfe, dass generell viel mehr massereiche Sterne produziert werden als angenommen, muss in der Astronomie umgedacht werden. Es gibt eine Abschätzung, dass dann dreimal mehr Schwarze Löcher produziert würden, die einen erheblichen Beitrag zur Dunklen Materie liefern würden.

https://www.youtube.com/watch?v=y33MyGgb1KI

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von Frank » 8. Jan 2018, 18:38

Frank hat geschrieben:
4. Jan 2018, 21:58
Jetzt sogar bis 300 Sonnenmassen...… Vor ein paar Jahren galten Sterne über 200 Sonnenmassen als unmöglich.

Wenn sich die im Tarantelnebel gefundene Verteilung von Sternmassen verallgemeinern ließe, hätte das weitreichende Folgen. Im Kosmos sollte es 70 Prozent mehr Supernovae geben und die Produktion schwerer Elemente würde sich verdreifachen, berichtet das Forscherteam. Zudem sei mit viermal mehr ionisierender Strahlung von massereichen Sternen und 180 Prozent mehr Schwarzen Löchern zu rechnen. Ob der Tarantelnebel tatsächlich typisch für das Weltall ist, gilt es nun mit weiteren Beobachtungen anderer Sternentstehungsregionen zu überprüfen.

Also sind massereiche Sterne doch unter Umständen viel verbreiteter , als man je für möglich gehalten hat.

https://www.weltderphysik.de/gebiet/ast ... -vermutet/


Richtig, wie eingangs bereits erwähnt.....
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von ralfkannenberg » 8. Jan 2018, 19:36

Dgoe hat geschrieben:
8. Jan 2018, 16:35
massereiche Sterne werden nicht so alt, darum dürften sie sich noch nahe an ihrem Entstehungsgebiet befinden.
Hallo Dgoe,

zumindest nach meinem Verständnis ist das korrekt.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von ralfkannenberg » 8. Jan 2018, 19:42

Analytiker hat geschrieben:
8. Jan 2018, 18:22
Das mit dem Sternentstehungsgebiet in der Großen Magellanschen ist schon ein Hammer. Was dort an Giganten produziert wird, ist einfach nur gigantisch. Wenn es zuträfe, dass generell viel mehr massereiche Sterne produziert werden als angenommen, muss in der Astronomie umgedacht werden. Es gibt eine Abschätzung, dass dann dreimal mehr Schwarze Löcher produziert würden, die einen erheblichen Beitrag zur Dunklen Materie liefern würden.
Hallo zusammen,

ich empfehle hier wirklich die Lektüre der Originalarbeit. Das ist dort bei weitem weniger spektakulär beschrieben. Ich erlaube mir, da mal einen Satz heraus zu zitieren:
we expect 70(+10/-60) % more core-collapse supernovae
Schau Dir also mal die Schwankung an, das variert von 10% mehr bis 80% mehr und hat da irgendeinen "best fit" bei 70%.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von Dgoe » 9. Jan 2018, 02:10

Ha,

70% oder 10-80% mehr, ist ja eindeutig mehr als etwa 7 (eine Größenordnung weniger).

Sehen nur ich (und Frank und Analytiker?) das als Game-Changer, und was mit Involvierten, des Papers, das sich trotz Sucherei nicht bei Arxiv finden läßt.?

Haben die Angst, oder was?

Gruß,
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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von ralfkannenberg » 9. Jan 2018, 09:45

Dgoe hat geschrieben:
9. Jan 2018, 02:10
das sich trotz Sucherei nicht bei Arxiv finden läßt.?
Hallo Dgoe,

meinst Du, ich hätte diese Arbeit für 30 Dollar gekauft, wenn ich dazu einen Preprint gefunden hätte ?


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von Dgoe » 9. Jan 2018, 21:10

Hallo Ralf,

ich glaube nicht (da hast Du auch wieder Recht ;)), obwohl es kleine Unterschiede gibt manchmal. Ich habe nichtmal überhaupt einen Link gefunden, aber auch nur kurz gesucht.
Sehr spannend, besonders so.

Gruß,
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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von Frank » 10. Jan 2018, 09:24

Dgoe hat geschrieben:
9. Jan 2018, 02:10
Ha,

70% oder 10-80% mehr, ist ja eindeutig mehr als etwa 7 (eine Größenordnung weniger).

Sehen nur ich (und Frank und Analytiker?) das als Game-Changer, und was mit Involvierten, des Papers, das sich trotz Sucherei nicht bei Arxiv finden läßt.?

Haben die Angst, oder was?

Gruß,
Dgoe
Natürlich ist das im gewissen Masse ein "Game-Changer". Es war dann also schon längere Zeit so, dass viel mehr schwere Elemente erbrütet worden sind, als bisher angenommen.
Das erhöht auch letzlich die Chancen auf weit verbreitertes Leben im Universum.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von ralfkannenberg » 10. Jan 2018, 10:39

Frank hat geschrieben:
10. Jan 2018, 09:24
Natürlich ist das im gewissen Masse ein "Game-Changer". Es war dann also schon längere Zeit so, dass viel mehr schwere Elemente erbrütet worden sind, als bisher angenommen.
Das erhöht auch letzlich die Chancen auf weit verbreitertes Leben im Universum.
Hallo Frank,

ich denke, diese Schlussfolgerung ist unzulässig, denn dass in der Frühzeit des Universums massereiche Sterne entstanden sind steht meines Wissens ausser Zweifel:

Pair-Instability Supernovae, Gravity Waves, and Gamma-Ray Transients (C.L. Fryer, S.E. Woosley, A. Heger)

Ich erlaube mir, den allerersten Satz dieser Publikation zu zitieren:
Growing theoretical evidence suggests that the first generation of stars may have been quite massive (~100-300 solar masses).

Die Frage, der in der Publikation dieses Threads nachgegangen wird, ist die, ob die Initial Mass Function (IMF) universal gleich ist oder lokalen Einflüssen unterliegt.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von Frank » 10. Jan 2018, 17:30

ralfkannenberg hat geschrieben:
10. Jan 2018, 10:39
Frank hat geschrieben:
10. Jan 2018, 09:24
Natürlich ist das im gewissen Masse ein "Game-Changer". Es war dann also schon längere Zeit so, dass viel mehr schwere Elemente erbrütet worden sind, als bisher angenommen.
Das erhöht auch letzlich die Chancen auf weit verbreitertes Leben im Universum.
Hallo Frank,

ich denke, diese Schlussfolgerung ist unzulässig, denn dass in der Frühzeit des Universums massereiche Sterne entstanden sind steht meines Wissens ausser Zweifel:

Pair-Instability Supernovae, Gravity Waves, and Gamma-Ray Transients (C.L. Fryer, S.E. Woosley, A. Heger)

Ja, Ralf. Ich weis das es bei den Sternen der ersten Generationen sehr viel mehr massereiche Sterne gab, als heute. Nun hat man aber entdeckt, zumindest für eine Region, dass es auch in jüngerer Zeit anscheinend sehr viel mehr "schnelle Brüter" im All gibt, als bis jetzt angenommen. Das würde aber in der Tat, wenn sich diese Entdeckung auf mehr, oder gar auf alle Galaxien ausweiten lassen würde, die Karten neu mischen.
Mit freundlichen Grüßen

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von ralfkannenberg » 10. Jan 2018, 18:24

Frank hat geschrieben:
10. Jan 2018, 17:30
Nun hat man aber entdeckt, zumindest für eine Region, dass es auch in jüngerer Zeit anscheinend sehr viel mehr "schnelle Brüter" im All gibt, als bis jetzt angenommen.
Hallo Frank,

korrekt, wobei die Frage, ob das "einige", "viele" oder gar "sehr viele" sind noch genauer betrachtet werden sollte.

Frank hat geschrieben:
10. Jan 2018, 17:30
Das würde aber in der Tat, wenn sich diese Entdeckung auf mehr, oder gar auf alle Galaxien ausweiten lassen würde
Davon gehe ich aus. Die Frage scheint mir weniger ein "ob" als vielmehr ein "auch gleich viel", d.h. ob es hier zu lokalen Unterschieden kommt oder ob das universum-weit in etwa gleich ist.

Frank hat geschrieben:
10. Jan 2018, 17:30
, die Karten neu mischen.
Das wiederum sehe ich nicht: warum sollte sich irgendeine Karte neu mischen - nur weil da eine Schätzung um einen Faktor ~1.7 zu tief lag ? - So labil sind die Sternentstehungsmodelle nun ja auch wieder nicht.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von Frank » 11. Jan 2018, 09:34

ralfkannenberg hat geschrieben:
10. Jan 2018, 18:24



korrekt, wobei die Frage, ob das "einige", "viele" oder gar "sehr viele" sind noch genauer betrachtet werden sollte.
Ebenso korrekt, aber von nicht anderem spricht die Arbeit , der Wissenschaftler. Da hilft es auch nicht, wenn man die Sache gebetsmühlenartig wiederholt.
Es geht um eine jahrzehntelang festgeschriebene Größe, dass es zwar Riesensterne gibt, die aber doch inzwischen (und nicht am Anfang des Universums) eher selten sind.
Das es in einer Region des Alls aber dann doch anders ist, dass sehe ich schon als ein kleines anschubsen, der von mir eben genannten , jahrzehntelang gelehrten Hypothese, in die Asservatenkammer der Geschichte.

ralfkannenberg hat geschrieben:
10. Jan 2018, 18:24
Davon gehe ich aus. Die Frage scheint mir weniger ein "ob" als vielmehr ein "auch gleich viel", d.h. ob es hier zu lokalen Unterschieden kommt oder ob das universum-weit in etwa gleich ist.
Wenn es in einem Bereich des Alls möglich ist und man etwas an Kausalität denkt, dann ist es in anderen Regionen genauso möglich. Natürlich wird die Menge schwanken, wie es auch auf der Erde nicht überall gleich viele Menschen gibt, aber die Tatsache ist nunmal das es möglich ist.

ralfkannenberg hat geschrieben:
10. Jan 2018, 18:24
Das wiederum sehe ich nicht: warum sollte sich irgendeine Karte neu mischen - nur weil da eine Schätzung um einen Faktor ~1.7 zu tief lag ? - So labil sind die Sternentstehungsmodelle nun ja auch wieder nicht.
Nun, weil massenreiche Sterne am Ende ihres Lebens bekanntlich Elemente erbrüten , die ein roter Zwerg in 100 Milliarden Jahren nicht produziert. (Auch unserer Sonne in 8-10 Millarden Jahren nicht)
Da diese Elemente aber massgeblich dazu beitragen, Leben hervorzubringen, wie wir es an Hand unserer Heimatwelt kennen und die "Erzeugung" selbiger, um den Faktor 3-7 erhöht ist in einer Region, ist nach meinem bescheidenen Wissen auch die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht.
Mit freundlichen Grüßen

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Jan 2018, 09:54

Frank hat geschrieben:
11. Jan 2018, 09:34
Ebenso korrekt, aber von nicht anderem spricht die Arbeit , der Wissenschaftler. Da hilft es auch nicht, wenn man die Sache gebetsmühlenartig wiederholt.
Hallo Frank,

ich bin mir nicht ganz sicher, ob Du die Originalarbeit gelesen hast. In der Arbeit ist die Rede von 247 Sternen, die mehr als 15 Sonnenmassen aufweisen (15, nicht 150 !!).

Sie stellen dann weiter fest, dass es 18.2 (+/- ~7) Sterne zuviel gibt, die mehr als 30 Sonnenmassen (nicht: 300 !!) aufweisen, und immerhin 9.4 (+/- ~5) zuviel, die mehr als 60 Sonnenmassen haben.

Und der massereichste Stern hat 203 (+/- ~44) Sonnenmassen, und aufgrund statistischer Auswertungen erwarten die Autoren, dass es mindestens einen Stern mit über 250 Sonnenmassen in ihren Rohdaten gibt, was dann wiederum konsistent (nicht: nachgewiesen !!!) ihrer Forderung ist, dass es da Sterne bis zu 300 Sonnenmassen geben sollte.


Ich bedauere, wenn Du meine Ausführungen als "gebetsmühlenartige Wiederholungen" empfindest, aber was Du schreibst ist vielleicht intuitiv richtig, steht aber in dieser Arbeit nicht drin.

Und dass das da nicht drin steht, ja - das erlaube ich mir, gebetsmühlenartig wiederholen.
Frank hat geschrieben:
11. Jan 2018, 09:34
Das es in einer Region des Alls aber dann doch anders ist, dass sehe ich schon als ein kleines anschubsen, der von mir eben genannten , jahrzehntelang gelehrten Hypothese, in die Asservatenkammer der Geschichte.
Auch das gibt die Arbeit nicht her.


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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von Frank » 11. Jan 2018, 10:14

Hugues Sana von der Universität Löwen in Belgien und seine Kollegen haben insgesamt 247 Sterne mit Massen oberhalb von 15 Sonnenmassen im Tarantelnebel mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile detailliert spektroskopisch untersucht. Auf diese Weise waren sie in der Lage, die Verteilung der Sternmassen in dieser Sternentstehungsregion genauer zu bestimmen. Das überraschende Ergebnis: Der Tarantelnebel enthält etwa 30 Prozent mehr massereiche Sterne als bisher angenommen. „Bislang war umstritten, ob es überhaupt Sterne mit bis zu 200 Sonnenmassen gibt“, erläutert Sana. „Unsere Beobachtungen zeigen jetzt, dass die maximale Ursprungsmasse von Sternen vermutlich im Bereich von 200 bis 300 Sonnenmassen liegt.“
https://www.weltderphysik.de/gebiet/ast ... -vermutet/
???
Mit freundlichen Grüßen

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Jan 2018, 10:36

Frank hat geschrieben:
11. Jan 2018, 10:14
(...)„Unsere Beobachtungen zeigen jetzt, dass die maximale Ursprungsmasse von Sternen vermutlich im Bereich von 200 bis 300 Sonnenmassen liegt.“
https://www.weltderphysik.de/gebiet/ast ... -vermutet/
???
Hallo Frank,

Dein Zitat enthält das Wort "vermutlich". Und was dieses "vermutlich" konkret bedeutet, habe ich in diesem Beitrag, in welchem ich mich auf den Originalbeitrag beziehe, geschrieben.

Dass der Link auf die Originalarbeit in dem von Dir genannten Link nicht funktioniert heisst übrigens nicht, dass es diese Originalarbeit nicht gibt; anhand der dort genannten Überschrift und Autorenschaft ist es möglich, die Originalarbeit unabhängig vom Beitrag auf "Welt der Physik" ausfindig zu machen.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Jan 2018, 11:43

Frank hat geschrieben:
11. Jan 2018, 09:34
Wenn es in einem Bereich des Alls möglich ist und man etwas an Kausalität denkt, dann ist es in anderen Regionen genauso möglich. Natürlich wird die Menge schwanken, wie es auch auf der Erde nicht überall gleich viele Menschen gibt, aber die Tatsache ist nunmal das es möglich ist.
Hallo Frank,

dieses "natürlich" ist keineswegs natürlich, sondern wird Gegenstand künftiger Forschungen sein.

Frank hat geschrieben:
11. Jan 2018, 09:34
Nun, weil massenreiche Sterne am Ende ihres Lebens bekanntlich Elemente erbrüten , die ein roter Zwerg in 100 Milliarden Jahren nicht produziert. (Auch unserer Sonne in 8-10 Millarden Jahren nicht)
ok, aber dafür brauchst Du nicht diese extreme massereichen Sterne mit über 100 Sonnenmassen, das können auch schon weniger massereiche.

Frank hat geschrieben:
11. Jan 2018, 09:34
Da diese Elemente aber massgeblich dazu beitragen, Leben hervorzubringen, wie wir es an Hand unserer Heimatwelt kennen und die "Erzeugung" selbiger, um den Faktor 3-7 erhöht ist in einer Region, ist nach meinem bescheidenen Wissen auch die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht.
Ich kann leider nicht erkennen, wie Du den in der Originalarbeit genannten Faktor 1.2-4.6 (mit best fit bei 3.0) zu "3-7" umformst.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von Frank » 11. Jan 2018, 12:24

ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Jan 2018, 11:43

Hallo Frank,

dieses "natürlich" ist keineswegs natürlich, sondern wird Gegenstand künftiger Forschungen sein.
Ok, du behauptest also, dass es möglich wäre, dass überall die gleiche Konzentration an massereichen Sternen geben könnte , also ohne Schwankungen.
Ich habe verstanden. (jetzt kommt gleich die Anekdote,wo der Affe vorm Klavier sitzt und es eben nicht unmöglich ist, dass er Beethovens 9te. spielt, wenn er nur lange genug Zeit hat... ;i )

ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Jan 2018, 11:43

ok, aber dafür brauchst Du nicht diese extreme massereichen Sterne mit über 100 Sonnenmassen, das können auch schon weniger massereiche.
Und wer hat jetzt behauptet das es extrem massereiche Sterne braucht, um diese Elemente zu erbrüten? Die Aussage der Arbeit ist die, dass es bis zu 30 % mehr massereiche Sterne in einem Gebiet gibt, wie zuvor angenommen.
Das rumreiten auf dem einen Giganten der da dabei sein soll betreibst nur du . :wink:
ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Jan 2018, 11:43
Frank hat geschrieben:
11. Jan 2018, 09:34
Da diese Elemente aber massgeblich dazu beitragen, Leben hervorzubringen, wie wir es an Hand unserer Heimatwelt kennen und die "Erzeugung" selbiger, um den Faktor 3-7 erhöht ist in einer Region, ist nach meinem bescheidenen Wissen auch die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht.
Ich kann leider nicht erkennen, wie Du den in der Originalarbeit genannten Faktor 1.2-4.6 (mit best fit bei 3.0) zu "3-7" umformst.
Für mich zählt, wie oben schon erwähnt, dass Schwankungen da sind. Es schon lt. der Arbeit höher gehen kann, wie je angenommen. Deine Zahlen sind eine Aussage aus einem Gebiet. Das ist aber bezogen auf den Rest des Universums genauso nicht aussagekräftig wie meine Zahlen, da hier mit recht noch viel geforscht werden muss.

Die Kernmaussage für mich ist , das es in einem Gebiet X viel mehr massereiche Sterne geben kann, wie immer für möglich gehalten wurde.
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Jan 2018, 13:07

Frank hat geschrieben:
11. Jan 2018, 12:24
Ok, du behauptest also, dass es möglich wäre, dass überall die gleiche Konzentration an massereichen Sternen geben könnte , also ohne Schwankungen.
Ich habe verstanden. (jetzt kommt gleich die Anekdote,wo der Affe vorm Klavier sitzt und es eben nicht unmöglich ist, dass er Beethovens 9te. spielt, wenn er nur lange genug Zeit hat... ;i )
Hallo Frank,

für einmal bin ich es, der darum bittet, die Arbeit zu lesen statt irgendwelche Vermutungen anzustellen. "Ich" behaupte da gar nichts, ich zitiere lediglich. Und das Original dazu lautet:
Much effort has therefore gone into understanding whether the IMF is universal or varies with local environmental properties

Du schreibst:
Frank hat geschrieben:
11. Jan 2018, 12:24
Und wer hat jetzt behauptet das es extrem massereiche Sterne braucht, um diese Elemente zu erbrüten? Die Aussage der Arbeit ist die, dass es bis zu 30 % mehr massereiche Sterne in einem Gebiet gibt, wie zuvor angenommen.
Das rumreiten auf dem einen Giganten der da dabei sein soll betreibst nur du . :wink:
In dieser Angelegenheit beziehe ich mich auf den Threadtitel. Natürlich kommt das irgendwie auch in der Orignalarbeit vor, aber diese lautet dennoch allgemeiner "An excess of massive stars in the local 30 Doradus starburst".

Frank hat geschrieben:
11. Jan 2018, 12:24
Für mich zählt, wie oben schon erwähnt, dass Schwankungen da sind. Es schon lt. der Arbeit höher gehen kann, wie je angenommen. Deine Zahlen sind eine Aussage aus einem Gebiet. Das ist aber bezogen auf den Rest des Universums genauso nicht aussagekräftig wie meine Zahlen, da hier mit recht noch viel geforscht werden muss.
Nicht ganz: die von mir genannten Zahlen entstammen einer Publikation, woher Du Deine Zahlen hast weiss ich nicht.

Frank hat geschrieben:
11. Jan 2018, 12:24
Die Kernmaussage für mich ist , das es in einem Gebiet X viel mehr massereiche Sterne geben kann, wie immer für möglich gehalten wurde.
Das ist natürlich richtig, aber für diese Kernaussage hätte man sich nicht die Mühe zu machen brauchen, eine Publikation zu verfassen - das war auch vorher schon klar. Zumal "für möglich gehalten wurde" auch nur sehr vage gehalten wurde und wie man einer schon früher von mir in diesem Thread genannten Arbeit entnehmen kann hegt eigentlich niemand Zweifel daran, dass es Sterne bis zu 300 Sonnenmassen geben kann.

Und was diese IMF anbelangt so ist diese eine empirische Formel und keineswegs eine theoretisch hergeleitete, d.h. dass es da zu Schwankungen kommen wird ist nun hoffentlich auch keine Überraschung, aus der man folgern müsste, dass sich irgendetwas bezüglich er Entstehung des Lebens völlig anders verhalten würde als bislang erwartet.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von ralfkannenberg » 11. Jan 2018, 15:54

Frank hat geschrieben:
8. Jan 2018, 18:14
Dgoe hat geschrieben:
8. Jan 2018, 16:35
(...)
massereiche Sterne werden nicht so alt, darum dürften sie sich noch nahe an ihrem Entstehungsgebiet befinden.

Ok, pauschal kann man das wohl eher nicht so sehen.
Wo ist denn z.B. Beteigeuze entstanden?
Hallo Frank,

die Beteigeuze hat ~20 Sonnenmassen und ist etwa 10 Millionen Jahre alt.

Man müsste also vielleicht noch abklären, was Du unter einem "massenreichen" Stern verstehst. Zur Gruppe derer, die im Threadtitel genannt sind, wird die Beteigeuze also weder gehören noch je gehört haben.


Freundliche Grüsse, Ralf

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von Frank » 11. Jan 2018, 18:15

ralfkannenberg hat geschrieben:
11. Jan 2018, 13:07
In dieser Angelegenheit beziehe ich mich auf den Threadtitel.
So wie bei dir üblich , schmeisst du mal wieder alles in einen Topf, wobei natürlich du erstmal bestimmst, wann etwas in den Topf kommt und wann nicht.......

Der Threadtitel hat natürlich nichts mit dem jetzigen Thema zu tun. Beim erstellen von diesem Thread ging es um den Stern mit 265 Sonnenmassen. (Wer sich die Mühe macht zu lesen, der sieht, dass der letzte Beitrag von Gravi war, 23.03.17)


http://www.spektrum.de/news/ein-stern-m ... en/1040203

Dann ging es aber um diese Sache.( Mit dem Startdatum 04.01.2018)

https://www.weltderphysik.de/gebiet/ast ... -vermutet/

Ich wollte keinen neuen Thread aufmachen, da die beiden Thematiken im selben Gebiet spielen.

Das war jetzt aber definitiv mein letzter Post zu der Sache, weil das mir echt zu anstrengend wird mit dir.......
Mit freundlichen Grüßen

Frank

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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von Dgoe » 11. Jan 2018, 23:10

Da steht 'was von:
Herr5Senf hat geschrieben:
23. Mär 2017, 12:11
Normale Sterne rechnet man bis 60 Sonnenmassen, schwere Sterne sollten bis 150 Sonnenmassen stabil sein, dann wird's kritisch.
...
gravi hat geschrieben:
23. Mär 2017, 18:46
@ Herr5Senf: Danke für den interessanten Link! Alle Aussagen im posting sind natürlich völlig korrekt. Nochmals der Hinweis, dass bei der Sternentstehung Metallizität und Kühlung eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Gruß
gravi
Dort hat Dip aber auch geschrieben:
Herr5Senf hat geschrieben:
23. Mär 2017, 12:11
. ..Ausnahmen bestimmen die Regel, bis 300 Sonnenmassen scheint es wenige Sterne zu geben hart an ihrer Stabilitätsgrenze - eher labil. 
...
Für mich klingt das alles so Pi mal Daumen, habe dazu aber keine Paper gelesen, schaue mir Dips Arxivlink mal an...

Gruß,
Dgoe
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Re: Ein Stern mit 265 Sonnenmassen

Beitrag von ralfkannenberg » 12. Jan 2018, 10:29

Frank hat geschrieben:
11. Jan 2018, 18:15
So wie bei dir üblich , schmeisst du mal wieder alles in einen Topf
Hallo Frank,

es ist wohl eher so, dass ich versuche, den "Topf" zu entwirren. Und zwar idealerweise bevor die Diskussion anfängt.

Frank hat geschrieben:
11. Jan 2018, 18:15
, wobei natürlich du erstmal bestimmst, wann etwas in den Topf kommt und wann nicht.......
Aufgrund meines Knowhows erlaube ich mir, das zu tun. Ohne Dir zu nahe treten zu wollen kommt das m.E. besser heraus als wenn Du das machst.

Wobei es mir ein grosses Anliegen ist, dieses Know-How zu teilen, auch deswegen, weil Diskussionen mehr Spass machen, wenn zumindest das Basis-Knowhow überall vorhanden ist.


Das Problem liegt eigentlich ganz woanders und ist auch nicht primär Deine Schuld, sondern im Gegenteil dort anzusiedeln, wo Wissenschafts-Journalisten in der Astronomie tätig sind und Facharbeiten zusammenfassen. Stefan Deiters auf astronews macht das ausgezeichnet und die Leute vom ScieneBlogs machen das ebenfalls ausgezeichnet.

Dabei stellt sich zwangsläufig das Problem, wie man eine Publikation so zusammenfassen will, so dass sie allgemein verständlich bleibt und auch nicht alles mit Details zugeschüttet wird.


In diesem Kontext gehst Du nun wie folgt vor: Du liest eine solche Zusammenfassung und ziehst dann daraus Schlüsse, ohne zu hinterfragen, ob diese Rückschlüsse tatsächlich gerechtfertigt sind. Dabei gehst Du auch gewissen Autoren auf den Leim, die wie in den USA üblich ihre Arbeit als "sehr bedeutsam" darstellen, obgleich sie eigentlich "nur" ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist. Ein kleiner Schritt nota bene, der für zukünftige Untersuchungen essentiell ist.

Wenn Dir nun einer entgegentritt und die Originalarbeit käuflich erwirbt und die Details dort nachliest und davon ausgehend Deine Aussagen in den korrekten Zusammenhang stellt, dann bist Du nicht glücklich darüber, statt diese zusätzliche Informationsquelle zu nutzen und aus der neuen Entdeckung das herauszuholen, was drinsteht, und nicht das, was Du darin vermutest.

Ich gebe ja gerne Hand zu dieser Art Zusammenarbeit, zumindest bei Themen, die mich interessieren.


Freundliche Grüsse, Ralf

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