Hallo gravi,
es kann sein, dass ich etwas weit ausgeholt habe, ja...
Jedoch muss ich auch darauf hinweisen, dass es in diesem Thread von Anfang an um Philosophie ging.
Das ist völlig klar, denn wenn man über die
Interpretation, also über die
Bedeutung einer physikalischen Sachlage bzw. einer physikalischen Theorie diskutiert, dann betreibt man unzweifelhaft Philosophie: Philosophie der Physik.
Zur Geschichte mit dem Balken:
Zuerst einmal musst du genau zwischen direkter Beobachtung (Beule macht "aua") und Schlussfolgerung (es gibt ein el. Feld) unterscheiden.
An der direkten Beobachtung ist meistens wenig zu deuten, an den Schlussfolgerungen meistens schon.
(Ich arbeite im Bereich angewandte F&E und bin daher von berufswegen darauf trainiert genau zu beobachten, Beobachtung strikt von Schlussfolgerung zu unterscheiden und mir Schlussfolgerungen (welche Ursachen haben wann welche Wirkungen - und wie stark?) aus den Beobachtungen 10x zu überlegen und dann immer noch nur vorläufig zu glauben, wenn komplexe Versuche durchgeführt werden und verstanden werden wollen. Meistens haben wir es dabei mit ca. 10 Parametern zu tun von denen wir wissen und die sich alle gegenseitig beim Prozess beeinflussen - und vieleicht mit noch genauso vielen weiteren Parametern, an die wir einfach noch nicht gedacht haben. Vielleicht beeinflusst das den Blinkwinkel, wie ich die Dinge sehe.)
Was ich geschrieben habe bedeutet ja auch nicht, dass ich die Annahme einer beobachterunabhängigen, objektiven Wirklichkeit ablehne (wie könnte ich mir das leisten?), sondern dass man mit dieser Grundannahme nun mal leider auch irgendwo an Grenzen stößt - vielleicht weit entfernte Grenzen, aber doch Grenzen, die vielleicht gerade in der QM berührt werden.
Hi Tom,
nein, natürlich nicht.
Mir ist dieser Schwachpunkt schon beim Schreiben aufgefallen. Ich wusste einfach nicht wie ich in kurzen Worten klarer formulieren soll, was ich sagen wollte. Es gibt ja so viele verschiedene philosophische Richtungen, dass man unmöglich alles unter den Hut "Materialismus" und "Idealismus" stecken kann, deshalb auch das "z.B.".
Es ist ja auch nicht so, dass man unbedingt auf nur eine weltanschauliche Haltung festgelegt sein muss. Ich denke viele Leute sind da schwankend.
Ein weiterer Punkt ist der, dass die verwendete Methode (z.B. bei der Arbeit) und die weltanschauliche Haltung eines Menschen auch nicht immer konform gehen müssen.
Das ist sogar ein wichtiger Punkt:
Ich glaube, dass es Wissenschaftler gibt, die gewisse konsistente Interpretationen physikalischer Theorien verfolgen, die aber zu Ende gedacht zu einem sinnentleerten Nihilismus führen müssen. Was tun diese Leute, wenn sie Feierabend haben und zu ihren Familien heimkehren? Verhalten sie sich demenstsprechend, verhalten sie sich
konsequent?
Ich glaube nicht...
Ein weiterer Punkt betrifft die Frage, wie Wissenschaft nach außen hin wirkt, wie sie von der Allgemeinheit verstanden wird (weltanschaulich)?
Ich habe den Eindruck, dass sie oft genau in die Richtung wirkt, wie bei 1. von mir angeschnitten: materialistisches, mechanistisches Denken, Sinnentleerung der Welt, Nihilismus.
Da kann man dann weiterfragen, ob das gesund für unsere Gesellschaft ist?
Man muss sich doch nur mal in der heutigen Welt umschauen (Ausbeutung des Planeten, etc.). Hat das etwas damit zu tun, was vorherrschend in den Köpfen der Menschen ist?
Das ist aber ein anderes Thema. Ich will nicht zu weit abschweifen...
Beste Grüße
seeker
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