Hallo Tom,
ich finde das Thema äußerst spannend. Habe mich auch man im Rahmen eines Projekts mit der Eigenstate Thermalization Hypothesis beschäftigt, die zu erklären versucht, wie thermodynamische Observablen sichtbar werden. [Antwort: Die thermodynamischen Eigenschaften stecken in den Eigenzuständen und sind bei Superposition nicht sichtbar. Erst durch Dekohärenz "sieht" man die thermischen Eigenschaften.]
Dabei hatte ich bisher meine Probleme mit dem Dekohärenzprozess (oder auch mit dem Kollaps), da das für mich immer ein nicht-unitärer Prozess zu sein schien (es entsteht Entropie, usw.). Dieses Thema wollte ich in dem Forum sowieso mal ansprechen...
Die MWI habe ich bisher nie ernst genommen und noch nicht in dem Zusammenhang betrachtet. Verstehe ich das richtig, dass durch die MWI der Dekohärenzprozess "global" unitär ist? D.h., uns erscheint der Messprozess nicht unitär, weil wir nach der MWI nur einen Zustand zu sehen bekommen. (Genauer: die Eigenfunktionen leben nach der Messung in verschiedenen Zustandsräumen, die miteinander nicht wechselwirken können und wir sehen nur einen Zustandsraum???)
Leider habe ich keine Erfahrung mit der Interpretation von Quantenmechanik, daher hoffe ich, keinen Müll geschrieben zu haben. (Bisher sehe ich die QM nur als formales Konstrukt für die Beschreibung von mikroskopischen Prozessen.)
MfG
Patrick


