Analysis-Frage-Antwort

Mathematische Fragestellungen

Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon breaker » 02.09.2009 19:34

Ich fang jetzt einfach mal an, ein paar Grundlagen zu sammeln.

@Tom: Wenn Du weißt, welche mathematischen Grundlagen Du genau benötigt werden, lass es mich wissen, dann können wir hier in die Richtung lenken. Oder hattest Du generell was anderes im Sinn?


EDIT:
Ich hab mir jetzt eine grobe Struktur ueberlegt:
1. Elementarstes über das Lösen von Gleichungen (wird später noch etwas verfeinert sobald wir die Umkehrfunktion zur Hand haben)
2. Ein kleines bisschen was über Mengen und Zahlen
3. Allgemeines über Funktionen (was sind Funktionen?, vielleicht ganz kurz was über Stetigkeit, Differenzierbarkeit, Umkehrfunktionen... )
3.1 Wichtige Beispiele:
- Polynome
- Exponentialfunktionen
- Sinus/Cosinus ...
4. Anhand dieser Beispiele die Ableitung erklären.
5. Differentialgleichungen (Als Beispiele vielleicht sowas wie: y''=0; y=y'; y''=-ky)
6. Entweder kurz was über Integrale erzählen, oder zu Differentialrechnung in mehr Dimensionen übergehen.

Ich rase wohl ein bisschen durch das Thema durch. Das Ziel ist ja auch eher ein grobes Verständnis der Theorie, um die Anwendungen in der Physik zu verstehen. Aus dem Stegreif Maxima berechnen zu können, ist kein Ziel, damit hast Du in der Schule noch genug Ärger. Ich hoffe, es funktioniert so, aber das wird sich zeigen.


Zu Beginn wäre es gut, zu wissen, was Du bereits kannst.

Dazu folgende Fragen:

1. Weißt Du, wie man die folgenden Gleichungen (nach x) auflöst? (a soll im folgenden immer irgendeine Zahl sein)
> y=a+x
> y=a·x
> y=xa
> y=ax
> y=sin(x) (sin(x) ist die Sinusfunktion. Wenn Du die noch nicht kennst, dann ignorier diesen Punkt)


2. Weißt Du, was Funktionen sind?
Kennst Du welche?
Was kann man damit machen?
Wofür sind sie gut?


3. Was ist eine Menge?
Sagen Die die Begriffe 'Natürliche Zahlen', 'Reelle Zahlen', 'Komplexe Zahlen'... was?
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon tomS » 02.09.2009 19:54

Hallo Breaker,

danke für die Initiative!

Was braucht man für die Grundlagen der Feldtheorie?

- zunächst mal Funktionen
- dann natürlich Differentialgleichungen (also erst mal die Ableitung)
- und dann Vektoranalysis also Gradient, Divergenz und Rotation

Ich denke, für Alexander reicht es aus, dass er die Grundbegriffe versteht, rechnen muss er sicher noch nicht damit können ...
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon Alexander » 03.09.2009 17:26

breaker hat geschrieben: y=a+x


Ich glaube so: x=y-a?

breaker hat geschrieben:> y=a·x


x=y:a


breaker hat geschrieben:y=xa


Bei den anderen bin ich mit einem Zahlenbeispiel auf keine vernünftigen Ergebnisse gekommen, und die Sinusfunktion kennen ich noch nicht.



breaker hat geschrieben:Weißt Du, was Funktionen sind?


Also von den Operatoren hatten wir es ja schonmal, aber von den Funktionen noch nicht, aber ich würde echt mal gerne wissen, was die für eine Bedeutung haben, ich habe nämlich gelesen, dass die eine sehr zentrale Stelle in der Mathematik einnehmen.



breaker hat geschrieben:Was ist eine Menge? Sagen Die die Begriffe 'Natürliche Zahlen', 'Reelle Zahlen', 'Komplexe Zahlen'... was?


Eine Menge ist ein bestimmter Zahlenbereich, die natürlichen Zahlen sind z. B. nur 1,2,3,4,5 und alle anderen ganzen Zahlen ohne negatives Vorzeichen, und wenn man es angibt gehört die Null auch dazu, also wenn man schreibt N0.

Die reelen Zahlen sind doch jener Zahlenraum, mit dem man auch Ergebnisse vom Radizieren angeben kann, und mit den komplexen Zahlen (mit denen ich bisher noch nichts zu tun hatte) erweitern, das habe ich lediglich vor ein paar Monaten gelesen, den reelen Zahlenraum, damit auch negative Wurzeln berechnet werden können.
Aber das verstehe ich sowieso nicht wirklich, ich meine, wenn man eine Wurzel zieht kommt doch auch eine normale Zahl bei raus, nur halt oft mit vielen Kommas, aber warum braucht man dazu gleich einen neuen Zahlenraum?
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon breaker » 03.09.2009 20:09

So, da war schon viel schönes dabei. Ich fange vorne an:

x=y-a ist natürlich richtig bei der ersten Gleichung, genau so wie x=y:a bei der zweiten. Was man sich hier mit Zahlenbeispielen überlegen kann, beruht alles auf einer ganz einfachen Regel: Man darf die beiden Seiten der Gleichung beliebig manipulieren, ohne dass sich das Ergebnis ändert, solange man nur immer auf beiden Seiten das gleiche macht.
Wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, ist das ganz klar, denn die linke Seite muss ja gleich der rechten sein, das ist es ja, was das Gleichzeichen aussagt. Nehmen wir zum Beispiel mal die Gleichung 5=5 (sie ist wohl zweifellos richtig). Wenn ich daraus 5/2=5/2 mache, oder 5³=5³, oder sonstwas, dann stimmt die Gleichung immer noch.
Genau so ist es, wenn man nun x und y in einer Gleichung stehen hat. Man weiß zwar nicht mehr direkt, was x und y sind, aber man weiß immer, dass linke und rechte Seite der Gleichung übereinstimmen.

Wenden wie die Regel einfach mal auf die erste Gleichung an:
y=x+a haben wir.
Linke Seite ist y
Rechte Seite ist x+a.

Wir wollen ja jetzt am liebsten "x = irgendwas" stehen haben.
Wenn wir von der rechten Seite das a abziehen, bleibt hier nur das x übrig (wir rechnen ja einfach x+a-a), und das sieht schon mal nicht schlecht aus.
Wir wissen nun, dass wir auf der linken Seite auch a abziehen müssen, damit die Gleichung nicht falsch wird. Also wird unser y zu y-a.

Ein bisschen übersichtlicher zusammengefasst:
vorher y=x+a
Dann auf beiden Seiten a abziehen...
nachher: x=y-a.
Fertig :)


Genau so funktioniert es mit y=a·x. Man will rechts x alleine stehen haben, deshalb teilt man hier beide Seiten durch a und erhält x=y/a. (ein Schrägstrich als geteilt-Zeichen ist gebräuchlicher als ein Doppelpunkt, vor allem wenn man mit Tastatur schreibt)


Zum Rest:
Wenn Du bei y=xa nicht weitergekommen bist, dann probier mal ersatzweise y=x².


Die Gleichung y=ax will ich erstmal hinten anstellen, weil sich deren Lösung meiner Meinung nach leichter diskutieren lässt, wenn man Funktionen zur Hand hat.
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon breaker » 04.09.2009 11:12

Zu Mengen:
Die Natürlichen Zahlen sind natürlich eine Menge, aber eine Menge muss nicht unbedingt aus Zahlen bestehen. Ich hab gerade mal in einem Analysis-Buch nachgeschaut, wie eine Menge genau definiert ist:
"Eine Menge ist jede Zusammenfassung von bestimmten wohlunterschiedenen Objekten unserer Anschauung oder unseres Denkens."
Naja. Soviel ich weiß, sind sich die Mathematiker und die Philosophen selbst nicht ganz einig, wie man eine Menge so definiert, dass eindeutig klar ist, was gemeint ist.
Tatsache ist, dass eine Menge so ziemlich alles enthalten kann. Man kann die Menge aller Autos auf der Erde betrachten, oder die Menge aller Brillenträger, die blaue T-shirts mögen, oder die Menge aller Primzahlen, oder sogar die Menge aller Mengen.
In der Mathematik betrachtet man natürlich in erster Linie Zahlenmengen. Die Menge aller natürlichen Zahlen zwischen 3 und 7 würde man schreiben als {3,4,5,6,7}. (geschweifte Klammern bezeichnen immer Mengen)
Was die obige Definition mit "wohlunterschieden" meint, ist, dass in einer Menge nichts doppelt vorkommen darf. Das heißt, die Menge {1,1,1,2,7} wäre gleich der Menge {1,2,7}.

Aber das ist eigentlich alles langweilige Auswendiglernerei von Definitionen. Die Mengen, die in der Analysis vorkommen, kann man sich (zumindest am Anfang) immer als (endlichen oder unendliche) Zahlenmengen vorstellen.


Fragen soweit?

Wenn Du das alles ein bisschen verinnerlicht hast, würde ich eigentlich fast schon mit Funktionen anfangen. Wir sollten nur vorher noch das Thema mit den Gleichungen abschließen, das wird noch auf ein, zwei wichtige Themen führen (z.B. reelle & komplexe Zahlen, auf die ich jetzt noch nicht eingegangen bin).
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon Alexander » 07.09.2009 17:05

breaker hat geschrieben:dann probier mal ersatzweise y=x².


y=x*x
x*y/y=y/x
x=y/x


Stimmt das so?
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon breaker » 07.09.2009 17:53

Du hast auf jeden Fall die Regeln richtig angewendet, aber so bringt einem die Gleichung leider nichts, weil rechts noch ein x drin steht.

Ich wollte eigentlich nur

haben.

Und allgemein eben (a-te Wurzel von y, also die Zahl, die a-mal mit sich selbst multipliziert y ergibt)

Das mag so aussehen, als hätte man die Gleichungen einfach nur umgeschrieben und keinen wirklichen Erkenntnisgewinn davongetragen, aber etwas anderes macht man eigentlich bei y=x+a auch nicht. x=y-a ist auch nur eine andere Schreibweise, der Informationsgehalt ist der gleiche.


Zum Schluss werden wir kurz noch ein bisschen konkreter:

Versuch mal, die Gleichungen
x²-4=0 und
x²+4=0
zu lösen.
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon Alexander » 09.09.2009 13:07

Ich wollte eigentlich nur

haben.[/quote]

Kein Wunder, dass ich da nicht drauf gekommen bin, Wurzelziehen hatten wir noch nicht... :cry:
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon breaker » 09.09.2009 22:44

Oh, dann ging das natürlich nicht, aber ist nicht tragisch.

bedeutet einfach die Zahl, die mit sich selbst multipliziert x ergibt. Also es wäre zum Beispiel .
Man erkennt, dass die Wurzel gerade die Umkehrung des Quadrierens ist (denn es ist ja 4²=16). Deshalb sind zum Beispiel die Gleichungen
und

vollkommen äquivalent (einfach bei der oberen Gleichung auf beiden Seiten Wurzel ziehen, dann bekommt man die untere).
(Und hier käme eben x=4 raus)


Kommst Du damit bei den zwei Gleichungen x²+4=0 und x²-4=0 weiter?
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon Alexander » 13.09.2009 12:20

breaker hat geschrieben:Kommst Du damit bei den zwei Gleichungen x²+4=0 und x²-4=0 weiter?



Ich bin auf folgendes bei der ersten Gleichung gekommen:

Ich habe zuerst von Null 4 abgezogen, damit ich wieder auf Null komme, wenn ich die Wurzel habe. Also habe ich -4*-4 genommen und bin auf -16 gekommen.
+4=0

Aber das kann doch nicth stimmen oder, denn -4*-4 ergibt doch wieder Plus, also 16, nicht -16?


Edit: also irgendwie will das mit dem Wurzelzeichen nicht so richtig klappen, die Aufgabe, die ich als Lösung heraus bekam ist Wurzel aus -16+4=0.
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon breaker » 13.09.2009 16:14

Alexander hat geschrieben:
Aber das kann doch nicth stimmen oder, denn -4*-4 ergibt doch wieder Plus, also 16, nicht -16?



Das Problem ist tatsächlich interessant, dazu kommen wir noch.

Aber erstmal langsam. Das Ziel, das du beim Lösen einer Gleichung hast, ist ja, x zu bestimmen. Man will immer "x=..." da stehen haben.
Und das geht, indem man einfach stur die Regel anwendet, auf beiden Seiten der Gleichung das gleiche zu machen. Nehmen wir mal x²-4=0.
Auf beiden Seiten plus 4 rechnen (die Idee hattest Du ja auch schon). Dann wird daraus:
x²=4
Das bedeutet, das Quadrat der Zahl x, die wir suchen, ist vier. Auf beiden Seiten Wurzel ziehen:

Das ist das gleiche wie

Also , da . (x=-2 wäre auch eine mögliche Lösung, da natürlich (-2)²=4

Ich hab dich mit meinem Beispiel mit der 16 wohl ein bisschen verwirrt. 4*4 ist 16, damit ist vier die Wurzel aus 16, aber hier war nach der Wurzel aus 4 gefragt.

Zur zweiten Gleichung: Die geht ganz genau so, und man kommt letztendlich auf

Und das ist ein Problem, denn 2*2=4 und (-2)*(-2)=4. Es gibt einfach keine reelle Zahl, die quadriert eine negative Zahl ergibt!
Da hast Du die Antwort auf deine Frage, wofür man die komplexen Zahlen braucht. Man hat einfach definiert, dass es eine Zahl i gibt, deren Quadrat gleich -1 ist: i²=-1. (i heißt auch imaginäre Einheit)
Damit ist die Lösung der ersten Gleichung: .
Wenn man die reellen Zahlen um diese imaginären Zahlen erweitert, erhält man die komplexen Zahlen, also eine Zahlenmenge, in der viel mehr Gleichungen lösbar sind, als in den reellen Zahlen.

Die Zahlenmengen, mit denen man in der Analysis zu tun hat, sind in erster Linie die reellen und die komplexen Zahlen, weil hier Funktionen meist die angenehmsten Eigenschaften haben.

Fragen?

Ansonsten würde ich jetzt die Frage "Was ist eine Funktion?" stellen. :wink:
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon Alexander » 17.09.2009 14:06

Wenn du willst, kannst du, um sicherzustellen, dass ich es begriffen habe, mir ein paar Fragen stellen, wenn du nicht willst machen wir einfach weiter, sollte ich etwas falsch verstanden haben, wird sich das spätestens dann zeigen.
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon breaker » 17.09.2009 18:33

Ich würd eigentlich ganz gern weitermachen, wie gesagt ist es nicht wichtig, dass Du rechnen kannst wie ein Profi, sondern, dass Du es nachvollziehen kannst, wenn ich hier mal die ein oder andere Gleichung umstelle. Wenn dann irgendwann noch was unklar ist, kannst Du ja einfach fragen.

Die Frage, mit der ich weitermachen würde, wäre:

Was ist eine Funktion? Wie hängen Funktionen und Mengen zusammen?
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon Alexander » 18.09.2009 12:33

Soll ich die Frage jetzt beantworten, oder meinst du damit, dasss du sie ersteinmal behandeln willst, da ich ja noch nicht weis, wie hier der Zusammenhang lautet oder was im genauen nun eine Funktion ist?
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Re: Analysis-Frage-Antwort

Beitragvon breaker » 18.09.2009 16:33

Versuch mal, es irgendwie herauszufinden und schreib dann, was Du denkst, was die Antwort ist.
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