IS zerstört historische Stadt Nimrud

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Stephen
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IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von Stephen » 6. Mär 2015, 16:13

http://www.tagesschau.de/ausland/irak-651.html
Traurig, aber wahr. Ich erspare mir jeglichen Kommentar dazu, um mir nicht den Mund zu verbrennen. Ich antworte einfach mit einem Zitat:
Fanatiker sind Fans ohne Hirn.

© Dr. Fritz P. Rinnhofer (*1939), Marketing- und Verkaufsmanager und Publizist
Quelle: »Weiß-Grüner Zitatenschatz. Von Peter Rosegger
bis Fritz P. Rinnhofer«, Graz, 2002
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positronium
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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von positronium » 6. Mär 2015, 18:25

Ich rege mich bei solchen Nachrichten jedes mal auf.
Erst vor kurzem haben die in einem Museum Ausstellungsstücke zerstört.
http://www.n-tv.de/politik/IS-zerstoert ... 97776.html

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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von gravi » 6. Mär 2015, 19:20

Ganz schlimm ist das - was soll man zu solchen hirnverbrannten Idioten noch sagen?
Nicht vergessen habe ich, dass vor Jahren Al-Qaida in Afghanistan ebenso gewütet hat und im Beisein von Fernsehkameras unwiederbringlich Schätze der Antike zerstörte.

In solchem Momenten (auch wenn die mal wieder auf bestialische Weise unschuldige Menschen hinrichten!!!) frage ich mich, ob diese Kreaturen überhaupt eine Lebensberechtigung haben. Müssen wir es dulden, dass ein derartiger Abschaum unseren Planeten besudelt...?
Sorry, aber in solchen Momenten empfinde ich nun mal so...

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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von Stephen » 7. Mär 2015, 06:35

gravi hat geschrieben: Müssen wir es dulden, dass ein derartiger Abschaum unseren Planeten besudelt...?
An eine friedliche Lösung glaube ich in keinster Weise. Wenn es sich eine Organisation zum Ziel gesetzt hat, mit Mord, Vergewaltigungen, Verwüstungen, Folterungen etc. Angst und Schrecken zu verbreiten, dann gehört dieser Abschaum ausgerottet!

Ich verstehe die "Strategie" von dieser Organisation nicht: jeder einigermaßen vernunftbegabte Mensch auf dieser Welt muss diese abartigen Lebewesen aus tiefster Seele hassen aufgrund ihrer Taten. Ich weiß jetzt nicht, ob man unter Saddam Hussein studieren musste, um Offizier zu werden: jedenfalls bilden ehemalige irakische Offiziere das Machtzentrum der IS.
Aber aus der Geschichte wissen wir ja, dass gerade augenscheinlich "intelligente" Vertreter unserer Gattung zu den schlimmsten Verbrechen fähig sind.

Sorry für diesen kurzen Ausflug in die Politik.

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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von Stephen » 7. Mär 2015, 08:53

@Yukterez
Tja - wem zum Vorteil? Ich kann es dir nicht beantworten.
Ich weiß nur eines: Politik ist die größte Hu.... - nein, bei euch sagt man ja Dorfmatrotzn...
Yuktarez hat geschrieben:Die wahren Hintermänner in unseren eigenen Reihen vermutend,
Wenn das auffliegen bzw. sich bewahrheiten sollte, dann können wir unsere "Demokratie" zu Grabe tragen...

Winston Churchill hatte einmal gesagt:
„Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.“
Im Prinzip an Schwachsinn nicht zu übertreffen. Aber sehr viele kluge Politiker könnte ich eigentlich gar nicht aufzählen...
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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von tomS » 7. Mär 2015, 12:00

Yukterez hat in vielen Bereichen recht.
Lest mal ein paar gute (und objektive!) Bücher über Methoden, Aktionen und Ziele der CIA - vor 9/11. Der CIA ging es praktisch ausschließlich um Kommunisten. Für andere Gefahren, Mentalitäten, Kulturen, Regime, Sprachen usw. war die CIA blind - und viele US-Amerikaner inkl. der Präsidenten waren es ebenfalls. Und in fast allen bedeutsamen Ereignissen (Korea, Vietnam, Prager Frühling, Sechs-Tage-Krieg, ... Afganistan ... Mauerfall ... 9/11) wusste die CIA vorher nichts! D.h. die seit Jahrzehnten dominierende westliche Großmacht hat von den wahren Zusammenhängen in der Welt keine Ahnung.

Ich behaupte, ein Großteil der westlichen Welt "kennt" den Rest der Welt unter zwei Aspekten: Kommunismus (gibt's letztlich nicht mehr) und wirtschaftliche Interessen (unsere!) So kann man keine sinnvolle Politik, Strategie, Krisenprävention, Entspannung usw. betreiben. Man weiß nicht, mit wem man über was reden soll, mit wem man besser nicht redet, wen man unterstützt und wen nicht. Man weiß nichts, und man handelt entsprechend.
Gruß
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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von Stephen » 7. Mär 2015, 12:28

tomS hat geschrieben: Man weiß nicht, mit wem man über was reden soll, mit wem man besser nicht redet, wen man unterstützt und wen nicht. Man weiß nichts, und man handelt entsprechend.
Es steht also die Frage offen, wem oder was man noch glauben soll...
Sämtliche Geheimdienste der Welt arbeiten mit mehr oder weniger illegalen Methoden. Sogar die öffentliche Polizei (allen voran J. Edgar Hoover, Ex-Chef vom FBI, der scheinbar unter einem notorischen Verfolgungswahn litt). Über die "geheimen Polizisten" vor etwa 80 Jahren auf deutschen dem Boden will ich mich gar nicht erst auslassen. Wenn falsche Männer an den falschen Plätzen sitzen, bedeutet das immer "Gefahrenstufe Rot".
Und genau das ist im Irak und in Syrien zurzeit der Fall!

Fast schon zum Lachen: Länder wie Österreich oder die Schweiz besitzen im Gegensatz zur BRD (in diesem Land gibt es nur einen Geheimdienst namens BND) mehrere "Nachrichtendienste"; in Österreich ist die Nachfolgeorganisation der "Stapo" (Staastspolizei) das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismus-Bekämpfung. Dazu gesellen sich noch Heeresnachrichtenamt und Abwehramt.
Die Schweiz (!) trumpft mit Luftwaffennachrichtendienst, Militärischem Nachrichtendienst und Nachrichtendienst des Bundes auf.

Grotesk. Einfach nur grotesk...

Aber ich glaube, jetzt bin ich hochgradig vom Thema abgekommen, sorry....

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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von tomS » 7. Mär 2015, 16:18

Das Problem in den USA sind die Inkomptenz und die unklaren Verantwortungsbereiche der Dienste. Das FBI ist eine rein innerstaatliche Organisation. Der CIA ist der Auslandsnachrichtendienst. Dagegen wäre ja nichts einzuwenden (wenn du z.B. deine Nahostpolitik vernünftig ausrichten willst, musst du schon mehr wissen, als das, was ein Regime über die staatlichen kontrollierten Medien verlauten lässt). Nur - die CIA weiß das nicht, weil sie keine vernünftigen Quellen und Mitarbeiter hat; weil niemand arabisch (ganz zu schweigen von persisch, kurdisch, ...) spricht; weil es ihr nicht gelingt, Informanten z.B. beim IS einzuschleusen oder "umzudrehen"; ... D.h. sie wird ihrer Aufgabe, Informationen zu sammeln und zu bewerten nicht gerecht. Alle nachfolgenden Kommandooperationen o.ä. beruhen dann auf Unwissenheit und oft genug auf Zufall.

Erst kürzlich hat Obama öffentlich zugegeben, man habe den IS massiv unterschätzt; früher hat man Bin Laden unterschätzt; oder andere Organisationen wie z.B. die Taliban, die man gegen die Sowjetunion aufgerüstet hat; keiner weiß, ob man jetzt nicht gerade bestimmte kurdische Gruppierungen falsch einschätzt ... Man weiß zu wenig und ist ziemlich blind (dass man gleichzeitig massiven Hass schürt - Abu Greib, Guantanamo, ... - davon wollen wir jetzt mal gar nicht reden).

Das alles rechtfertigt nicht die grauenhaften Taten des IS. Natürlich werden furchtbare Verbrechen begangen, und natürlich müsste man dem im Namen der Menschlichkeit Einhalt gebieten (der Krieg gegen Hitler-Deutschland wurde zwar anders gerechtfertigt, aber man hätte ihn naürlich schon aufgrund der Verbrechen im Rahmen des Holocaust rechtfertigen können und müssen). Nur, offensichtlich hat die gesamte westliche Welt keine (gemeinsame) Strategie, was angesichts dieser Verbrechen des IS zu tun ist. Eigtl. benötigt man massive militärische Präsenz einschließlich Bodentruppen; alles andere ist militärisch letztlich ineffizient. Nur, man hat keinen Plan, wie's dann weitergehen soll. Der IS hat ja in den sunnitischen Gegenden Unzerstützer, Rückhalt, Rückzugsmöglichkeiten usw. D.h. ein Schrecken ohne Ende (Korea, Vietnam, Afghanistan, ...) ist vorprogrammiert. Man entscheidet sich also für die Aufrüstung von kurdischen Kämpfern. Ob das jetzt langfristig eine sinnvolle Strategie ist, weiß wohl niemand.
Gruß
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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von gravi » 7. Mär 2015, 19:39

So lang es nicht gelingt, die Menschen der Erde "unter einen Hut" zu bringen, so lang werden solche Gruppierungen machen was sie wollen.
Von der einen Seite werden sie gehasst, von anderen Seiten werden sie mit Waffen, Geld und wasweißich unterstützt. Damit kann man ja auch Gewinne machen. Was interessiert es die beteiligten Händler, was mit ihren Waffen geschieht? Hauptsache das Geld stimmt.

Was ich aber am Schrecklichsten finde: Haben solche Menschen keinen Zugang zu Bildung? Wissen sie nichts über den Stand der Forschung, den Stand des Wissens der Menschheit, wie er sich heute darstellt?
Ach, ich kann es gar nicht beschreiben, was ich zu solchen Idioten empfinde. Eine Berechtigung zum Leben haben sie jedenfalls nicht.

Gruß
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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von Skeltek » 8. Mär 2015, 01:38

Chaos ist das Nebeneinanderexistieren und Konkurrieren mehrerer Systeme von Ordnungen.
Die Resultate sind so unüberschaubar wie die Potenzmenge über der Vereinigung zweier geordneter Mengen.

Irgendwelche zwischenmenschlichen Systeme oder Machtstrukturen werden immer herausgebildet und wird es immer geben. Das Wegbrechen der russischen Machtstrukturen und der herrschenden Regierungen hat nur bewirkt, dass sich früher unterdrückte oder eingebundene Interessen neu orientiert und unvorhergesehen neu verschaltet haben.
Eine Gesellschaftsform bildet sich im Verlauf von Jahrhunderten oder Jahrzehnten aus und hat ihre eigene Ordnung und natürlich auf unterster Ebene ein Ordnungsverständniss in allen Individuen.
Man kann nicht erwarten dass man einmal richtig mit einem großen Hammer drauf haut und sich aus dem Matsch dann wieder sofort eine durchgehend geordnete Struktur herausbildet.

Eine Entwicklung wie sie derzeit in den zufälligerweise vorwiegend islamischen Ländern abspielt war eigentlich abzusehen, aber wie es nunmal so ist will man sich nicht wirklich selbst danach um das 'Aftermath' kümmern.
Die IS hat mit dem Islam genausoviel zu tun wie der Papst mit der Börse. Die Tempelritter wurden auch nicht ausgerottet weil es dem französischen König um Ketzerei, Verrat oder Teufelsanbeter ausrotten ging.
Die Juden wurden im 3. Reich auch nicht wegen ihrer Religion verfolgt. Die Moslems in Bosnien wurden auch nicht wegen ihrer Religion von den Serben gehasst, sondern weil sie nach der osmanischen Besetzung konvertiert und bessergestellt waren.
So ähnlich ist das mit dem IS... die Religion ist nur so eine Art PR-Slogan um Anhänger zu gewinnen und zu mobilisieren.

Yukterez gebe ich in jedem Punkt recht, allerdings würde ich das Modewort 'Islamisten' nicht so leichtfertig verwenden, es ist eine Wortschöpfung welche impliziert, es sei ein Synonym für Moslems - angelehnt an das Wort 'Christen'.

Letzten Endes kann man ohnehin nur auf die Medien vertrauen, eine Köpfung habe ich noch nie live miterlebt.
Nachdem man so viel vom kalten Krieg, Propaganda, Reportagen über MacAfee, diverse Kriege, versehentlich um 03:30Uhr gesendete und danach vertuschte Nachrichten auf Phoenix usw gesehen hat,
kann man selbst bei den offensichtlich wahren Nachrichten wie z.B. Köpfungsnachrichten im Fernsehen ohnehin nicht mehr beurteilen, ob es wahr ist oder nur eine Anti-Kampagne der Wirtschaftsextremisten um zu versuchen gegen den IS zu mobilisieren.

Viele Punkte mögen stimmen... dass IS die Bösen sind ist mehr als offensichtlich, trotzdem frage ich mich oft, ob da nicht auch viel Propagandamaterial beigemischt wird.

Um die historische Stadt finde ich es übrigens sehr schade. Kulturgut gehört bewahrt. Es ist ohnehin tragisch, dass alle paar Jahrhunderte die meisten Kulturgüter zerstört werden - selbst z.B. der Kollos von Rhoddos - wirklich erhalten bleiben letztlich nur die richtig massiven Dinge wie Pyramiden - wenn vielleicht auch geplündert und teilweise zerstört. Und selbst der Sphinx fehlt dann auch die Nase...
Frage mich wieviel von unserem Jahrhundert später mal übrig bleibt. Stuttgart hat ja mittlerweile ein paar Jahrhunderte alte Bäume weniger, etwas weniger von dem schönen Park - dem Vermächtniss Katharinas an das Volk.
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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von Stephen » 8. Mär 2015, 07:43

Skeltek hat geschrieben:So ähnlich ist das mit dem IS... die Religion ist nur so eine Art PR-Slogan um Anhänger zu gewinnen und zu mobilisieren.
Sehe ich ebenso. Allerdings grenzt man sich natürlich eindeutig ab, wenn man die Worte "Islamischer Staat" auf seine Fahnen schreibt. Profanes Beispiel: Wenn ich mich mit Trikot und Schal meiner Mannschaft im Fußballstadion mitten in die Fankurve des Gegners stelle, dann hole ich mir minimal eine ordentliche Tracht Prügel ab, mit Sicherheit aber keine Anhänger.
Es wird also schon gezielt gesucht, bzw. der Fokus auf ganz bestimmte Personengruppen gerichtet.
Skeltek hat geschrieben:Yukterez gebe ich in jedem Punkt recht, allerdings würde ich das Modewort 'Islamisten' nicht so leichtfertig verwenden...
Ja, da wird es kompliziert. Islamismus ist ein Begriff, der in der Wikipedia als dringend zu überarbeiten angeprangert wurde: http://de.wikipedia.org/wiki/Islamismus

Man kann es auch anders ausdrücken: "Die Wahrheit brennt!"

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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von Stephen » 8. Mär 2015, 12:08

Zu diesem Thema passt ein Zitat (ob gut oder nicht, sei einmal dahingestellt...)
Sobald der Mensch entscheidet, dass alle Mittel recht sind, um ein Übel zu bekämpfen, unterscheidet sich die Absicht nicht mehr von dem Übel, das es zu zerstören galt.
Christopher Dawson
Das heißt im Umkehrschluss nicht anderes als:: wenn ich Terroristen erbarmungslos bekämpfe (also mit gleichen oder ähnlichen Mitteln) , bin ich am Ende selbst einer (ein Terrorist)....
Aber man muss ja nicht unbedingt der Meinung von Herrn Dawson sein...

Auch die Sache mit der Bildung hat so ihre Seltsamkeiten: Wo wird man heute noch mit 1000 Stockschlägen bestraft (http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 41094.html) oder durch Steinigung hingerichtet? Genau - wo die Scharia als Rechtssystem gilt! Ist das einfach nur Tradition? Keine Einsicht in die neue Zeit? Oder nur unbelehrbare Dummheit? Und wenn Gauck meint, der Islam sei ein Teil Deutschlands, dann könnte ich mich so richtig aufregen..

Aber das soll jetzt nicht zu einer politischen Diskussion ausaufern!

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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von Skeltek » 9. Mär 2015, 19:43

Der Islam ist genausowenig Teil Deutschlands wie das Christentum. Die CDU hat das auch nur noch aus Markennamens-technischen Gründen drauf stehen.

Ich bin übrigens eher für Freidenkertum statt Bildung. Jede Formung des eigenen Charakters und Geistes durch Aneignung nicht selbst erarbeiteter Erkentniss oder Wissens ist schlecht und sehr kritisch zu betrachten.
Da unterscheidet sich Religion nicht viel mehr vom deutschen Bildungssystem; man übernimmt vorgefertigte Brocken... und wenn genug andere mitmachen muss das ja so richtig sein.
Das ist das gefährlichste, wenn sich homogene Gruppen in ihrer Meinung gegenseitig bestärken und bestätigen.

Zum Zitat von Dawson:
Wenn das Mittel Teil des Übels ist und sich am Ende selbst dezimiert, ist es doch gar nicht widersprüchlich.
Das ist fast so wie Leute, welche Kant blöderweise so interpretieren, als dürfe der kategorische Imperativ nicht mehr als eine Kondition haben.
'Darf man lügen?' - Ohne Konditionen hinzufügen zu dürfen könnte man ja gleich fragen
'Darf man reden?' - wobei bei diesem Satz völlig egal ist was man sagt.
Das beste wäre ja immer noch 'Darf ich handeln?' - spielt es eine Rolle was ich dann mache?

Prinzipien sind nutzlos wenn sie bereits vorher absehbar falsche Resultate liefern.
Etwas gutes bewirken mit den falschen Motiven korrumpiert das höhere Ziel; das bedeutet noch lange nicht, dass gute Motive toll sind, wenn man dadurch etwas absolut schlechtes bewirkt.
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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von positronium » 28. Mär 2016, 12:24

In Palmyra war es zum Glück offenbar nicht ganz so dramatisch wie zu befürchten:
http://www.n-tv.de/politik/Palmyra-kann ... 26331.html

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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von gravi » 28. Mär 2016, 17:23

Auf jeden Fall schlimm genug. Es ist mir nicht verständlich, was in den Köpfen solcher Menschen wie diesen IS- Kämpfern vorgeht.

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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von Skeltek » 28. Mär 2016, 19:42

Verstehe nicht, weshalb sich die normale Bevölkerung teilweise darüber aufregt(wobei es den meisten scheissegal ist).
Wahlen und Politik und mitverfolgen was welcher Politiker macht sind Angelpunkt der meisten Systeme auf der Welt.
Wer nicht einmal bemüht ist nachzuvollziehen, mitzuverfolgen oder die Ursachen-Verkettungen von Geschehnissen zu ergründen, sondern sich nur über die Resultate aufregt, der ist ja mehr oder weniger mitschuld.
Wir haben mehr oder weniger Anarchie-ähnliche Herrschaft von Konzernen auf globaler inter-kontinentaler Ebene.
Es ist eigentlich gar nicht so schwer einen Zusammenhang herzustellen zwischen dem Chaos dort und unserem Rohstoffnachschub.

Momentan geht es in Syrien ja primär darum, welche dominierenden Parteien dann noch übrig bleiben, nachdem der IS besiegt ist.
Der IS an sich ist weniger ein Problem, momentan wird relativ hoch darum gepokert, die politische Situation zu formen, welche nach der Bezwingung des IS dort herschen wird.
Ich denke erst wenn entweder Assad, die Kurden, Syrer oder sonstwas als einzige predominante Macht übrig bleiben, wird dem IS erst der Rest gegeben werden. Weder USA, noch Russland, noch Erdogan, noch EU werden irgendwas wirklich sinnvolles zur Lösung beitragen, solange nicht sicher gestellt ist, dass nach der Beendigung des Konfliktes dort eine ihnen gnädige Macht dominieren wird.

Zum letzten Link speziel:
In Griechenland gibts kein IS, trotzdem wird dort völlig legal vom Parlament die Zerstrung von einem der grßten Tempel der Geschichte voran getrieben. Da regt sich noch nicht einmal ein größerer Wind durch die Medien.
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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von Frank » 29. Mär 2016, 09:57

Skeltek hat geschrieben:Verstehe nicht, weshalb sich die normale Bevölkerung teilweise darüber aufregt(wobei es den meisten scheissegal ist).
Wahlen und Politik und mitverfolgen was welcher Politiker macht sind Angelpunkt der meisten Systeme auf der Welt.
Wer nicht einmal bemüht ist nachzuvollziehen, mitzuverfolgen oder die Ursachen-Verkettungen von Geschehnissen zu ergründen, sondern sich nur über die Resultate aufregt, der ist ja mehr oder weniger mitschuld.
Aha, du hast natürlich die Verkettung der Ursachen erkannt und weist genau wie man alles richtig machen könnte. ;i
Darf ich dich fragen , ob du jemals in einem afrikanischen/asiatischen(oder irgendwo in der sogenannten dritten Welt) Land warst und dir mal ein Bild vor Ort gemacht hast?

Skeltek hat geschrieben:Wir haben mehr oder weniger Anarchie-ähnliche Herrschaft von Konzernen auf globaler inter-kontinentaler Ebene.
Es ist eigentlich gar nicht so schwer einen Zusammenhang herzustellen zwischen dem Chaos dort und unserem Rohstoffnachschub.
Sorry, aber das ist übelstes Antifa/Linken Geschwätz und trifft in keinster Weise den Kern.
-Konzerne sind weltweit tätig. ja!
-Konzerne sind profitorientierte Firmen , ja!
-Die Rohstoffnachfrage steht natürlich im Zusammenhang mit dieser Geschichte.

Leider funktioniert die Welt ausserhalb von Deutschland/Europa nicht immer so, wie es der Durchschnittsdeutsche gewohnt ist. Da stehen auf der einen Seite die Interessen der Konzerne, der Abnehmerländer und auf der anderen Seite die Interessen der örtlichen "Honorationen". Die haben allerdings selten etwas mit den Bedürfnissen der Menschen vor Ort zu tun.In anderen Ländern sorgt alleine schon die Geburt(religiös) dafür, ob ein Mensch Rechte hat und irgendwo mitreden darf.
Konzerne werden hier einen Teufel tun und sich hier in diese Anischten einmischen, denn dann bekommt das Geschäft ein anderer Konzern. :wink:
Es ist natürlich leicht, nach alter linker Tradition, den Schuldigen immer bei den Konzernen zu suchen und dann auch noch Anarchie ( :lol: ) zu unterstellen.
Wer schonmal vor Ort war und solchen Verhandlungen beigewohnt hat, der verliert ganz schnell sein altes Weltbild.

Skeltek hat geschrieben:Momentan geht es in Syrien ja primär darum, welche dominierenden Parteien dann noch übrig bleiben, nachdem der IS besiegt ist.
Der IS an sich ist weniger ein Problem, momentan wird relativ hoch darum gepokert, die politische Situation zu formen, welche nach der Bezwingung des IS dort herschen wird.
Wie wenn es so einfach wäre. Der "Staat" Syrien ist ja nur auf der Landkarte einer. Er besteht in Wirklichkeit aus vielen Stämmen, die alle irgendwelche Macht/Landansprüche und sonstige Gehirnfürze haben.
Dann gibt es ja auch noch die Geschichte mit den Suniten und den Schiiten,also ähnlich wie wenn sich evangelische und katholische Gläubige gegenseitig umbringen(da war doch mal was bei uns 1618-48 .....)
Natürlich ist es viel einfacher da den Westen als den großen Fadenzieher hinzustellen . Solche (einfachen) Weltsichten werden aber wieder gerne verbreitet, ohne groß darüber nachzudenken.

Skeltek hat geschrieben:Ich denke erst wenn entweder Assad, die Kurden, Syrer oder sonstwas als einzige predominante Macht übrig bleiben, wird dem IS erst der Rest gegeben werden. Weder USA, noch Russland, noch Erdogan, noch EU werden irgendwas wirklich sinnvolles zur Lösung beitragen, solange nicht sicher gestellt ist, dass nach der Beendigung des Konfliktes dort eine ihnen gnädige Macht dominieren wird.
Wenn ich dich also richtig verstehe wartet der Westen und die Russen erst ab wer übrig bleibt und dann wird dem IS der Rest gegeben. Natürlich wird dann wieder der böse Westen,oder die Russen, oder die Türken(?)......... jemand ihnen gefügigen einsetzen.
Da müssten sich die obigen Parteien aber dann auf einmal sehr einig sein....... (Sieht man ja bei der EU Frage der Türkei, oder bei der völkerrechtswidrigen Anektion der Krim)´
Geht es noch dicker Skeltek? Ein bisschen weniger Konspiration und etwas mehr Realität würde hier gut tun.
Rechtschreibfehler sind gewollt und dienen der allgemeinen Belustigung.


Frank

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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von positronium » 29. Mär 2016, 11:25

Skeltek hat geschrieben:Zum letzten Link speziel:
In Griechenland gibts kein IS, trotzdem wird dort völlig legal vom Parlament die Zerstrung von einem der grßten Tempel der Geschichte voran getrieben. Da regt sich noch nicht einmal ein größerer Wind durch die Medien.
Das verstehe ich nicht. Worauf beziehst Du Dich?

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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von Skeltek » 30. Mär 2016, 01:16

Frank hat geschrieben:
Skeltek hat geschrieben:Ich denke erst wenn entweder Assad, die Kurden, Syrer oder sonstwas als einzige predominante Macht übrig bleiben, wird dem IS erst der Rest gegeben werden. Weder USA, noch Russland, noch Erdogan, noch EU werden irgendwas wirklich sinnvolles zur Lösung beitragen, solange nicht sicher gestellt ist, dass nach der Beendigung des Konfliktes dort eine ihnen gnädige Macht dominieren wird.
Wenn ich dich also richtig verstehe wartet der Westen und die Russen erst ab wer übrig bleibt und dann wird dem IS der Rest gegeben.
Ich würde stark daran zweifeln, dass sie einfach abwarten.
Schau dir mal das Video hier an:
https://www.youtube.com/watch?v=mC7Fz0d9H8M
Jeder der des englischen halbwegs mächtig ist erkennt sofort, dass es Senator Graham auf den Punkt bringt:
"So what you´ve done gentlemen - along with the president - is you´ve turned Syria over to Russia and Iran."
Worum es hier Russland, USA und anderen geht ist grundsätzlich etwas anderes als das worum es der dortigen Bevölkerung geht.
Frank hat geschrieben: Natürlich ist es viel einfacher da den Westen als den großen Fadenzieher hinzustellen . Solche (einfachen) Weltsichten werden aber wieder gerne verbreitet, ohne groß darüber nachzudenken.
Nachdenken tun viele. Dass unterschiedliche Menschen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen lässt sich denke auf Grund von unterschiedlichem Vorwissen kaum vermeiden.
Beziehe mich hier eher auf längst veröffentliche offizielle Dokumente der BRD, USA und Konsorten; wie zum Beispiel die Hallstein-Doktrin, usw.
Arthur Miller Dokumentationen mit Dokumenten vergleichen, die in den USA nicht mehr der Geheimhaltung unterliegen bringt auch genug aus der Vergangenheit hervor.
Und wieso soll das antifaschistisch und links sein, wenn ich mich weder für die USA noch für Russland ausspreche?
Russland ist an der Sicherung seines Rohstoffnachschubes genauso interessiert wie die USA.
Mir geht´s primär darum herauszufinden was richtig ist - dass ich die Wahrheit gepachtet habe und meine Meinung absolut sicher die richtige ist, hab ich ja gar nicht sagen wollen.

positronium hat geschrieben:
Skeltek hat geschrieben:Zum letzten Link speziel:
In Griechenland gibts kein IS, trotzdem wird dort völlig legal vom Parlament die Zerstrung von einem der grßten Tempel der Geschichte voran getrieben. Da regt sich noch nicht einmal ein größerer Wind durch die Medien.
Das verstehe ich nicht. Worauf beziehst Du Dich?
Habe ebenversucht eine halbe Stunde lang die Quelle zu finden. Ist glaube ich ein halbes Jahr her, dass ich das gelesen hatte.Habes leider nicht nochmalgefunden.
Da ging es meines Wissens nach um den Wunsch des Westens den Tempel mit Anlage zu restaurieren und vor dem völligen Verfall zu retten contra den Bestrebungen der örtlichen Regierungsvertreter schnellen Profit aus dem umliegenden Baugrund zu schlagen.
Die plausibelste Erklaerung jedes hinreichend komplizierten Systems ist falsch

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Re: IS zerstört historische Stadt Nimrud

Beitrag von positronium » 30. Mär 2016, 11:16

Skeltek hat geschrieben:Da ging es meines Wissens nach um den Wunsch des Westens den Tempel mit Anlage zu restaurieren und vor dem völligen Verfall zu retten contra den Bestrebungen der örtlichen Regierungsvertreter schnellen Profit aus dem umliegenden Baugrund zu schlagen.
Ach so. Das war offenbar kein grösseres Thema; zumindest habe ich nichts davon mitbekommen.

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