Das kosmische Netz wird durchleuchtet

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seeker
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Das kosmische Netz wird durchleuchtet

Beitrag von seeker » 10. Mai 2017, 13:59

Das kosmische Netz wird durchleuchtet
Licht von seltenen Zwillings-Quasaren liefert Daten zur Struktur des Universums.

http://www.pro-physik.de/details/news/1 ... chtet.html

Interessante Sache...
Grüße
seeker


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gravi
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Re: Das kosmische Netz wird durchleuchtet

Beitrag von gravi » 10. Mai 2017, 19:59

Das ist wirklich sehr interessant, aber stößt man hier nicht an echte Grenzen? Ich weiß nicht, wie realistisch solche Simulationen sind... :wn:

Gruß
gravi
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seeker
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Re: Das kosmische Netz wird durchleuchtet

Beitrag von seeker » 11. Mai 2017, 10:15

Na ja, ganz so ist es ja nicht, es handelt sich hier ja um echte Messungen, auch wenn da einiges an Datenverarbeitung drinsteckt.
Erst hinterher wurde das mit Modell-Simulationen verglichen, um zu sehen, ob beides zusammenpasst - und es passte gut!
Dadurch wird wiederum das Vertrauen in unsere Modell-Simulationen (insbes. auch in deren Rand-/Anfangsbedingungen) gestärkt.
Diese Messmethode über Quasare finde ich jedenfalls beeindruckend, das ist echte high-tech Messung bis in den Fernbereich des sichtbaren Universums hinaus.
Grüße
seeker


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Re: Das kosmische Netz wird durchleuchtet

Beitrag von Dares » 11. Mai 2017, 12:42

seeker hat geschrieben:
10. Mai 2017, 13:59
Das kosmische Netz wird durchleuchtet
Licht von seltenen Zwillings-Quasaren liefert Daten zur Struktur des Universums.

http://www.pro-physik.de/details/news/1 ... chtet.html

Interessante Sache...
Hallo Seeker,
die neue Messmethode ist schon eine tolle Sache und scheint ja auch die bisherigen Beobachtungen zu bestätigen.
Bei Computersimulationen bin ich mir aber immer nicht sicher ob nicht unbewusst durch unsere Parametereingabe dann das Ergebnis rauskommt
welches wir uns wünschen. Ich sehe sie von daher erstmal als Unterstützung nzur Untermauerung der gewonnenen Erkenntnisse an.

Haben die neuen Messwerte schon zu neuen Ergebnissen zur Verteilung der Materie geführt? Zumal ich auch immer wieder von Wabenstrukturen
höre sehe oder lese. Also ehrlich gesagt: eine Wabenstruktur habe ich auf allen Bildern noch nicht erkannt.

Das Bild in dem verlinkten Artikel zeigt nach meinem Verständnis eher ein undurchsichtiges Pilzgeflecht und von Wabenstruktur keine Spur.

Allerdings ist es interessant dass sich Materie überhaupt strukturiert. Vlt. sollte man da mal ansetzen warum sie das tut?

https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstorganisation

anders aber auch

https://de.wikipedia.org/wiki/Kollektive_Intelligenz

Oder folgt die Strukturbildung nach einem betsimmten Muster?

Viele Dinge zum Nchdenken.

Freundliche Grüsse

Dares

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Re: Das kosmische Netz wird durchleuchtet

Beitrag von Dares » 13. Mai 2017, 11:13

Hallo,

das ist jetzt vlt. etwas themenübergreifend aber wenn ich mir die Struktur betrachte die erstmal an ein Pilzgeflecht erinnert und mit den
4 Grundkräften nicht zu erklären ist wie sieht es dann mit einem Magnetismus innerhalb des Universums aus?
Ein Gedanke oder auch Spekulation wäre dass sich die Galaxien anhand der magnetischen Feldlinien ausrichten und somit Strukturen bilden.
Wäre so etwas denkbar?

Dares

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seeker
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Re: Das kosmische Netz wird durchleuchtet

Beitrag von seeker » 13. Mai 2017, 12:09

Hallo Dares!
Dares hat geschrieben:
11. Mai 2017, 12:42
Bei Computersimulationen bin ich mir aber immer nicht sicher ob nicht unbewusst durch unsere Parametereingabe dann das Ergebnis rauskommt
welches wir uns wünschen. Ich sehe sie von daher erstmal als Unterstützung nzur Untermauerung der gewonnenen Erkenntnisse an.
Das ist immer ne Gefahr, ja das mit den Simulationen ist sehr indirekt und daher eher eine Unterstützung, sehe ich auch so.
Bei Simulationen ist es so: Du kannst da alle möglichen Anfangsbedingungen eingeben und dann gibst du noch die mathematischen Naturbeschreibungen ein, soweit sie abgesichert sind, soweit sie noch nicht abgesichert sind bzw. wo man nicht weiß, welche Beschreibung nun die beste ist, kannst du auch spielen. Du Kunst dabei ist nun, dass dabei etwas herauskommt, das mit unseren Beobachtungsdaten im Einklang steht, dem ähnlich ist.

Dares hat geschrieben:
11. Mai 2017, 12:42
Haben die neuen Messwerte schon zu neuen Ergebnissen zur Verteilung der Materie geführt?
Weiß ich nicht, ich glaube solche neuen Daten dienen eher dazu die Modelle/Simulationen zu verfeinern bzw. manche Modelle nach und nach auszusortieren/zu verwerfen, das Ziel ist, dass über zusätzliche Datengewinnung mit der Zeit immer weniger mögliche Modelle übrigbleiben, am Ende im Idealfall nur noch eines, perfekt passendes.
Dares hat geschrieben:
11. Mai 2017, 12:42
Allerdings ist es interessant dass sich Materie überhaupt strukturiert. Vlt. sollte man da mal ansetzen warum sie das tut?
Na ja, da hat man schon eine gute Vorstellung davon. Das ist ne zeitliche Entwicklung wo die Expansion einerseits wirkt und andererseits die Gravitation, das erstere verteilend, ausdünnend, das letztere zusammenziehend, verklumpend. Spätestens seit es Sterne gibt sind das die fast ausschließlichen Akteure.
Inwieweit da noch Selbstorganisation hineinspielt, ist schwer zu sagen, ja ein wenig ist da wohl schon da.
Die Bedingungen für Selbstorganisation sind die folgenden:

Selbstreferenz: Selbstorganisierende Systeme sind selbstreferentiell und weisen eine operationale Geschlossenheit auf. Das heißt, „jedes Verhalten des Systems wirkt auf sich selbst zurück und wird zum Ausgangspunkt für weiteres Verhalten“, es wirkt also zirkulär. Operational geschlossene Systeme handeln nicht aufgrund externer Umwelteinflüsse, sondern eigenständig und eigenverantwortlich aus sich selbst heraus. Das Ergebnis des Prozesses verändert die Ausgangsbedingungen für das Fortsetzen des weiteren Prozesses. Selbstreferenz stellt aber keinen Widerspruch gegenüber der Offenheit von Systemen dar.

Pfadabhängigkeit: Ein Entwicklungspfad der eingeschlagen wurde, kann nicht so einfach verlassen werden.

Indeterminiertheit: Welchen Verlauf die Entwicklung nehmen wird ist letztendlich unvorhersehbar. Die Indeterminiertheit hängt von Zufällen ab, eine kleine Änderung der Ausgangsbedingungen kann zu komplett verschiedenen Pfaden führen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstorganisation

Selbstreferenz und Pfandabhängigkeit sind beim Universum sicher ein Stück weit gegeben, bei der Interdeterminiertheit bin ich mir nicht sicher, sie besagt hier folgendes:

Wenn sie gegeben ist, dann führen z.B. tausend Universen, die im Anfang identisch oder zumindest fast identisch waren, später zu völlig unterschiedlich aussehenden Universen - und zwar in unvorhersehbarer Weise.
Wenn sie nicht gegeben ist, dann führen z.B. tausend Universen, die im Anfang identisch oder zumindest fast identisch waren waren später auch zumindest zu ähnlichen Universen.

Zum Magnetismus:
Ein Einfluss ist da, aber er ist wohl auf großen Entfernungen nicht allzu stark/im Vordergrund. Bei großräumigen Strukturen dominiert die Gravitation einfach alles.
Nun könnte es aber sein, wenn Interdeterminiertheit bei der Entwicklung des Universums gegeben wäre (s.o.), dass sehr kleine EInflussgrößen in der Frühzeit des Universums Folgen gehabt haben, die heute stark sichtbar sind. Das beträfe dann aber nicht nur den Magnetismus, sondern alle denkbaren Einflüsse damals, egal wie klein sie waren.
Ich glaube, es ist schwer zu sagen und herauszufinden, ob in der Richtung etwas ist...
Grüße
seeker


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Re: Das kosmische Netz wird durchleuchtet

Beitrag von Dares » 14. Mai 2017, 12:02

seeker hat geschrieben:
13. Mai 2017, 12:09
Zum Magnetismus:
Ein Einfluss ist da, aber er ist wohl auf großen Entfernungen nicht allzu stark/im Vordergrund. Bei großräumigen Strukturen dominiert die Gravitation einfach alles.
Nun könnte es aber sein, wenn Interdeterminiertheit bei der Entwicklung des Universums gegeben wäre (s.o.), dass sehr kleine EInflussgrößen in der Frühzeit des Universums Folgen gehabt haben, die heute stark sichtbar sind. Das beträfe dann aber nicht nur den Magnetismus, sondern alle denkbaren Einflüsse damals, egal wie klein sie waren.
Hallo Seeker,

ich habe da nochmal 2 interessante Sachen ausgegraben:

https://www.mpifr-bonn.mpg.de/forschung ... tal/kosmag

und hier

http://www.astronews.com/news/artikel/2 ... -004.shtml

Frage wäre nochmal ob derMagnetismus im Universum nicht doch eine grössere Rolle gespielt hat als bisher angenommen?
Weitere Frage wäre natürlich ob man DM durch Magnetismus ersetzen könnte um etwas zu erklären was nicht vollständig verstanden ist.

Kann man Magnetismus im Universum überhaupt messen da dieser keine Strahlung abgibt die messbar ist?
Oder bin ich da auf dem Holzweg?

Grüsse

Dares

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Re: Das kosmische Netz wird durchleuchtet

Beitrag von seeker » 17. Mai 2017, 13:15

Dares hat geschrieben:
14. Mai 2017, 12:02
Frage wäre nochmal ob derMagnetismus im Universum nicht doch eine grössere Rolle gespielt hat als bisher angenommen?
Hmm, ich habe mir deine Links angeschaut, also man muss immer berücksichtigen auf welcher Größenskala man was betrachtet.
Es könnte schon sein, dass der Magnetismus eine etwas größere Rolle bei Strukturbildungen im Universum spielt als bisher gedacht, was interessant ist.
Die Betonung liegt dabei aber auf "etwas" im Sinne von "nicht allzu viel", soweit ich das sehe.
Dares hat geschrieben:
14. Mai 2017, 12:02
Weitere Frage wäre natürlich ob man DM durch Magnetismus ersetzen könnte um etwas zu erklären was nicht vollständig verstanden ist.
Nein, das geht sicher nicht.
Dares hat geschrieben:
14. Mai 2017, 12:02
Kann man Magnetismus im Universum überhaupt messen da dieser keine Strahlung abgibt die messbar ist?
Na ja, Magnetfelder wirken auf die Bewegung von geladenen Teilchen und können diese auch dazu anregen spezifische elektromagnetische Strahlung abzugeben.
Es gibt also indirekte Messmethoden über die man auf vorhandene Magnetfelder rückschließen kann, z.B. kann man die Polarisation von Radiowellen, die von entfernten astronomischen Objekten zu uns kommen, mit unseren Radiowellenteleskopen untersuchen.
Grüße
seeker


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